Seit dem Bekanntwerden meiner HIV-Infektion musste ich feststellen, dass meine Konzentrationsfähigkeit und meine Gedächtnisleistung immer schlechter wurden. Gleichzeitig stellten sich immer häufiger depressive Phasen ein. Dies hat sich bis jetzt auch noch nicht geändert. Es wurden schon einige neurologische Untersuchungen durchgeführt, die eine Hirnleistungsminderung ergaben. Ergebnis ist die Einnahme verschiedener Psychopharmaka. Ansonsten kann offenbar an diesem Zustand nichts geändert werden. Um so interessanter für mich ist das im April 2009 herausgegebene Buch von Frau Prof. Dr. Gabriele Arendt (Uni-Klinik Düsseldorf), die sich mit neurologischen Komplikationen bei Menschen mit HIV und Aids beschäftigt und sich hierbei weit über die deutschen Grenzen hinaus einen Namen gemacht hat. Ich selbst war bereits auch einmal bei ihr in Behandlung.
In der nächsten Zeit möchte ich meine Gedanken und auch Informationen zu ihrem Buch, das im AIDS-Forum DAH der Deutschen AIDS-Hilfe erschienen ist, hier veröffentlichen.
In ihrem Vorwort schreibt Prof. Dr. Arendt:
Als 1996 die hochaktive antiretrovirale Therapie (HAART) eingeführt wurde, verband sich damit die Hoffnung, auch HIV-bedingte neurologische Komplikationen würden bald der Vergangenheit angehören. Schon wenige Jahre später jedoch zeigte sich ein anderer Trend, der bis heute anhält: Bilder schwerer Demenz finden sich zwar sehr viel seltener als in der Vor-HAART-Ära, dafür werden aber häufiger Einschränkungen der geistigen Leistungsfähigkeit und Depressionen diagnostiziert. Möglich sind ebenso Schädigungen des Rückenmarks und der peripheren Nerven sowie Muskelerkrankungen. Einer der Gründe hierfür ist die aufgrund des medizinischen Fortschritts gestiegene Lebenserwartung bei Menschen mit HIV, denn dadurch werden Langzeitfolgen sowohl der HIV-Infektion als auch der antiretroviralen Therapie sichtbar – unter anderem im Gehirn.
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Neurologische Erkrankungen können, müssen aber nicht auftreten, und nicht jede mentale oder körperliche Beeinträchtigung ist dem Virus oder der antiretroviralen Medikamenten geschuldet. Trotzdem ist es sinnvoll, Menschen mit HIV entsprechend zu informieren und ihnen die Möglichkeit einer Betreuung durch HIV-erfahrene Fachärzte anzubieten, um beispielsweise abklären zu lassen, ob eine organisch verursachte Wesensveränderung oder eine Depression vorliegt.
Wichtig ist in jedem Fall, mentale und körperliche Veränderungen möglichst früh zu erkennen, um gezielt medizinisch intervenieren zu können. Bei bleibenden Beeinträchtigungen gilt es, gemeinsam mit den Betroffenen Strategien zu finden, die ihnen bei der Bewältigung des Alltags helfen, und angemessene Unterstützungsangebote für ein möglichst selbstständiges Leben bereitzuhalten.
Quelle: AIDS-Forum DAH Nr. 54 – Herausgeber: Prof. Dr. Gabriele Arendt – Neurologische Komplikationen bei Menschen mit HIV und Aids
Die entsprechenden Vorschläge von Prof. Arendt sind lobenswert nur stelle ich mir die Frage, wo diese Angebote genau zu finden sind und wie diese aussehen. Ich habe das Gefühl, dass man mit seinen Problemen absolut allein da steht.
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