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  • 18Mrz

    VdK-Präsidentin Mascher: “Geringverdiener und Rentner sind die Verlierer”

    Der Sozialverband VdK Deutschland kritisierte die Pläne von Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler, ab 2011 eine zusätzliche Kopfpauschale von voraussichtlich 29 Euro im Monat einzuführen. VdK-Präsidentin Ulrike Mascher: “Die gesetzlich krankenversicherten Arbeitnehmer und Rentner werden durch solch unausgegorene Pläne nur verunsichert. Krankenversicherungsbeitrag, Zusatzbeitrag, Kopfpauschale oder Gesundheitsprämie, Sonderbeitrag und Sozialausgleich – Wer soll das noch durchschauen? Bereits der Gesundheitsfonds war eine Fehlkonstruktion, doch jetzt droht wohl wirklich ein bürokratisches Monstrum.”

    Die geplanten 29 Euro Kopfpauschale bedeuten nach Auffassung des VdK für Geringverdiener und Rentner eine erhebliche zusätzliche Belastung, die nicht durch das Wegfallen des 0,9-prozentigen Sonderbeitrags ausgeglichen werden könne. Der von Rösler versprochene Sozialausgleich aus der Staatskasse würde Millionen Menschen zu Bittstellern machen.

    Offen bleibe auch, ob Röslers Gesamtrechnung aufgehe. Zwar würde eine Kopfprämie in Höhe von 29 Euro rein rechnerisch für 14,7 Milliarden Euro Mehreinnahmen sorgen. Dem stehen aber Einnahmeverluste in Höhe von 10 Milliarden Euro durch den geplanten Wegfall des 0,9-prozentigen Sonderbeitrags gegenüber sowie ein für 2011 vorausgesagtes Defizit von 11 Milliarden Euro im Gesundheitsfonds und die notwendige Finanzierung des Sozialausgleichs in Höhe von 5 Milliarden Euro. “Solide finanziert sieht anders aus”, erklärte VdK-Präsidentin Mascher.

    Quelle: Pressemitteilung des Sozialverbandes Deutschand VdK (Michael Pausder) vom 15. März 2010

    Zu dem Thema empfehle ich Euch auch die folgenden Artikel:

    17. März 2010 – Regierungskommission zur nachhaltigen und sozial ausgewogenen Finanzierung des Gesundheitswesens nimmt ihre Arbeit auf

    27. Februar 2010 – Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und FDP – Thema: Gesundheitspolitik

    24. Februar 2010 – Regierungskommission zur nachhaltigen und sozial ausgewogenen Finanzierung des Gesundheitswesens eingesetzt

    19. Februar 2010 – Dr. Wolfgang Plischke: “Wir setzen auf Direktverträge”

    19. Februar 2010 – AOK-Rabattverträge fördern Wettbewerb und stützen mittelständische Unternehmen

    18. Februar 2010 – Bundesgesundheitsminister Rösler: Gute Arzneimittelversorgung und effizienter Einsatz der Versichertengelder

    07. Februar 2010 – Beim Fiskus klingelt die Kasse: 4,35 Milliarden Euro Mehrwertsteuer auf Arzneimittel

    05. Februar 2010 – Politiker sollten an ihren Taten gemessen werden

    29. Januar 2010 – “In der jetzigen Form sind Zusatzbeiträge unsozial.”

    29. Januar 2010 – Gesundheitspolitik 2010 - Was denken die Menschen?

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  • 17Mrz

    Unter Federführung des Bundesgesundheitsministeriums ist heute erstmals die Regierungskommission zur nachhaltigen und sozialen Finanzierung des Gesundheitswesens zusammengekommen. Aufgabe der Kommission ist es, für ein solides und auch in Zukunft tragfähiges Finanzierungssystem der gesetzlichen Krankenversicherung zu sorgen. Neben den acht beteiligten Bundesministerien nahmen an dem Gespräch auch die gesundheitspolitischen Experten der Regierungsfraktionen sowie der Präsident des Bundesversicherungsamtes, Dr. Maximilian Gassner, und der Vorsitzende des Sachverständigenrates zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen, Prof. Eberhard Wille, teil.

    Dazu Bundesgesundheitsminister Dr. Philipp Rösler: „Auf der heutigen Sitzung ist einmal mehr deutlich geworden, dass die anstehenden Probleme im Gesundheitswesen nur durch Verbesserung des Systems zu lösen sind. Die Koalition hat sich daher vorgenommen, den Einstieg in ein System mit prämienfinanziertem Anteil und Sozialausgleich zu schaffen. Das wird uns in den nächsten Wochen beschäftigen.“ Der Minister betonte: „Wir betrachten aber nicht nur die Einnahmenseite. Auf der Ausgabenseite bin ich dabei, durchdachte Sparkonzepte erarbeiten zu lassen. Ein entsprechendes Konzept für den Arzneibereich werde ich schon bald der Öffentlichkeit vorstellen.“

    Bundesgesundheitsminister Dr. Philipp Rösler: „Wir sind angetreten, die Krankenkassen mit einer robusten Finanzierung auszustatten. Wir wollen, dass die exzellente medizinische Versorgung in Deutschland für alle Bürgerinnen und Bürger bezahlbar bleibt. Die Arbeit der Regierungskommission ist dabei ein zentraler Baustein.“

    Quelle: Pressemitteilung der Bundesministerium für Gesundheit vom 17. März 2010
    Foto: S. Luft

    Zu dem Thema empfehle ich Euch auch meine folgenden Artikel:

    27. Februar 2010 – Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und FDP – Thema: Gesundheitspolitik

    24. Februar 2010 – Regierungskommission zur nachhaltigen und sozial ausgewogenen Finanzierung des Gesundheitswesens eingesetzt

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  • 16Mrz

    Fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker und lesen Sie den Beipackzettel in der Tablettenschachtel. Was ist, wenn gerade kein Arzt zugegen ist und der Beipackzettel zu unverständlich ist? Die Europaparlamentarier wollen bessere und klarere Informationen, um den Verbrauchern die Orientierung am Markt mit Arzneimitteln zu erleichtern.

    Informationen über verschreibungspflichtige Arzneimittel sollen im Idealfall werbefrei im Internet zugänglich sein und durch Fachpublikationen einem breiten Publikum zugänglich gemacht werden. In Funk und Fernsehen soll hingegen keine Reklame mit Arzneimitteln gemacht werden.

    Workshop im Parlament

    Am Donnerstag den 4. März fand im Parlament ein Workshop zum Thema statt, bei dem Experten über die besten Wege diskutierten, wie man verbrauchergerechte Informationen über Arzneimittel verbreiten kann.

    Welche Dosierung ist richtig?

    Viele Probleme, die heutzutage mit der Einnahme von Medikamenten zusammenhängen, beruhen auf der Tatsache, dass die Patienten oft auf sich selbst angewiesen sind, um die richtige Dosierung festzustellen. Studien zufolge nahmen mindestens die Hälfte der Betroffenen ihre vorgeschriebenen Arzneimittel falsch ein, was oft zu Komplikationen führen kann und auf mangelnde Informationen zurückgeführt werden kann.

    Verständlichere Packungsbeilagen

    Die Europaparlamentarier fordern daher, dass die Packungsbeilagen in einer verständlichen und in Europa einheitlichen Form geschrieben werden, mit klaren Fakten und übersichtlichen Informationen. Außerdem sollten alle Packungsbeilagen auch im Internat als Download zur Verfügung stehen.  

    Nationale Agenturen statt nur Informationen von Herstellern

    Der portugiesische Sozialdemokrat Antonio Fernando Correia de Campos forderte beispielsweise, dass die Informationen nicht nur von den Herstellern kommen sollten, sondern durch nationale und internationale Agenturen festgeschrieben werden sollten.

    Plenarabstimmung im September

    Das Thema wird im Juni im Ausschuss für Umwelt behandelt und kommt im September ins Plenum zur Abstimmung im Rahmen einer umfassenden Gesetzesinitiative über Arzneimittel.

    Quelle: Pressemitteilung des Europäischen Parlaments vom 16. März 2010

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  • 16Mrz

    Der Haushalt des Bundesgesundheitsministeriums ist mit rund 430 Millionen Euro einer von den kleineren Etats in dem Haushaltsentwurf 2010. Der Gesamtansatz von rund 16,13 Milliarden Euro liegt aber deutlich höher. Ursache ist der Bundeszuschuss von 15,7 Milliarden Euro.

    Damit beteiligt sich der Bund an gesamtgesellschaftlichen Aufgaben, insbesondere der beitragsfreien Mitversicherung. Auch der Ausgleich von  krisenbedingten Einnahmeausfällen in der gesetzlichen Krankenversicherung in Höhe von 3,9 Milliarden Euro in 2010 ist in diesem Betrag enthalten.  

    Reformbedarf

    Gleichwohl befinden sich die gesetzlichen Krankenversicherungen in einer schwierigen finanziellen Situation. Voraussichtlich werden in diesem Jahr weitere vier Milliarden Euro fehlen.

    Deshalb diskutieren einige Kassen die Erhebung eines Zusatzbeitrages. Die Schlussfolgerung lautet: Es reicht nicht allein aus, Geld in das System hineinzugeben. Das System insgesamt gehört verbessert.

    Die Menschen brauchen ein Gesundheitssystem, auf das sie sich verlassen können und das für jeden bezahlbar bleibt. “Das vorhandene System ist unfertig, nicht zu Ende gedacht und für viele Menschen sozial ungerecht”, sagte Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler im Deutschen Bundestag.

    “Es trifft vor allem die Schwachen” in unserem Lande. Demnächst werden gerade diejenigen, die ohnehin schon wenig Einkommen zur Verfügung haben, die Zusatzbeiträge zu spüren bekommen. Und zwar ohne jeglichen Sozialausgleich.

    “Kein Beitrag ohne Sozialausgleich”

    Es gelte, diesen Geburtsfehler zu beseitigen, befand der Minister. Dazu gehören für ihn einkommensunabhängige Beiträge, verbunden mit dem Grundsatz “kein Beitrag ohne Sozialausgleich”, so Rösler. Es gehe nicht allein darum, die Einnahmenseite zu stabilisieren. Gerade in der heutigen Zeit heiße es, auch auf die Ausgaben Acht zu geben.

    Den Versicherten verpflichtet

    “Wir werden uns deshalb jeden Bereich im Gesundheitssystem ansehen und prüfen, ob dort effizient mit Versichertengeldern umgegangen wird oder nicht”, kündigte Rösler an. Und er fuhr fort: “Ich will ausdrücklich festhalten: Dabei kann es für keinen der Beteiligten einen Freibrief geben. Im Gegenteil, es gibt nur eine Gruppe, der wir als Koalition uns verpflichtet fühlen: und zwar die 70 Millionen Versicherten.”

    Quelle: Pressemitteilung der Deutschen Bundesregierung vom 15. März 2010

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  • 16Mrz

    71 Prozent aller Mitglieder in der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) plädieren dafür, dass ihre Krankenkasse nur dann die Kosten für ein neues Medikament übernehmen soll, wenn dieses auch einen höheren Nutzen für die Patienten hat. Mit diesem Ergebnis des aktuellen Gesundheitsmonitors der Bertelsmann Stiftung stärken die Krankenversicherten Gesundheitsminister Philipp Rösler in der Auseinandersetzung mit der Pharmaindustrie um niedrigere Medikamentenpreise tendenziell den Rücken.

    Überwiegend ablehnend stehen die Versicherten der Neuerung durch das Wettbewerbsstärkungsgesetz von 2007 gegenüber, wonach der zu erstattende Höchstbetrag davon abhängen soll, um wie viel das neue Medikament besser ist. Nur jeder Fünfte steht momentan einer solchen gestaffelten Übernahmeregelung der Kosten offen gegenüber. Die überwältigende Mehrheit (81 Prozent) will, sobald ein Nutzen nachgewiesen ist, die vollen Kosten erstattet wissen. Es zeigt sich jedoch, dass die Großzügigkeit der Versicherten gegenüber der Pharmaindustrie in konkreten Entscheidungssituationen deutlich abnimmt. Informiert man die Versicherten, dass ein bereits existierendes Medikament 400 Euro kostet und sagt ihnen dann, das neue Mittel dürfte mit Blick auf die Höhe des Zusatznutzen nicht 700 sondern 500 Euro kosten, dann zeigen sich nur noch 49 Prozent so großzügig. Wenn dagegen der Zusatznutzen eines Medikaments insgesamt in Frage steht, votiert die deutliche Mehrheit gegen eine Kostenübernahme (65 Prozent).

    Zudem wurde vom Gesetzgeber vorgegeben, dass bei der Bewertung des Nutzens eines Medikaments auch die Verbesserung der Lebensqualität berücksichtigt werden muss. Es zeigt sich, dass die Versicherten hierbei besonders großen Wert auf die Vermeidung von Schmerzen und Beschwerden (96 Prozent) sowie von Angst- und Depressionszuständen (91 Prozent) legen.

    “Die Ergebnisse des Gesundheitsmonitors legen nahe, dass die Versicherten von der Kopplung der Kostenerstattung an die Höhe des Nutzens überzeugt werden könnten”, interpretiert Dr. Brigitte Mohn, Vorstandsmitglied der Bertelsmann Stiftung, die Ergebnisse des Gesundheitsmonitors. Ein viel versprechender Weg könne die gezielte Information über den Prozess der Bestimmung von Regelzuzahlungen sein, aber auch über die damit verbundenen Kostenersparnisse für die Versicherten.

    Der Gesundheitsmonitor der Bertelsmann Stiftung befragt jedes Jahr 1.500 Personen zu aktuellen Themen im Politikfeld Gesundheit. Die Befragten repräsentieren den Bevölkerungsdurchschnitt. Aufgrund der Komplexität der Fragen werden die Fragen schriftlich beantwortet.

    Weitere Informationen:

    Jan Böcken, Bernard Braun, Juliane Landmann (Hrsg.)
    Gesundheitsmonitor 2009

    Gesundheitsversorgung und Gestaltungsoptionen aus der Perspektive der Bevölkerung

    Das Buch kann unter dem folgenden Link bei der Bertelsmann Stiftung bestellt werden:

    http://www.bertelsmann-stiftung.de/cps/rde/xchg/SID-ED25E8EF-D0F41198/bst/hs.xsl/publikationen_97676.htm

    Quelle: Pressemeldung der Bertelsmann Stiftung vom 11. März 2010

    Zu dem Thema empfehle ich Euch auch die folgenden Artikel:

    13. März 2010 – vfa. Die forschenden Pharma-Unternehmen: “Der Himmel auf Erden sieht anders aus!”

    13. März 2010 - Marktwirtschaft durch Planwirtschaft geht nicht!

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  • 15Mrz

    Das elektronische Arzneimittel-Informationssystem „AiDKlinik“ reduziert die Zahl der unerwünschten Wechselwirkungen von Medikamenten

    Um lebensbedrohliche Erkrankungen in den Griff zu bekommen, erhalten Patienten auf der Intensivstation meist zahlreiche Medikamente gleichzeitig verabreicht. Selbst für Experten ist die Vielzahl möglicher Neben- und Wechselwirkungen kaum noch überschaubar. Die Arbeitsgruppe von Dr. Thilo Bertsche, Leiter der Kooperationseinheit Klinische Pharmazie an der Medizinischen Universitätsklinik Heidelberg, hat nun zeigen können, dass Ärzte mit Hilfe des Arzneimittelinformationssystems „AiDKlinik“ schwerwiegende Ereignisse, die infolge von Wechselwirkungen auftreten, um etwa die Hälfte senken. Die Studienergebnisse wurden in dem renommierten Journal „Intensive Care Medicine“ veröffentlicht.

    Eines der wenigen effektiven Arzneimittelinformationssysteme weltweit

    „Bisher hatten wir mit unserem Tool „AiDKlinik“ die ärztlichen Verordnungen nachweislich verbessert und gezeigt, dass keine neuen Fehler dadurch entstehen. Jetzt jedoch haben wir nachgewiesen, dass sich auch Laborwerte und klinische Befunde dadurch ändern. Nicht viele Systeme weltweit können von sich behaupten, klinisch relevante Ereignisse aufgrund von Arzneimittelinteraktionen um nahezu die Hälfte verringern zu können“, sagt Professor Dr. Walter E. Haefeli, Ärztlicher Direktor der Abteilung Klinische Pharmakologie und Pharmakoepidemiologie am Universitätsklinikum Heidelberg.

    Fehlerhafte Verschreibungen, unberücksichtigte Wechselwirkungen, Gegenanzeigen oder Anwendungsbeschränkungen sind immer wieder Ursache für unerwünschte Arzneimittelwirkungen, die vermeidbar wären. Das am Klinikum entwickelte Arzneimittelinformationssystem „AiDKlinik“ hilft, solche unerwünschten Ereignisse zu reduzieren. Zwar erfordert es der Zustand von Intensivpatienten häufig, dass trotz bekannter Interaktionen bestimmte Medikamente verabreicht werden, das Ziel ist jedoch, klinisch relevante Ereignisse, die den Patienten gefährden können, zu verhindern.

    Halb so viele Risikosituationen für Intensivpatienten

    Für die Studie auf einer Intensivstation am Universitätsklinikum Heidelberg wurden die Daten von 265 Patienten untersucht. Berücksichtigt wurden nur Patienten, die acht oder mehr Medikamente gleichzeitig erhielten. Am zweiten Tag nach der Aufnahme wurden die verordneten Medikamente mit Hilfe des Arzneimittelinformationssystems überprüft. Zur nächsten Visite erhielten die zuständigen Ärzte ein Protokoll über mögliche Arzneimittelinteraktionen und, falls erforderlich, auch konkrete Handlungsempfehlungen, um klinische Auswirkungen zu vermeiden.

    Durch dieses Vorgehen wurden die unerwünschten Ereignisse im Zusammenhang mit Wechselwirkungen um 43 Prozent verringert. Einige der kritischsten Ereignisse wie EKG-Veränderungen und Elektrolytstörungen, die schwere Herzrhythmusstörungen nach sich ziehen können, wurden um 64 Prozent, beziehungsweise 80 Prozent, gesenkt. Auch erhielten weniger Patienten zusätzliche Medikamente, um Nebenwirkungen zu therapieren.

    „AiDKlinik“ – eine Entwicklung aus dem Klinikum

    Das Arzneimittelinformationssystem „AiDKlinik“ wurde von der Abteilung Klinische Pharmakologie und Pharmakoepidemiologie, des Universitätsklinikums Heidelberg gemeinsam mit der Klinikums-Apotheke und der Medizinische Medien Informations GmbH (MMI, Neu-Isenburg) in den vergangenen Jahren entwickelt und kontinuierlich erweitert. Es handelt sich um einen elektronischen Berater auf Internet Basis, der von Kliniken und Praxen genutzt werden kann. Zahlreiche relevante Patientendaten, wie Alter, Nierenfunktion, Schwangerschaft etc., werden in die Informationsverarbeitung mit einbezogen. Das Informationssystem berücksichtigt derzeit etwa 64.000 Arzneimittel und wird im Universitätsklinikum flächendeckend eingesetzt. Informationsgrundlage ist die Datenbank Pharmindex, die vom Medizinverlag Medizinische Medien Informations GmbH herausgegeben und 14-tägig aktualisiert wird.

    Literatur

    T Bertsche, J Pfaff, P Schiller, J Kaltschmidt, MG Pruszydlo, W Stremmel, I Walter-Sack, WE Haefeli, J Encke. Prevention of adverse drug reactions in intensive care patients by a personal intervention based on an electronic clinical decision support system. Intensive Care Medicine, 2010. E-pub ahead of print.

    Weitere Informationen im Internet:

    www.aidklinik.de

    www.klinikum.uni-heidelberg.de/Innere-Medizin-VI-Klinische-Pharmakologie-und-Pharmakoepidemiologie-.106657.0.html

    www.klinischepharmazie.de

    Quelle: Pressemitteilung des Universitätsklinikums Heidelberg vom 10. März 2010

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  • 15Mrz

    EU fördert mit 3 Mio. Euro ein Forschungsprojekt in acht Ländern, damit Gesundheitsforscher herausfinden, wie Demenzpatienten möglichst lang zu Hause gepflegt werden können

    Pflegewissenschaftler und Gesundheitsökonomen der Universität Witten/Herdecke mit Kollegen aus Universitäten und Forschungseinrichtungen sieben weiterer Länder untersuchen, wo in Europa gute Ansätze für die Betreuung und Pflege von Patienten mit Demenzerkrankungen zu finden sind. Die EU fördert das Projekt, das über dreieinhalb Jahre läuft, mit drei Millionen Euro. Die Studie wird in Deutschland, Spanien, Frankreich, England, Schweden, Finnland, Estland und den Niederlanden durchgeführt. Die Koordination der Studie liegt in Witten. “Jedes Land in Europa hat ein eigenes Gesundheitssystem und darin auch eigene Verfahren entwickelt, wie man möglichst gut mit Demenzpatienten umgeht. Aber alle haben eigentlich das gleiche Problem: Die Menschen werden älter und damit steigt überall die Zahl der von Demenz Betroffenen”, erklärt die Pflegewissenschaftlerin Prof. Dr. Gabriele Meyer, wissenschaftliche Koordinatorin des Projekts, das grundsätzliche Problem. Daher fördert die EU die Forschung in diesem Gebiet: Wenn alle Länder das gleiche Problem haben und es in unterschiedlichen Systemen zu lösen versuchen, dann kann man voneinander möglicherweise viel lernen.

    Um zu möglichst konkreten Ergebnissen zu kommen, haben die Wissenschaftler ein einzelnes Problem auf den Prüfstand gehoben: Wann ist der beste Zeitpunkt, von der häuslichen Pflege in eine stationäre Pflege überzugehen? “Das hat viel mit den Angehörigen zu tun, denn diese tragen zu Hause die Pflege, meist sind es die Frauen”, führt Meyer aus. In allen Ländern werden Menschen mit Demenz, ihre Angehörigen und professionell Pflegende befragt z.B. zu Fragen wie: Wie ist der Übergang organisiert? Wie zufrieden sind die Personen damit? Was wirkt belastend, was erleichtert die Betreuung?

    Die eingehenden Daten analysieren die Wittener Biometriker und Gesundheitsökonomen. Prof. Dr. Dirk Sauerland: “Für uns steht natürlich der Nutzen, den die verschiedenen Pflegeformen für die Betroffen haben, im Vordergrund. Aber wir dürfen auch nicht die Kosten vergessen, die damit verbunden sind. Sowohl für das Gesundheitssystem als Ganzes als auch für die betroffenen Angehörigen.”

    Das Forschungsprojekt arbeitet auch mit der größten europäischen Betroffenen-Organisation, Alzheimer Europe, zusammen. Für die Universität Witten/Herdecke bedeutet das Projekt eine weitere Stärkung des Schwerpunktes Demenzforschung: Auf nationaler Ebene sind die Wittener Pflegewissenschaftler Mitglied im Deutschen Zentrum für neurodegenerative Erkrankungen (DZNE). “Wir können nun unser Wissen und unsere Kompetenz auch in die Forschung auf europäischer Ebene einbringen und von den Kollegen lernen”, freut sich Prof. Dr. Sabine Bartholomeyczik. Die Vergabe des Projektes nach Witten hat sicher auch etwas damit zu tun, dass hier die Kooperation über die Fächergrenzen von Medizin und Wirtschaftswissenschaft hinweg seit jeher gepflegt wird.

    Quelle: Pressemitteilung der Universität Witten/Herdecke vom 15. März 2010

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  • 13Mrz

    Berlin (vfa). Zu einem Beitrag des “heute journal” am 10. März, in dem die gesamte Pharmaindustrie pauschal als kriminelle Vereinigung dargestellt wird, hat der vfa heute mit nachfolgendem Schreiben an den Intendanten des ZDF und dem Fernsehrat des ZDF Beschwerde eingelegt.

    Der Beitrag “Ein Pharma-Referent packt aus” im “heute journal” am 10. März 2010

    Sehr geehrter Herr Professor Schächter,

    im “heute journal” am 10. März wurde im Anschluss an die aktuelle gesundheitspolitische Berichterstattung ein Beitrag unter der Überschrift “Ein Pharmareferent packt aus” gesendet. Der Autor Rainer Fromm hat es darin geschafft, die gesamte Pharmaindustrie pauschal als kriminelle Vereinigung darzustellen. Die angeblichen Praktiken von Pharmareferenten im Auftrag von Pharmaunternehmen wurden generell als Bestechung bezeichnet, die Arbeit der Industrie als “korrupte Machenschaften der Branche” bezeichnet und Pharmafirmen in die Nähe der Mafia gerückt, die ihre Kritiker bedrohen und Gewalt gegen sie anwenden.

    An keiner Stelle wurde ein einziger Beleg für diese Behauptungen angeführt. Stattdessen kamen ein Staatsanwalt und ein Polizeibeamter zu Wort, die weitere vage Anschuldigungen für das angeblich kriminelle Verhalten unserer Branche geben durften.

    Sehr geehrter Herr Schächter, wir sind empört über diese Art von unseriöser und verunglimpfender Berichterstattung und wir wenden uns mit aller Entschiedenheit dagegen. Dass eine solche pauschale Verunglimpfung in einer Flaggschiffsendung der deutschen Fernsehnachrichten ausgestrahlt werden kann, ist hochgradig infam und lässt jegliche journalistische Sorgfaltspflicht vermissen.

    Unsere Branche hat durch strikte und sanktionsbewehrte Selbstkontrolle viel getan, um auch Fehlverhalten im Einzelfall zu unterbinden. Das blieb in dem Beitrag selbstverständlich unerwähnt. Seit 2004 gibt es die vom vfa und seinen Mitgliedern initiierte “Freiwillige Selbstkontrolle für die Arzneimittelindustrie e.V. (FSA)”, die hohe Anerkennung für ihre Arbeit findet. Den Kodizes des FSA haben sich alle Mitgliedsunternehmen des vfa unterworfen. Dies entspricht immerhin rund 70 Prozent des deutschen Pharmamarktes. Sollte es also – wider erwarten – Belege für Handlungen geben, die strafrechtlich relevant sind oder nicht dem Kodex der Freiwilligen Selbstkontrolle entsprechen, so ist jeder aufgerufen, diese anzuzeigen. Dies kann bei der FSA übrigens auf der Homepage sogar anonym geschehen (http://www.fs-arzneimittelindustrie.de/). Ich verweise hierzu auch auf mein Schreiben an Sie vom 16. Dezember 2008.

    Wir erwarten im Namen der rund 120.000 Mitarbeiter der pharmazeutischen Industrie in Deutschland eine Entschuldigung für diese pauschale Verunglimpfung. Wir erwarten des Weiteren, dass sich das ZDF zukünftig wieder um die einer öffentlich-rechtlichen Sendeanstalt würdigen journalistischen Qualität bemüht und Sie darauf hinwirken, dass das ZDF solche Pauschalverurteilungen künftig unterlässt. Und wir erwarten, dass man uns, wie es journalistisch seriös gewesen wäre, die Chance zur Stellungnahme gibt. Insbesondere bei derart massiven Behauptungen gegen uns wäre dies ein Gebot der Sorgfaltspflicht eines jeden Journalisten gewesen.

    Wir bieten dem Autoren Rainer Fromm und jedem weiteren Journalisten, der zu pharmaspezifischen Inhalten recherchiert, jederzeit gerne ein Gespräch an. Und wir sind sicher, dass auch die Geschäftsführung der Freiwilligen Selbstkontrolle gern über ihre Arbeit berichten würde, wenn man sie denn ließe.

    Sie werden Verständnis dafür haben, dass wir über diesen unerhörten Bericht auch den Fernsehrat des ZDF informieren und dieses Schreiben auch veröffentlichen werden.

    In Erwartung Ihrer Antwort verbleibe ich

    mit freundlichen Grüßen

    Cornelia Yzer

    Kopie: Fernsehrat des ZDF

    Der vfa ist der Verband der forschenden Pharma-Unternehmen in Deutschland. Er vertritt die Interessen von 45 weltweit führenden Herstellern und ihren über 100 Tochter- und Schwesterfirmen in der Gesundheits-, Forschungs- und Wirtschaftspolitik. Die Mitglieder des vfa repräsentieren rund zwei Drittel des gesamten deutschen Arzneimittelmarktes und beschäftigen in Deutschland rund 90.000 Mitarbeiter. Mehr als 17.000 davon arbeiten in Forschung und Entwicklung. Die Pressekonferenzen des vfa – auch im Internet. Mehr dazu unter: http://www.vfa.de/de/presse/online-pks/

    Quelle: Pressemitteilung Nr. 013 des vfa. Die forschenden Pharma-Unternehmen vom 12. März 2010

    Der vfa. hat das o. a. Beschwerdeschreiben  aufgrund eines Berichts im ZDF Heute Journal vom 10. März 2010 veröffentlicht. Diesen Bericht könnt Ihr unter dem nachfolgenden Link in der ZDF Mediathek noch einmal ansehen:

    http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/993350/ZDF-heute-journal-vom-10.-Maerz-2010?bc=svp;sv3&flash=off

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  • 13Mrz

    Berlin (vfa). Zu den heute per Agenturmeldung verbreiteten Äußerungen von Prof. Dr. Andreas Pinkwart, stellvertretender Ministerpräsident und Minister für Innovation, Wissenschaft, Forschung und Technologie des Landes Nordrhein-Westfalen, es gebe dringenden Handlungsbedarf die Arzneimittelausgaben zu senken, da diese von 2008 auf 2009 um 5 Milliarden Euro gestiegen sein, erklärt Cornelia Yzer, Hauptgeschäftsführerin des vfa:

    “Bevor sich Politiker gehorsam in Parteidisziplin üben, sollten sie sich mit den Fakten vertraut machen: Die Arzneimittelausgaben sind von 2008 auf 2009 nicht um 5 Milliarden sondern um 5 % gestiegen. Was unterm Strich 1,5 Mrd. € bedeutet. Der Grund dafür liegt übrigens im erhöhten medizinischen Bedarf einer älter werdenden Gesellschaft und nicht in angeblich zu hohen Preisen. Etwas mehr Fakten und etwas weniger Wahlkampf-Polemik würde manchem Politiker in der Diskussion um medizinisch notwendige Leistungen für kranke Menschen gut zu Gesicht stehen! Hier populistisch Stimmung gegen eine Innovationsindustrie wie die pharmazeutische zu machen, steht gerade einem Innovationsminister schlecht zu Gesicht. “

    Der vfa ist der Verband der forschenden Pharma-Unternehmen in Deutschland. Er vertritt die Interessen von 45 weltweit führenden Herstellern und ihren über 100 Tochter- und Schwesterfirmen in der Gesundheits-, Forschungs- und Wirtschaftspolitik. Die Mitglieder des vfa repräsentieren rund zwei Drittel des gesamten deutschen Arzneimittelmarktes und beschäftigen in Deutschland rund 90.000 Mitarbeiter. Mehr als 17.000 davon arbeiten in Forschung und Entwicklung. Die Pressekonferenzen des vfa – auch im Internet. Mehr dazu unter: http://www.vfa.de/de/presse/online-pks/

    Quelle: Pressemitteilung Nr. 011 des vfa. Die forschenden Pharma-Unternehmen vom 12. März 2010

    Zu dem Thema empfehle ich Euch auch die folgenden Artikel:

    13. März 2010 – vfa. Die forschenden Pharma-Unternehmen: “Der Himmel auf Erden sieht anders aus!”

    13. März 2010 - Marktwirtschaft durch Planwirtschaft geht nicht!

    13. März 2010 - Finanzentwicklung der gesetzlichen Krankenversicherung im Krisenjahr 2009 besser als erwartet

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  • 13Mrz

    Berlin (vfa). Jens Spahn, gesundheitspolitischer Sprecher der Bundestagsfraktion der Union, hat am Rande der Klausurtagung der Gesundheitspolitiker der CDU/CSU-Bundestagsfraktion erläutert, die Pharmaindustrie habe in Deutschland den Himmel auf Erden.

    Dem widerspricht vfa-Hauptgeschäftsführerin Cornelia Yzer für die forschenden Pharma-Unternehmen: “Mehr als 20 Regulierungen, die sich teilweise widersprechen, teils gegenseitig aufheben oder ungewollt verstärken, lasten auf den Arzneimitteln in Deutschland. Der Himmel auf Erden sieht definitiv anders aus!”

    “Wir bekennen uns zu unser Verantwortung für ein funktionierendes und finanzierbares Arzneimittelsystem. Damit auch künftig jeder Patient vom medizinischen Fortschritt profitieren kann, haben wir forschenden Pharma-Unternehmen einen Vorschlag unterbreitet, der innerhalb von zwei Jahren das Vertragsgeschehen zwischen Firmen und Kassen deutlich in Gang bringen wird. Anderenfalls erfolgt eine zentrale Kosten-Nutzen-Bewertung mit anschließenden Höchstbeträgen für Arzneimittel. Dieser Vorschlag liegt auf dem Tisch. Wir freuen uns, dass die Union unsere Bereitschaft, aktiv an einem zukunftsfähigen Gesundheitssystem mitzuwirken, nun registriert und würdigt.

    Jetzt muss die Politik aber auch den Mut haben, dem Wettbewerb eine Chance zu geben. Staatliche Eingriffe aus der Mottenkiste der Gesundheitspolitik, wie Zwangsrabatte und Preismoratorien, passen da nicht in die Landschaft,” so Yzer abschließend.

    Der vfa ist der Verband der forschenden Pharma-Unternehmen in Deutschland. Er vertritt die Interessen von 45 weltweit führenden Herstellern und ihren über 100 Tochter- und Schwesterfirmen in der Gesundheits-, Forschungs- und Wirtschaftspolitik. Die Mitglieder des vfa repräsentieren rund zwei Drittel des gesamten deutschen Arzneimittelmarktes und beschäftigen in Deutschland rund 90.000 Mitarbeiter. Mehr als 17.000 davon arbeiten in Forschung und Entwicklung. Die Pressekonferenzen des vfa – auch im Internet. Mehr dazu unter: http://www.vfa.de/de/presse/online-pks/

    Quelle: Pressemitteilung Nr. 010 des vfa. Die forschenden Pharma-Unternehmen vom 12. März 2010

    Zu dem Thema empfehle ich Euch auch den folgenden Artikel:

    13. März 2010 - Marktwirtschaft durch Planwirtschaft geht nicht!

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