-
24Dez
-
22Dez
DHD-Förderpreis 2009 geht an Tübinger Kardiologen
Den 10. Förderpreis der Stiftung DHD (Der herzkranke Diabetiker) hat im Dezember der Kardiologe Tobias Geisler aus Tübingen erhalten. Der mit 10.000 EURO dotierte Preis wird für herausragende Forschung an der Schnittstelle von Stoffwechsel- und Gefäßmedizin verliehen. "Mit seiner Arbeit leistet Geisler einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Prognose bei herzkranken Diabetikern", sagt der Stiftungsvorsitzende Professor Diethelm Tschöpe vom Herz- und Diabeteszentrum NRW in Bad Oeynhausen. Tschöpe, der auch ärztlicher Direktor der Universitätsklinik ist, erklärte zu Beginn der Preisverleihung in Berlin: "Tobias Geisler ist ein exzellenter Wissenschaftler und würdevoller Laureat, der mit 34 Jahren bereits auf eine eindrucksvolle Karriere blicken kann. Schwerpunkte seiner Forschung sind die Thrombozytenfunktion bei kardiovaskulären Risikopatienten, Pharmakogenetik und interventionelle Kardiologie. Geisler erhielt dafür schon einige Auszeichnungen (Award of the German Heart Foundation, Award of the Atherothrombosis Grant of the Society of Cardiology). Seit August ist der Kardiologe nun am Royal Brompton Hospital in London tätig".
Der DHD-Förderpreis wurde Tobias Geisler jetzt für seine Arbeit mit dem Titel "Impact of inflammatory state and metabolic control on responsiveness to dual antiplatelet therapy in type II diabetics with symptomatic coronary artery disease" verliehen. Der Kardiologe analysierte mit seinen Tübinger Kollegen um Professor Meinrad Gawaz den Zusammenhang zwischen inflammatorischen Markern und Thrombozytenfunktion unter besonderer Berücksichtigung der prognostischen Bedeutung. Zunächst wurden in einer Pilotstudie bei einem konsekutiven Patientenkollektiv mit 75 Typ-2-Diabetikern und 153 Nicht-Diabetikern die inflammatorischen Marker Interleukin-6 und C-reaktives Protein (CRP) via Immunoassay untersucht. Die Thrombozytenaggregation konnte nach Stimulation mit Adenosindiphosphat (ADP) und Arachidonsäure mittels Vollblut-Impedanzergometrie gemessen werden. Die ADP-induzierte Thrombozytenaggregation wurde in einer weiteren konsekutiven Kohorte mit 542 Diabetikern und 1161 Nicht-Diabetikern untersucht, die aufgrund einer symtomatischen koronaren Herzkrankheit einen Stent als Koronarintervention erhielten. Nach der Clopidogrel-Aufsättigungsdosis von 600mg folgte die Behandlung der Patienten mit einer dualen antithrombozytären Therapie (100 mg Aspirin und 75 mg Clopidogrel täglich).
Die inflammatorischen Marker waren bei den Diabetikern, die zum Zeitpunkt der Stentimplantation eine hyperglykämische Stoffwechsellage aufwiesen, erhöht. Dabei korrelierte die Höhe der inflammatorischen Marker signifikant mit dem Grad der thrombozytären Restaggregation (RPA) unter Clopidogrel und Aspirin. Verglichen mit Nicht-Diabetikern konnte bei Patienten mit Diabetes in der Kohortenstudie mit dualer Plättchenhemmung eine gesteigerte Thrombozytenaggregation nachgewiesen werden. Dieser Effekt zeigte sich vor allem bei Diabetikern mit unzureichender metabolischer Kontrolle (HbA1c >6,5%). In einer interindividuellen Analyse konnte weiter beobachtet werden, dass die Aggregationshemmung bei Diabetikern bis 36 Stunden nach Clopidogrel-Aufsättigung verzögert ist. Das Vorliegen eines Typ-2-Diabetes ließ sich auch als unabhängiger Risikofaktor für eine erhöhte thrombozytäre Restaggregation bestätigen. Darüber hinaus konnte die RPA als Prädiktor für das Auftreten eines Myokardinfarktes oder Todes kardiovaskulärer Ursache innerhalb von 30 Tagen identifiziert werden.
Die Ergebnisse zeigen, dass bei interventionell behandelten Typ-2-Diabetikern der Grad der Inflammation und der metabolischen Kontrolle mit einem verminderten Ansprechen auf eine konventionelle antithrombozytäre Therapie korreliert. Resultat ist auch, dass die erhöhte Restaggregation -zumindest kurzfristig- auftretende ischämische Ereignisse bei Diabetikern nach einem Koronareingriff beeinflusst. Deshalb sind kombinierte Therapieansätze notwendig, um inflammatorische Prozesse zu hemmen, die glykämische Stoffwechsellage, Thrombozytenfunktion und Gerinnungseigenschaften zu verbessern.
Quelle: Pressemitteilung des Universitätsklinikums der Ruhr-Universität Bochum – Herz- und Diabeteszentrum NRW Bad Oeynhausen vom 22. Dezember 2009, veröffentlicht beim Informationsdienst Wissenschaft www.idw-online.de -
22Dez
Genf/Berlin: Der Verwaltungsrat von UNITAID hat gestern grünes Licht für die Schaffung eines Patentpools für HIV/Aids-Medikamente gegeben. “Das ist ein entscheidender Schritt zur Verbesserung des Zugangs zu Medikamenten in ärmeren Ländern”, sagt Oliver Moldenhauer, Koordinator der Medikamentenkampagne von Ärzte ohne Grenzen in Deutschland. “Wir sehen darin auch einen Erfolg unserer E-Mail-Kampagne für den Patentpool.” In einer von Ärzte ohne Grenzen initiierten Kampagne haben mehr als 28.000 Menschen rund 300.000 E-Mails an Pharmafirmen geschickt und sie aufgefordert, ihre Patente auf HIV/Aids-Medikamente in den Patentpool zu geben. “Der Patentpool könnte das Instrument werden, mit dem systematisch Lizenzen an Generikafirmen vergeben werden, das die Preise reduziert und die Produktion sogenannter Kombinationspräparate mit Wirkstoffen verschiedener Hersteller erleichtert”, kommentiert Dr. Tido von Schoen-Angerer, internationaler Direktor der Medikamentenkampagne von Ärzte ohne Grenzen. Der Verwaltungsrat von UNITAID entschied gestern, diese Lizenzagentur im Bereich HIV/Aids-Medikamente zu gründen und hat auch die notwendigen Mittel zur Verfügung gestellt. Nach der Einrichtung des Pools werden die Lizenz-Verhandlungen mit der Pharmaindustrie beginnen.“Jetzt kommt es auf die Pharmafirmen an. Wir sind von den positiven Rückmeldungen zahlreicher Unternehmen ermutigt, die auf unsere Kampagne zur Unterstützung des Pools reagiert haben. Jetzt fordern wir die Firmen auf, statt genereller Wohlwollensbekundungen echte Lizenzzusagen zu machen”, so Moldenhauer.
“Besonders gefreut hat uns, dass der Pool für alle ärmeren Länder gelten soll. Wichtig ist für uns auch: Die betroffenen Länder können weiterhin alle zur Verfügung stehenden rechtlichen Möglichkeiten ausschöpfen, Zwangslizenzen vergeben und eine gesundheitsorientierte Patentgesetzgebung einführen, um den Menschen Zugang zu lebensrettenden Medikamenten zu ermöglichen”, so Michelle Childs, Leiterin der Politik-Abteilung der Medikamentenkampagne.
Quelle: Pressemitteilung von Ärzte ohne Grenzen e. V. vom 15. Dezember 2009 – www.aerzte-ohne-grenzen.de
Zu dieser Patentpoolschaffung empfehle ich euch auch meine folgenden Artikel:
13. Oktober 2009 – Unterstützt die Patentpool-Kampagne von Ärzte ohne Grenzen e.V.
Tags: Ärzte ohne Grenzen e.V., HIV-Medikamente, Patente, Patentpool, UNITAID
-
22Dez
Bis zu 25 Prozent aller Krebspatienten entwickeln Metastasen im Gehirn - oft auch lange nach einer erfolgreichen Behandlung des Ursprungstumors. Dann aber ist die Prognose meist schlecht. Bislang war weitgehend unklar, welche Mechanismen Gehirnmetastasen entstehen lassen. Nun haben Forscher um den Mediziner Dr. Frank Winkler der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München in Echtzeit verfolgen können, welche Schritte zur Bildung dieser Tumoren zwingend erforderlich sind - und welche die Krebszellen in eine "Sackgasse" führen, so dass keine Metastasen entstehen. Zudem konnten die Wissenschaftler zeigen, dass das Krebsmedikament Avastin die für Tumoren essenzielle Neubildung von Gefäßen blockiert und so die Bildung von Metastasen verhindert. "Wir hoffen nun, dass unsere Ergebnisse helfen, bereits vorhandene Krebstherapien zu optimieren", sagt Dr. Frank Winkler, Leiter der Forschergruppe Neuroonkologie an der Neurologischen Klinik und Poliklinik der Universität München. "Die verbesserte Therapie von Krebserkrankungen hat zwar dazu geführt, dass die Betroffenen länger überleben. Doch dadurch entwickeln bedauerlicherweise auch mehr Patienten Metastasen im Gehirn."Wie diese Metastasen entstehen, war bislang weitgehend ungeklärt. In enger Zusammenarbeit mit Professor Jochen Herms vom Zentrum für Neuropathologie und Prionforschung der LMU und Forschern vom Max-Planck-Institut für Neurobiologie in Martinsried bei München ist es Winkler und seinen Mitarbeiterinnen Yvonne Kienast und Louisa von Baumgarten nun erstmals gelungen, das Schicksal einzelner Krebszellen über Wochen und Monate in Echtzeit zu verfolgen - bis hin zur Entwicklung großer Hirnmetastasen. Möglich war dies dank einer neuartigen Anwendung der sogenannten Zwei-Photonen-Mikroskopie. Diese erlaubt es, auch tiefer liegende Regionen des lebenden Gehirns bis in kleinste Einzelheiten sichtbar zu machen. "Wir konnten die Stadien der Metastasenbildung im Gehirn quasi live mitverfolgen", erläutert Yvonne Kienast.
Zwei unterschiedliche Farbstoffe ließen die Blutgefäße grün, die - von den Forschern injizierten - Tumorzellen dagegen rot aufleuchten. Über einen Zeitraum von mehreren Wochen konnten die Wissenschaftler dann beobachten, dass für die Bildung einer Gehirnmetastase insgesamt vier Schritte notwendig sind. Als erstes müssen die Tumorzellen im Blut an einer Gabelung im Adergeflecht hängen bleiben. "Anders als bislang vermutet, genügt dieser Schritt aber nicht zur Metastasenbildung", berichtet Winkler. "Wir konnten sehen, dass die Zellen erst noch durch winzige Löcher in der Gefäßwand nach außen dringen müssen, um sich dann in einem dritten Schritt von außen an die Ader anzuheften." Dann können die Tumorzellen bereits Mikrometastasen aus vier bis 50 Zellen bilden.Doch erst ein vierter Schritt ist der eigentliche Startschuss für die Entwicklung einer klinisch relevanten Hirnmetastase: Dabei verschmelzen mehrere benachbarte Mikrometastasen und bilden neue Blutgefäße aus. Diese sogenannte Angiogenese liefert der Geschwulst alle nötigen Nährstoffe und erlaubt so ein schnelles und ungebremstes Tumorwachstum. Welche "Sackgassen" in der Entwicklung die Metastasenbildung verhindern, wurde im Versuch aber auch deutlich. "Dies geschieht etwa, wenn die Krebszellen nicht aus den Adern gelangen, wenn sie nicht von außen an die Gefäßwand anheften oder aber keine neuen Blutgefäße bilden können", so Winkler. Ohne Angiogenese starben selbst Krebszellen ab, die sich bereits an die Außenwand einer Ader angeheftet und zunächst stark vermehrt hatten.
Wie Winkler und sein Team nachweisen konnten, ruhen viele Krebszellen, um sich erst nach relativ langer Zeit zu vermehren. "Das könnte erklären, warum Metastasen oftmals erst Jahre nach einer erfolgreichen Therapie entstehen", sagt der Mediziner. Aber auch in diesem Ruhezustand ist der direkte Kontakt zu einem Blutgefäß essenziell für das Überleben der Tumorzellen. All diese Ergebnisse sollen nun die Versorgung der Patienten verbessern. So konnten die Forscher bereits zeigen, dass das Krebsmedikament Avastin die Angiogenese blockiert, so dass Mikrometastasen dauerhaft in einem Schlummerzustand gehalten werden. "Wir wollen nun auch noch andere Krebsmedikamente in ihrer Wirkung testen", berichtet Winkler. "Zudem könnten dank dieser Einsichten aber auch neue Substanzen entwickelt werden, die eine Prävention oder bessere Behandlung von Metastasen ermöglichen." (ca/suwe)
Publikation:
"Real-time imaging reveals the single steps of brain metastasis formation";
Yvonne Kienast, Louisa von Baumgarten, Martin Fuhrmann, Wolfgang E.F. Klinkert, Roland Goldbrunner, Jochen Herms und Frank Winkler;
Nature Medicine online; 20. Dezember 2009;
DOI: 10.1038/nm.2072Quelle: Pressemitteilung der Ludwig-Maximilians-Universität München vom 21. Dezember 2009
Tags: Gehirn, Krebserkrankung, Metastasen
-
22Dez
Die Entwicklung neuer Krebsmedikamente ist sowohl langwierig als auch extrem teuer. Im Durchschnitt dauert es 15 Jahre und kostet ca. 1 Mrd. US-Dollar um ein neues Medikament gegen Krebs zuzulassen. Angesichts der extrem hohen Anzahl von insgesamt ca. 5000 zugelassenen Medikamenten, von denen die allerwenigsten gegen Krebs entwickelt, getestet oder eingesetzt sind, fragt man sich, ob unter allen zugelassenen Medikamenten nicht auch solche sind, die sich für einen Einsatz gegen Krebs bestens eignen, in dieser Hinsicht jedoch niemals untersucht wurden.Herausragende Beispiele für die Wirksamkeit dieser Strategie sind die beiden Medikamente Retinolsäure und Arsen-Trioxid, die für die Behandlung von Akne bzw. Infektionskrankheiten zugelassen wurden, und jetzt sehr erfolgreich in der Leukämietherapie verwendet werden. Thalidomid, ehemals als Schlafmittel zugelassen und nach der Serie katastrophaler Defekte bei Neugeborenen wieder vom Markt genommen, hat für die Behandlung einer relativ häufigen Form von Knochenmark-Krebs (Multiples Myelom) einen neuen Therapiestandard begründet. Da diese Medikamente in der Regel keinen Patentschutz mehr haben, weil sie schon zu lange zur Behandlung anderer Krankheiten auf dem Markt sind und der Patentschutz nach einigen Jahren automatisch ausläuft, ist für die Pharmaindustrie mit diesen Medikamenten auch bei gleicher Wirksamkeit nicht im entferntesten so viel Geld zu verdienen, wie mit der Entwicklung und Zulassung neuer Substanzen. Dadurch besteht in der Pharmaforschung wenig Interesse an einer solchen optimierten Nutzung seit langem bekannter Medikamente.
Eine seit langem bekannte Klasse von Medikamenten zur Behandlung der HIV-Infektion (sogenannte HIV-Proteaseinhibitoren) scheint ebenfalls gegen Tumorerkrankungen zu wirken. Immer wieder gab es Beobachtungen, dass bei einzelnen AIDS-Patienten, die ausserdem eine Tumorerkrankung entwickelten, durch die Behandlung des Virus mit Proteaseinhibitoren auch der Tumor zurückging, jedoch wurde der Einsatz dieser Medikamente als mögliche Krebsmedikamente bisher nicht systematisch untersucht. Die Arbeitsgruppe von Prof. Driessen, Experimentelle Onkologie St. Gallen/CH, konnte jetzt im Laborexperiment zeigen, dass die zusätzliche Gabe von bestimmten HIV-Proteaseinhibitoren die Wirkung von bestimmten Krebsmedikamenten derart verstärken kann, dass auch Krebszellen die vormals resistent gegenüber Krebsmedikamenten waren, durch die gleichzeitige Behandlung mit dem HIV-Medikament wieder empfindlich gegenüber der Krebstherapie wurden. Dies ist auch deshalb interessant, weil diese HIV-Medikamente einfach als Tabletten eingenommen werden können und eine wesentlich bessere Verträglichkeit haben, als die meisten bekannten Krebsmedikamente. Eine entsprechende klinische Phase I-Studie wird innerhalb der Schweizer Arbeitsgemeinschaft für Klinische Krebsforschung (SAKK) ab 2010 in St.Gallen, Chur, Lausanne und Bern durchgeführt werden. Die molekularen Grundlagen dieser Wirkung und die Interaktion dieser HIV-Proteaseinhibitoren mit dem Proteasen-System von Tumorzellen sind bisher jedoch wenig verstanden. Die Wilhelm Sander Stiftung unterstützt nun die weiteren Arbeiten auf diesem Gebiet im Labor von Prof. Driessen, wo man insbesondere verstehen will, auf welchem molekularen Mechanismus diese erstaunliche Wirkung von bestimmten HIV-Medikamenten beruht, und welches Medikament aus dieser Gruppe in welcher Darreichungsform sich am besten für einen zukünftigen Einsatz bei Krebspatienten eignet. Dies soll dann die Grundlage für die weitere klinische Entwicklung dieses Ansatzes sein.
Quelle: Pressemitteilung der Wilhelm-Sander-Stiftung vom 21. Dezember 2009, veröffentlicht beim Informationsdienst Wissenschaft – www.idw-online.de
Tags: HIV-Infektion, HIV-Medikamente, Krebsmedikamente, Medikamente, Proteaseinhibitor, Tumore, Wilhelm-Sander-Stiftung
-
22Dez
Leichter Sport – auch schon während der Chemotherapie – fördert körperliches und psychisches WohlbefindenKörperliche Aktivität und Sport können nicht nur das Risiko, an bestimmten Krebsformen zu erkranken, vermindern, sondern ebenso das Wohlbefinden und Selbstvertrauen während einer Krebstherapie fördern. Gemeinsame Studien der Abteilung Sportmedizin an der Goethe-Universität und der Klinik für Onkologie und Hämatologie am Krankenhaus Nordwest belegen, dass Bewegung sowohl die unmittelbar tumorbedingten Symptome lindert, als auch Nebenwirkungen der Chemotherapie abschwächt. Doch viele Tumorpatienten und auch behandelnde Ärzte wissen über diese Programme nicht Bescheid, wie der Sportmediziner Prof. Winfried Banzer und die Onkologin Prof. Elke Jäger in der neuen Ausgabe von "Forschung Frankfurt" berichten.
Beginnen sollte man mit Bewegungstherapien schon im Krankenhaus nach der Akutphase der Behandlung, denn dadurch lässt sich bei vielen Patienten die Abnahme der Leistungsfähigkeit mindern und ihr Krankenhausaufenthalt verkürzen. Mehr als 60 Prozent der Patientinnen und Patienten leiden unter multifaktorieller Erschöpftheit oder dem "Fatigue-Syndrom". Aktuelle Untersuchungen der Frankfurter Arbeitsgruppe "Sport und Krebs" belegen eindrucksvoll, dass leichtes körperliches Training den Verarbeitungsprozess von Nebenwirkungen der Chemotherapie schon nach vier Wochen günstig zu beeinflussen vermag. Auch die Ausdauerleistungsfähigkeit verbessert sich. Die Betroffenen berichten über eine Steigerung der Lebensqualität und können ihren Alltag leichter bewältigen. Nach drei Monaten lässt sich darüber hinaus eine verbesserte Anpassungsfähigkeit des Herz-Kreislauf-Systems nachweisen.
Das moderate Ausdauer- und Krafttraining, das die Teilnehmer der Studie absolvieren, findet unter professioneller Anleitung statt. In enger Abstimmung entscheiden die Onkologin und der Sportmediziner zunächst, ob medizinische Gründe gegen das Training sprechen. Eine sportmedizinische Eingangsuntersuchung steckt dann den Rahmen für das individuelle Programm ab. Empfohlen werden in der Regel Trainingseinheiten von 30 Minuten an drei Tagen pro Woche. In den ersten 24 Stunden nach einer Chemotherapie sollte man sich, wenn überhaupt, nur leicht körperlich betätigen. Demgegenüber kann während einer Chemotherapie, die aus mehreren Zyklen besteht, an den behandlungsfreien Tagen trainiert werden. Das Training in einer Gruppe erhöht erfahrungsgemäß die Motivation, weil es sozialen Rückhalt und Anerkennung mit sich bringt.
Langfristig aktiv zu bleiben ist wichtig, denn dadurch mindert sich auch das Risiko eines Rückfalls. Dennoch gibt es gerade bei längerfristig orientierten Programmen hohe Abbrecherquoten. Ersten Frankfurter Ergebnissen zufolge benötigen insbesondere Krebspatienten, die bereits bei der Eingangsuntersuchung unterdurchschnittliche Ausdauer zeigten, kontinuierliche Unterstützung. Für sie müssen spezielle Bewegungsprogramme mit niedriger Einstiegshürde und einer als wenig belastend empfundenen Aktivität konzipiert werden. Die an der Goethe-Universität entwickelte Bewegungs- und Sportberatung bietet deshalb zusätzlich zu den strukturierten Dauerangeboten auch zeitliche und räumliche Unabhängigkeit, verbunden mit einer individualisierten Übungs- und Trainingsplanung. Die Patienten empfinden die persönliche Betreuung als zusätzliche Motivationsstütze, körperlich aktiv zu bleiben. Drei Viertel der Teilnehmer berichten, dass sie auch nach Abschluss der persönlichen Betreuung ihr Trainingsprogramm beibehalten.
Während in der Brustkrebsnachsorge bundesweit circa 800 Sportgruppen bestehen, fehlen adäquate Angebote für Patienten mit anderen Tumorarten oder in anderen Krankheitsstadien. Diese Lücke soll durch ein von der Wiesbadener Stiftung "Leben mit Krebs" gefördertes Projekt geschlossen werden. Die ersten Sportgruppen wurden bereits 2005 in der Onkologischen Klinik im Krankenhaus Nordwest gegründet. Seit Mai 2009 existiert in der Abteilung Sportmedizin der Goethe-Universität eine von Sporttherapeuten betreute Trainingsgruppe für Patientinnen und Patienten aller Krebsarten unabhängig von der jeweiligen Behandlungsphase. "Leider wissen die wenigsten Tumorpatienten über die nachweisbaren Effekte körperlicher Aktivität bei Krebs und entsprechende Bewegungsprogramme Bescheid", bedauert Prof. Winfried Banzer. Eine Befragung der Abteilung Sportmedizin von 317 Krebspatienten ergab, dass zwei Drittel sich mehr Informationen wünschten, insbesondere durch die behandelnden Ärzte. Auch die bestehenden Angebote seien bei einem Großteil der Patienten nicht bekannt gewesen. Zusätzlich zu einer besseren Aufklärung wünscht sich Prof. Banzer, dass die Versorgung mit Bewegungsangeboten flächendeckend ausgebaut wird.
Quelle: Pressemitteilung der Goethe-Universität Frankfurt am Main vom 21. Dezember 2009, veröffentlicht beim Informationsdienst Wissenschaft www.idw-online.de
Tags: Krebserkrankung, Krebstherapie
-
22Dez
Um Krankheitserreger effektiv zu bekämpfen, müssen Abwehrzellen die abgelegendsten Stellen unseres Körpers erreichen können. Dazu nutzen sie zwei große Gefäßsysteme: das Blut- und das Lymphgefäßsystem. Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Biochemie in Martinsried haben jetzt erstmals beobachten können, wie Abwehrzellen durch kleine Öffnungen in der Gefäßwand der Lymphgefäße schlüpfen. "Die Zelle schiebt dabei einen Zellausläufer in die Öffnung", beschreibt Forschungsgruppenleiter Michael Sixt. "So blockiert sie wie mit einem Fuß in der Tür den Eingang, dehnt die Öffnung leicht auf und schiebt sich dann hindurch." Die Arbeit wurde im Journal of Experimental Medicine veröffentlicht.Die Untersuchungsonjekte von Michael Sixt, sogenannte dendritische Zellen, gehören zur menschlichen Immunabwehr. Wie eine Art Polizei sitzen sie in Geweben wie der Haut und warten auf Eindringlinge. Trifft die dendritische Zelle auf einen solchen Feind, nimmt sie die Information über den Fremdling auf. Anschließend wandert sie in die Lymphgefäße und dann weiter zu den Lymphknoten, wo sie die Information anderen Immunzellen wie ein Fahndungsfoto präsentiert. Diese können dann mit der zielgerichteten Abwehr beginnen.
Wie gelangen die dendritischen Zellen in die Lymphgefäße?
Die Lymphflüssigkeit fließt in doppelwandigen Lymphgefäßen. Die innere Wand wird dabei von einem löchrigen Mantel umgeben. Diese zwei Barrieren muss die dendritische Zelle auf ihrem Weg zu den Lymphknoten überwinden. Mit ihren Fortsätzen tastet sich die Immunzelle als erstes durch den löchrigen Außenmantel des Gefäßes. "Die Zelle schiebt einen Fuß in die Tür", beschreibt Michael Sixt das beginnende Einwandern. "Dann dehnt sich die Öffnung immer weiter aus und schiebt ihren Zellkörper nach und nach hindurch." Nach dem Übergang schließt sich die elastische Öffnung wieder. Doch noch ist das Ziel nicht erreicht. Die dahinter liegende Gefäßwand ist mit Ventilen ausgestattet, die wie Falltüren funktionieren. Sobald die Zelle die Falltür weit genug aufdrückt, kann sie hindurchschlüpfen und so ins Innere des Gefäßes gelangen. Dort angekommen, lässt sich die dendritische Zelle zu ihrem Zielort, dem Lymphknoten, treiben. Es sind weder Hilfsproteine oder chemische Substanzen notwendig, um die Gefäßwand zu durchdringen. "Es handelt sich um einen rein mechanischen Vorgang", so der Forscher.
Das neu gewonnene Wissen um die Wanderungen der dendritischen Zellen in die Lymphgefäße, könnte auch bei der gezielten Tumorbekämpfung eine Rolle spielen. "Es ist wahrscheinlich", beschreibt Michael Sixt, "dass Tumorzellen ähnliche Mechanismen benutzen, wenn sie in Lymphgefäße eindringen, um schließlich im Lymphknoten Metastasen zu bilden."
Quelle: Pressemitteilung des Max-Planck-Institutes für Biochemie vom 21. Dezember 2009
Tags: Abwehrsystem, Immunsystem, Metastasen, Tumore
-
18Dez
Bestimmte uralte Abwehrzellen in der Milz scheinen im Immunsystem eine ungewöhnliche Doppelfunktion zu übernehmen: Einerseits fressen und verdauen sie Krankheitserreger - das ist die Rolle, für die sie "ausgebildet" sind. Andererseits - und das ist neu - sammeln sie gewissermaßen Bestandteile der Erreger. Diese reichen sie an einen viel jüngeren Teil der Immunabwehr weiter und informieren ihn so darüber, von welcher Seite Gefahr droht. Forscher der Universität Bonn haben diesen Mechanismus zusammen mit Kollegen aus Amsterdam und Utrecht identifiziert. Sie stellen ihre Ergebnisse in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift PNAS vor (doi:10.1073/pnas.0909541107). Unser Immunsystem fährt zweigleisig. Schon sehr früh im Laufe der Evolution entwickelte sich die angeborene Immunabwehr. Sie ist von Geburt an voll funktionsfähig. Ihr wohl wichtigster Bestandteil sind die so genannten Makrophagen. Wenn sie Krankheitserreger erkennen, stülpen sie sich über sie und verdauen sie. Daher auch ihr Name: Makrophage bedeutet auf deutsch nichts anderes als "große Fresszelle".
Dann gibt es noch die erworbene (oder auch adaptive) Immunabwehr. Sie entstand erst viel später mit den ersten Wirbeltieren. Die adaptive Immunabwehr ist lernfähig: Sie läuft immer dann zur Höchstform auf, wenn sie zuvor schon einmal mit dem entsprechenden Bakterium oder Virus in Kontakt gekommen ist. Sie "merkt" sich gewissermaßen die Erreger und kann sie dann bei einer erneuten Infektion sofort unschädlich machen. Mediziner sprechen von Immunität.
Bislang dachte man, dass beide Teile des Immunsystems weitgehend getrennt voneinander agieren. Das scheint aber nicht ganz zu stimmen, wie die Forscher aus Amsterdam, Utrecht und Bonn nun festgestellt haben.
Unerwarteter Befund
Die Milz fungiert unter anderem als Filter: Das Blut, das durch unseren Körper kreist, wird dort regelmäßig gereinigt. Dazu sickert es durch die Wände der Milzarterien in die schwammartige rote Pulpa und wird dann von den Milzvenen wieder aufgenommen. Dabei übernimmt das Organ auch eine wichtige Immunfunktion. Denn im äußersten Bereich der Milzarterien sitzen massenhaft Fresszellen. Sie erkennen Viren oder Bakterien und verdauen sie. Doch sie können unerwarteter Weise noch mehr: "Die Makrophagen der Milz geben Bruchstücke der Erreger, die Antigene, an das adaptive Immunsystem weiter", erklärt Timo Schwandt vom Institut für molekulare Medizin und experimentelle Immunologie.
Was die schmutzigen Socken eines flüchtigen Verbrechers für einen Spürhund, sind diese Antigene für das adaptive Immunsystem: An ihnen erkennen die körpereigenen Abwehrtruppen, worauf sie Jagd machen sollen. Als "Scharfmacher" dienen dabei die so genannten dendritischen Zellen. Sie reiben den zellulären Spürhunden die Antigene unter die Nase. "Darin sind dendritische Zellen auch sehr gut", betont Dr. Andreas Limmer, in dessen Arbeitsgruppe Timo Schwandt promoviert. "Um die Antigene präsentieren zu können, müssen sie sie sich aber zunächst einmal einverleiben. Und das können Makrophagen viel besser."
Zumindest in der Milz dienen Makrophagen den dendritischen Zellen daher quasi als "Ersatzmagen": Wenn sie einen Krankheitserreger gefressen haben, reichen sie seine Antigene an die dendritischen Zellen weiter. Und diese schalten dann das adaptive Immunsystem gegen die Erreger scharf.
Die Forscher wollen diesen Mechanismus nun nutzen, um die Immunantwort gegen bestimmte Viren oder auch Tumore zu verbessern. Bis dahin sei es allerdings noch ein weiter Weg. Zumal die aktuellen Ergebnisse zeigen, dass das körpereigene Abwehrsystem immer für eine Überraschung gut ist.
Quelle: Pressemitteilung der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn vom 18. Dezember 2009
Tags: Abwehrsystem, Bakterien, Immunsystem, Milz, Tumore, Viren
-
18Dez
Entschließung des Europäischen Parlaments vom 17. Dezember 2009 zum Entwurf eines Gesetzes über das Verbot von Homosexualität in UgandaDas Europäische Parlament,
- unter Hinweis auf die internationalen Verpflichtungen und Übereinkommen im Bereich der Menschenrechte, einschließlich der in den UN-Menschenrechtskonventionen und in der Europäischen Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten enthaltenen Verpflichtungen, die die Menschenrechte und Grundfreiheiten gewährleisten und Diskriminierung verbieten,
- unter Hinweis auf das Partnerschaftsabkommen zwischen den Mitgliedern der Gruppe der Staaten in Afrika, im Karibischen Raum und im Pazifischen Ozean einerseits und der Europäischen Gemeinschaft und ihren Mitgliedstaaten andererseits, unterzeichnet in Cotonou am 23. Juni 2000(1) (Cotonou-Abkommen) und die darin enthaltenen Menschenrechtsklauseln, insbesondere Artikel 9,
- unter Hinweis auf die Artikel 6 und 7 des Vertrags über die Europäische Union (EUV) und Artikel 19 des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union (AEUV), die die Europäische Union und ihre Mitgliedstaaten zur Achtung der Menschenrechte und Grundfreiheiten verpflichten und Mittel zur Bekämpfung von Diskriminierung und Menschenrechtsverletzungen auf EU-Ebene vorsehen,
- unter Hinweis auf die Charta der Grundrechte der Europäischen Union, insbesondere deren Artikel 21, der Diskriminierungen aufgrund der sexuellen Ausrichtung untersagt,
- unter Hinweis auf alle Maßnahmen der Europäischen Union zur Bekämpfung der Homophobie und der Diskriminierung aus Gründen der sexuellen Ausrichtung,
- unter Hinweis auf seine früheren Entschließungen zu Homophobie, Minderheitenschutz und Antidiskriminierungspolitik, insbesondere die Entschließungen vom 18. Januar 2006 zu Homophobie in Europa sowie vom 15. Juni 2006 zur Zunahme von rassistischer Gewalt und von Gewalt gegen Homosexuelle in Europa und vom 26. April 2007 zu Homophobie in Europa,
- unter Hinweis auf die Sitzung des Ausschusses für politische Angelegenheiten der Paritätischen Parlamentarischen Versammlung (PPV) AKP-EU in Luanda vom 28. November 2009,
- in Kenntnis der Entschließung der PPV AKP-EU vom 3. Dezember 2009 zur sozialen und kulturellen Integration und Teilhabe von Jugendlichen,
- gestützt auf Artikel 122 Absatz 5 seiner Geschäftsordnung,
A. in der Erwägung, dass der Abgeordnete David Bahati am 25. September 2009 im ugandischen Parlament den Entwurf eines Gesetzes für Maßnahmen zur Bekämpfung von Homosexualität "Anti Homosexuality Bill 2009" eingereicht hat,
B. in der Erwägung, dass dieser Gesetzentwurf die Einführung härterer Strafen zur strafrechtlichen Verfolgung von Homosexualität und die Verhängung lebenslanger Haftstrafen oder der Todesstrafe gegen mutmaßliche Lesben, Schwule, Bi- oder Transsexuelle (LGBT) vorsieht,
C. in der Erwägung, dass der Gesetzentwurf eine Bestimmung enthält, wonach jede – auch heterosexuelle – Person, die den Behörden nicht innerhalb von 24 Stunden die Identität aller ihr bekannten lesbischen, homosexuellen, bi- oder transsexuellen Personen preisgibt, oder die für die Menschenrechte von Personen eintritt, die lesbisch, schwul, bisexuell oder transsexuell sind, mit einer Gefängnisstrafe von bis zu drei Jahren rechnen muss,
D. in der Erwägung, dass das vorgeschlagene Gesetz es Uganda erlauben würde, alle seine auf internationaler oder regionaler Ebene übernommenen Verpflichtungen zu annullieren, die seiner Ansicht nach zu diesem Gesetz in Widerspruch stehen,
E. in der Erwägung, dass das Gesetz bereits vom Mitglied der Europäischen Kommission De Gucht, der britischen, französischen und schwedischen Regierung sowie vom Präsidenten der Vereinigten Staaten, Barak Obama und dem Vorsitzenden und stellvertretenden Vorsitzenden des Ausschusses für auswärtige Angelegenheiten des US-Repräsentantenhauses verurteilt wurde,
F. in der Erwägung, dass das vorgeschlagene Gesetz von Nichtregierungsorganisationen weltweit und in Uganda selbst als gravierendes Hindernis bei der Bekämpfung von HIV/AIDS in der homosexuellen Bevölkerung scharf kritisiert wurde,
G. unter Hinweis darauf, dass Homosexualität in Afrika nur in 13 Ländern legal ist, in 38 Ländern dagegen unter Strafe gestellt ist, wobei in Ländern wie Mauretanien, Sudan und im Norden Nigerias auf Homosexualität auch die Todesstrafe steht, und in der Erwägung, dass die Annahme eines solchen Gesetzes in Uganda zu Nachahmungseffekten in anderen afrikanischen Ländern führen könnte, wo Menschen aufgrund ihrer sexuellen Ausrichtung bereits verfolgt werden oder verfolgt werden könnten,
- betont, dass die sexuelle Ausrichtung unter das individuelle Recht auf Privatsphäre fällt, das durch die internationalen rechtlichen Übereinkünfte zum Schutz der Menschenrechte garantiert wird, denen zufolge Gleichstellung und Nichtdiskriminierung gefördert werden sollten und die Meinungsfreiheit garantiert werden sollte; verurteilt vor diesem Hintergrund das als "Anti Homosexuality Bill 2009" vorgeschlagene Gesetz;
- fordert in diesem Sinne die politischen Verantwortlichen in Uganda auf, das Gesetz nicht zu billigen und ihre Gesetzgebung zu revidieren, um Homosexualität zu entkriminalisieren;
- erinnert die Regierung Ugandas an ihre Verpflichtungen gemäß dem Völkerrecht und dem Abkommen von Cotonou, das zur Achtung der allgemeinen Menschenrechte aufruft;
- erinnert an die Erklärungen der Afrikanischen Kommission der Menschenrechte und der Rechte der Völker und des Menschenrechtsausschusses der Vereinten Nationen, wonach ein Staat durch seine innerstaatlichen Rechtsvorschriften seine internationalen Verpflichtungen im Bereich der Menschenrechte nicht außer Kraft setzen kann;
- ist zutiefst besorgt darüber, dass internationale Geber, Nichtregierungsorganisationen und humanitäre Hilfsorganisationen, sollte das Gesetz in Kraft treten, ihr Engagement in bestimmten Bereichen möglicherweise überdenken oder einstellen müssten;
- wendet sich entschieden gegen jegliche Bestrebungen, die Todesstrafe einzuführen;
- fordert den Rat und die Kommission auf, unverzüglich bei den ugandischen Regierungsstellen vorstellig zu werden und für den Fall, dass das Gesetz in Kraft tritt und es zu Menschenrechtsverletzungen kommt, ihre Beziehungen zu Uganda neu zu überdenken und möglicherweise auch einen anderen Veranstaltungsort für die Konferenz zur Überarbeitung des Statuts von Rom vorzuschlagen, die für den 31. Mai 2010 geplant ist;
- fordert den Rat, die Kommission und die Mitgliedstaaten auf, die Situation in Drittländern zu analysieren, was Hinrichtungen, Strafverfolgung und Diskriminierung aufgrund der sexuellen Ausrichtung betrifft, und weltweit gemeinsam tätig zu werden, um die Achtung der Menschenrechte in diesen Ländern durch geeignete Mittel, einschließlich einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit mit lokalen Nichtregierungsorganisationen, zu fördern;
- beauftragt seinen Präsidenten, diese Entschließung dem Rat, der Kommission, die Regierungen und Parlamente der Mitgliedstaaten sowie den Präsidenten der Republik Uganda und des ugandischen Parlaments zu übermitteln.
Quelle: Angenommener Text des Europäischen Parlaments in Straßburg vom 17. Dezember 2009
Tags: Europäische Union, Europäisches Parlament, Homosexualität, Todesstrafe, Uganda
-
18Dez
Da ich persönlich im Moment auf der Suche nach einem geeigneten Krankenhaus für eine Darmoperation bin, habe ich mich einmal im Internet umgeschaut. Dabei bin ich auf eine super Seite der AOK gestossen, auf der man anhand unterschiedlichster Kriterien die für einen richtige Klinik schnell finden kann. Da ich selbst von dieser Suchmaschine für Krankenhäuser so begeistert war, möchte ich euch an dieser Stelle den entsprechenden Link zu dem sogenannten Gesundheitsnavigator veröffentlichen.
Bei der Suche nach einem bestimmten Krankenhaus hilf die nachstehende Internet-Suchmaschinen der AOK das für die entsprechende Behandlung beste Krankenhaus in der Umgebung zu finden:
Tags: AOK
An-/Abmeldung, Registrierung
Who's Online
- 0 Members.
- 7 Guests.
Wer ist im Chat online?
- No one
Monatsarchiv
Kategorien
Aktuellste Nachricht
-
03.09.2010
-
03.09.2010
-
03.09.2010
-
02.09.2010
-
30.08.2010


Aktuellster Kommentar