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  • 30Nov

    Ärzte ohne Grenzen - Aids-Medikamente für alleMünchen/Berlin – Einen Tag vor dem Welt-Aids-Tag hat Ärzte ohne Grenzen mit einer Aktion auf dem Münchner Odeonsplatz die Pharmafirmen aufgefordert, ihre Patente auf HIV/Aids-Medikamente in einen Patenpool zu geben. Mitarbeiter der Organisation haben eine überdimensionale Pille über einen roten Teppich getragen und in einen Pool geworfen – symbolisch für die Patente der HIV/Aids-Medikamente, die die Pharmafirmen in den Patentpool geben sollen. In einem solchen Patentpool stellen Patentinhaber ihre Patentrechte anderen Herstellern für ärmere Länder zur Verfügung. Für Millionen HIV/Aids-Patienten wären die Auswirkungen eines Patentpools enorm. „Mithilfe dieser Patente können lebensnotwendige Medikamente entwickelt und zu erschwinglichen Preisen als Generika produziert werden“, sagte Oliver Moldenhauer, Koordinator der Medikamentenkampagne von Ärzte ohne Grenzen in Deutschland.

    Nach aktuellen Angaben des HIV/Aids-Programms der Vereinten Nationen (UNAIDS) leben heute 33,4 Millionen Menschen mit dem Aidserreger HIV. Die Zahl der Todesfälle ist dank zunehmender Behandlung von HIV etwas zurückgegangen. Dieser Erfolg ist jedoch gefährdet. „Bei vielen unserer Patienten haben sich Resistenzen gebildet. Sie müssen nun zu neueren wirksameren Medikamenten wechseln. Im Moment sind diese aber für sie entweder nicht verfügbar oder nicht bezahlbar“, erklärte Moldenhauer.

    Ärzte ohne Grenzen unterstützt daher die Idee des Patentpools und wirbt seit einigen Wochen dafür mit der E-Mail-Kampagne „Geben Sie Ihre Patente in den Pool!“, denn am 14./15. Dezember wird entschieden, ob der Patentpool von der internationalen Organisation UNITAID eingerichtet wird. UNITAID ist eine von 35 Staaten getragene Institution, die sich für einen besseren Zugang zu Medikamenten für HIV/Aids, Tuberkulose und Malaria einsetzt. „Die Pharmafirmen müssen jetzt erkennen, dass es an ihnen liegt, die Patentblockade aufzuheben, damit Millionen HIV/Aids-Infizierte den bezahlbaren Zugang zu lebensnotwendigen Medikamenten erhalten“, sagte Moldenhauer. Ärzte ohne Grenzen behandelt derzeit mehr als 140.000 HIV/Aids-Patienten in rund 30 Ländern weltweit.

    Gleichzeitig betonte die Organisation, wie wichtig die Finanzierung der Bekämpfung von HIV/Aids ist. „Hier ist die neue Bundesregierung gefragt. Die Bundeskanzlerin Angela Merkel und der Entwicklungshilfeminister Dirk Niebel müssen jetzt zeigen, wie ernst sie die Zusagen der G8-Gipfel nehmen“, so Moldenhauer. Der deutsche Beitrag zur Finanzierung der Gesundheit in den ärmeren Ländern muss massiv erhöht werden, um die Zusagen der G8-Gipfel von 2007 und 2008 zu erfüllen.

    Die Aktionen im Rahmen der Patentpool-Kampagne zeigen Wirkung. Zahlreiche Pharmafirmen haben mit UNITAID Gespräche über eine Teilnahme am Patentpool aufgenommen. Inzwischen haben sich rund 15.000 Menschen mit mehr als 140.000 E-Mails an der Kampagne beteiligt. Interessierte können auf www.aerzte-ohne-grenzen.de/emailkampagne die Pharmafirmen auffordern, die Patente auf die wichtigsten HIV/Aids-Medikamente in den Pool zu geben.

    Quelle: Pressemitteilung von Ärzte ohne Grenzen www.aerzte-ohne-grenzen.de vom 30. November 2009

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  • 30Nov

    Dr. Hiroki NakataniAm Vorabend zum Welt-Aids-Tag 2009 veröffentlicht die WHO neue HIV-Empfehlungen zur Behandlung, Prävention und Säuglingsbehandlung basierend auf den aktuellsten wissenschaftlichen Ergebnissen.

    Die WHO empfiehlt nun den früheren Beginn der antiretroviralen Therapie bei Erwachsenen und Jugendlichen, die Lieferung von verträglicheren antiretroviralen Medikamenten und die längere Einnahme der Medikamente zur, um die HIV-Übertragung von HIV-positiven Müttern während der Stillzeit auf ihre Säuglinge zu reduzieren. Zum ersten Mal empfiehlt die WHO, dass HIV-positive Mütter oder die Säuglinge während der Stillzeit antiretrovirale Medikamente einnehmen sollen, um die HIV-Übertragung zu verhindern.

    “Diese neuen Empfehlungen beruhen auf den aktuellsten, verfügbaren Daten,” sagte Dr. Hiroki Nakatani, stellvertretender Generaldirektor der WHO für HIV/AIDS, TB, Malaria und tropische Erkrankungen. “Die Umsetzung der Empfehlung wird es mehr Menschen in Gebieten mit einer hohen HIV-Rate ermöglichen, ein längeres und beschwerdefreieres Leben zu führen.”

    Weltweit leben ungefähr 33,4 Millionen Menschen mit HIV oder Aids und jährlich infizieren sich 2,7 Millionen Menschen neu. HIV und Aids sind mittlerweile der Hauptgrund für die Sterblichkeit bei Frauen im gebährfähigen Alter.

    Die neuen HIV-Empfehlungen

    2006 empfahl die WHO mit einer antiretroviralen Therapie zu beginnen, wenn die Anzahl der CD4-Zellen unter 200 oder tiefer  fallen, also zu dem Zeitpunkt an dem sich normalerweise HIV-Krankheitssymptome zeigen. Seitdem haben Studien und Untersuchungen klar ergebenm dass der frühere Beginn der Therapie die Sterblichkeits- und Erkrankungsrate reduziert. Aktuell empfiehlt die WHO daher mit der Therapie bei allen HIV-positiven Patienten einschließlich schwangerer Frauen unabhängig von Krankheitssymptomen bei einer CD4-Zellzahl von 350 zu beginnen.

    Die WHO empfiehlt ebenfalls, dass der Einsatz von Stavudin (Zerit) oder d4T stufenweise eingestellt werden soll, da diese Medikamente langfristig irreversible Nebenwirkungen haben. Da es sich bei Stavudin um ein günstiges und gut verfügbares HIV-Medikament handelt, wird dieses Präparat in den Entwicklungsländern zur First-Line-Therapie verwendet. Als Alternative werden Retrovir (Zidovudin) von GlaxoSmithKline und Viread (Tenofovir) des Herstellers Gilead empfohlen, die weniger toxisch und ebenso wirkungsvoll sind.

    Verhinderung der Mutter-zu-Kind-Übertragung und Senkung der Kindersterblichkeit

    2006 empfahl die WHO, dass HIV-positive Schwangere ab Beginn der 28 Schwangerschaftswoche mit einer antiretroviralen Therapie beginnen sollten, um die Mutter-zu-Kind-Übertragung zu verhindern. Damals gab es nur ungenügende Beweise für die Schutzwirkung einer Therapie während des Stillens. Seitdem haben mehrere klinische Untersuchungen die Wirkung der Therapie bestätigt. Die aktuelle Empfehlung der WHO ist daher, die Therapie mit antiretroviralen Medikamenten in der 14. Schwangerschaftswoche zu beginnen und bis zum Ende der Stillperiode weiterzuführen.

    Die WHO empfiehlt jetzt, Säuglinge bis zum 12. Lebensmonat zu stillen, vorausgesetzt, dass die HIV-positive Mutter oder der Säugling antiretrovirale Medikamente während dieser Zeit einnehmen. Das reduziert die Gefahr der HIV-Übertragung und verbessert die Überlebenschance des Säuglings.

    “In den neuen Empfehlung signalisieren wir ganz klar, dass Stillen eine gut Entscheidung auch für HIV-positive Mütter ist, die Zugang zu einer antiretroviralen Therapie haben,” sagte Daisy Mafubelu, stellvertretende Generaldirektorin der WHO für Familie und Gesundheitswesen.

    Die ausführliche Empfehlung der WHO in englischer Sprache könnt ihr über den folgenden Link einsehen:

    http://www.who.int/mediacentre/news/releases/2009/world_aids_20091130/en/index.html

    Quelle: Presseinformation der WHO vom 30. November 2009

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  • 30Nov

    rki_rkilogo_neuIm Epidemiologischen Bulletin 48/2009 vom 30.11.2009 hat das Robert-Koch-Institut eine kurze Situationseinschätzung zur Verbreitung des Schweinegrippevirus A/H1N1 für die 47. Kalenderwoche 2009 gegeben.

    Nachfolgend der entsprechende Wortlaut:

    Deutschland

    Die Aktivität der Schweinegrippe ist in der 47. Kalenderwoche 2009, mit Ausnahme von Bayern, woe der Gipfel bereits überschritten scheint, in allen Regionen weiter angestiegen und liegt bundesweit im stark erhöhrten Bereich.

    Aktuelle Strategie und Maßnahmen:

    Die aktuelle Strategie dient der Folgenminderung in der derzeitigen pandemischen Erkrankungswelle. Neben der Impfung der von der Ständigen Impfkommission empfohlenen Personengruppen steht die rechtzeitige antivirale Therapie von Erkrankten mit grippetypischen Symptomen, bei denen das Krankheitsbild oder das Vorliegen von Risikofaktoren die Wahrscheinlichkeit für einen schweren Krankheitsverlauf erhöhen, im Vordergrund. Angesichts der hohen klinischen Aussagekraft ist eine labordiagnostische Absicherung nur noch in Ausnahmefällen notwendig.

    Weitere Informationen unter: http://influenza.rki.de

    International, Ergebnisse der europäischen Influenzasurveillance durch EISN

    In Europa berichten noch etwa zwei Drittel der Länder für die 46. Kalenderwoche über eine steigende Influenza-Aktivität, während sie u. a. im Vereinigten Königreich und Irland wieder abfiel. Europaweit dominiert das pandemische Influenzavirus A/H1N1.

    Weitere Informationen unter: http://ecdc.europa.eu

    Daten aus den USA

    Die US-CDC berichten für die 45. Kalenderwoch über eine zurückgehende Influenza-Aktivität in den meisten US-Bundesstaaten. Auffällig ist die hohe Zahl der Todesfälle bei Kindern durch die Neue Influenza, die deutlich über den Zahlen der vergangenen saisonalen Grippewelle liegt.

    Weitere Informationen unter: http://www.cdc.gov/flu/weekly/

    Weitere Informationen zur weltweiten Situation auf den Internetseiten der WHO unter:

    http://www.who.int/csr/disease/swineflu/en/index.html

    Quelle: Influenza-Wochenbericht für die 47. Kalenderwoche 2009 aus dem RKI in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgemeinschaft Influenza (AGI) und dem NRZ für Influenza am RKI.

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  • 30Nov

    Androulla VassiliouIm Vorfeld des Welt-Aids-Tages 2009 (1. Dezember) kann die Europäische Kommission mitteilen, dass sie über eine Milliarde Euro für den Kampf gegen Aids, Tuberkulose und Malaria aufgebracht hat. Als Gründungsmitglied des Globalen Fonds zur Bekämpfung von HIV/Aids, Tuberkulose und Malaria hat die Europäische Kommission für den Zeitraum 2002-2010 bislang Mittel in Höhe von 1,0725 Mrd. EUR zugesagt. In jüngster Zeit ist sie weitere politische Verpflichtungen eingegangen, das gemeinsame Engagement noch zu verstärken und zu verbessern. Den jüngsten Angaben zufolge ist die Zahl der HIV-Neuinfektionen in den vergangenen acht Jahren um 17 % zurückgegangen, wobei die größten Fortschritte in den Ländern südlich der Sahara zu verzeichnen sind. Nichtsdestoweniger leben weltweit 33 Millionen HIV-Infizierte. Am schnellsten breitet sich die Epidemie in den osteuropäischen Nachbarländern der Europäischen Union aus.

    Karel de Gucht, EU-Kommissar für Entwicklung und humanitäre Hilfe, erklärte: „Ungeachtet der jüngsten positiven Trends sterben Jahr für Jahr 2 Millionen Menschen an Aids, wobei 70 % dieser Todesfälle auf die afrikanischen Länder südlich der Sahara entfallen. Aids bleibt das tödlichste Virus der heutigen Zeit. Als größter Geber weltweit engagiert sich die EU für eine noch umfangreichere Bekämpfung der Immunschwäche. “

    Androulla Vassiliou, EU-Kommissarin für Gesundheit, erklärte: „Wir müssen unsere Maßnahmen fortsetzen und sie auf die Gebiete konzentrieren, in denen sie am dringlichsten sind. In Europa nimmt die Zahl der Neuinfektionen bei bestimmten Gruppen und in bestimmten Regionen zu. Es gibt keinen Grund für Selbstzufriedenheit. Prävention und Frühdiagnose sind weiterhin die besten Waffen im Kampf gegen HIV/Aids.“

    Maßnahmen der Europäischen Kommission 

    • Als weltweit größter Geber hat die EU insgesamt in den vergangenen Jahren am meisten zu der erheblichen Aufstockung der für HIV/Aids bereitgestellten internationalen Finanzmittel beigetragen.
    • Die EU-Beiträge zum Globalen Fonds zur Bekämpfung von HIV/Aids, Tuberkulose und Malaria haben sich nahezu vervierfacht: von 403 Mio. USD im Jahr 2003 auf 1,546 Mrd. USD; dies sind rund 55 % der weltweiten Beiträge in den Jahren 2004-2008.
    • Die EU-Mitgliedstaaten und die Europäische Kommission besitzen ein gemeinsames Aktionsprogramm und haben beschlossen, für den Zeitraum 2007-2011 zu intensiveren, effizienteren und besser abgestimmten Anstrengungen durch Außenmaßnahmen aufzurufen.
    • Die Kommission stellt die verfügbaren Mittel zunehmend in Form von Budgethilfe bereit, um so die Gesundheitssysteme, die bei der Bekämpfung von Aids eine besonders wichtige Rolle spielen, zu stärken. Dieses neue Instrument dürfte sich auf die Gesundheitssysteme ausgesprochen positiv auswirken, da es eine langfristige und vorhersehbare Finanzierung gewährleistet.
    • Die Budgethilfe ist von 1,425 Mrd. EUR im Zeitraum 2002-2006 auf 2,571 Mrd. EUR im Zeitraum 2007-2011 gestiegen.
    • Ferner hat die Kommission am 26. Oktober 2009 eine neue Mitteilung über die Bekämpfung von HIV/Aids in der Europäischen Union und den Nachbarländern (2009-2013) angenommen, um gegen den negativen Trend zunehmender Neuansteckungen in Europa anzugehen . Die Mitteilung konzentriert sich insbesondere auf die Förderung der Prävention und auf die Durchführung von Maßnahmen, die vor allem auf die Risikogruppen und die besonders stark von HIV/Aids betroffenen geografischen Bereiche ausgerichtet sind.

    Hintergrund:

    Seit Beginn der Epidemie haben sich nahezu 60 Millionen Menschen mit HIV infiziert. 25 Millionen Menschen sind an den Folgen von Aids gestorben.

    Wenngleich erhebliche Fortschritte bei der Verhinderung neuer HIV-Infektionen und bei der Senkung der jährlichen Zahl der aidsbedingten Todesfälle erzielt wurden, stellt Aids weiterhin eine wichtige weltgesundheitliche Priorität dar. Die Zahl der HIV-Infizierten ist im Jahr 2008 weltweit auf insgesamt 33,4 Millionen gestiegen. 2008 gab es 2,7 Millionen Neuinfektionen, und 2 Millionen Menschen sind an den Folgen von Aids gestorben .

    Die Epidemie scheint sich in den meisten Regionen stabilisiert zu haben, wenngleich ihre Verbreitung in Osteuropa sowie in Zentralasien und anderen Teilen Asiens infolge der hohen Neuinfektionsrate weiter steigt.  Die Länder südlich der Sahara sind nach wie vor am stärksten betroffen. Auf sie entfielen im Jahr 2008 71 % aller HIV-Neuinfektionen . 14,1 Millionen Kinder in den Ländern südlich der Sahara haben durch Aids einen oder beide Elternteile verloren. Aids ist weiterhin die Haupttodesursache in der Region.

    Weitere Informationen zu diesem Thema findet ihr unter den folgenden Links:

    http://ec.europa.eu/europeaid/index_en.htm

    http://ec.europa.eu/development/pdf/AIDS_day_info.pdf

    http://ec.europa.eu/development/index_en.cfm

    Quelle: Pressemitteilung der Europäischen Kommission vom 30. November 2009

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  • 28Nov

    AIDS-Hilfe Schweiz LogoWelt-Aids-Tag 2009: Aufruf zur Solidarität mit HIV-positiven Menschen in der Schweiz

    Die medizinische Entwicklung hat grosse Fortschritte gemacht. HIV ist heute eine chronische, aber behandelbare Krankheit. Menschen mit HIV haben zum grossen Teil eine normale Lebenserwartung. Trotz dieser guten Nachrichten: Die Diskriminierungen von HIV-positiven Menschen bleiben. Die Aids-Hilfe Schweiz ruft anlässlich des Welt-Aids-Tags 2009 zur Solidarität auf. Am 1. Dezember finden zahlreiche Veranstaltungen und Aktionen in der ganzen Schweiz statt.

    Dank grosser Fortschritte in der Medizin ist HIV/Aids heute keine tödliche Krankheit mehr. Menschen, die mit HIV leben, haben heute eine normale Lebenserwartung. Die meisten von ihnen sind erwerbstätig und in die Gesellschaft integriert. Doch die Diskriminierung von HIV-positiven Menschen bleibt. Auch fast 25 Jahre nach der Gründung der Aids-Hilfe Schweiz werden Menschen wegen ihrer HIV-Infektion am Arbeitsplatz oder in ihrem sozialen Umfeld benachteiligt oder diskriminiert.

    Eine Mischung aus diffusen Ängsten, Vorurteilen und veraltetem Krankheitsbild führt dazu, dass HIV-positive Menschen ihre Arbeit verlieren, wenn ihre HIV-Infektion bekannt wird, dass sie von Arbeitskolleginnen und –kollegen gemobbt werden oder die gemeinsame Waschmaschine in einem Mietshaus nicht mehr benutzen dürfen, weil die Nachbarin sich vor einer Ansteckung mit dem HI-Virus fürchtet.

    Ein weiteres Problem für HIV-positive Menschen stellen die Versicherungen dar. Betroffenen ist es zum Beispiel – trotz normaler Lebenserwartung – weitgehend verwehrt, eine Lebensversicherung abzuschliessen. Eine berufliche Selbständigkeit oder ein Eigenheim können so zum unerreichbaren Traum werden. Benachteiligungen gibt es auch in der Taggeldversicherung oder im Überobligatorium der beruflichen Vorsorge.

    Über 25.000 Menschen leben heute mit HIV in der Schweiz. Jeden Tag kommen zwei Neuansteckungen hinzu. Viele Betroffene führen ein Doppelleben und wagen es kaum, ihrem Umfeld von ihrer HIV-Infektion zu erzählen. Nicht selten führt diese zusätzliche Belastung zu psychischen Problemen.

    Anlässlich des Welt-Aids-Tages 2009 ruft die Aids-Hilfe Schweiz zur Solidarität mit HIV-positiven Menschen auf. Der Normalisierung der HIV-Infektion durch die Verfügbarkeit von Medikamenten sollte endlich die Normalisierung in der Gesellschaft folgen: Damit HIV-positive Menschen gleiche Chancen und Rechte erhalten und sich nicht vor Ausgrenzung fürchten müssen.

    Am 1. Dezember erinnern zahlreiche Veranstaltungen und Aktionen in der ganzen Schweiz die Menschen an den Welt-Aids-Tag. Der Veranstaltungskalender der Aids-Hilfe Schweiz unter http://www.aids.ch/wat/kalender.html gibt Auskunft über die Aktivitäten in den Regionen. Weitere Informationen zum Welt-Aids-Tag unter Welt-Aids-Tag 2009.

    Quelle: Pressemitteilung der AIDS-Hilfe Schweiz vom 27. November 2009

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  • 27Nov

    Prof. Dr. Norbert Brockmeyer
    Prof. Dr. Norbert Brockmeyer

    Prof. Brockmeyer: Forschung in Deutschland braucht Förderer

    Die kürzlich von UNAIDS veröffentlichten Zahlen der Neuinfektionen mit HIV könnten Hoffnung wecken: So infizierten sich im Jahr 2008 ca. 2 Mio. Menschen, während es 1996 noch ca. 3,5 Mio. waren – das entspricht einem weltweiten Rückgang der HIV-Neuinfektionen um bis zu 30%. „Diese Daten dürfen aber nicht über die anhaltende epidemiologische Gefahr von HIV/AIDS hinwegtäuschen“, unterstreicht der Bochumer Forscher Prof. Dr. Norbert Brockmeyer, Sprecher des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Kompetenznetzes HIV/AIDS anlässlich des Weltaidstages am 1. Dezember. „Denn Fakt ist auch, dass die Zahl der Menschen, die mit HIV/AIDS leben, stetig ansteigt.“

    Osteuropa und Zentralasien: Anstieg um 66%

    Der Spezialist lenkt das Augenmerk vor allem auf die regionalen Unterschiede in der Verbreitung des Virus. So stieg die Anzahl der Infizierten zwischen 2001 und 2008 in Osteuropa und Zentralasien beispielsweise um 66%. In der Ukraine erhält nur etwa jeder fünfte Patient eine adäquate Therapie. Experten schätzen, dass in der Ukraine zwischen 30 und 50% der Drogenabhängigen HIV-positiv sind. Auch die Übertragungswege von HIV verändern sich hier: Erstmalig im letzten Jahr wurden die meisten Infektionen durch heterosexuellen Geschlechtsverkehr übertragen. „Von einer Entwarnung darf aufgrund dieser alarmierenden Zahlen daher nicht die Rede sein“, so Prof. Brockmeyer.

    Regionale Unterschiede auch in Deutschland

    „Wenn wir die regionalen HIV-Epidemien, wie etwa in der Ukraine, nicht in den Griff bekommen, bedeutet das für diese Regionen nicht nur eine menschliche Tragödie sondern gleichzeitig den gesundheitspolitischen und auch wirtschaftlichen Kollaps“, so Prof. Brockmeyer. Auch in Deutschland sind die regionalen Unterschiede signifikant: Grundsätzlich ist eine erhöhte HIV-Prävalenz in Großstädten und Ballungsräumen festzustellen. Verglichen mit den anderen Bundesländern hat das bevölkerungsreichste Land NRW prozentual die meisten HIV-Erstdiagnosen zu verzeichnen. Nach Höhe der Anzahl der gemeldeten HIV-Erstdiagnosen pro 100.000 Einwohner in Städten steht Köln (mit einer HIV-Inzidenz von 18,09) an erster Stelle, es folgen Düsseldorf (12,64), Berlin (12,04), Frankfurt (11,95), München (11,66) und Hamburg (11,40).

    8.000 Patientendatensätze dienen der Forschung

    „Wir müssen regionale Strategien entwickeln, die deutsche Expertise der HIV-Forschung verstärkt anbieten und gleichzeitig vorantreiben“, folgert Brockmeyer. Schließlich kommen die Fortschritte in der deutschen HIV-Forschung Betroffenen weltweit zugute. Im Kompetenznetz HIV/AIDS können dank der hier gesammelten Daten und Materialproben von über 8.000 Patienten wichtige klinische- und grundlagenwissenschaftliche Studien durchgeführt werden. Fragen etwa zur Wirkung und Nebenwirkung von Medikamenten, auch bei HIV-infizierten und -exponierten Kindern, zu HIV-Begleiterkrankungen oder über das zunehmend wichtige Thema „HIV im Alter“ können durch gezielte Auswertungen der Patientenkohorte beantwortet werden.

    Kompetenznetz braucht Unterstützung auch nach 2011

    Möglich wird Forschung allerdings erst durch engagierte Förderer, wie etwa die Sparkasse Bochum, die jüngst durch eine großzügige Spende die Forschungsarbeit des Kompetenznetzes unterstützt. Auch im Hinblick auf die 2011 auslaufende Förderung des Netzes durch das BMBF sind Spenden wichtig. Dabei kommen die Gelder nicht nur der vernetzten HIV-Forschung in Deutschland zugute – von den Fortschritten, beispielsweise in der Medikamentenforschung, profitieren langfristig insbesondere die am stärksten von HIV/AIDS betroffenen Regionen. Das mögliche Ende des Kompetenznetzes HIV/AIDS im Jahr 2011, und die damit verschenkten wissenschaftlichen Ressourcen, wäre daher auch international gesehen eine falsche Entwicklung.

    Quelle: Presseinformation der Ruhr-Universität Bochum vom 27. November 2009 (Presseinfo 392)

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  • 27Nov

    Die Anzahl der Patienten unter Therapie mit oralen Antikoagulationen bei den verschiedensten Grunderkrankungen hat in den letzten Jahren zugenommen. In der Fachinformation von Marcumar (Phenprocoumon) heißt es unter dem Punkt 5. Gegenanzeigen/ Besondere Vorsichtshinweise: “Intramuskuläre Injektionen dürfen unter Phenprocoumon-Therapie aufgrund der Gefahr massiver Einblutung in die Muskulatur nicht erfolgen”.

    In den klinischen Studien mit Pandemrix (adjuvantierter Splitimpfstoff) und Celvapan (Ganzvirusimpfstoff) ist jedoch ausschließlich die Wirksamkeit und Sicherheit von intramuskulären (i.m.) Verabreichungen bei Gesunden untersucht worden. Daten zu einer subkutanen (s.c.) Injektion liegen nicht vor.

    In einer Pandemiesituation ist es unrealistisch allen Patienten unter oralen Antikoagulantien vor der Impfung den INR (international normalized ratio) Wert anzuheben oder sogar auf niedermolekulares Heparin umzustellen. Ein solches Vorgehen könnte nur in Einzelfällen in Erwägung gezogen werden.

    Aus diesem Grunde hat man in den entsprechenden Fachinformationen von Pandemrix und Celvapan folgende Empfehlung ausgesprochen:

    4.2. Art der Anwendung:

    Die Impfung sollte intramuskulär, vorzugsweise in den Deltoidmuskel des Oberarms oder in den anterolateralen Bereich des Oberschenkels (je nach Muskelmasse) verabreicht werden.

    4.3. Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnnahmen für die Anwendung:

    Pandemrix darf unter keinen Umständen intravaskulär verabreicht werden. Es gibt keine Daten zur subkutanen Verabreichung von Pandemrix. Daher muss der Arzt entscheiden, ob die Anwendung des Impfstoffes bei Personen mit Thrombozytopenie oder einer Blutgerinnungsstörung, bei denen eine intramuskuläre Injektion kontraindiziert ist, gerechtfertigt ist und ob der mögliche Nutzen der Impfung das Risiko von Blutungen überwiegt.

    In der ersten Studie wurden 104 Patienten mit einer stabilen antikoagulativen Therapie (INR von 2-3) entweder zunächst mit Fluad und dann mit einem Placebo oder umgekehrt erst mit einem Placebo und dann mit Fluad i.m. geimpft. Lokale Reaktionen nach Verabreichung des Impfstoffes traten in 16.3% auf. Einblutungen in den Muskel wurden in der Veröffentlichung nicht erwähnt, allerdings seien nach Fluad Applikation bei 11 Patienten petechiale Blutungen beobachtet worden. Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass Patienten unter einer stabilen Antikoagultion durchaus i.m. geimpft werden können.

    In einer zweiten Studie wurden Patienten unter oralen Antikoagulantien entweder i.m. (N=129) oder s.c. (N=100) mit einem saisonalen nicht adjuvantierten Influenzaimpfstoff geimpft. Endpunkte waren hier der Armumfang, Lokalreaktionen und INR-Änderungen nach 24 Stunden oder 10 Tagen. Das Ergebnis war, dass die intramuskuläre Verabreichung nicht zu einer Zunahme an unerwünschten Nebenwirkungen geführt hat. Im Gegenteil, es erscheint den Autoren sogar so, als wäre die i.m. Injektion von nicht-adjuvantierten Impfstoff besser verträglich als die subkutane Gabe.

    Eine allgemeine Empfehlung entgegen der expliziten Warnhinweise aus der Fachinformation von Marcumar kann nach diesen zwei Veröffentlichungen jedoch noch nicht gegeben werden.

    Dem gegenüber wird, obwohl es hierzu keine Studien gibt, die subkutane Verabreichung in keiner der Produktinformationen (Marcumar, Pandemrix oder Celvapan) ausgeschlossen. Vergleichende Daten zur i.m. versus s.c. Verabreichung die mit anderen Impfstoffen durchgeführt wurden lassen nicht darauf schließen, dass deren Wirksamkeit abnimmt. Somit ist auch nicht davon auszugehen, dass die Wirksamkeit von Pandemrix oder anderer pandemischer H1N1- Impfstoffe durch das Abweichen vom empfohlenen Applikationsweg (s.c. anstelle von i.m.) klinisch signifikant beeinträchtigt sein könnte. Allerdings muss man bei diesen Impfstoffen nach einer s.c. Gabe mit einem erhöhten Risiko für ausgeprägte Lokalreaktionen rechnen; auch könnten möglicherweise längerfristige Komplikationen (z.B. Fremdkörperreaktionen mit Nekrosen) auftreten. Zur Reduktion der lokalen Nebenwirkungen ist die prophylaktische Gabe von einem Antiphlogistikum (z.B. Paracetamol) zu überlegen.

    Vor einer i.m. Gabe sollte der INR-Wert nicht > 3,0 liegen und keine Kombination mit Plättchenaggregationshemmern eingenommen werden.

    Eine generelle Empfehlung, wie im Einzelfall zu handeln ist, kann daher derzeit nicht gegeben werden. Die ideale Vorgehensweise muss individuell in einem Gespräch zwischen Arzt und Patient gefunden werden.

    Quelle: Stellungnahme des Paul-Ehrlich-Institutes und der Gesellschaft für Thrombose- und Hämostaseforschung e.V.) zur Impfung mit den pandemischen Influenzaimpfstoffen Pandemrix oder Celvapan bei Patienten unter oraler Antikoagulation vom 25. November 2009

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  • 27Nov

    Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde DGPPN - LogoDie neue Nationale Versorgungsleitlinie / S3-Leitlinie zur Unipolaren Depression wurde am Donnerstag, den 26. November 2009, beim Kongress der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN) in Berlin der Öffentlichkeit vorgestellt.

    Depressionen zählen nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation zu den häufigsten psychischen Leiden überhaupt. Hochrechnungen zufolge wird die Depression im Jahre 2030 in den industrialisierten Ländern auf Rang eins der Krankheiten stehen, an denen Menschen leiden. Allein in Deutschland sind bereits heute schätzungsweise fünf Prozent der Bevölkerung, also etwa vier Millionen Menschen, betroffen. Trotz dieser hohen Zahl wird die Volkskrankheit Depression in der Hälfte der Fälle nicht diagnostiziert und deshalb oft nur unzureichend oder gar nicht behandelt, obwohl die Möglichkeiten der Behandlung in den vergangenen Jahren immer besser geworden sind.

    Um die Defizite in der Versorgung abzubauen und das wissenschaftlich-medizinische Know-how in Diagnostik und Therapie nachhaltig zu verbessern, haben Experten aus insgesamt 28 Fachgesellschaften und Organisationen sowie Vertreter von zwei Patientenorganisationen gemeinsam die neue Nationale Versorgungsleitlinie (NVL) / S3-Leitlinie “Unipolare Depression” erarbeitet. Die Organisation übernahmen dabei die Abteilung Psychiatrie und Psychotherapie am Universitätsklinikum Freiburg und das Ärztliche Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ). Die Federführung und Fi-nanzierung des Projekts übernahm die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN). Die Leitlinie wurde am 26. November 2009 beim DGPPN-Kongress der Öffentlichkeit vorgestellt.

    Insgesamt beruht die Leitlinie jetzt auf 1.232 Publikationen, deren methodische Güte diskutiert und bewertet wurde. Aus der aufbereiteten Evidenz leiten die Autoren 107 Empfehlungen und Statements zu folgenden Themen ab: Prävention und Screening, Diagnostik, Psycho- und Pharmakotherapie, Komorbidität und Suizidalität. Auch Fragen der Versorgungskoordination werden behandelt, zum Beispiel Einweisungskriterien, Nahtstellen, Rehabilitation und Qualitätsmanagement.

    Das Programm für Nationale VersorgungsLeitlinien (NVL) wird von Bundesärztekammer, Kassenärztlicher Bundesvereinigung und der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) getragen. Ziel ist es, eine optimale fach- und sektorenübergreifende Versorgung chronischer Krankheiten über die gesamte Versorgungskette zu definieren.

    Die Leitlinie zur Unipolaren Depression ist die erste Leitlinie, die gleichzeitig als NVL und S3-Leitlinie entwickelt wurde. Durch die enge Kooperation konnten evidenzbasierte Grundlagen und Praxisanfor-derungen optimal verbunden werden.

    Neben einer ausführlichen Langfassung werden eine Kurzversion, ein Leitlinien-Report und Praxishilfen zum Thema veröffentlicht. Außerdem plant das ÄZQ, ab November eine PatientenLeitlinie zu erstellen. Es ist geplant, die Leitlinie alle vier Jahre neu herauszugeben. Verantwortlich dafür sind die DGPPN und das ÄZQ gemeinsam mit der AWMF.

    Quelle: Pressemitteilung der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN) vom 26. November 2009

    Weitere Informationen zum DGPPN-Kongress 2009 erhaltet ihr unter dem folgenden Link:

    http://www.dgppn-kongress.de

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  • 27Nov

    Bastian Grewe - Ruhr-Uni BochumFörderpreis der Sophia und Fritz Heinemann Stiftung

    Das Aids-Virus HIV nutzt menschliche Zellen, um sich zu vermehren. Am Ende des Prozesses steht dabei die Freisetzung neuer Viruspartikel aus der Wirtszelle. Diese neuen Viren enthalten die komplette Erbinformation, die im Zellkern der Wirtszelle vervielfältigt wird – aber wie genau läuft diese „Verpackung“ des Erbguts ab? Diese grundlegende Frage ergründet Bastian Grewe in der Abteilung für Molekulare und Medizinische Virologie der Ruhr-Universität (Prof. Dr. Klaus Überla). Für seine Forschungsarbeiten erhielt er den diesjährigen Förderpreis der von der Dresdner Bank AG betreuten Bochumer Sophia und Fritz Heinemann Stiftung. Der Preis ist mit 15.000 Euro dotiert.

    HIV nutzt Zellbestandteile für seine Zwecke

    Die Forscher sind den Details der Vermehrung des HI-Virus schon lange auf der Spur. Fest steht, dass neue Viruspartikel an der äußeren Hülle der Wirtszelle, der Plasmamembran, freigesetzt werden. Das Erbgut, das im Zellkern vervielfältigt wird, muss also durch die Zellflüssigkeit (Zytoplasma) zur Membran gelangen und dort in neue Viruspartikel verpackt werden, bevor sie freigelassen werden und weitere Zellen infizieren. Diese Vorgänge funktionieren Studien der Arbeitsgruppe zufolge ausschließlich dann reibungslos, wenn das Virusprotein Rev anwesend ist. „Es ist wahrscheinlich, dass das Virus daneben noch Bestandteile der Wirtszelle für seine Zwecke einspannt“, erklärt Bastian Grewe seinen Forschungsansatz. In den Blickpunkt gerückt sind dabei so genannte miRNA-Moleküle. Diese kleinen Moleküle regulieren normalerweise die Produktion von Proteinen in der Zelle nach dem Bauplan der DNA im Zellkern. „Es gibt aber Hinweise, dass die miRNA auch bei der Entstehung viraler Proteine oder beim Verpackungsprozess bedeutsam ist“, so Bastian Grewe.

    Suche nach verdächtigen Überbleibseln

    Um das herauszufinden, will er verschiedene Untersuchungen durchführen. „Einerseits interessiert es uns, ob sich in den neuen Viruspartikeln miRNA-Moleküle wiederfinden, die mit verpackt worden sind“, erklärt er. „Wenn ja, ist das ein Zeichen dafür, dass es eine Interaktion mit miRNA-Molekülen beim Verpacken gibt.“ Falls miRNA innerhalb der Zelle bei der Herstellung viraler Proteine eine Rolle spielt, müsste sich das anhand der so genannten Processing Bodies (P-Bodies) nachweisen lassen, wohin miRNA-gebundene Moleküle in der Regel transportiert werden. Dort müssten also auch Virusbestandteile landen, falls sie mit miRNA assoziieren. Daher will Bastian Grewe auch P-Bodies unter die Lupe nehmen und auf virale Bestandteile untersuchen.

    Modulares Untersuchungssystem erlaubt Rückschlüsse

    Für die Untersuchungen besonders vorteilhaft ist, dass die Forscher über ein modulares System verfügen, das es ihnen erlaubt, die Prozesse jeweils mit dem Protein Rev und ohne es zu überprüfen. „Da die Verpackung von viraler Erbinformation in neue Viruspartikel nur mit Rev funktioniert, erwarten wir, dass wir in Abwesenheit von Rev auch kein Virusgenom in den P-Bodies der Wirtszelle finden werden und keine miRNA in Viruspartikeln“, erläutert Bastian Grewe. „Finden wir dies aber in Anwesenheit von Rev, dann können wir daraus schließen, dass miRNA bei der Vermehrung von HI-Viren eine Rolle spielt.“

    Quelle: Pressemitteilung der Ruhr-Universität Bochum vom 26. November 2009 (Presseinfo 388)
    Foto: Ruhr-Universität Bochum

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  • 26Nov

    Menschen mit HIV und Aids nicht alleine lassen – das ist die wichtigste Botschaft des Welt-Aids-Tages am 1. Dezember 2009. Dieser Botschaft fühlen sich auch die Ärzte und Wissenschaftler der Janssen-Cilag GmbH verpflichtet. Der Unternehmensbereich Tibotec, Division of Janssen-Cilag, ist auf Virologie spezialisiert und forscht nach neuen Medikamenten, welche die Lebensqualität von Patienten mit HIV weiter verbessern und ihr Leben verlängern können. Denn im Kampf gegen das Virus ist intensive Forschung weiterhin lebenswichtig.

    Jährlich sterben weltweit über zwei Millionen Menschen an Aids, rund 33 Millionen sind HIV-infiziert. In Deutschland stecken sich jedes Jahr 3.000 Menschen neu mit dem HI-Virus an. Bis heute ist die Krankheit nicht heilbar. Doch innovative Medikamente ermöglichen den Patienten ein weitgehend normales Leben.

    “Die medizinische Forschung hat für die HIV- und Aidstherapie in den letzten Jahren viel erreicht. Trotzdem dürfen die großen Erfolge nicht darüber hinweg täuschen, dass es noch viel zu tun gibt”, weiß Professor Dr. Günter Huhle, Vice President Medical & Scientific Affairs bei Janssen-Cilag. “Insbesondere die Behandlung infizierter Frauen, Mütter und Kinder muss optimiert werden. Für diese Patientengruppen ist die Infizierung mit dem HI-Virus in vielen Fällen noch ein Tabu-Thema – und das auch immer noch in medizinisch hoch entwickelten und aufgeklärten Ländern wie Deutschland. Hier wollen wir genau hinschauen und unsere Expertise als forschendes Pharmaunternehmen einbringen. Mit unserem seit Sommer 2009 zugelassenen Arzneimittel für die Therapie infizierter Kinder leisten wir unseren Beitrag im Bereich HIV und Pädiatrie,” so Professor Dr. Huhle.

    Frauen und Mütter

    Auch wenn inzwischen viele Studien darauf hinweisen, dass die hochaktive antiretrovirale Therapie (HAART) bei Frauen ebenso wirksam ist wie bei Männern – es besteht immer noch dringender Forschungsbedarf. Frauen sind in wissenschaftlichen Studien immer noch unterrepräsentiert, so dass für sie keine differenzierten Dosierungsempfehlungen abgeleitet werden können. Hinweise auf ein unterschiedliches Nebenwirkungsspektrum bei Frauen und Männern mehren sich.

    Ein weiteres wichtiges Thema entsteht für den Zusammenhang HIV und Schwangerschaft. Obwohl Forscher sich eingehend mit der Übertragung des Virus von der Mutter auf das Kind beschäftigt haben, sind die Übertragungswege nicht abschliepend geklärt. Durch den Einsatz von HIV-Medikamenten gelingt es heute aber, das Übertragungsrisiko für das Kind auf unter zwei Prozent zu reduzieren.

    HIV-positive Kinder

    Kinder- und Jugendärzte warten dringend auf neue Therapien für ihre jungen Patienten. “Da sich die HIV-Infektion von Kindern bezüglich Infektionsweg, Virusdynamik, Reife des Immunsystems und des natürlichen Verlaufes von der Infektion des Erwachsenenalters unterscheidet, ist eine auf das Kindesalter abgestimmte Therapie erforderlich. Nach wie vor infizieren sich Kinder mit HIV auch in Deutschland. Sie haben viel weniger Therapieoptionen als Erwachsene”, erklärt Dr. Christoph Königs, Universitätsklinikum Frankfurt.

    Seit 2009 hat das Neusser Pharmaunternehmen ein Medikament mit der Zulassung für Kinder ab sechs Jahren. Darüber hinaus unterstützt Janssen-Cilag seit Jahren das Engagement und die Aufklärungsaktivitäten von PENTA, einer weltweiten Organisation für HIV-infizierte Kinder.

    Altersassoziierte Erkrankungen und HIV

    Eine große Herausforderung ist auch der Zusammenhang zwischen HIV und altersassoziierten Erkrankungen. Dank der wirksamen Therapie werden die HIV-Patienten immer älter. Ein höheres Lebensalter geht mit einem erhöhten Risiko für altersassoziierte Erkrankungen wie kardiovaskuläre- und Stoffwechselerkrankungen einher. Die Infektion beschleunigt den Alterungsprozess und HIV-Infizierte haben ein noch höheres Risiko für die Krankheiten. Das macht die komplexe Behandlung älterer HIV-Patienten noch komplizierter. Auch hier kann und muss die Pharmaforschung in der Zukunft einen wesentlichen Beitrag leisten.

    Quelle: Pressemitteilung von Janssen-Cilag GmbH vom 26. November 2009

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