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  • 30Sep

    Pressemitteilung der WHO (World Health Organization) vom 30.09.2009

    Ende des Jahres 2008 haben in den Schwellen- und Entwcklungsländern mehr als 4 Millionen Menschen eine antiretrovirale Therapie (ART) erhalten. Nach einem heute veröffentlichten neuen Bericht der World Health Organization (WHO), des United Nations Children’s Fund (UNICEF) und der Joint United Nations Programme on HIV/AIDS (UNAIDS) entspricht das einem Ansteig von 36 Prozent in einem Jahr und einer Verzehnfachung innerhalb der letzten fünf Jahre.

    “Dieser Bericht zeigt große Fortschritte in der globalen HIV- und Aids-Bekämpfung,” sagte WHO-Generaldirektorin Margaret Chan. “Aber wir müssen mehr tun. Mindestens 5 Millionen HIV-positive Menschen haben noch immer keinen Zugang zu lebensverlängernden Behandlung und Versorgung. Präventionmassnahmen reichen hier nicht aus. Regierungen und internationale Partner müssen ihre Bemühungen um einen universellen Zugang zur Therapie beschleunigen.”

    Behandlung und Versorgung

    Von den schätzungsweise 9,5 Millionen Menschen die 2008 in den Schwellen- und Entwicklungsländern eine Behandlung benötigten, hatten 42 % Zugang zu der Behandlung. 2007 waren es noch 33 %. Der größte Fortschritt war hier in der Subsahara-Afrika zu sehen, wo zwei Drittel aller HIV-Infektionen weltweit existieren.

    In den letzten Jahren sind die Preise für die am häufigsten eingesetzten antiretroviralen Medikamente signifikant zurückgegangen, was zu einer breiteren Verfügbarkeit der Medikamente geführt hat. Die Kosten für die Medikamente der ersten Therapielinie sind zwischen 2006 und 2008 um 10 bis 40 % gesunken. Allerdings sind die Medikamente der zweiten Therapielinie unverändert teuer.

    Trotz der jüngsten Fortschritte muss weiter dafür gesorgt werden, dass noch mehr Menschen Zugang zu den Behandlungsmöglichkeiten erhalten. Bei vielen Patienten wird HIV erst in einem späten Stadium der Krankheit diagnostiziert und aufgrund des verzögerten Beginns der ART besteht eine hohe Sterblichkeit im ersten Jahr der Behandlung.

    Tests und Beratung

    Aktuelle Daten deuten auf eine zunehmende Verfügbarkeit von HIV-Tests und Beratungsdiensten hin. In 66 Ländern hat sich die Anzahl der medizinischen Einrichtungen, die diese Dienstleistungen bereitstellen, zwischen 2007 und 2008 um rund 35 % erhöht.

    Die Test- und Beratungsangebote wurden durch eine wachsende Zahl von Personen genutzt. In 39 Ländern hat sich die Gesamtzahl der gemeldeten HIV-Tests zwischen 2007 und 2008 mehr als verdoppelt. In 93 % aller Länder wurden 2008 über die öffentlichen Gesundheitseinrichtungen kostenlose HIV-Tests angeboten. Trotzdem bleibt eine Mehrheit, die über ihren positiven HIV-Status nicht Bescheid weiß. Die geringe Kenntnis des individuellen Risikos und die Angst vor Stigmatisierung und Diskriminierung führen zu einer geringen Inanspruchnahme der Testangebote.

    Frauen und Kinder

    Im Jahre 2008 verbesserte sich der Zugang zu HIV-Beratungsangeboten für Frauen und Kinder. Etwa 45 % der HIV-positiven Schwangeren erhielten 2008 antiretrovirale Medikamente um die Übertragung der HIV-Infektion auf ihre Kinder zu verhindern. Im Jahre 2007 waren es noch 35 %. Bei rund 21 % der schwangeren Frauen in Schwellen- und Entwicklungsländern wird ein HIV-Test durchgeführt. 2007 waren es 15 %.

    Mehr Kinder als zuvor profitieren von pädiatrischen, antiretroviralen Therapie-Programmen. Die Zahl der Kinder unter 15 Jahren, die antiretrovirale Medikamente erhalten, stieg von rund 198.000 im Jahre 2007 auf 275.700 im Jahre 2008 und erreichte damit 38 % aller Kinder, die eine antiretrovirale Behandlung nötig hätten.

    Weltweit bleibt Aids die häufigste Todesursache bei Frauen im gebährfähigen Alter.

    “Obwohl der Schwerpunkt in der globalen HIV- und Aids-Bekämpfung bei Frauen und Kinder liegt, bleibt es weiter bei den verheerenden Auswirkungen der Erkrankung für Gesundheit, Existenz und Überleben von Frauen und Kinder”, sagte Ann M. Veneman (Unicef-Direktorin).

    Bevölkerung mit hohem Risiko

    Im Jahre 2008 wurden mehr Daten über die Zugangsmöglichkeiten der Bevölkerungsgruppen mit einem hohen HIV-Infektionsrisiko (darunter Prostituierte, Männer die Sex mit Männern haben und Drogenkonsumenten) zu HIV-Beratungsmöglichkeiten gesammelt.

    Während das Verständnis für HIV-Positive in einigen Bereichen gestiegen ist, sind Bevölkerungsgruppen mit einem hohen HIV-Risiko weiter mit technischen, rechtlichen und soziokulturellen Barrieren im Zusammenhang mit dem Zugang zu Gesundheitsdiensten konfrontiert.

    “Alle Hinweise deuten darauf hin, dass die Anzahl der behandlungsbedürftigen Menschen in den nächsten Jahren dramatisch steigen wird”, sagte Michel Sidibé (UNAIDS-Direktorin). “Die Gewährleistung eines gerechten Zugangs zu den Behandlungsmöglichkeiten wird eine unserer wichtigsten Anliegen und UNAIDS wird weiterhin die Stimme derer sein, die keine Stimme haben und dafür sorgen, dass die Hilfsbedürftigen und die Menschen mit einem hohen HIV-Infektionsrisiko Zugang zu den notwendigen Diensten erhalten.”

    Die Originalpressemitteilung in englischer Sprache erreicht ihr über den folgenden Link auf der Homepage der WHO:

    http://www.who.int/mediacentre/news/releases/2009/universal_coverage_hiv_20090930/en/index.html

    Gesendet von admin 21:17

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3 Kommentare

WP_Cloudy
  • alivenkickn sagt:

    Das waren eine Million oder 36 Prozent mehr als im Vorjahr.

    Dazu Unaids

    Despite recent progress, access to treatment services is falling far short of need and the global economic crisis has raised concerns about their sustainability. Many patients are being diagnosed at a late stage of disease progression resulting in delayed initiation of ART and high rates of mortality in the first year of treatment.

    http://www.unaids.org/en/KnowledgeCentre/Resources/FeatureStories/archive/2009/20090930_access_treatment_4millions.asp

    Also so rosig ist es nicht . . . stellt selbst Unaids fest

  • alivenkickn sagt:

    Nachtrag:
    UNICEF: Kinder beim Kampf gegen AIDS weiter benachteiligt
    Trotz Fortschritten beim Zugang zu Medikamenten werden Kinder seltener behandelt als Erwachsene

    http://www.unicef.de/090930_unicef_kinder.html

    Das sind alles andere als Gute Nachrichten – das ist weniger als das notwendigste – vom möglichen ganz zu schweigen.

  • admin sagt:

    Danke dir für den Hinweis auf den Bericht von UNICEF. Sehe ich genauso wie du. Die Schwächsten sind die, die am wenigsten von den Behandlungsmöglichkeiten profitieren.
    In diesem Zusammenhang bekomme ich dann Aggressionen wenn ich bei uns die Berichte mitbekomme, dass die Medikamente, die für Afrika und damit auch für die Kinder bestimmt sind, als Reimporte wieder hier bei uns auftauchen und von den Versicherten teuer bezahlt werden. In was für einer Welt leben wir, frage ich mich da sehr oft.

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