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  • 02Sep

    Sexuelle Aktivitäten gehen zurück – Verhütung so gut wie nie zuvor

     

    Seit 1980 untersucht die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) regelmäßig Einstellungen und Verhaltensweisen 14- bis 17-jähriger Jugendlicher zu Aufklärung, Sexualität und Verhütung. Keine andere Studie in Deutschland zu diesem Thema kann auf einen so langen Vergleichszeitraum zurückblicken. Für die neue Studie "Jugendsexualität 2010" wurden insgesamt 3.542 Jugendliche befragt, darunter 1014 Mädchen und Jungen mit Migrationshintergrund. Die vollständigen Ergebnisse liegen nun vor.

    Deutsche Mädchen und Jungen sind verglichen mit der letzten Repräsentativerhebung aus dem Jahr 2005 seltener früh sexuell aktiv. Bei den 14-jährigen Mädchen sank der Anteil derer mit Geschlechtsverkehrerfahrung deutlich von zwölf auf sieben Prozent, bei den gleichaltrigen Jungen sogar von zehn auf vier Prozent. Bei den 17-jährigen Mädchen reduzierte sich der Anteil von 73 auf 66 Prozent, bei den gleichaltrigen Jungen blieb er mit 65 Prozent nahezu konstant. Dies bedeutet zugleich, dass bis zu einem Alter von 17 Jahren mehr als ein Drittel der jungen Frauen und Männer noch keinen Geschlechtsverkehr gehabt haben. "Annahmen, wonach immer mehr junge Menschen immer früher sexuell aktiv werden, bestätigen sich nicht", erklärt Prof. Dr. Elisabeth Pott, Direktorin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. "Die aktuelle Repräsentativerhebung zeigt, dass seit Mitte der neunziger Jahre die sexuelle Aktivität Jugendlicher fast unverändert und jetzt sogar rückläufig ist."

    In der Regel erleben deutsche Jugendliche ihr "erstes Mal" in einer festen Beziehung. Darüber hinaus ist die Hälfte der sexuell aktiven Mädchen zwischen 14 und 17 Jahren bislang lediglich eine Partnerbeziehung eingegangen. Für deutsche Jungen trifft das auf 40 Prozent zu.

    Jungen aus Migrantenfamilien sind früher und damit insgesamt häufiger sexuell aktiv als deutsche Jungen. Mädchen mit Migrationshintergrund sind deutlich zurückhaltender und begründen das damit, zu jung zu sein. Vor allem bei jungen Frauen muslimischen Glaubens, insbesondere bei türkischen Mädchen, sind nur wenige sexuell aktiv. Die Mehrheit von ihnen findet einen engen Kontakt zum anderen Geschlecht vor der Ehe nicht richtig.

    Erfahrungen mit sexueller Gewalt sind Jugendlichen nicht unbekannt. So berichten 13 Prozent der deutschen Mädchen und 19 Prozent der Mädchen mit Migrationshintergrund über Situationen, in denen sie sich gegen unerwünschte sexuelle Übergriffe oder Gewalt zur Wehr setzen mussten. Von den Jungen berichten dies ein bzw. drei Prozent.

    Verhütungsverhalten wird immer besser – Kondom beliebtestes Verhütungsmittel

     

    Sexuell aktive deutsche Jugendliche zwischen 14 und 17 Jahren verhüten heute bereits beim ersten Mal besser als je zuvor: Nur je acht Prozent der Mädchen und Jungen geben an, keine Verhütungsmittel benutzt zu haben. 1980 lag dieser Anteil mit 20 Prozent bei den Mädchen und 29 Prozent bei den Jungen um ein Vielfaches höher. Die neuen Zahlen zeigen zudem, dass Jungen beim ersten Mal mittlerweile ebenso gut verhüten wie Mädchen.

    Auch bei den Jugendlichen mit Migrationshintergrund hat sich das Verhütungsverhalten verbessert. Doch verglichen mit ihren deutschen Altersgenossen verhüten sie noch immer seltener. So geben zwölf Prozent der Mädchen und 18 Prozent der Jungen mit Migrationshintergrund an, beim ersten Geschlechtsverkehr keine Verhütungsmittel benutzt zu haben. Im Jahr 2005 waren es noch mehr als ein Drittel der Jungen und etwa jedes fünfte Mädchen.

    Das Kondom ist mit deutlichem Abstand das Verhütungsmittel Nummer eins beim ersten Mal. Drei Viertel der deutschen Jungen und Mädchen wenden es beim ersten Geschlechtsverkehr an. Auch Jugendliche mit Migrationshintergrund greifen beim ersten Mal meistens zum Kondom: 75 Prozent der Mädchen und 59 Prozent der Jungen verhüten auf diese Weise. Mit zunehmender sexueller Aktivität ändert sich das Verhütungsverhalten jedoch. Mädchen mit und ohne Migrations-hintergrund verwenden dann häufiger die Pille.

    Eltern und Schule: Starke Partner für Jugendliche

     

    69 Prozent der deutschen Mädchen und 58 Prozent der deutschen Jungen sprechen heute ausführlich mit ihren Eltern über das Thema Verhütung. Das war vor 30 Jahren noch anders: Nur etwas mehr als ein Drittel der Mädchen und nur jeder vierte Junge hatte damals ein Verhütungsgespräch mit seinen Eltern. Eine ähnliche Situation gilt heute noch für viele Jugendliche mit Migrationshintergrund. Lediglich die Hälfte der Mädchen und nur 41 Prozent der Jungen aus Migrantenfamilien erhalten eine Verhütungsberatung im Elternhaus. Bei der Wissensvermittlung rund um die Themen Liebe, Sexualität und Verhütung wird die Schule immer bedeutender. Für Jungen mit Migrationshintergrund ist sie sogar der wichtigste Ort der Aufklärung.

    "Eltern und Schule sind heute starke Partner für Jugendliche", betont Prof. Dr. Elisabeth Pott, Direktorin der BZgA. "Das einmalige verschämte Aufklärungsgespräch von früher ist endgültig vorbei. Die verantwortungsbewusste Sexualaufklärung durch Elternhaus und Schule, vielfältige Beratungsmöglichkeiten und die Informationsangebote der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zu den Themen Liebe, Sexualität und Verhütung haben entscheidend dazu beigetragen, dass Deutschland eine der niedrigsten Teenagerschwangerschaftsraten in Europa hat."

    Aufklärungsmaterialien stehen bei Jugendlichen nach wie vor hoch im Kurs. Das gilt ganz besonders für das Internet. Deswegen entwickelt die BZgA ihre Informationsangebote kontinuierlich weiter. Mit www.loveline.de bietet die BZgA Jugendlichen mit und ohne Migrationshintergrund ein immer aktuelles, auf ihre Bedürfnisse abgestimmtes Medium an.

    Die Studie "Jugendsexualität 2010" steht zum Download unter www.forschung.sexualaufklaerung.de

    Quelle: Pressemitteilung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung vom 02. September 2010

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  • 29Jul

    Eine solidarische Nonne, ein junger HIV-positiver Schwuler, eine professionelle Tätowiererin - das sind drei von sechs Menschen, die ab sofort in einem Videospot für unser neues Info- und Serviceportal aidshilfe.de werben.

    Die Botschaft ist klar: Die Seite hält Informationen über HIV/Aids und andere sexuell übertragbare Krankheiten für alle Zielgruppen bereit. Und: Die richtigen Informationen im entscheidenden Moment können beim Thema HIV sehr wichtig sein. Auf aidshilfe.de sind sie rund um die Uhr und fast überall abrufbar. Mit anderen Worten: "Gut zu wissen - aidshilfe.de"

    Damit möglichst viele Menschen von unserem Angebot auf aidshilfe.de erfahren, bitten wir darum, unseren Videospot in Webseiten zu integrieren und über die sozialen Netzwerke bekannt zu machen. Ausführliche Informationen über aidshilfe.de finden Sie hier.

    Nachfolgend könnt Ihr Euch den Videospot über YouTube ansehen:

     

    This video was embedded using the YouTuber plugin by Roy Tanck. Adobe Flash Player is required to view the video.

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  • 16Jul

    Bonn/Berlin, 16.Juli 2010. Mit gutmobil startete Anfang Juni Deutschlands erstes karitatives Mobilfunkangebot, das seinen Kunden ermöglicht, mit einer monatlichen Spende ein Hilfsprojekt ihrer Wahl zu unterstützen. Ab sofort können Kunden von gutmobil mit ihrer Spende zwei von der Deutschen AIDS-Stiftung geförderte Projekte unterstützen. Zum einen ist dies das Hilfsprogramm DREAM der Gemeinschaft Sant’Egidio in Mosambik. In Mosambik kommen täglich 50 HIV-positive Neugeborene zur Welt. DREAM behandelt und betreut in seinen Gesundheitszentren junge HIV-positive Mütter und ihre Babys vor und nach der Geburt. So konnten bisher rund 10.000 gesunde Kinder zur Welt kommen.

    Mit ihrer Spende können Nutzer von gutmobil aber auch HIV-positiven und aidskranken Männern und Frauen Kranken- und Genesungsreisen ermöglichen. Die Reisen werden von lokalen AIDS-Hilfen organisiert und von der Deutschen AIDS-Stiftung unterstützt. Sie bieten den Betroffenen ein bis zwei Wochen Abstand von ihrem schweren Alltag mit HIV und AIDS und können dadurch neue Kraft sammeln. "Wir wünschen uns durch die Kunden von gutmobil vor allem eine kontinuierliche Unterstützung unserer auf Dauer notwendigen Hilfen", sagt Dr. Volker Mertens, Pressesprecher der Deutschen AIDS-Stiftung.

    Das Mobilfunkangebot der schwarzfunk GmbH mit Sitz in Berlin möchte dem Verlangen der Kunden nach ethischem und nachhaltigem Konsum gerecht werden und kooperiert mit dem ebenfalls in Berlin ansässigen Förderverein Spendenbrücke e.V. Gemeinsames Ziel ist es, nachhaltig Spendengelder für gemeinnützige Organisationen und Projekte zu sammeln. Das Konzept von gutmobil ist folgendes: Der Kunde wählt einen der angebotenen Mobilfunktarife aus und zahlt neben dem monatlichen Grundpreis weitere 3 € Spende für ein gemeinnütziges Projekt. Das Besondere dabei ist, dass der Kunde entscheidet, an welches konkrete Projekt die persönliche Spende geht. Ermöglicht werden die Spenden und das vergleichsweise günstige Preisangebot durch den vollständigen Verzicht auf klassische Werbung, so Thorsten Falger, Geschäftsleiter der schwarzfunk GmbH.

    Quelle: Pressemitteilung der Deutschen AIDS-Stiftung vom 16. Juli 2010

  • 16Jun

    Das Schicksal sportlich nehmen  – "Niemals aufgeben" lautet das Motto des 32-jährigen Münchners, der auch den Krebs besiegte

    Leverkusen, 16. Juni 2010 - Das Leben macht es ihm nicht immer einfach. Aber aufzugeben - das kam für den 32-Jährigen nie in Frage. Jan Wimmer ist eine Kämpfernatur und sprüht vor Energie. Wer ihn auf dem Basketballfeld am Münchner Olympiastadion aus seinem Rollstuhl Körbe werfen sieht, kann nicht glauben, dass der Querschnittsgelähmte erst vor zwei Jahren erfolgreich eine Krebserkrankung bekämpfte. Und seit vier Jahren zusätzlich Tag für Tag seinen Diabetes in Schach hält. 

    Jan Wimmer wurde 1977 mit einem so genannten "offenen Rücken" geboren. Das Leben kennt er deshalb nur im Rollstuhl. Trotzdem besuchte er als Kind Regelschulen und war stets gut integriert. Schon damals ließ er sich von seiner Behinderung nicht unterkriegen: "Vielleicht liegt das an meinem Sternzeichen. Wir Skorpione geben nicht so leicht auf", sagt Wimmer lachend. Nach dem Realschulabschluss zog er als 17-Jähriger von zu Hause aus, um sich in München einer Schülerwohngruppe anzuschließen und eine integrative Fachoberschule zu besuchen. Nach dem Abitur stellte er sich der nächsten Herausforderung: An der Fachhochschule studierte er BWL und schloss 2004 mit dem Diplom ab. Heute arbeitet er in einer Steuerkanzlei. Zur Arbeit fährt er mit seinem Auto, das extra für ihn umgebaut wurde und ihn noch mobiler macht. 

    Immer wieder Schicksalsschläge

    Gerade hatte Jan Wimmer sein Studium beendet und war ins Arbeitsleben gestartet, da traf den Querschnittsgelähmten im Jahr 2006 ein weiterer Schicksalsschlag. Bei einer Routineuntersuchung erzählte er seinem Internisten, dass er seit einiger Zeit extremen Durst verspürte. Die Diagnose war schnell gestellt: "Ich hatte einen Nüchternblutzuckerwert von 294, für meinen Arzt ganz klar ein Typ-2-Diabetes", erinnert sich Wimmer. Auch wenn es scheint, als könne ihn nichts aus der Bahn werfen: Die Mitteilung, nun eine weitere unheilbare Erkrankung meistern zu müssen, war ein Schock für den damals 29-Jährigen. Besonders die Einschränkung beim Essen machte ihm anfangs große Probleme. Bereits vor der Diagnose war es für Jan Wimmer oftmals nicht leicht, seinen Alltag im Rollstuhl zu meistern. Nun kamen weitere Anforderungen hinzu: "Wegen des Diabetes schlucke ich im Schnitt sieben Tabletten am Tag, nachts spritze ich ein Langzeitinsulin", so Wimmer. 

    Schon bald war ihm klar: "Nur Bewegung kann mir helfen, den Diabetes in Schach zu halten und zu kontrollieren. Ich muss was tun". Was für viele Diabetiker nicht einfach ist, war für Wimmer eine doppelte Herausforderung: Er musste sich einen Sport suchen, der ihn begeisterte und den er trotz seiner Behinderung ausüben konnte. Schließlich entschied er sich für Basketball. Seit 2006 trainiert er zweimal wöchentlich, nimmt an Wochenenden an Spielen oder Turnieren teil und fühlt sich sehr gut mit seinem Sport: "Körbe werfen, das ist für mich auch die Bestätigung, im Leben nicht jede Grenze akzeptieren zu müssen", so Wimmer, der 2007 zusätzlich an Krebs erkrankte und die heimtückische Krankheit zwischenzeitlich besiegt hat. Sich auf dem Spielfeld mit der Mannschaft körperlich zu verausgaben, gibt ihm Ausgleich, Kraft und Stärke. Obwohl der Diabetes für ihn nur eine von vielen Aufgaben ist, hat er seine Blutzuckerwerte mittlerweile gut im Griff. Damit es nicht zu gefährlichen Über- oder Unterzuckerungen kommt, kontrolliert Wimmer regelmäßig seinen Blutzucker. "Wenn man so viele Handicaps zu managen hat wie ich, muss die Blutzuckermessung vor allem schnell und einfach sein". Deshalb ist sein Contour® für ihn zum ständigen Begleiter geworden. "Das Blutzuckermessgerät ist klein und handlich, damit komme ich auch auf dem Spielfeld sehr gut klar", bilanziert Wimmer. 

    Mit seinem aktiven Leben will der Hobbybasketballer auch anderen Diabetikern ein Beispiel geben. "Bewegung ist wichtig und für jeden möglich, Ausreden gibt es nicht", schmunzelt der Sportler, den auch seine Freunde und andere Hobbies auf Trab halten: Zeitweise war er erfolgreicher Luftgewehrschütze, wurde dreimal Vereinsmeister und dreimal Schützenkönig. Und im Sommer sieht man ihn häufig mit seinem Handbike die Isar entlang fahren. 

    Teatime am Olympiapark

    Neben seinen sportlichen Aktivitäten pflegt Jan Wimmer auch die britische Lebensart - seine Wohnung in einem Hochhaus am Münchner Olympiapark ist voller Schottenmuster und natürlich wird der Earl Grey aus einer Teekanne im Queen Anne Design eingeschenkt. Häufig trifft man Jan Wimmer in einem englischen Restaurant der Landeshauptstadt an: "Ich habe ein England Faible, deshalb war auch schon einmal die Presse zu Gast", berichtet Wimmer. Titel des Artikels: "Buckingham im Hochhaus". Ab und an lädt der Münchner seine Freunde zu einer viktorianischen Tee-Party ein. Und sicher reist er früher oder später auch wieder über den Ärmelkanal. Jan Wimmer schaut zuversichtlich in die Zukunft. Er kann jedem nur raten: "Mache immer das Beste aus der Situation und gib niemals auf." 

    Mehr Informationen über Diabetes erhalten Sie im Internet unter www.bayerdiabetes.de oder über den Bayer Diabetes Service unter der kostenlosen Rufnummer 0800 5088822.

    Quelle: Pressemitteilung der Bayer AG vom 16. Juni 2010

    Diesen Artikel finde ich auch in Bezug auf HIV-Positive bzw. Aids-Erkrankte interessant. Der Artikel zeigt, dass man trotz vieler Schicksalsschläge sein Leben meistern kann. Ich finde, dass sollte uns allen Ansporn sein.

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  • 10Jun

    Ein neuer EU-Gesetzesentwurf erleichtert Arztbesuche im Ausland. Allerdings setzt eine effiziente inter-europäische Gesundheitsfürsorge zunächst einen sicheren Zugang zu Patientendaten für ausländische Ärzte voraus.

    BERLIN. Die EU-Gesundheitsminister haben sich am Dienstag, 8. Juni, auf vereinfachte Regelungen für Arztbesuche im EU-Ausland verständigt. Patienten sollen künftig frei wählen können, in welchem Land sie sich ambulant behandeln lassen. Doch ohne Zugang zu sensiblen Patientendaten, stehen ausländische Ärzte im Notfall mit leeren Händen da. Forscher des Fraunhofer-Institut für Software- und Systemtechnik ISST arbeiten daher am sicheren Austausch medizinischer Informationen und elektronischer Verschreibungen zwischen Europäischen Gesundheitssystemen.

    In einem Land leben, im anderen Land arbeiten

    Ein typisches Beispiel verdeutlicht die Situation: Eine berufstätige Person lebt in Aachen und arbeitet in Maastricht. In einem medizinischen Notfall muss sie sowohl in Deutschland als auch in den Niederlanden optimal versorgt werden. Ärzte in beiden Ländern müssen dafür in der Lage sein, die wichtigsten Patientendaten auszutauschen. Auch für Touristen kann es lebenswichtig sein, dass ausländischen Ärzten im Falle eines medizinischen Notfalls die Patientengeschichte bekannt ist, zum Beispiel bei chronischen Erkrankungen. Um Fehler in der Behandlung von Touristen zu vermeiden, müssen auch im Ausland den Ärzten relevante Information sofort ­ und im Idealfall in der Landessprache ­ zugänglich sein.

    Erfahrungen in Deutschland

    “Innerhalb Europas ist es keine Seltenheit, in einem Land zu wohnen und in einem anderen zu arbeiten. Es gehört daher zu den Schlüsselprioritäten der EU, den Bürgern gleichzeitig Mobilität und Sicherheit zu gewährleisten. Der Zugriff auf medizinische Daten ist dabei von großer Brisanz”, erklärt Dr. Jörg Caumanns, Abteilungsleiter am Fraunhofer ISST. Bereits seit Jahren arbeitet er mit seinem Team an Technologien für den Austausch hochsensibler Daten und entwickelt Strategien für deren Schutz - zum Beispiel im Gesundheitswesen, der öffentlichen Verwaltung und dem Finanzwesen.

    Gemeinsam mit 27 Projektpartnern aus insgesamt 12 EU-Staaten arbeiten die Fraunhofer-Forscher im Auftrag der Europäischen Union am Aufbau einer allgemeinen Infrastruktur für europäische eHealth-Informationen. Bereits bis 2011 sollen erste Ergebnisse vorliegen. Grundlegende Erfahrungen gibt es bereits für das Gesundheitssystem in Deutschland: 2006 startete die Arbeit an der elektronischen Fallakte (eFa) als erster einheitlicher Kooperationsbasis für den Austausch von Patienteninformationen. Die eFa ist heute ein deutschlandweiter Standard für alle Leistungserbringer im Gesundheitswesen.

    Quelle: Pressemitteilung des Fraunhofer-Instituts für Software- und Systemtechnik ISST vom 10. Juni 2010

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  • 10Jun

    Markmiller: “Sport macht Kinder und Jugendliche in Entwicklungsprojekten zu Gewinnern”

    Anlässlich der Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika fordert CARE Deutschland-Luxemburg mehr Unterstützung für Sportprojekte in Entwicklungsländern, auch außerhalb der WM-Zeiten. “In der internationalen Entwicklungszusammenarbeit steht der Sport eher im Abseits. Dabei bereitet er den Nährboden für erfolgreiche Entwicklung”, sagt Dr. Anton Markmiller, Hauptgeschäftsführer von CARE Deutschland-Luxemburg.

    “Durch Sportprojekte lernen Jugendliche Disziplin, Toleranz und Selbstbewusstsein. Alles Eigenschaften, die sie brauchen, um sich selbst aus der Armut herauszukämpfen.” CARE nutze den Sport, um Jugendliche in Kenia, Kambodscha und Südafrika von der Straße zu holen und sie über die Gefahren von AIDS, Drogen und Kriminalität aufzuklären. In Haiti integriere CARE Sport in die Nothilfeprojekte, um mit den Kindern und Jugendlichen die traumatischen Erinnerungen an das Erdbeben vom Januar 2010 zu verarbeiten.

    Ausführliche Informationen zur Bedeutung des Sports in der Entwicklungszusammenarbeit finden Sie im aktuellen Magazin CARE affair. Online durchklicken unter http://www.care.de/careaffair-sport.html

    Online-Torwandschießen

    Ein Original Fanhelm aus Südafrika, bunte Vuvuzelas, ein Kicker-Abo und von Fußballprofis handsignierte Fußbälle sind nur einige der insgesamt 66 Gewinne, die man beim Online-Torwandschießen erkicken kann. Mitmachen kann jeder ab sofort unter: http://www.care.de/kicken_und_gewinnen.html

    Projektbeispiel Südafrika

    Im Sportprojekt “Kick it” können Kinder und Jugendliche im Township Soshanguve Fußball, Korb- und Volleyball spielen und an Wettkämpfen und Turnieren teilnehmen. Ein begleitendes Betreuungsprogramm klärt darüber hinaus über die Gefahren von AIDS, aber auch über Drogenmissbrauch und Kriminalität auf. Ziel ist es, die Kinder und Jugendlichen durch Sport und Aufklärung mental und körperlich zu stärken. Sie gewinnen neues Selbstbewusstsein und lernen, ihr Leben auch unter schwierigen Bedingungen selbst in die Hand zu nehmen. In der Gruppe erfahren sie ein Gemeinschafts- und Zugehörigkeitsgefühl, das ihnen ihre Familien oft nicht mehr bieten können. Mehr Informationen: http://www.care.de/suedafrika_kickit.html

    Fotogalerien zum Thema Sport und Entwicklungsprojekte

    Kick it: http://www.care.de/fotogalerie-kick-it.html

    Die Player des Mathare Slums: http://www.care.de/fotogalerie-player-mathare.html

    Quelle: Pressemitteilung von care vom 10. Juni 2010

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  • 09Jun

    Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung gewinnt beim Branchenpreis für das Gesundheitswesen

    Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) hat den diesjährigen dfg-Award in der Kategorie "Kommunikation und Vermarktung"  für die Präventionskampagne "Gib Aids keine Chance" erhalten. Die Redaktion des "dfg – Dienst für Gesellschaftspolitik" in Berlin und der MC.B Verlag GmbH haben den Branchenpreis für das Gesundheitswesen, den "dfg-Award", zum zweiten Mal ausgeschrieben, um herausragende Leistungen des Gesundheitswesens zu würdigen.

    Aus einer Vielzahl von Bewerbungen wurden in diesem Jahr insgesamt 25 Kandidaten in fünf Kategorien nominiert, aus denen die Entscheidungsträger im Gesundheitswesen unter notarieller Aufsicht fünf Preisträger ausgewählt haben. Einer davon ist die BZgA. Wie es in der Begründung heißt, gehört die Aidskampagne, die seit 2005 auch vom Verband der privaten Krankenversicherung e.V. (PKV) gefördert wird, zu den kommunikativen Klassikern. In ihrer Laudatio betonte Gudrun Schaich-Walch, ehemalige Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesgesundheitsministerium und Jurymitglied des dfg-Awards, dass es sich bei "Gib Aids keine Chance" um DIE erfolgreichste Kampagne im Gesundheitswesen handelt.

    Der Kampagne sei es in über 20 Jahren immer wieder aufs Neue gelungen, die unterschiedlichen Zielgruppen in Wort und Bild zu erreichen. Die guten Erfahrungen dieses Kommunikationskonzeptes überträgt die BZgA inzwischen auch erfolgreich auf andere Themenfelder.   Prof. Dr. Elisabeth Pott, Direktorin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, dankt dem Verlag für Gesellschaftspolitik, der Jury des diesjährigen dfg-Awards und allen, die sich für die Aidspräventionskampagne ausgesprochen haben, sehr herzlich für die Auszeichnung. "Dass "Gib Aids keine Chance" eine so große Zustimmung erhalten hat sind eine große Ehre und Freude zugleich. Vor allem in den vergangenen Jahren hat die Förderung durch die PKV wesentlich zum Erfolg der Prävention beigetragen. So wurde viel Leid, das eine Neuansteckung mit HIV bedeutet, verhindert. Gleichzeitig wurde das Gesundheitswesen finanziell entlastet. Die Kosten einer HIV-Infektion über die gesamte Lebenszeit eines Betroffenen werden mit rund 500.000 Euro beziffert", so Elisabeth Pott.

    Weitere Informationen: www.dfg-online.de www.gib-aids-keine-chance.de

    Quelle: Pressemitteilung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) vom 09. Juni 2010

    Zu dem Thema empfehle ich Euch auch die folgenden Artikel:

    04. Juni 2010 – Philipp Lahm ruft Fans zu Schutz vor HIV/Aids auf

    29. April 2010 – Neue Staffel der mach's mit-Aidsprävention

    25. Februar 2010 – Bundeswettbewerb Aidsprävention 2010 ausgeschrieben

    17. November 2009 – Zum Welt-Aids-Tag: Kondome - kein alter Hut!

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  • 07Jun

    Sozialverband VdK kritisiert Haushaltskonsolidierung zu Lasten der Schwächsten

    Der Sozialverband VdK Deutschland reagiert mit Unverständnis und scharfer Kritik auf die Sparbeschlüsse der Bundesregierung. VdK-Präsidentin Ulrike Mascher bezeichnete es als “völlig verfehlt, bei denjenigen Bevölkerungsgruppen den Rotstift anzusetzen, die bereits in Armut leben oder von Armut bedroht sind. Die Sparbeschlüsse der Bundesregierung sowie die zu erwartenden Zusatzbeiträge in der Gesetzlichen Krankenversicherung werden die Armutstendenzen bei Jung und Alt verstärken”, prognostizierte die VdK-Präsidentin.

    Mascher: “Die soziale Spaltung in Deutschland wird zunehmen, die Kluft zwischen Arm und Reich weiter wachsen. Das widerspricht dem Koalitionsvertrag, in dem sich Union und FDP das Ziel der Vermeidung von Armut, insbesondere von Altersarmut gesteckt haben. Dass die Bundesregierung ausgerechnet im ‘Europäischen Jahr zur Bekämpfung von Armut’ eine Haushaltskonsolidierung zu Lasten der Schwächsten betreibt, führt die Ziele dieses Jahres ad absurdum.”

    “Sozialabbau ist der falsche Weg: Er mindert die Kaufkraft breiter Bevölkerungsgruppen, schwächt die Konjunktur, fördert die Politikverdrossenheit und gefährdet den sozialen Frieden”, betonte die VdK-Präsidentin.

    Laut Statistischem Bundesamt waren bereits 2007 vor Ausbruch der Finanz- und Wirtschaftskrise 15 Prozent der Bevölkerung in Deutschland, das sind 12,5 Millionen Menschen, von Armut bedroht.

    Zu den geplanten Sparmaßnahmen im Sozialhaushalt im Einzelnen erklärte VdK-Präsidentin Ulrike Mascher:

    1. Durch den Wegfall der Zuschläge beim Übergang von Arbeitslosengeld I zu Arbeitslosengeld II fallen Arbeitslose, auch diejenigen die jahrzehntelang gearbeitet haben, jetzt noch schneller auf Hartz-IV-Niveau.
    2. Den Langzeitarbeitslosen die ohnehin lächerlich niedrige rentenrechtliche Absicherung von monatlich 2,09 Euro pro Jahr der Arbeitslosigkeit ganz zu streichen, statt diese deutlich zu erhöhen, ist zynisch. Für diesen Personenkreis ist Altersarmut so gut wie vorprogrammiert.
    3. Ältere oder gesundheitlich beeinträchtigte Arbeitslose werden noch schlechter einen neuen Job finden als bisher, wenn bei Wiedereingliederungsmaßnahmen der Bundesagentur für Arbeit drastisch gespart wird.
    4. Wenn das Elterngeld für Hartz-IV-Familien wegfallen soll, trifft es die Ärmsten der Armen. Angesichts der Tatsache, dass die Bundesregierung vom Bundesverfassungsgericht im Februar den Auftrag bekam, bis zum Ende des Jahres die Regelsätze, insbesondere bei Kindern, neu und bedarfsgerecht zu berechnen, damit nicht nur das physische, sondern auch das soziokulturelle Existenzminimum gewährleistet werden kann, ist diese Sparmaßnahme völlig kontraproduktiv.
    5. Soziale Kälte strahlt der Beschluss aus, Wohngeldempfängern den 2008 eingeführten Heizkostenzuschuss wieder zu streichen. Das wird insbesondere ältere Menschen mit geringen Renten besonders hart treffen.

    Die VdK-Präsidentin machte sich stattdessen für eine Erhöhung des Spitzensteuersatzes von 42 auf mindestens 47 Prozent stark. “Diejenigen, die es sich finanziell leisten können, müssen als Erste zur Sanierung des Haushalts herangezogen werden”, forderte Mascher.

    Quelle: Pressemitteilung des Sozialverbands VdK Deutschland vom 07. Juni 2010

    Zu dem Thema empfehle ich Euch auch den folgenden Artikel:

    07. Juni 2010 – Sozialer Sprengsatz: Scharfe Kritik des Paritätischen an Konsolidierungsprogramm der Bundesregierung

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  • 07Jun

    Als absolut inakzeptabel kritisiert der Paritätische Wohlfahrtsverband das von der Bundesregierung verabschiedete Sparpaket. Der Verband fordert die Rücknahme der arbeitsmarktpolitischen Kürzungen und warnt vor dem Auseinanderbrechen der Gesellschaft. Zur Konsolidierung des Haushalts fordert er vor allem die Beseitigung von Steuerprivilegien wie etwa für Erben und Vermögende.

    "Das Sparpaket offenbart, welch Geistes Kind diese Koalition ist. Statt von den Starken zu nehmen um den Schwachen zu helfen, wird skrupellos ausgerechnet bei den Ärmsten gespart", kritisiert Hauptgeschäftsführer Ulrich Schneider. Spitzenverdiener und Vermögende blieben von den Sparmaßnahmen so gut wie ausgenommen, während insbesondere bei Arbeitslosen und ihren Familien auf unverantwortliche Weise gekürzt werde.

    Die beschlossenen Kürzungen bei Hartz IV dienten vor allem der Drangsalierung von Arbeitslosen und hätten keinen nennenswerten finanzpolitischen Effekt. "Es ist heuchlerisch, derartige Maßnahmen mit einer Effizienzsteigerung im Bereich der Arbeitsmarktpolitik zu begründen. Die anhaltend hohe Arbeitslosenzahl belegt, dass gerade hier keinerlei Spielräume für Kürzungen sind", so Schneider.

    Der Verband warnt vor den sozialen Folgen dieser rigorosen Politik zu Lasten der Schwächsten. "Dieses Maßnahmenpaket gleicht einem sozialen Sprengsatz. Es schafft keine Arbeitsplätze, sondern wird die Armut in unserem Land verschärfen. Nach den Milliardenhilfen für Banken und Automobilindustrie werden die Bürgerinnen und Bürger diese Ungerechtigkeiten nicht mittragen", so Schneider.

    Der Verband fordert die Rücknahme der Kürzungen in der Arbeitsmarktpolitik und empfiehlt, Einsparmöglichkeiten endlich dort auszuschöpfen, wo tatsächlich Geld im Überfluss vorhanden ist. "Solange Deutschland eine Steueroase für Erben, Vermögende und Spekulanten darstellt, kann von sozialer Gerechtigkeit keine Rede sein. Um eine ausgewogene, faire und gerechte Haushaltskonsolidierung zu gewähren, muss sich die Regierung endlich an die Einnahmenseite heran trauen", fordert Schneider.

    Quelle: Pressemitteilung des Paritätischen Gesamtverbandes vom 07. Juni 2010

    Zu dem Thema empfehle ich Euch auch den folgenden Artikel:

    07. Juni 2010 – VdK: Sparbeschlüsse führen zu mehr Armut

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  • 03Jun

    “Angesichts Israels bisher geringer Bereitschaft gesetzeswidrige Tötungen durch bewaffnete Kräfte zu untersuchen, soll die internationale Gemeinschaft jede Untersuchung genau beobachten und sicherstellen, dass grundlegende internationale Standards eingehalten und die Täter zur Rechenschaft gezogen werden.”

    Sarah Leah Whitson, Direktorin der Abteilung Naher Osten von Human Rights Watch

    (New York, 31. Mai 2010) - Israel soll umgehend eine glaubwürdige und unabhängige Untersuchung der Todesfälle von mindestens zehn Aktivisten durchführen, nachdem israelische Sicherheitskräfte Schiffe der “Hilfsflotte” für Gaza geentert hatten, so Human Rights Watch.

    Human Rights Watch betonte, dass der Vorfall, bei dem auch Dutzende Aktivisten und mehrere israelische Soldaten Berichten zufolge verletzt wurden, zu großer Sorge Anlass gibt bezüglich des möglicherweise gesetzeswidrigen und übermäßigen Einsatzes von tödlicher Gewalt.

    “Eine sofortige, glaubwürdige und unabhängige Untersuchung ist absolut notwendig, um festzustellen, ob der Einsatz tödlicher Gewalt durch das israelische Kommando nötig war, um Leben zu schützen, und ob er hätte vermieden werden können”, so Sarah Leah Whitson, Direktorin der Abteilung Naher Osten von Human Rights Watch. “Angesichts Israels bisher geringer Bereitschaft gesetzeswidrige Tötungen durch bewaffnete Kräfte zu untersuchen, soll die internationale Gemeinschaft jede Untersuchung genau beobachten und sicherstellen, dass grundlegende internationale Standards eingehalten und die Täter zur Rechenschaft gezogen werden.”

    Gemäß Berichten haben israelische Kommando-Einheiten Schiffe der Hilfsflotte am 31. Mai um 4 Uhr geentert. Etwa 700 Aktivisten waren auf den sechs Schiffen der Flotte. Die Organisatoren sagten, dass humanitäre Hilfsgüter für Gaza transportiert wurden, darunter Zement, Rollstühle und Material für die Wasserversorgung. Die Aktivisten berichteten, dass die Schiffe 70 Seemeilen von der Küste entfernt waren, als Israels Sicherheitskräfte die Schiffe enterten.

    Nach Angaben der israelischen Regierung leisteten die Aktivisten auf dem Schiff gewaltsamen Widerstand gegen die israelischen Kommando-Einheiten, wobei zwei Soldaten verletzt wurden. Aktivisten auf den Schiffen behaupteten, dass die israelischen Sicherheitskräfte unbewaffnete Teilnehmer der humanitären Hilfsflotte getötet hätten. Human Rights Watch konnte bis jetzt noch keine eigenen Untersuchungen durchführen, um die Richtigkeit der Berichte zu überprüfen. Die Regierung hatte die Flotte gewarnt, die israelische Blockade des Gaza-Streifens zu brechen.

    “Dass die israelische Regierung die Flotte ablehnt, war bekannt. Doch die wichtigsten Fragen wurden nicht beantwortet - ob die israelischen Soldaten gesetzeswidrige tödliche Gewalt auf der Flotte angewendet haben und ob es eine andere Möglichkeit gegeben hat, um die Gewaltanwendung zu vermeiden”, so Whitson.

    Human Rights Watch forderte Israel auf, allen verhafteten und verletzten Teilnehmern der Flotte umgehend Zugang zu einem Rechtsbeistand und zu ihren Familien zu gewähren und die Identität aller Verletzten und Getöteten offenzulegen. Laut den Organisatoren der Flotte haben die israelischen Behörden den im Hafen von Aschdod Verhafteten den Zugang zu ihren Anwälten verweigert. Auch ist bis jetzt noch nicht bekannt, in welchem Krankenhaus die Verwundeten versorgt werden. Jegliche Berichterstattung direkt von der Flotte und die Kommunikation zwischen Flottenteilnehmern werden blockiert und die Namen der Getöteten wurden noch nicht veröffentlicht.

    Israel hat über Gazas Land- und Seegrenze seit Juni 2007 eine Blockade verhängt, als die Hamas die Kontrolle über das Gebiet übernommen hatte. Ägypten ist dabei an der südlichen Grenze des Gaza-Streifens ein wichtiger Partner. Die Blockade, die einer gesetzeswidrigen Kollektivstrafe der Zivilbevölkerung in Gaza gleichkommt, hat die Wirtschaft schwer getroffen und 70 bis 80 Prozent der Bewohner in Armut und abhängig von humanitärer Hilfe zurückgelassen.

    Die UN-Grundprinzipien für die Anwendung von Gewalt und den Gebrauch von Schusswaffen durch Beamte mit Polizeibefugnissen legen fest, dass Behörden so weit wie möglich gewaltfreie Mittel anwenden sollen, bevor sie auf den Einsatz von Gewalt und Schusswaffen zurückgreifen. Die Grundprinzipien schreiben auch fest, dass bei einem unvermeidbaren gesetzesmäßigen Einsatz von Gewalt und Schusswaffen die Behörden zurückhaltend und verhältnismäßig zur Ernsthaftigkeit des Vergehens handeln sollen. Tödliche Gewalt soll nur dann angewendet werden, wenn sie unvermeidbar ist, um Leben zu schützen. Die Grundprinzipien fordern auch eine effektive Berichterstattung sowie einen Überprüfungsprozess, besonders bei Todesfällen und schweren Verletzungen.

    Quelle: Meldung von Human Rights Watch vom 31. Mai 2010

    Zu dem Thema empfehle ich Euch auch den folgenden Artikel:

    03. Juni 2010 – Israel: Full, Impartial Investigation of Flotilla Killings Essential – Gleiche Meldung in englischer Sprache

    02. Juni 2010 – Humanitarian convoy: MEPs condemn Israeli commando operation

    01. Juni 2010 - Israels tödlicher Angriff auf den Hilfskonvoi für den Gaza-Streifen schockiert die Welt

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