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  • 04Feb

    The Universe of Keith Haring – Zum 20. Todestag des Künstlers

    ZDFtheaterkanal – Film von Christina Clausen, Italien/Frankreich 2007, Erstausstrahlung

    Sendedaten: (Mo) 01. Februar 2010, (Sa) 13. Februar 2010, (Do) 18. Februar 2010 und (Di) 23. Februar 2010 jeweils um 22:55 Uhr

    Keith Harings Erbe umgibt uns alle. Seine Gebilde finden sich überall, auf Wänden, Postern, T-Shirts, Uhren, in unserer Erinnerung und unserer Phantasie. Sie sind moderne Ikonen.

    “Kunst ist für jeden!” lautete Keith Harings Credo, als er die Bedeutung seiner stilisierten Umrisse, mit denen er weltweit Straßen schmückte, konkretisierte. – Ein tatsächliches soziales Phänomen, das die zeitgenössische Kunst über den Zeitraum eines Jahrzehnts (1980 – 1990) revolutionierte.

    Ikone der 80er Jahre 

    Haring, der mit nur 31 Jahren an der Immunschwäche AIDS starb, hatte bereits einen Weg geebnet, der weit über seinen amerikanischen Geburtsort hinauswies, von Amsterdam nach Australien, von Rio de Janeiro nach Tokio.

    Als eine der wahrscheinlich berühmtesten Persönlichkeiten im Jahrzehnt der Persönlichkeiten schlechthin – der 80er Jahre – schuf er sich sein Ansehen als Maler, Grafittikünstler und Designer außerhalb der geschlossenen Sphäre des Kunst-Establishments, mitten innerhalb der Lebendigkeit der Straßenkultur.

    Karriere und Kindheit

    Ein Jahr vor seinem Tod bat Keith Haring den renommierten Kulturjournalisten und Biographen John Gruen, seine Lebensgeschichte zu verfassen. Der Film enthält Originalausschnitte von diesen Interviews, darunter Keiths lebhafte Erinnerung an seinen Beitrag zu New Yorks Untergrund-Kunstszene und zur Schwulenszene.

    Die Dokumentation erweckt Haring in ihrer vielseitigen Rekonstruktion seines Aufstiegs zum Leben – und nimmt gleich seine Kindheit als Startpunkt. Eine sorgfältige Erforschung des Hintergrunds und der Karriere einer der populärsten und bedeutendsten Künstler des 20. Jahrhunderts.

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    Das Genie und die Jungs_

    ARTE - (Frankreich, Finnland, Grossbritannien, 2009, 79mn) Regie: Bosse Lindquist Produzent: SVT

    Sendedaten: Mittwoch, 24. Februar 2010 um 23:10 Uhr

    Carleton Gajdusek gilt als eines der größten Genies des 20. Jahrhunderts. Für seine Entdeckung der “langsamen Viren” als Auslöser für die beim Menschen auftretende Form des Rinderwahns wurde er mit dem Nobelpreis für Medizin gewürdigt. Doch der Wissenschaftler hatte auch eine dunkle Seite: 1996 wurde er wegen Pädophilie verhaftet. Das Porträt zeichnet das bewegte Leben des Forschers und erörtert die Frage, wie ein Mensch einerseits zu intellektuellen Glanzleistungen fähig sein kann und andererseits einem eklatanten Selbstbetrug erliegen kann.

    Nicht nur zahlreiche Wissenschaftskollegen halten Carleton Gajdusek (1923-2008) für ein Genie, das in seiner Universalität Künstlern der Renaissance wie Leonardo da Vinci und Michelangelo gleicht. Schon Anfang der 40er Jahre bereiste Gajdusek die Welt und forschte unermüdlich und fachübergreifend, unter anderem für die Medizin, Chemie, Linguistik, Anthropologie und Psychologie. Selbst für moderne Disziplinen wie die Nanotechnologie lieferte er wichtige Erkenntnisse. Er hatte Wissen über die letzten Steinzeitmenschen der Erde und war ebenso in hochtechnischen Forschungszentren zu Hause. Sein persönliches Dokumentationsprojekt nahm die Form eines eine Million Seiten umfassenden Tagebuchs an, in dem er sowohl jede einzelne Mahlzeit als auch seine Gefühle, sexuelle Befindlichkeiten sowie wissenschaftlich brillante Einsichten lückenlos festhielt.

    Gajdusek gilt unter Seinesgleichen als Held der Wissenschaft. Sein Freundes- und Bekanntenkreis reicht von Eingeborenen aus Papua-Neuguinea über New Yorker Milliardäre, große ukrainische Denker und Nobelpreisträger aus aller Herren Länder bis hin zu jungen Intellektuellen in China. Zu seinen prominenten Bekanntschaften zählen der Anthropologe Claude Lévi-Strauss, der Schriftsteller B. Traven, der Mitentdecker des Aids-Virus, Robert Gallo, der Neurologe Oliver Sacks, Fidel Castro und Benoît Mandelbrot, Mitbegründer der Chaostheorie.

    Allerdings wurde Gajdusek 1996 wegen sexueller Beziehungen zu einem seiner minderjährigen Adoptivsöhne verhaftet. Dem FBI zufolge hatte der Virologe 57 Adoptivsöhne aus Papua-Neuguinea, Mikronesien und anderen Südseestaaten. Nach eigenen Angaben erreichte die Anzahl seiner Zöglinge zeitweise dreistellige Zahlen.

    Ziel des Porträts ist nicht allein eine Biografie Carleton Gajduseks, sondern es geht zusätzlich um die Beleuchtung eines grundlegenden Dilemmas. Wie definiert man menschliche Klarsicht? Wann stößt reine Intelligenz an ihre Grenzen? Wie kommt es, dass ein Mensch mit überdurchschnittlichem IQ einem offensichtlichem Selbstbetrug erliegt? Und wo liegen die Grenzen des menschlichen Einfühlungsvermögens?

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  • 04Feb

    Der 1946 geborene und 1989 verstorbene Robert Mapplethorpe ist einer der wenigen Künstler, denen es vergönnt ist, weit über die Grenzen der Kunstwelt hinaus bekannt zu werden. Er dominierte die Fotoszene des ausgehenden 20. Jahrhunderts und öffnete den Weg zur Anerkennung der Fotografie als Kunstform, er verankerte das homosexuelle Sujet in der Massenkultur; er entwarf in der Fotografie ein klassizistisches Bild vom meist männlichen Körper, das Eingang in die kommerzielle Fotografie fand.

    Jetzt zeigt das NRW-Forum Düsseldorf eine umfassenden Museums-Ausstellung mit Fotografien Robert Mapplethorpes nach den großen internationalen Tourneen, die in Deutschland 1981 in Frankfurt, Hamburg, München und 1997 in Stuttgart Station machten; 1992 war in der Düsseldorf Kunsthalle die Ausstellung "Mapplethorpe versus Rodin" gezeigt worden.

    Insbesondere in den USA wurde zu Lebzeiten und postum Mapplethorpes Werk kontrovers diskutiert; bis zum Ende des 20. Jahrhunderts wurden Ausstellungen seiner Fotografien boykottiert, zensiert oder geschlossen. Umstritten waren stets seine radikalen Darstellungen von Nacktheit und sexuellen Handlungen. Insbesondere Fotos sado-masochistischer Praktiken führten dazu, dass es bei Ausstellungen Protestkundgebungen gab und Museumsdirektoren verklagt wurden. In Japan hat das Oberste Gericht erst 2008 festgestellt, dass Mapplethorpes erotische Bilder nicht gegen das Pornografieverbot verstießen und damit einen acht Jahre lang beschlagnahmten Band mit Mapplethorpe-Fotografien freigegeben. Für den amerikanischen Kritiker Arthur C. Danto schuf Mapplethorpe "einige der schockierendsten - und gefährlichsten - Bilder der modernen Fotografie oder sogar der Kunstgeschichte".

    In Deutschland dagegen gehörten Mapplethorpes Fotografien zur "ästethischen Sozialisation" der Generationen, die in den 80er und frühen 90er Jahren aufwuchsen, wie Lisa Ortgioes, Moderatorin von frau tv, anmerkt - die Fotografien wurden damals als Poster vertrieben und vor allem die "schwarzen" Portraits fehlten in kaum einer WG. Allerdings, so bemerkt Kurator Werner Lippert "bedarf diese Ausstellung auch keiner Rechtfertigung. Weil Mapplethorpe unbestritten einer der wichtigsten Fotografen des 20. Jahrhunderts war. Sie ist eine künstlerische Notwendigkeit." Was Mitte der 80er Jahre vorrangig die Zensur beschäftigte, ist inzwischen museumswürdig geworden und nicht mehr Gegenstand juristischer Auseinandersetzungen, sondern soziologischer und formalästhetischer Analysen.

    Die Ausstellung im NRW-Forum umfasst alle Bereiche Mapplethorpes Schaffen wie Portraits und Selbstportraits, Homosexualität, Aktfotografien, Blumenaufnahmen und als Quintessenz die fotografischen Aufnahmen von Skulpturen; sie schließt die frühen Polaroids ein. Die Ausstellung ordnet die Fotografien nach Themen wie Selbstportraits einschließlich jener berüchtigten Aufnahme, die ihn mit einer in seinen Anus eingeführten Bullenpeitsche zeigt, und geradezu poetischen Aufnahmen seiner Gefährtin Patti Smith; den Fotografien schwarzer Männer versus weißer Frauen, wie der Bodybuilderin Lisa Lyon; der Gegenüberstellung von Penissen und Blumen, die Mapplethorpe in einem Interview selbst provozierte: "… I've tried to juxtapose a flower, then a picture of a cock, then a portrait, so that you could see they were the same."; und schließlich jenen Aufnahmen von klassischer Schönheit, die sich an den Skulpturen der Renaissance orientierten, sowie den beeindruckenden Portraits von Kindern und Berühmtheiten seiner Zeit.

    Diese Zusammenstellung zeigt Robert Mapplethorpe – bei allen offensichtlichen Rückgriffen auf die Schönheitsideale der Renaissance wie auf die fotografische Historie von Wilhelm von Gloeden bis Man Ray – als einen Künstler, der in seiner Zeit verankert ist; seine Zeitgenossen sind Andy Warhol und Brice Marden; Polaroids sind in den 1970er Jahren das Medium der Wahl und die Auseinandersetzung mit Körper und Sexualität ist bei vielen Künstlern – etwa Vito Acconci oder Bruce Nauman – ein Thema, das zentral für einen gesellschaftlichen Wandel war. Vor allem aber entwickelt Robert Mapplethorpe einen eigenen fotografischen Stil, der den Idealen von Perfektion und Form huldigt. "I look for the perfection of form. I do this in portraits, in photographs of penises, in photographs of flowers.". Die Präsentation auf schneeweißen Wänden trägt dieser Betrachtung Rechnung und führt weg von der verschämten Boudoir-Präsentation auf flieder- und lila-farbenen Wänden, wie sie jahrelang die Ausstellungen Mapplethorpes beherrschten, und öffnet den Blick für eine eher konzeptionelle, minimalistische Betrachtung der Werke.

    Die Auswahl von 150 Fotografien umspannt frühe Polaroids von 1973 bis hin zu seinen letzten Selbstportraits aus dem Jahr 1988, die ihn bereits gezeichnet vom nahen Tod zeigen, und präsentiert viele bekannte, geradezu ikonische Motive aber auch bislang nie oder nur selten gezeigte Arbeiten. Sie schöpft aus dem Fundus der New Yorker Robert Mapplethorpe Foundation.

    Die Ausstellung wird begleitet von einem neuartigen Mobilphone-Guide: Jeder Besucher kann im NRW-Forum (zum Ortstarif) mit seinem Handy Kommentare zu den Themenräumen und zu einzelnen Werken der Ausstellung abrufen. O-Töne und Zitate schaffen einen virtuellen Raum, in dem sich die Interpretation des Schaffens von Robert Mapplethorpe entfaltet. Der Guide wird von den Providern BASE und AY YILDIZ (in türkischer Sprache) gesponsert.

    Hinweis: Viele Motive in Mapplethorpes Fotografien sind eindeutig sexueller und homoerotischer Natur und können Besucher, insbesondere Jugendliche, in ihren Empfindungen verstören. Jugendliche unter 16 Jahren nur in Begleitung Erwachsener.

    Zur Ausstellung gibt es außerdem ein pädagogisches Führungsprogramm, das man unter www.nrw-forum.de/fuehrungen buchen kann. Eigens zu dieser Retrospektive legt der Münchener Schirmer-Mosel Verlag den Katalog "Robert Mapplethorpe The Black Book", der zuerst 1988 erschien, neu auf. (Euro 29,80)

    Robert Mapplethorpe 6. Februar bis 15. August 2010
    NRW-Forum Kultur und Wirtschaft, Ehrenhof 2, 40479 Düsseldorf,
    www.nrw-forum.de
    Öffnungszeiten: Di bis So: 11 bis 20 Uhr, Fr: 11 bis 24 Uhr

    Quelle: Pressemitteilung des NRW-Forums Düsseldorf

    Foto: Robert Mapplethorpe: Thomas, 1987 (c) Robert Mapplethorpe Foundation. Used by permission

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