Who's Online

  • 0 Members.
  • 6 Guests.

Newsletteranmeldung

by satollo.net

Wer ist im Chatraum?

  • No one

Monatsarchiv

Kategorien

  • 18Mrz

    VdK-Präsidentin Mascher: “Geringverdiener und Rentner sind die Verlierer”

    Der Sozialverband VdK Deutschland kritisierte die Pläne von Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler, ab 2011 eine zusätzliche Kopfpauschale von voraussichtlich 29 Euro im Monat einzuführen. VdK-Präsidentin Ulrike Mascher: “Die gesetzlich krankenversicherten Arbeitnehmer und Rentner werden durch solch unausgegorene Pläne nur verunsichert. Krankenversicherungsbeitrag, Zusatzbeitrag, Kopfpauschale oder Gesundheitsprämie, Sonderbeitrag und Sozialausgleich – Wer soll das noch durchschauen? Bereits der Gesundheitsfonds war eine Fehlkonstruktion, doch jetzt droht wohl wirklich ein bürokratisches Monstrum.”

    Die geplanten 29 Euro Kopfpauschale bedeuten nach Auffassung des VdK für Geringverdiener und Rentner eine erhebliche zusätzliche Belastung, die nicht durch das Wegfallen des 0,9-prozentigen Sonderbeitrags ausgeglichen werden könne. Der von Rösler versprochene Sozialausgleich aus der Staatskasse würde Millionen Menschen zu Bittstellern machen.

    Offen bleibe auch, ob Röslers Gesamtrechnung aufgehe. Zwar würde eine Kopfprämie in Höhe von 29 Euro rein rechnerisch für 14,7 Milliarden Euro Mehreinnahmen sorgen. Dem stehen aber Einnahmeverluste in Höhe von 10 Milliarden Euro durch den geplanten Wegfall des 0,9-prozentigen Sonderbeitrags gegenüber sowie ein für 2011 vorausgesagtes Defizit von 11 Milliarden Euro im Gesundheitsfonds und die notwendige Finanzierung des Sozialausgleichs in Höhe von 5 Milliarden Euro. “Solide finanziert sieht anders aus”, erklärte VdK-Präsidentin Mascher.

    Quelle: Pressemitteilung des Sozialverbandes Deutschand VdK (Michael Pausder) vom 15. März 2010

    Zu dem Thema empfehle ich Euch auch die folgenden Artikel:

    17. März 2010 – Regierungskommission zur nachhaltigen und sozial ausgewogenen Finanzierung des Gesundheitswesens nimmt ihre Arbeit auf

    27. Februar 2010 – Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und FDP – Thema: Gesundheitspolitik

    24. Februar 2010 – Regierungskommission zur nachhaltigen und sozial ausgewogenen Finanzierung des Gesundheitswesens eingesetzt

    19. Februar 2010 – Dr. Wolfgang Plischke: “Wir setzen auf Direktverträge”

    19. Februar 2010 – AOK-Rabattverträge fördern Wettbewerb und stützen mittelständische Unternehmen

    18. Februar 2010 – Bundesgesundheitsminister Rösler: Gute Arzneimittelversorgung und effizienter Einsatz der Versichertengelder

    07. Februar 2010 – Beim Fiskus klingelt die Kasse: 4,35 Milliarden Euro Mehrwertsteuer auf Arzneimittel

    05. Februar 2010 – Politiker sollten an ihren Taten gemessen werden

    29. Januar 2010 – “In der jetzigen Form sind Zusatzbeiträge unsozial.”

    29. Januar 2010 – Gesundheitspolitik 2010 - Was denken die Menschen?

    Tags: , , , ,

  • 17Mrz

    Unter Federführung des Bundesgesundheitsministeriums ist heute erstmals die Regierungskommission zur nachhaltigen und sozialen Finanzierung des Gesundheitswesens zusammengekommen. Aufgabe der Kommission ist es, für ein solides und auch in Zukunft tragfähiges Finanzierungssystem der gesetzlichen Krankenversicherung zu sorgen. Neben den acht beteiligten Bundesministerien nahmen an dem Gespräch auch die gesundheitspolitischen Experten der Regierungsfraktionen sowie der Präsident des Bundesversicherungsamtes, Dr. Maximilian Gassner, und der Vorsitzende des Sachverständigenrates zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen, Prof. Eberhard Wille, teil.

    Dazu Bundesgesundheitsminister Dr. Philipp Rösler: „Auf der heutigen Sitzung ist einmal mehr deutlich geworden, dass die anstehenden Probleme im Gesundheitswesen nur durch Verbesserung des Systems zu lösen sind. Die Koalition hat sich daher vorgenommen, den Einstieg in ein System mit prämienfinanziertem Anteil und Sozialausgleich zu schaffen. Das wird uns in den nächsten Wochen beschäftigen.“ Der Minister betonte: „Wir betrachten aber nicht nur die Einnahmenseite. Auf der Ausgabenseite bin ich dabei, durchdachte Sparkonzepte erarbeiten zu lassen. Ein entsprechendes Konzept für den Arzneibereich werde ich schon bald der Öffentlichkeit vorstellen.“

    Bundesgesundheitsminister Dr. Philipp Rösler: „Wir sind angetreten, die Krankenkassen mit einer robusten Finanzierung auszustatten. Wir wollen, dass die exzellente medizinische Versorgung in Deutschland für alle Bürgerinnen und Bürger bezahlbar bleibt. Die Arbeit der Regierungskommission ist dabei ein zentraler Baustein.“

    Quelle: Pressemitteilung der Bundesministerium für Gesundheit vom 17. März 2010
    Foto: S. Luft

    Zu dem Thema empfehle ich Euch auch meine folgenden Artikel:

    27. Februar 2010 – Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und FDP – Thema: Gesundheitspolitik

    24. Februar 2010 – Regierungskommission zur nachhaltigen und sozial ausgewogenen Finanzierung des Gesundheitswesens eingesetzt

    Tags: , , ,

  • 16Mrz

    Fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker und lesen Sie den Beipackzettel in der Tablettenschachtel. Was ist, wenn gerade kein Arzt zugegen ist und der Beipackzettel zu unverständlich ist? Die Europaparlamentarier wollen bessere und klarere Informationen, um den Verbrauchern die Orientierung am Markt mit Arzneimitteln zu erleichtern.

    Informationen über verschreibungspflichtige Arzneimittel sollen im Idealfall werbefrei im Internet zugänglich sein und durch Fachpublikationen einem breiten Publikum zugänglich gemacht werden. In Funk und Fernsehen soll hingegen keine Reklame mit Arzneimitteln gemacht werden.

    Workshop im Parlament

    Am Donnerstag den 4. März fand im Parlament ein Workshop zum Thema statt, bei dem Experten über die besten Wege diskutierten, wie man verbrauchergerechte Informationen über Arzneimittel verbreiten kann.

    Welche Dosierung ist richtig?

    Viele Probleme, die heutzutage mit der Einnahme von Medikamenten zusammenhängen, beruhen auf der Tatsache, dass die Patienten oft auf sich selbst angewiesen sind, um die richtige Dosierung festzustellen. Studien zufolge nahmen mindestens die Hälfte der Betroffenen ihre vorgeschriebenen Arzneimittel falsch ein, was oft zu Komplikationen führen kann und auf mangelnde Informationen zurückgeführt werden kann.

    Verständlichere Packungsbeilagen

    Die Europaparlamentarier fordern daher, dass die Packungsbeilagen in einer verständlichen und in Europa einheitlichen Form geschrieben werden, mit klaren Fakten und übersichtlichen Informationen. Außerdem sollten alle Packungsbeilagen auch im Internat als Download zur Verfügung stehen.  

    Nationale Agenturen statt nur Informationen von Herstellern

    Der portugiesische Sozialdemokrat Antonio Fernando Correia de Campos forderte beispielsweise, dass die Informationen nicht nur von den Herstellern kommen sollten, sondern durch nationale und internationale Agenturen festgeschrieben werden sollten.

    Plenarabstimmung im September

    Das Thema wird im Juni im Ausschuss für Umwelt behandelt und kommt im September ins Plenum zur Abstimmung im Rahmen einer umfassenden Gesetzesinitiative über Arzneimittel.

    Quelle: Pressemitteilung des Europäischen Parlaments vom 16. März 2010

    Tags: , , , ,

  • 16Mrz

    Der Haushalt des Bundesgesundheitsministeriums ist mit rund 430 Millionen Euro einer von den kleineren Etats in dem Haushaltsentwurf 2010. Der Gesamtansatz von rund 16,13 Milliarden Euro liegt aber deutlich höher. Ursache ist der Bundeszuschuss von 15,7 Milliarden Euro.

    Damit beteiligt sich der Bund an gesamtgesellschaftlichen Aufgaben, insbesondere der beitragsfreien Mitversicherung. Auch der Ausgleich von  krisenbedingten Einnahmeausfällen in der gesetzlichen Krankenversicherung in Höhe von 3,9 Milliarden Euro in 2010 ist in diesem Betrag enthalten.  

    Reformbedarf

    Gleichwohl befinden sich die gesetzlichen Krankenversicherungen in einer schwierigen finanziellen Situation. Voraussichtlich werden in diesem Jahr weitere vier Milliarden Euro fehlen.

    Deshalb diskutieren einige Kassen die Erhebung eines Zusatzbeitrages. Die Schlussfolgerung lautet: Es reicht nicht allein aus, Geld in das System hineinzugeben. Das System insgesamt gehört verbessert.

    Die Menschen brauchen ein Gesundheitssystem, auf das sie sich verlassen können und das für jeden bezahlbar bleibt. “Das vorhandene System ist unfertig, nicht zu Ende gedacht und für viele Menschen sozial ungerecht”, sagte Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler im Deutschen Bundestag.

    “Es trifft vor allem die Schwachen” in unserem Lande. Demnächst werden gerade diejenigen, die ohnehin schon wenig Einkommen zur Verfügung haben, die Zusatzbeiträge zu spüren bekommen. Und zwar ohne jeglichen Sozialausgleich.

    “Kein Beitrag ohne Sozialausgleich”

    Es gelte, diesen Geburtsfehler zu beseitigen, befand der Minister. Dazu gehören für ihn einkommensunabhängige Beiträge, verbunden mit dem Grundsatz “kein Beitrag ohne Sozialausgleich”, so Rösler. Es gehe nicht allein darum, die Einnahmenseite zu stabilisieren. Gerade in der heutigen Zeit heiße es, auch auf die Ausgaben Acht zu geben.

    Den Versicherten verpflichtet

    “Wir werden uns deshalb jeden Bereich im Gesundheitssystem ansehen und prüfen, ob dort effizient mit Versichertengeldern umgegangen wird oder nicht”, kündigte Rösler an. Und er fuhr fort: “Ich will ausdrücklich festhalten: Dabei kann es für keinen der Beteiligten einen Freibrief geben. Im Gegenteil, es gibt nur eine Gruppe, der wir als Koalition uns verpflichtet fühlen: und zwar die 70 Millionen Versicherten.”

    Quelle: Pressemitteilung der Deutschen Bundesregierung vom 15. März 2010

    Tags: , , , ,

  • 16Mrz

    Wie entsteht Alzheimer? Diese Frage kann die Wissenschaft bis heute nicht beantworten. Eine aktuelle Studie unter Leitung des Neurowissenschaftlers Professor Dr. Michael Heneka von der Universität Bonn liefert jetzt aber einen wichtigen Baustein zur Frage, wie die Krankheit voranschreitet. Die Forscher haben herausgefunden, dass der Botenstoff Noradrenalin den Verlauf der Alzheimer-Krankheit maßgeblich beeinflusst. In der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift „Proceedings of the National Academy of Sciences“ (doi/10.1073/pnas.0909586107) zeigen die Forscher, dass der Neurotransmitter Entzündungsreaktionen im Gehirn verringert. So könnte es bald möglich sein, den Krankheitsverlauf zu verzögern.

    Bei der Alzheimer-Krankheit kommt es im Gehirn zur Ablagerung fehlgefalteter Proteine in sogenannten beta-Amyloid-Plaques, einer hierdurch ausgelösten chronischen Entzündung und im weiteren Verlauf zu einem fortschreitenden Verlust von Nervenzellen.

    Professor Heneka und weitere Forscher der Neurologischen Klinik der Universität Bonn und des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) haben jetzt einen Mechanismus entdeckt, der zum Fortschreiten der Krankheit beiträgt. Dabei spielt der Botenstoff Noradrenalin eine entscheidende Rolle. Er wird im Gehirn überwiegend im Locus coeruleus produziert, einem kleinen Kerngebiet von Nervenzellen im Hirnstamm. Bereits in der Vor- und Frühphase der Alzheimer-Krankheit ist dieses Kerngebiet nahezu vollkommen zerstört.

    Beschleunigter Krankheitsverlauf

    Die Bonner Forscher haben jetzt herausgefunden, dass der Verlust des Locus coeruleus den Verlauf der Krankheit beschleunigt. Durch die Abnahme des Noradrenalins werden die Mikroglia-Zellen im Alzheimer-geschädigten Gehirn funktionell beeinträchtigt. „Sie sind quasi die Müllabfuhr des Gehirns. Ihre Aufgabe besteht darin, schädigende Stoffe wie Zell-Trümmer und fehlgefaltete beta-Amyloid-Proteine aufzunehmen und aus dem Gehirn zu entfernen“, erklärt Michael Heneka. Durch den frühen Ausfall des Locus coeruleus und die nachfolgende Minderversorgung betroffener Hirnregionen mit Noradrenalin fällt diese Funktion bei der Alzheimer Krankheit aus. Im Gegenteil, die Mikroglia-Zellen verstärken in der Abwesenheit von Noradrenalin die Entzündungsreaktion im Gehirn, die sich dann auch gegen die Nervenzellen und deren Verbindungen selbst richtet. Für den Neurowissenschaftler ist dieser Mechanismus ein wichtiger Motor des Krankheitsprozesses.

    Im Labor ist es den Forschern gelungen, durch Noradrenalin-Zugabe die positive Funktionen von Mikroglia-Zellen wiederherzustellen. Sie zeigten weniger Entzündungsreaktionen und eine gesteigerte Fähigkeit, fehlgefaltetes Amyloid abzubauen. Bei Versuchen mit Mäusen haben Michael Heneka und seine Mitarbeiter gezielt den Locus coeruleus zerstört und im Anschluss festgestellt, dass sich die Mikroglia-Zellen von den Amyloid-Plaques zurückziehen und den Abbau der schädigenden Proteine einstellen. Die Forscher wiesen im gleichen Versuch nach, dass die Zugabe eines Medikaments, welches Noradrenalin in betroffenen Hirnregionen substituiert, die „Aufräumfunktion“ der Mikrogia-Zellen wiederherstellt.

    Heneka hofft, dass seine Forschung neue Therapieformen ermöglicht. „Wenn das Noradrenalin beim Menschen genauso wirkt wie im Gehirn unserer Alzheimer-Mäuse, können wir den Verlauf der Krankheit möglicherweise verlangsamen, vielleicht sogar deutlich verzögern. Man muss aber mit solchen Prognosen sehr zurückhaltend sein. Hoffnung gibt es erst, wenn klinische Studien an Patienten erfolgreich sind – bis dahin bleiben unsere Ergebnisse nicht mehr als eine interessante Beobachtung“, erklärt Professor Heneka.

    Quelle: Pressemitteilung der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn vom 15. März 2010

    Zu dem Thema empfehle ich Euch auch meinen Artikel:

    16. März 2010 – Noradrenalin kann Fortschreiten der Alzheimer-Erkrankung regulieren

    Tags: , , , , ,

  • 16Mrz

    Bonn, 15.03.2010. Noradrenalin wirkt im Nervensystem entzündungshemmend und reguliert den Abbau von beta-Amyloid in Mikrogliazellen, das zeigen Prof. Michael Heneka und Kollegen des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen und der Universität Bonn. Damit zeigen die Wissenschaftler einen neuen Therapieansatz, um den Ausbruch der Alzheimer-Erkrankung zu verzögern. Denn Entzündungsreaktionen und die Verklumpung von beta-Amyloid stehen in Verdacht, Ursachen der Erkrankung zu sein. Ihre Ergebnisse beschreiben die Forscher in der Zeitschrift “Proceedings of the National Academy of Sciences” (online Publikation ab 15.03.2010).

    Die Ursachen vieler neurodegenerativer Erkrankungen wie die der Alzheimer-Erkrankung sind bisher nur wenig bekannt. Die Anhäufung von veränderten Proteinen wie dem beta-Amyloid scheint bei der Zerstörung von Nervenzellen eine wichtige Rolle zu spielen. Dabei scheint das beta-Amyloid die Entzündungen zum Teil selbst hervorzurufen. In der Therapie der Erkrankung suchen Wissenschaftler deshalb nach Möglichkeiten, Entzündungen im Gehirn und die Anhäufung von beta-Amyloid zu verhindern. Dabei setzten die Forscher um Michael Heneka auf zwei wesentliche Erkenntnisse, die schon länger bekannt sind: Zum einen, dass im Gehirn so genannte Mikrogliazellen Entzündungen verhindern und auch die bei der Alzheimer-Erkrankung beschriebenen Amyloid-Verklumpungen abbauen. Zum anderen, dass der neuronale Botenstoff Noradrenalin im Gehirn eine entzündungshemmende Funktion besitzt.

    Noradrenalin ist bekannt als Hormon und Neurotransmitter und wird bereits jetzt bei anderen Erkrankungen als Arzneimittel eingesetzt. Im Gehirn wirkt es nicht nur als Überträgerstoff zwischen den Nervenzellen, sondern wird auch in die Umgebung von Nervenzellen abgegeben und wirkt so auf die Mikrogliazellen. Die Wissenschaftler um Michael Heneka konnten nun zeigen, dass die Mikrogliazellen für ihre entzündungshemmende Wirkung Noradrenalin brauchen. Dazu untersuchten sie die Zellen in Zellkultur vor und nach Zugabe von Noradrenalin. Die Zugabe führte in den Zellen zu einer geringeren Ausschüttung von Entzündungsstoffen und zu einem gesteigerten Abbau von beta- Amyloid.

    Um die Erkenntnisse im lebenden Organismus zu testen, zerstörten die Wissenschaftler in Mäusen, die als Modell für die Alzheimer-Erkrankung dienen, ein Kerngebiet des Hirnstamms, den Locus coeruleus. Dieses Kerngebiet produziert Noradrenalin und versorgt fast alle Bereiche des Gehirns mit diesem Stoff und ist bereits in der Frühphase der Alzheimer-Erkrankung zerstört. Ohne Locus coeruleus wiesen die Mäuse mehr Entzündungsstoffe und mehr Amyloid-Plaques im Gehirn auf. Auch die beta-Amyloid abbauende Wirkung der Mikrogliazellen war nicht mehr zu beobachten.

    Diesen Effekt konnten die Wissenschaftler rückgängig machen, indem sie den Mäusen einen Noradrenalin-Vorläufer verabreichten, der bereits als Arzneimittel verwendet wird. Die Behandlung mit diesem Arzneimittel führte dazu, dass die Mikrogliazellen ihre entzündungshemmende Wirkung wiedererlangten und wieder mehr beta-Amyloid abbauten. “Es ist davon auszugehen, dass ähnliche molekulare Effekte auch in der Frühphase der Alzheimer-Erkrankung im menschlichen Gehirn auftreten. Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass eine Behandlung mit dem Noradrenalin-Vorläufer den Ausbruch der Alzheimer-Erkrankung verzögern kann”, so Michael Heneka. Diese Ergebnisse wollen die Wissenschaftler jetzt in der Klinik überprüfen. Prof. Pierluigi Nicotera, der wissenschaftliche Direktor des DZNE sagt dazu: “Dies sind wichtige Ergebnisse, die fundamentale und klinische Relevanz haben und wieder bestärken, dass wir noch mehr die Interaktion verschiedener Gehirnzelltypen und Neurotransmitter untersuchen müssen. Die Gruppe um Prof. Heneka hat eine Reihe sehr wichtiger Beiträge gemacht, die relevante neue pathogene Mechanismen der Alzheimer-Erkrankung aufzeigen.”

    Locus ceruleus controls Alzheimer disease pathology by modulating microglial functions through norepinephrine. Michael T. Heneka, Fabian Nadrigny, Tommy Regen, Ana Martinez, Lucia Dumitrescu-Ozimek, Dick Terwel, Daniel Jardanhazi-Kurutz, Jochen Walter, Frank Kirchhoff, Uwe-Karsten Hanisch and Markus P. Kummer. PNAS, doi/10.1073/pnas.0909586107.

    Quelle: Pressemitteilung des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen e. V. (DZNE) vom 15. März 2010, veröffentlicht beim Informationsdienst Wissenschaft – www.idw-online.de

    Zu dem Thema empfehle ich Euch meinen folgenden Artikel:

    16. März 2010 - Bonner Forscher: Weg zu neuer Alzheimer-Therapie – Klinische Studien müssen Ergebnisse beweisen

    Tags: , , , , ,

  • 16Mrz

    71 Prozent aller Mitglieder in der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) plädieren dafür, dass ihre Krankenkasse nur dann die Kosten für ein neues Medikament übernehmen soll, wenn dieses auch einen höheren Nutzen für die Patienten hat. Mit diesem Ergebnis des aktuellen Gesundheitsmonitors der Bertelsmann Stiftung stärken die Krankenversicherten Gesundheitsminister Philipp Rösler in der Auseinandersetzung mit der Pharmaindustrie um niedrigere Medikamentenpreise tendenziell den Rücken.

    Überwiegend ablehnend stehen die Versicherten der Neuerung durch das Wettbewerbsstärkungsgesetz von 2007 gegenüber, wonach der zu erstattende Höchstbetrag davon abhängen soll, um wie viel das neue Medikament besser ist. Nur jeder Fünfte steht momentan einer solchen gestaffelten Übernahmeregelung der Kosten offen gegenüber. Die überwältigende Mehrheit (81 Prozent) will, sobald ein Nutzen nachgewiesen ist, die vollen Kosten erstattet wissen. Es zeigt sich jedoch, dass die Großzügigkeit der Versicherten gegenüber der Pharmaindustrie in konkreten Entscheidungssituationen deutlich abnimmt. Informiert man die Versicherten, dass ein bereits existierendes Medikament 400 Euro kostet und sagt ihnen dann, das neue Mittel dürfte mit Blick auf die Höhe des Zusatznutzen nicht 700 sondern 500 Euro kosten, dann zeigen sich nur noch 49 Prozent so großzügig. Wenn dagegen der Zusatznutzen eines Medikaments insgesamt in Frage steht, votiert die deutliche Mehrheit gegen eine Kostenübernahme (65 Prozent).

    Zudem wurde vom Gesetzgeber vorgegeben, dass bei der Bewertung des Nutzens eines Medikaments auch die Verbesserung der Lebensqualität berücksichtigt werden muss. Es zeigt sich, dass die Versicherten hierbei besonders großen Wert auf die Vermeidung von Schmerzen und Beschwerden (96 Prozent) sowie von Angst- und Depressionszuständen (91 Prozent) legen.

    “Die Ergebnisse des Gesundheitsmonitors legen nahe, dass die Versicherten von der Kopplung der Kostenerstattung an die Höhe des Nutzens überzeugt werden könnten”, interpretiert Dr. Brigitte Mohn, Vorstandsmitglied der Bertelsmann Stiftung, die Ergebnisse des Gesundheitsmonitors. Ein viel versprechender Weg könne die gezielte Information über den Prozess der Bestimmung von Regelzuzahlungen sein, aber auch über die damit verbundenen Kostenersparnisse für die Versicherten.

    Der Gesundheitsmonitor der Bertelsmann Stiftung befragt jedes Jahr 1.500 Personen zu aktuellen Themen im Politikfeld Gesundheit. Die Befragten repräsentieren den Bevölkerungsdurchschnitt. Aufgrund der Komplexität der Fragen werden die Fragen schriftlich beantwortet.

    Weitere Informationen:

    Jan Böcken, Bernard Braun, Juliane Landmann (Hrsg.)
    Gesundheitsmonitor 2009

    Gesundheitsversorgung und Gestaltungsoptionen aus der Perspektive der Bevölkerung

    Das Buch kann unter dem folgenden Link bei der Bertelsmann Stiftung bestellt werden:

    http://www.bertelsmann-stiftung.de/cps/rde/xchg/SID-ED25E8EF-D0F41198/bst/hs.xsl/publikationen_97676.htm

    Quelle: Pressemeldung der Bertelsmann Stiftung vom 11. März 2010

    Zu dem Thema empfehle ich Euch auch die folgenden Artikel:

    13. März 2010 – vfa. Die forschenden Pharma-Unternehmen: “Der Himmel auf Erden sieht anders aus!”

    13. März 2010 - Marktwirtschaft durch Planwirtschaft geht nicht!

    Tags: , , , , ,

  • 15Mrz

    Das elektronische Arzneimittel-Informationssystem „AiDKlinik“ reduziert die Zahl der unerwünschten Wechselwirkungen von Medikamenten

    Um lebensbedrohliche Erkrankungen in den Griff zu bekommen, erhalten Patienten auf der Intensivstation meist zahlreiche Medikamente gleichzeitig verabreicht. Selbst für Experten ist die Vielzahl möglicher Neben- und Wechselwirkungen kaum noch überschaubar. Die Arbeitsgruppe von Dr. Thilo Bertsche, Leiter der Kooperationseinheit Klinische Pharmazie an der Medizinischen Universitätsklinik Heidelberg, hat nun zeigen können, dass Ärzte mit Hilfe des Arzneimittelinformationssystems „AiDKlinik“ schwerwiegende Ereignisse, die infolge von Wechselwirkungen auftreten, um etwa die Hälfte senken. Die Studienergebnisse wurden in dem renommierten Journal „Intensive Care Medicine“ veröffentlicht.

    Eines der wenigen effektiven Arzneimittelinformationssysteme weltweit

    „Bisher hatten wir mit unserem Tool „AiDKlinik“ die ärztlichen Verordnungen nachweislich verbessert und gezeigt, dass keine neuen Fehler dadurch entstehen. Jetzt jedoch haben wir nachgewiesen, dass sich auch Laborwerte und klinische Befunde dadurch ändern. Nicht viele Systeme weltweit können von sich behaupten, klinisch relevante Ereignisse aufgrund von Arzneimittelinteraktionen um nahezu die Hälfte verringern zu können“, sagt Professor Dr. Walter E. Haefeli, Ärztlicher Direktor der Abteilung Klinische Pharmakologie und Pharmakoepidemiologie am Universitätsklinikum Heidelberg.

    Fehlerhafte Verschreibungen, unberücksichtigte Wechselwirkungen, Gegenanzeigen oder Anwendungsbeschränkungen sind immer wieder Ursache für unerwünschte Arzneimittelwirkungen, die vermeidbar wären. Das am Klinikum entwickelte Arzneimittelinformationssystem „AiDKlinik“ hilft, solche unerwünschten Ereignisse zu reduzieren. Zwar erfordert es der Zustand von Intensivpatienten häufig, dass trotz bekannter Interaktionen bestimmte Medikamente verabreicht werden, das Ziel ist jedoch, klinisch relevante Ereignisse, die den Patienten gefährden können, zu verhindern.

    Halb so viele Risikosituationen für Intensivpatienten

    Für die Studie auf einer Intensivstation am Universitätsklinikum Heidelberg wurden die Daten von 265 Patienten untersucht. Berücksichtigt wurden nur Patienten, die acht oder mehr Medikamente gleichzeitig erhielten. Am zweiten Tag nach der Aufnahme wurden die verordneten Medikamente mit Hilfe des Arzneimittelinformationssystems überprüft. Zur nächsten Visite erhielten die zuständigen Ärzte ein Protokoll über mögliche Arzneimittelinteraktionen und, falls erforderlich, auch konkrete Handlungsempfehlungen, um klinische Auswirkungen zu vermeiden.

    Durch dieses Vorgehen wurden die unerwünschten Ereignisse im Zusammenhang mit Wechselwirkungen um 43 Prozent verringert. Einige der kritischsten Ereignisse wie EKG-Veränderungen und Elektrolytstörungen, die schwere Herzrhythmusstörungen nach sich ziehen können, wurden um 64 Prozent, beziehungsweise 80 Prozent, gesenkt. Auch erhielten weniger Patienten zusätzliche Medikamente, um Nebenwirkungen zu therapieren.

    „AiDKlinik“ – eine Entwicklung aus dem Klinikum

    Das Arzneimittelinformationssystem „AiDKlinik“ wurde von der Abteilung Klinische Pharmakologie und Pharmakoepidemiologie, des Universitätsklinikums Heidelberg gemeinsam mit der Klinikums-Apotheke und der Medizinische Medien Informations GmbH (MMI, Neu-Isenburg) in den vergangenen Jahren entwickelt und kontinuierlich erweitert. Es handelt sich um einen elektronischen Berater auf Internet Basis, der von Kliniken und Praxen genutzt werden kann. Zahlreiche relevante Patientendaten, wie Alter, Nierenfunktion, Schwangerschaft etc., werden in die Informationsverarbeitung mit einbezogen. Das Informationssystem berücksichtigt derzeit etwa 64.000 Arzneimittel und wird im Universitätsklinikum flächendeckend eingesetzt. Informationsgrundlage ist die Datenbank Pharmindex, die vom Medizinverlag Medizinische Medien Informations GmbH herausgegeben und 14-tägig aktualisiert wird.

    Literatur

    T Bertsche, J Pfaff, P Schiller, J Kaltschmidt, MG Pruszydlo, W Stremmel, I Walter-Sack, WE Haefeli, J Encke. Prevention of adverse drug reactions in intensive care patients by a personal intervention based on an electronic clinical decision support system. Intensive Care Medicine, 2010. E-pub ahead of print.

    Weitere Informationen im Internet:

    www.aidklinik.de

    www.klinikum.uni-heidelberg.de/Innere-Medizin-VI-Klinische-Pharmakologie-und-Pharmakoepidemiologie-.106657.0.html

    www.klinischepharmazie.de

    Quelle: Pressemitteilung des Universitätsklinikums Heidelberg vom 10. März 2010

    Tags: , , , ,

  • 15Mrz

    Mit der Bundestagsdrucksache 17/548 vom 27. Januar 2010 brachten die Abgeordneten Birgitt Bender, Brigitte Pothmer, Elisabeth Scharfenberg, Maria Klein-Schmeink, Dr. Harald Terpe, Katrin Göring-Eckardt, Britta Haßelmann, Markus Kurth, Monika Lazar, Beate Müller-Gemmeke, Lisa Paus, Dr. Wolfgang Strengmann-Kuhn, Wolfgang Wieland und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN einen Gesetzentwurf zur Abschaffung der Benachteiligung von privat versicherten Bezieherinnen und Beziehern von Arbeitslosengeld II in den Deutschen Bundestag ein.

    Problem

    Bis Ende 2008 konnten privat Kranken- und Pflegeversicherte, die hilfebedürftig wurden, in die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) sowie in die soziale Pflegeversicherung (SPV) zurückkehren. Seit 1. Januar 2009 verbleiben bisher privat versicherte Personen, die erstmalig Arbeitslosengeld II (ALG II) beantragen, in der privaten Krankenversicherung (PKV) sowie privaten Pflegeversicherung (PPV). Ein Wechsel in die GKV bzw. SPV ist nicht länger möglich. In der PKV können diese Versicherten in den sogenannten Basistarif wechseln und ihre zu zahlende Prämie wird auf die Hälfte der maximalen Prämienhöhe begrenzt. Laut Auskunft der PKV waren im August 2009 2 700 Hilfebedürftige im Basistarif der PKV versichert. Diese ALG-II-Bezieherinnen und -Bezieher müssen eine monatliche Prämie von 290,62 Euro für die Krankenversicherung zahlen. Hinzu kommt die Prämie für die Pflegeversicherung in Höhe von maximal etwa 35 Euro. Die ALG-II-Träger übernehmen einen Zuschuss in Höhe der Leistungen für hilfebedürftige gesetzlich Versicherte. Dieser beträgt aktuell insgesamt rund 145 Euro monatlich. Damit besteht für hilfebedürftige Privatversicherte eine „Finanzierungslücke” von monatlich rund 180 Euro. Die Betroffenen haben aktuell nur die Wahl zwischen zwei schlechten Alternativen: Entweder sie zahlen die volle Prämie, dann verbleibt ihnen von ihrer monatlichen Regelleistungen von 359 Euro für Nahrung, Bekleidung, Körperpflege usw. gerade einmal die Hälfte des vorgesehenen Existenzminimums, oder sie häufen einen Schuldenberg bei ihrer Krankenversicherung an. Wenn die Betroffenen die Prämie nur in Höhe des Zuschusses zahlen, ist der Versicherungsschutz zwar nicht unmittelbar gefährdet. Das Ruhen des Versicherungsschutzes bei Beitragsrückständen wird jedoch direkt wirksam, wenn diese Personen (durch Aufnahme einer Erwerbsarbeit oder durch Rentenbezug) nicht mehr hilfebedürftig sind. Dann haben sie nicht nur mit einem Schuldenberg zu kämpfen, sondern werden auch nur noch bei akuten Erkrankungen und Schmerzzuständen auf Kosten ihrer Krankenversicherung medizinisch versorgt.

    Das Landessozialgericht Niedersachsen-Bremen stellt in seinem Eilentscheid vom 3. Dezember 2009 (L 15 AS 1048/09 B ER) fest: „Im Hinblick auf die durch die nur anteilige Bezuschussung entstehende erhebliche Deckungslücke in Höhe von 178,53 € monatlich sind § 12 Abs. 1 c S. 6 HS 2 VAG sowie § 110 Abs. 2 S. 4 HS 2 SGB XI zur Überzeugung des Senats verfassungswidrig.”

    Lösung

    Für Hilfebedürftige, die ALG II beziehen, wird der reduzierte Beitrag zum Basis- tarif der PKV und zum reduzierten Beitrag zur PPV auf die Höhe des Zuschusses für in der GKV/SPV versicherte Hilfebedürftige abgesenkt. Damit wird der ver- fassungswidrige Zustand beendet. Gesetzlich und privat versicherte ALG-II-Be- zieherinnen und -Bezieher erhalten den gleichen Versicherungsschutz. GKV/SPV und PKV/PPV erhalten den gleichen Versicherungsbeitrag für diese Personen- gruppe. Das bestehende Hemmnis, dass bei der Arbeitsaufnahme Beitragsrück- stände zum Ruhen der Krankenversicherung führen, wird beseitigt.

    Alternativen

    Die konsequenteste Lösung wäre die Einführung von solidarischen Bürgerver- sicherungen in der Kranken- und Pflegeversicherung.

    Für eine solidarische Bürgerversicherung in der Krankenversicherung liegt dem Deutschen Bundestag ein Antrag „Für eine solidarische und nachhaltige Finan- zierung des Gesundheitswesens“ (Bundestagsdrucksache 17/258) vor. In ihr sol- len alle Bürgerinnen und Bürger in einem Versicherungssystem, das nach den Prinzipien

    • einkommensbezogene Beiträge mit der Berücksichtigung aller Einkommen,
    • Kontrahierungszwang (die Versicherungen müssen jede/jeden aufnehmen und dürfen niemanden ablehnen),
    • Diskriminierungsverbot,
    • einheitlicher Leistungskatalog,
    • Sachleistungsprinzip,
    • Umlagefinanzierung,
    • Teilnahme am morbiditätsorientierten Risikostrukturausgleich

    funktioniert, versichert werden.

    In weitgehender Analogie wäre die Pflege-Bürgerversicherung auszugestalten. Durch die bestehende, weitreichende Übereinstimmung der Leistungsausgestal- tung in der SPV und PPV wäre dies einfach umzusetzen.

    Denkbar wäre auch die Übernahme der hälftigen Beiträge des Basistarifs Privat- versicherter durch die Träger des ALG II. Dies hätte jedoch eine Ungleichbe- handlung von GKV und PKV sowie SPV und PPV zur Konsequenz. Für densel- ben Leistungsumfang der Versicherten würde die PKV mehr als doppelt soviele Beiträge erhalten wie die GKV/SPV. Bei Familien wäre es ein Vielfaches, da in der GKV und SPV zusätzlich die kostenlose Mitversicherung von nichterwerbs- tätigen Ehepartnern/Ehepartnerinnen sowie Kindern hinzukommt.

    Kosten

    Kosten für Haushalte von Bund, Ländern oder Kommunen entstehen nicht. Es entstehen für die PKV (bei der Annahme von 2 700 Betroffenen) Kosten von rund 5,8 Mio. Euro jährlich. Bezogen auf die mehr als 23 Mrd. Euro Jahresein- nahmen der PKV aus der Krankenvollversicherung und Pflegeversicherung (2007 21,2093 Mrd. Euro PKV bzw. 1,883 Mrd. Euro PPV, Zahlenbericht der privaten Krankenversicherung 2007/2008, S. 17) sind dies etwa 0,025 Prozent der entsprechenden Einnahmen.

    Quelle: Drucksache des Deutschen Bundestages 17/548 vom 27. Januar 2010

    Dieser Gesetzentwurf war zur ersten Lesung am 25. Februar 2010 im Deutschen Bundestag und wird zur Zeit in den zuständigen Ausschüssen beraten. Über den weiteren Fortgang werde ich Euch laufend informieren.

    Zu dem Thema empfehle ich Euch auch meinen folgenden Artikel:

    12. März 2010 – Machtwort des Bundesverfassungsgerichts – Paritätischer rät privat versicherten Hartz IV-Beziehern zu Antrag auf Kostenübernahme

    Tags: , , , ,

  • 15Mrz

    EU fördert mit 3 Mio. Euro ein Forschungsprojekt in acht Ländern, damit Gesundheitsforscher herausfinden, wie Demenzpatienten möglichst lang zu Hause gepflegt werden können

    Pflegewissenschaftler und Gesundheitsökonomen der Universität Witten/Herdecke mit Kollegen aus Universitäten und Forschungseinrichtungen sieben weiterer Länder untersuchen, wo in Europa gute Ansätze für die Betreuung und Pflege von Patienten mit Demenzerkrankungen zu finden sind. Die EU fördert das Projekt, das über dreieinhalb Jahre läuft, mit drei Millionen Euro. Die Studie wird in Deutschland, Spanien, Frankreich, England, Schweden, Finnland, Estland und den Niederlanden durchgeführt. Die Koordination der Studie liegt in Witten. “Jedes Land in Europa hat ein eigenes Gesundheitssystem und darin auch eigene Verfahren entwickelt, wie man möglichst gut mit Demenzpatienten umgeht. Aber alle haben eigentlich das gleiche Problem: Die Menschen werden älter und damit steigt überall die Zahl der von Demenz Betroffenen”, erklärt die Pflegewissenschaftlerin Prof. Dr. Gabriele Meyer, wissenschaftliche Koordinatorin des Projekts, das grundsätzliche Problem. Daher fördert die EU die Forschung in diesem Gebiet: Wenn alle Länder das gleiche Problem haben und es in unterschiedlichen Systemen zu lösen versuchen, dann kann man voneinander möglicherweise viel lernen.

    Um zu möglichst konkreten Ergebnissen zu kommen, haben die Wissenschaftler ein einzelnes Problem auf den Prüfstand gehoben: Wann ist der beste Zeitpunkt, von der häuslichen Pflege in eine stationäre Pflege überzugehen? “Das hat viel mit den Angehörigen zu tun, denn diese tragen zu Hause die Pflege, meist sind es die Frauen”, führt Meyer aus. In allen Ländern werden Menschen mit Demenz, ihre Angehörigen und professionell Pflegende befragt z.B. zu Fragen wie: Wie ist der Übergang organisiert? Wie zufrieden sind die Personen damit? Was wirkt belastend, was erleichtert die Betreuung?

    Die eingehenden Daten analysieren die Wittener Biometriker und Gesundheitsökonomen. Prof. Dr. Dirk Sauerland: “Für uns steht natürlich der Nutzen, den die verschiedenen Pflegeformen für die Betroffen haben, im Vordergrund. Aber wir dürfen auch nicht die Kosten vergessen, die damit verbunden sind. Sowohl für das Gesundheitssystem als Ganzes als auch für die betroffenen Angehörigen.”

    Das Forschungsprojekt arbeitet auch mit der größten europäischen Betroffenen-Organisation, Alzheimer Europe, zusammen. Für die Universität Witten/Herdecke bedeutet das Projekt eine weitere Stärkung des Schwerpunktes Demenzforschung: Auf nationaler Ebene sind die Wittener Pflegewissenschaftler Mitglied im Deutschen Zentrum für neurodegenerative Erkrankungen (DZNE). “Wir können nun unser Wissen und unsere Kompetenz auch in die Forschung auf europäischer Ebene einbringen und von den Kollegen lernen”, freut sich Prof. Dr. Sabine Bartholomeyczik. Die Vergabe des Projektes nach Witten hat sicher auch etwas damit zu tun, dass hier die Kooperation über die Fächergrenzen von Medizin und Wirtschaftswissenschaft hinweg seit jeher gepflegt wird.

    Quelle: Pressemitteilung der Universität Witten/Herdecke vom 15. März 2010

    Tags: , ,

« Previous Entries   

Aktuellster Kommentar

  • Solange die Gesundheitsausgaben stärker steigen, als die Inf...
  • Hallo Olliver, ich denke, dass man solche Aktionen nicht al...
  • Hallo Andreas, ich habe deinen Artikel mit Interesse gelese...
  • Philipp Rösler ist froh - Die Freude teil ich nicht http:...
  • Obwohl nur 20 Prozent Frauen betroffen, werden Sonderprogram...