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  • 05Mrz

    Spielt das Immunsystem eine Rolle bei der Entstehung der Herzschwäche? Eine Studie soll darüber Klarheit bringen. Koordiniert wird sie am Klinikum der Uni Würzburg, das Bundesforschungsministerium fördert sie mit über zwei Millionen Euro.

    In Deutschland haben etwa 1,5 Millionen Menschen eine Herzschwäche (Herzinsuffizienz). Diese Fehlfunktion kann unter anderem nach einem Herzinfarkt oder nach einer Entzündung des Herzmuskels entstehen. Die Patienten leiden bei Anstrengung schnell an Luftnot. Außerdem sammelt sich in ihrem Körper Wasser an, etwa in den Beinen oder der Lunge, was die Atemnot weiter verschlimmert. Heilbar ist die Herzschwäche bislang nicht, die Symptome lassen sich aber mit Medikamenten lindern.

    “Wir vermuten, dass im Verlauf der Erkrankung herzschädigende Autoantikörper im Blut gebildet werden. Es gibt auch deutliche Anzeichen dafür, dass diese Autoantikörper bei vielen Patienten die Herzschwäche verursachen”, sagt Professor Roland Jahns von der Medizinischen Klinik I der Universität Würzburg. Autoantikörper sind Bestandteile des Immunsystems, die fälschlicherweise den eigenen Organismus angreifen, in diesem Fall den Herzmuskel.

    Studienstart an 13 Standorten – Studiendauer drei Jahre

    Mit einer Studie wollen die Wissenschaftler nun feststellen, wie häufig solche Autoantikörper nach einem Herzinfarkt oder einer Herzmuskelentzündung entstehen. Außerdem wollen sie herausfinden, wie die Konzentration der Autoantikörper im Blut mit dem Verlauf der Herzinsuffizienz zusammenhängt.

    Professor Jahns koordiniert die Studie, die im Januar an elf Universitätsklinika in Deutschland angelaufen ist und drei Jahre dauern wird. Außerdem hat er die Universitäten Göteborg und Padua mit ins Boot geholt – laut Jahns sind sie neben Würzburg, Greifswald und Marburg die in Europa führenden Zentren in Sachen immunbedingter Herzschwäche.

    Was die Studienteilnehmer erwartet

    200 Patienten mit einem ersten Herzinfarkt und 200 Patienten mit einer ersten akuten Herzmuskelentzündung werden für die Studie insgesamt benötigt. Die Teilnehmer werden bei der stationären Aufnahme untersucht und dann wieder nach drei, sechs und zwölf Monaten.

    Die Patienten bekommen Blut abgenommen, damit die Mediziner den Autoantikörperspiegel und weitere immunologische Parameter feststellen können. Sie erheben außerdem Daten zur Herzfunktion, unter anderem mit einer Untersuchung im Kernspintomographen.

    Zusätzlich analysieren die Wissenschaftler Blutproben von 900 Patienten, die bereits an immunbedingter Herzschwäche leiden. Diese Proben bekommen sie vom Deutschen Kompetenznetz Herzinsuffizienz (Berlin) zur Verfügung gestellt. Zum Vergleich wird noch das Blut von 300 gesunden Menschen untersucht.

    Was die Studie bewirken kann

    Mit ersten Ergebnissen rechnen die Wissenschaftler in etwa zwei Jahren. Falls die Autoantikörper beim Entstehen der Herzschwäche eine ursächliche Rolle spielen, sollte ihr Nachweis im Blut schon bald in die klinische Routinediagnostik einfließen.

    Mit einem entsprechenden Test könnten die Ärzte das Risiko für die Entwicklung einer Herzschwäche besser abschätzen. Sind Autoantikörper nachweisbar, ließe sich frühzeitig eine Therapie einleiten oder eine bereits begonnene Behandlung intensivieren.

    Die Betroffenen könnten darüber hinaus von einer neuartigen Therapie profitieren, bei der die schädlichen Autoantikörper durch ringförmige Proteine neutralisiert werden. “Die vorklinische Entwicklung dieses neuen Medikaments und erste Tests an Menschen sind erfolgreich abgeschlossen”, so Jahns. “Der Wirkstoff zeigt bisher keine ernsten Nebenwirkungen und könnte bei rechtzeitiger Gabe die Entstehung der Herzschwäche vermutlich verhindern.”

    Warum Biomarker immer wichtiger werden

    “Der Nachweis von Autoantikörpern und andere molekulare Analysen werden künftig immer präzisere Informationen über Krankheiten liefern und dadurch die Therapien weiter verbessern”, sagt Roland Jahns. Schon jetzt seien viele so genannte Biomarker bekannt, mit denen sich zum Beispiel akute Herzinfarkte oder Prostata- und Darmkrebsleiden frühzeitig diagnostizieren lassen.

    Biomarker helfen den Ärzten auch dabei, den Verlauf einer Erkrankung vorherzusagen und exakt zu verfolgen, wie gut eine Therapie anschlägt. Sie können sogar dazu beitragen, neue Therapieansätze zu finden und weiterzuentwickeln.

    Wenige Tests sind reif für den klinischen Alltag

    Oft sind Biomarker im Blut nachzuweisen, und so reicht eine einfache Blutabnahme aus, um sie zu bestimmen. “Jedoch sind bisher nur wenige Tests so weit entwickelt, dass sie im klinischen Alltag genutzt werden können”, sagt Jahns. Das liege daran, dass die meisten Tests noch zu langwierig oder zu kompliziert sind.

    Diese Lücke zwischen Grundlagenforschung und Patientenversorgung will das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) schließen. Es fördert deshalb seit 2007 mit rund 20 Millionen Euro insgesamt 19 Projekte zur Molekularen Diagnostik. Die Studie über immunbedingte Herzschwäche ist eines davon.

    Quelle: Pressemitteilung der Julius-Maximilians-Universität Würzburg vom 05. März 2010, veröffentlicht beim Informationsdienst Wissenschaft – www.idw-online.de
    Grafik: Roland Jahns

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  • 03Mrz

    Wirksamkeit und Verträglichkeit machen Aspirin zu einem empfehlenswerten Schmerzmittel für die Selbstmedikation

    Leverkusen, 3. März 2010 – Jeder dritte Bundesbürger leidet mindestens einmal in der Woche unter Schmerzen, so das Ergebnis einer aktuellen Forsa Umfrage der Deutschen Angestellten Krankenkasse (DAK). Besonders häufig sind dabei auch akute Kopf-, Gelenk- oder Rückenschmerzen. Ein wesentlicher Bestandteil der Akuttherapie ist der frühzeitige Einsatz eines Schmerzmittels. 111 Jahre therapeutische Erfahrung sowie zahlreiche klinische Studien haben belegt, dass der Aspirin-Wirkstoff Acetylsalicylsäure wirksam und gut verträglich für die Selbstmedikation ist. Eine aktuelle Metaanalyse untermauert dies erneut.

    Gute Verträglichkeit in der Kurzzeittherapie

    Die wissenschaftliche Analyse umfasst die Daten von neun randomisierten Doppelblindstudien, in denen die Verträglichkeit von 1.000 Milligramm Aspirin zur Behandlung von akuten Migräneattacken, Spannungskopfschmerzen sowie Zahnschmerzen beurteilt wurde. Dazu wurden die individuellen Rohdaten von 2.852 Patienten ausgewertet, wovon 1.581 mit Aspirin und 1.271 mit Placebo behandelt wurden. Eine Metaanalyse dieser Art besitzt das höchste Maß an wissenschaftlicher Aussagekraft. Das Ergebnis: In der Kurzzeittherapie akuter Schmerzen hat Aspirin ein gutes Verträglichkeitsprofil. Die Rate unerwünschter Ereignisse bezogen auf den Magen-Darm-Trakt lag in der Aspirin-Gruppe bei 5,9 Prozent, in der Placebo-Gruppe bei 3,5 Prozent. Die Zahl der tatsächlichen, also auf das Arzneimittel bezogenen, unerwünschten gastrointestinalen Ereignisse lag für Aspirin bei 3,1 Prozent, für Placebo bei 2 Prozent – ein Unterschied von 1,1 Prozent, der statistisch nicht signifikant ist. Die unerwünschten Arzneimittelwirkungen waren leichter und vorübergehender Natur, am häufigsten Übelkeit. Eine weitere Metaanalyse, bei der 2.088 Patienten eingeschlossen wurden, liefert ein ähnliches Bild hinsichtlich der Verträglichkeit.

    Selbstmedikation ist wichtiger Bestandteil der Therapie

    Wenn die Medikamente in angemessener Weise und innerhalb vernünftiger Grenzen eingesetzt werden, kann die Selbstmedikation einen bedeutenden Beitrag bei der Schmerzbehandlung leisten. Dabei spielt neben der Wirksamkeit auch die Verträglichkeit des Schmerzmittels eine wichtige Rolle. Die aktuelle Metaanalyse belegt die gute Verträglichkeit des Aspirin-Wirkstoffs bei der kurzzeitigen Anwendung zur Therapie akuter leichter bis mäßig starker Schmerzen. Aufgrund seines Wirkspektrums ist Aspirin vielseitig einsetzbar: Es lindert die Schmerzen, aktiviert die Schmerzabwehrmechanismen, hemmt Entzündungen und stoppt die Schmerzbotenstoffe.

    Weitere Informationen unter www.aspirin.de

    Über Bayer Vital

    Die Bayer Vital GmbH vertreibt in Deutschland die Produkte der in der Bayer HealthCare AG zusammengeführten Divisionen Animal Health, Consumer Care, Diabetes Care und Bayer Schering Pharma. Bayer Vital konzentriert sich auf das Ziel, in Deutschland innovative Produkte in Zusammenarbeit mit den Partnern im Gesundheitswesen zu erforschen und Ärzten, Apothekern und Patienten anzubieten. Die Produkte dienen der Diagnose, der Vorsorge und der Behandlung akuter und chronischer Erkrankungen sowohl in der Human- als auch in der Tiermedizin. Damit will das Unternehmen einen nachhaltigen Beitrag leisten, die Gesundheit von Mensch und Tier zu verbessern. Mehr über Bayer Vital steht im Internet: www.bayervital.de

    Quelle: Pressemitteilung von Bayer vom 03. März 2010
    Bildautor: Bayer Vital GmbH

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  • 02Mrz

    Global Health Partnerships Foundation unterstützt das Freiburger Präventionsteam weiterhin mit 500.000 US-Dollar

    Das neuartige Krebspräventionsprogramm mit dem Fokus der Rauchentwöhnung wird durch die renommierte internationale Pfizer Foundation seit März 2009 gefördert. Die auf drei Jahre angelegte Förderung muss jedes Jahr neu bewilligt werden. Für das Jahr 2010 wurden nach erfolgreicher Evaluation des Freiburger Programms die Mittel erneut bereitgestellt.

    Die Global Health Partnerships Foundation (Pfizer Foundation) ist eine gemeinnützige Organisation des Unternehmens Pfizer Inc. „Es gehört zum Selbstverständnis von Pfizer, dass wir uns gesellschaftlich für ausgewählte Gesundheits- und Präventionsprojekte engagieren. Wir möchten damit über die Entwicklung und Herstellung innovativer Medikamente hinaus zu einer besseren Gesundheitsversorgung der Menschen beitragen“, sagte Dr. med. Andreas Penk, Deutschlandchef und Präsident der Oncology Europe von Pfizer, anlässlich der Entscheidung zur Förderung des Projektes für das Jahr 2010. Die erneute positive Bewertung des Freiburger Programms zeige, dass dessen Arbeit besonders unterstützungswürdig sei, so Penk.

    Im Mittelpunkt des Krebspräventionsprogramms steht der Aufbau von Präventionsstrukturen, die eine proaktive Beratung von Patientinnen und Patienten des Universitätsklinikums ermöglichen. Da der Tabakkonsum und das Rauchen auch Krebserkrankungen hervorrufen, ist der Rauchausstieg eine besonders effektive Präventionsmaßnahme. Seit Mai 2009 sucht das Präventionsteam des Tumorzentrums Ludwig Heilmeyer – Comprehensive Cancer Center Freiburg (CCCF) aktiv rauchende Patientinnen und Patienten im Universitätsklinikum Freiburg auf, informiert sie über Tabak und Nikotin, über deren Auswirkungen auf den menschlichen Körper und über mögliche Raucherausstiegsmethoden.

    In einem zweiten Schritt motiviert das Team die Rauchenden dazu, den Ausstieg zu wagen. Aus einem großen Repertoire an effektiven Entwöhnungsmethoden wird die individuell passende Therapie gewählt. Hierzu wurde ein regionales Netzwerk von qualifizierten Rauchentwöhnungsmaßnahmen aufgebaut; hier wird die eigentliche Entwöhnung durchgeführt. Den Teilnehmenden steht während des gesamten Entwöhnungsprozesses eine Ansprechperson des Präventionsteams unterstützend zur Seite.

    Grundlage des Freiburger Präventionskonzepts ist die wissenschaftliche Erkenntnis, dass die Rauchentwöhnung ein aktiver, mehrstufiger Prozess ist. Der Erfolg der Raucherentwöhnung ist dabei abhängig von der Patientenmotivation, der aktiven Patientenentscheidung für eine qualifizierte Entwöhnungsmethode sowie der permanenten professionellen Unterstützung.

    Der Aufbau der beschriebenen Präventionsstruktur wird durch das Team wissenschaftlich evaluiert, nicht zuletzt um diese auch auf andere Tumorzentren zu übertragen. Der vom Präventionsteam erstellte Report über die Arbeit im Jahr 2009 wurde von der Global Health Partnerships Foundation (Pfizer Foundation) in den USA eingehend geprüft. Aufgrund der positiven Arbeitsergebnisse, die das Präventionsteam nachweisen konnte, wurden die Mittel für das Jahr 2010 bewilligt.

    Das Comprehensive Cancer Center Freiburg

    Das Tumorzentrum Ludwig Heilmeyer – Comprehensive Cancer Center Freiburg ist eine Einrichtung, die integrierte Versorgung von Krebspatienten mit der Krebsforschung kombiniert. Darüber hinaus engagiert sich das CCCF in der Krebsprävention. Es ist verantwortlich für die klinische, wissenschaftliche und strukturelle Koordination der Krebsmedizin am Universitätsklinikum Freiburg. Das CCCF ist eines der fünf deutschen onkologischen Spitzenzentren, die 2007 von der Deutschen Krebshilfe ausgezeichnet wurden.

    Nähere Informationen finden Sie unter: www.tumorzentrum-freiburg.de

    Die Pfizer Foundation

    Seit 2007 fördert die Pfizer Foundation Aktivitäten in den Bereichen Krebsprävention und Tabakentwöhnung und unterstützt innovative, regionale und globale Partnerschaften in der Onkologie und Tabakentwöhnung.

    Weitere Informationen zum weltweiten gesellschaftlichen Engagement von Pfizer unter: http://www.pfizer.com/responsibility

    Quelle: Pressemitteilung des Tumorzentrums Ludwig Heilmeyer, Comprehensive Cancer Center Freiburg, vom 02. März 2010

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  • 02Mrz

    Das Projekt OPTIMI ist unter Leitung des Freiburger Psychologen Professor Dieter Riemann gestartet

    An der Abteilung für Psychiatrie und Psychotherapie des Universitätsklinikums Freiburg startete Anfang Januar 2010 das Projekt OPTIMI unter der Leitung von Professor Dr. Dieter Riemann. OPTIMI steht für Online Predictive Tools for Mental Illness. Das Projekt wird mit einer Gesamtsumme von mehr als 3,5 Millionen Euro für drei Jahre aus EU-Mitteln gefördert. Ziel des Projektes ist es, stressbedingte körperliche und psychologische Veränderungen sowie psychische Erkrankungen früher erkennen zu können.

    Es werden neue Messgeräte, so genannte Sensoren, zur Erfassung von körperlichen Variablen unter Alltagsbedingungen entwickelt. In einem weiteren Schritt sollen computer- und internetgestütze Psychotherapieprogramme bei Menschen mit einem hohen Risiko, depressiv zu erkranken, eingesetzt werden.

    Schwerpunkt der Projektarbeit des Teams von Professor Riemann ist das Thema gestörter Schlaf, zu dem die Arbeitsgruppe seit zwei Jahrzehnten intensiv forscht. Die Messung und Erfassung des Schlafs spielt im Projekt OPTIMI eine große Rolle, da einerseits bei depressiven Erkrankungen fast immer Schlafstörungen auftreten, Schlafstörungen andererseits können zu einem Risikofaktor für Depressionen werden. Für OPTIMI sollen Probanden ihr Schlafverhalten beurteilen. Die neu entwickelten Sensoren werden in Bezug zu diesen Selbstbeurteilungen gesetzt. Im Erfolgsfall sollte es möglich sein, Schlafstörungen frühzeitig zu erkennen, mit Hilfe verhaltensorientierter Maßnahmen gegenzusteuern und dadurch depressive Erkrankungen zu vermeiden.

    Neben der Abteilung für Psychiatrie und Psychiatrie des Universitätsklinikums Freiburg sind die Universitäten Zürich, Bristol, Valencia, und Lanzhou an OPTIMI beteiligt. Dabei sind auch Partner der europäischen Industrie aus dem Gebiet der Sensorenentwicklung und der
    Entwicklung internet-basierter Psychotherapien.

    Psychische Erkrankungen, insbesondere depressive Störungen, nehmen weltweit zu. Laut Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation ist die Lebensqualität für die Betroffenen massiv eingeschränkt. Außerdem entstehen hohe Kosten für die Gesellschaft durch krankheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit und frühzeitige Berentungen. Ein wesentliches Problem im Umgang mit depressiven Erkrankungen ist immer noch die mangelnde Früherkennung und damit auch die fehlende angemessene Behandlung in frühen Stadien der Erkrankung, bevor es zur Chronifzierung kommt.

    Quelle: Pressemitteilung des Universitätsklinikums Freiburg vom 26. Februar 2010
    Foto: Universitätsklinikum Freiburg

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  • 02Mrz

    Das als „Todesbote“ bekannte Signalmolekül CD95L löst nach Rückenmarksverletzungen im verletzten Gewebe eine Entzündung aus und verhindert dadurch die Heilung. Dies veröffentlichten Wissenschaftler aus dem Deutschen Krebsforschungszentrum in der Fachzeitschrift Immunity. Schalten die Forscher bei Mäusen CD95L aus, heilt das verletzte Rückenmark, und die Tiere erlangen bessere Beweglichkeit zurück. Auch in anderen Geweben fördert CD95L schädigende Entzündungsreaktionen. Wirkstoffe, die den Todesboten blockieren, könnten daher eine neue Behandlungsmöglichkeit bei schweren entzündlichen Erkrankungen darstellen.

    Bereits vor einigen Jahren ist es Dr. Ana Martin-Villalba im Deutschen Krebsforschungszentrum gelungen, bei Mäusen die Auswirkungen einer Rückmarksverletzung zu lindern. Sie konnte die Bewegungsfähigkeit der Tiere verbessern, indem sie das Signalmolekül CD95L neutralisierte. In ihrer jetzt veröffentlichten Arbeit gingen die Forscherin und ihr Team der Frage nach, wodurch CD95L seinen schädlichen Effekt im verletzten Nervengewebe ausübt.

    Bislang waren Wissenschaftler davon ausgegangen, dass das als „Todesbote“ bekannte Molekül CD95L an den Todesrezeptor CD95 auf der Oberfläche von Nervenzellen andockt, damit den programmierten Zelltod Apoptose auslöst und so das verletzte Nervengewebe weiter schädigt. Diese Sichtweise muss nun angesichts der aktuellen Ergebnisse revidiert werden.

    Nach Verletzung des Rückenmarks von Mäusen beobachtete Martin-Villalbas Team eine lang anhaltende Entzündungsreaktion in der Umgebung. Innerhalb von 24 Stunden nach der Schädigung wandert eine große Anzahl von weißen Blutkörperchen in die betroffene Stelle im Rückenmark ein. Dabei handelt es sich vor allem um Zellen der so genannten „angeborenen“ Immunabwehr, Makrophagen und Neutrophile. Im gleichen Zeitraum, so stellten Forscher fest, steigt auf der Zelloberfläche der weißen Blutkörperchen in den Blutbahnen die Menge an CD95L deutlich an – offenbar als Folge eines noch nicht identifizierten chemischen Signals, das das verletzte Gewebe aussendet.

    Verantwortlich für die Wanderung der Immunzellen zum Ort der Verletzung ist das Signalmolekül CD95L, bewies Martin-Villalbas Team in seiner aktuellen Untersuchung. Blockierten die Forscher den Todesboten mit spezifischen Wirkstoffen, kam die Wanderung zum Erliegen. Die Forscher entschlüsselten einen bislang unbekannten Signalweg, über den CD95L die Immunzellen dazu aktiviert, mobil zu werden und aus der Blutbahn ins verletzte Rückenmark einzuwandern. Diese Mobilisierung ist nicht auf die Entzündungsreaktion im verletzten Rückenmark beschränkt – die Wissenschaftler entdeckten auch bei Mäusen, die an schwerer Bauchfellentzündung erkrankt waren, eine CD95L-bedingte Einwanderung von Immunzellen ins kranke Gewebe.

    CD95L fördert gewebeschädigende Entzündungsreaktionen

    Was bewirkt CD95L im verletzten Rückenmark? Um dieser Frage nachzugehen, untersuchten die DKFZ-Forscher genveränderte Mäuse, deren Immunzellen kein CD95L bilden können. Wird das Rückenmark dieser Tiere verletzt, sind ihre Nervenzellen vor dem Untergang geschützt, die Mäuse erholen sich und schneiden in späteren Bewegungstests besser ab als ihre normalen Artgenossen.

    Offenbar steigern die eingewanderten Immunzellen die gewebeschädigenden Entzündungsreaktionen. Schalteten die Forscher das CD95L-Molekül auf Immunzellen aus und untersuchten anschließend die Genaktivität im verletzten Gewebe, so beobachteten sie, dass die Aktivität von zelltod- und entzündungsfördernden Genen zurückging. Dagegen wurden vermehrt solche Erbanlagen abgelesen, die das Nervenwachstum fördern.

    Übt der Todesbote CD95L seine schädliche Wirkung im verletzten Rückenmark tatsächlich durch programmierten Zelltod (Apoptose) aus? Dies untersuchten die Forscher an Mäusen, deren Nervenzellen der Rezeptor CD95, die Andockstelle für den Todesboten CD95L, fehlt. An diesen Tieren zeigte sich, dass CD95L durch Rekrutierung von entzündungsfördernden Immunzellen in das verletzte Rückenmark und nicht durch programmierten Zelltod zum Untergang der Nervenzellen beiträgt.

    CD95L-Blockade als neues Therapieprinzip bei entzündlichen Erkrankungen

    „Wir gehen davon aus, dass CD95L auch im menschlichen Organismus schädliche Entzündungsreaktionen fördert“, erklärt Projektleiterin Ana Martin-Villalba. Denn die Analyse von Blutproben rückenmarksverletzter Patienten ergab, dass auch hier die Menge von CD95L auf den Immunzellen innerhalb weniger Stunden nach dem Unfall ansteigt.

    Dies ist ein ermutigender Anhaltspunkt dafür, dass eine Blockade von CD95L ein erfolgversprechender Therapieansatz bei schweren entzündlichen Erkrankungen sein könnte, etwa bei Autoimmunkrankheiten wie Rheumatoider Arthritis oder Multipler Sklerose. Ein Wirkstoff gegen den Todesboten würde verhindern, dass entzündungsfördernde Immunzellen in das erkrankte Gewebe einwandern und dort den Gewebeschaden intensivieren. Neueste Forschungsergebnisse weisen sogar darauf hin, dass Entzündungsreaktionen die Invasionsfähigkeit von Krebszellen fördern, so dass auch hier der Einsatz eines CD95L-Blockers hilfreich sein könnte.

    Ein solcher Wirkstoff könnte bald schon zur Verfügung stehen: Auf der Basis von Erfindungen aus dem Deutschen Krebsforschungszentrum entwickelt ein Biotech-Unternehmen bereits einen Inhibitor, der spezifisch das CD95L-Molekül des Menschen ausschaltet.

    Quelle: Pressemitteilung Nr. 10 des Deutschen Krebsforschungszentrums in der Helmholtz-Gemeinschaft (dkfz.) vom 02. März 2010
    Foto: Fotograf Yan de Andres

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  • 02Mrz

    Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) erweitert ihr Internetangebot um zwei neue Datenbanken im Bereich der Gesundheitsförderung. Mit den Portalen „Wegweiser Gesundheitsförderung“ (www.wegweiser.bzga.de) und „Leitbegriffe der Gesundheitsförderung“ (www.leitbegriffe.bzga.de) werden zwei bisher nur als Drucksachen verfügbare Publikationen ab sofort im Internet bereitgestellt.

    Die beiden Datenbanken helfen Lehrenden, Studierenden und in der Prävention tätigen Fachkräften in Beratungsstellen, Selbsthilfegruppen, Gesundheitsberufen etc., innerhalb kurzer Zeit einen Überblick über wichtige Träger und Akteure sowie Fachbegriffe der Gesundheitsförderung zu erhalten.

    Das Portal Wegweiser Gesundheitsförderung stellt mehr als 200 überregional tätige Fachinstitutionen vor, die bundesweit Medien, Fortbildungen und Beratungen zur Gesundheitsvorsorge anbieten. Es versteht sich als „Kompass“ in der unübersichtlichen Institutionen-Landschaft der Gesundheitsförderung und erleichtert die Suche nach geeigneten Angeboten, Trägern, Kooperationspartnern und Veranstaltungen.

    Das Portal Leitbegriffe der Gesundheitsförderung ist ein Glossar, in dem die 92 wichtigsten Begriffe, Konzepte und Erklärungsmodelle im Bereich Gesundheitsförderung definiert und ausführlich erläutert werden. Damit leistet das Glossar einen Beitrag, um Begrifflichkeiten aus der Gesundheitsförderung im deutschsprachigen Raum zu systematisieren und übersichtlicher zu gestalten. Beide Datenbanken werden fortlaufend aktualisiert und erweitert.

    Die Online Angebote sind ab sofort unter www.leitbegriffe.bzga.de und www.wegweiser.bzga.de erreichbar.

    Quelle: Pressemitteilung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) vom 02. März 2010

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  • 02Mrz

    Kleine Moleküle mit großer Wirkung

    Wirkstoffverstärker in Impfstoffen haben einen schlechten Ruf. Sie scheinen unnütze Chemie im Medikament zu sein. Ein Missverständnis, denn diese sogenannten Adjuvantien verbessern den Erfolg einer Impfung wesentlich – im besten Fall reicht dann bereits eine Impf-Spritze für einen lebenslangen Schutz. Forscher der Abteilung “Vakzinologie und Angewandte Mikrobiologie” am Braunschweiger Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) haben jetzt eine neue Verbindung entdeckt, die Impfstoffe wesentlich verbessern könnte. Das künstlich hergestellte Molekül heißt c-di-IMP und könnte in Zukunft noch mehr sein als ein potenter Wirkstoffverstärker. Die Wissenschaftler versprechen sich von c-di-IMP ganz neue Ansätze für neue Impfstrategien. Die Ergebnisse veröffentlichte jetzt das Wissenschaftsmagazin “Vaccine” in seiner aktuellen Ausgabe.

    Impfstoffe sind eines der mächtigsten Werkzeuge gegen Infektionskrankheiten. Sie schützen uns vor einer Infektion mit einem Krankheitserreger, indem sie die Infektion gar nicht erst ausbrechen lassen. Bei einer Impfung  wird ein abgeschwächter oder abgetöteter Krankheitserreger oder auch nur Bestandteile des  Erregers in den Körper gespritzt. Das Immunsystem erkennt diese Bestandteile als fremd, startet eine Immunantwort dagegen, bildet Antikörper und am Ende der Impfreaktion Gedächtniszellen. Diese Zellen erinnern sich an den Eindringling, wenn er tatsächlich einmal versucht, uns zu infizieren. Sie reagieren dann sehr schnell und verhindern so, dass die Krankheit erneut ausbricht.

    Häufig reagiert das Immunsystem jedoch nur schwach auf die getöteten Krankheiterreger oder ihre Bestandteile im Impfstoff. Dadurch bildet sich nur ein kurzfristiger und schwacher Schutz. Abhilfe schaffen dann die Wirkstoffverstärker. Die Adjuvantien lösen allein keine Impfreaktion aus, aber gemeinsam mit einem Impfstoff verabreicht, verstärken sie die Immunantwort um ein Vielfaches und verbessern damit den Erfolg der Impfung. Der Wirkstoffverstärker löst eine Immunantwort sehr viel schneller aus und vermittelt so einen frühen, lang anhaltenden Schutz. Bei ihrer Suche nach neuen, wirksamen Adjuvantien entdeckten die Impfstoff-Forscher vom HZI jetzt das Molekül c-di-IMP.

    “Dieses Molekül liefert eine starke Immunantwort und ist wesentlich wirksamer als bekannte Adjuvantien”, sagt Rimma Libanova, die das Molekül während ihrer Doktorarbeit untersucht. Um die Wirkung zu erforschen, impfte sie Mäuse mit einem harmlosen Eiweiß. Das Eiweiß ist kein Krankheitserreger, aber dennoch ein Fremdkörper für das Mäuseimmunsystem. Also läuft die Immunreaktion wie bei einer Impfung gegen ein Virus oder Bakterium ab – nur ohne die Gefahr einer echten Infektion. Dabei erhielten einige Tiere den Impfstoff mit Verstärker, andere ohne den Zusatz.  Nach 42 Tagen untersuchte sie die Immunantwort der Mäuse auf das fremde Eiweiß. “Wir konnten bei den Tieren, die den verstärkten Impfstoff erhielten, eine starke Immunantwort sehen. Zusätzlich konnten wir wichtige Moleküle nachweisen, die den Erfolg der Impfung zeigten”, sagt Thomas Ebensen, der zusammen mit Rimma Libanova das neue Molekül untersucht. Bislang konnten die Wissenschaftler die Wirkung nur in Mäusen nachweisen – aber beide denken weiter: “Wir wollen mit dem Molekül bereits vorhandene Impfungen wie gegen Influenza oder Hepatitis verbessern. Vielleicht hilft es auch dabei, neue Impfstoffe zu entwickeln, die mit den bisherigen schwächeren Adjuvantien noch keine ausreichende Impfantwort erzeugen.”

    “Das Molekül könnte uns helfen, neue Impfstrategien zu entwickeln”, sagt Professor Carlos A. Guzmán, Leiter der Abteilung  „Vakzinologie und Angewandte Mikrobiologie“ am HZI. Seine Abteilung arbeitet an der Alternative zur Impf-Spritze: der Schnupfimpfung. Dabei kann der Impfstoff mit einem Nasenspray dorthin gebracht, wo uns die meisten Krankheitserreger infizieren: an den Schleimhäuten. “c-di-IMP stärkt die Immunantwort und ist damit ein aussichtsreicher Verstärkerkandidat für Impfstoffe.”

    Originalartikel: Libanova R, Ebensen T, Schulze K, Bruhn D, Norder M, Yevsa T, Morr M, Guzman CA. The member of the cyclic di-nucleotide family bis-(3′, 5′)-cyclic dimeric inosine monophosphate exerts potent activity as mucosal adjuvant. Vaccine, Volume 28, Issue 10, 2 March 2010, Pages 2249-2258, ISSN 0264-410X, DOI: 10.1016/j.vaccine.2009.12.045.

    Zu diesem Bericht hat das Helmholtz Zentrum auch einen Podcast zur Verfügung gestellt. Diesen Podcast erreicht Ihr über den folgenden Link: Turbo für die Impfung – neue Hilfsstoffe ermöglichen neue Impfmethoden

    Quelle: Pressemitteilung des Helmholtz Zentrums für Infektionsforschung vom 02. März 2010

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  • 01Mrz

    Der Körper hält seine Abwehrtruppen strikt unter Kontrolle, um Autoimmunkrankheiten zu verhindern

    In unserem Körper laufen rund um die Uhr die so genannten Dendritischen Zellen Patrouille und suchen nach Hinweisen für Tumore oder Infektionen. Sobald sie fündig werden, aktivieren sie die Killer-T-Zellen und leiten damit die Immunabwehr ein. Forscher der Universität Bonn haben nun zusammen mit Kollegen an den Universitäten Düsseldorf, Hamburg, Utah (USA) und Melbourne (Australien) entdeckt, wie dies genau geschieht. Ihre Ergebnisse könnten unter anderem zur Entwicklung besserer Impfstoffe genutzt werden. Sie erscheinen in der kommenden Ausgabe der Fachzeitschrift Nature Immunology (doi: 10.1038/ni.1848). 

    Einer der wichtigsten Abwehrmechanismen gegen Viren, Bakterien und Krebszellen sind die zytotoxischen T-Zellen. Sie können infizierte Körperzellen oder auch Krebszellen zerstören. Daher werden sie auch Killer-T-Zellen genannt.

    Die Killer-T-Zellen sind normalerweise inaktiv. Das ist auch wichtig: Ansonsten könnten unerwünschte Autoimmunerkrankungen wie Diabetes mellitus oder Multiple Sklerose die Folge sein. Aktiviert werden sie durch die so genannten dendritischen Zellen. Diese patrouillieren kontinuierlich durch den Körper und suchen dort nach Hinweisen für Tumore oder Infektionen. Werden sie fündig – beispielsweise bei einer Virusinfektion –, tragen sie diese Information in die Lymphknoten.

    Der Körper verfügt über viele Millionen verschiedener Killer-T-Zellen. Bei einer Infektion müssen es die dendritischen Zellen schaffen, nur die passenden davon in Angriffsbereitschaft zu versetzen. Diese teilen sich dann vieltausendfach und schwärmen aus, um nach dem Krankheitserreger zu suchen und ihn zu bekämpfen. Dies muss sehr schnell vor sich gehen, weil Viren sich extrem rasch vermehren. 

    „Duftspur“ für die Killerzellen

    Bislang war unklar, wie die Patrouille-Läufer so rasch die passenden Killerzellen alarmieren können. „Wir haben nun herausgefunden, dass dabei zwei weitere T-Zell-Typen eine wichtige Rolle spielen“, erklärt Professor Dr. Christian Kurts von den Instituten für Molekulare Medizin und Experimentelle Immunologie der Uni Bonn.

    Die Rede ist von den so genannten T-Helferzellen sowie den natürlichen Killer-T-Zellen (NKT-Zellen). Sie erkennen augenscheinlich, wenn eine dendritische Zelle Informationen über Viren oder Tumoren besitzt. Als Reaktion produzieren sie bestimmte Botenstoffe, so genannte Chemokine. Killer-T-Zellen folgen diesen Botenstoffen wie ein Hund einer Fährte. Sie finden so zielsicher diejenigen dendritischen Zellen, die ihnen sagen können, wo sich ein Virus oder eine Tumorzelle versteckt. „Die Killer-T-Zellen müssen also nicht nach dem Zufallsprinzip alle dendritischen Zellen des Körpers inspizieren“, betont Verena Semmling, die diese Studie im Rahmen Ihrer Promotionsarbeit bei Prof. Kurts durchgeführt hat. „So können sie viel schneller aktiviert werden.“

    Immunsystem sucht den Konsens

    Zusätzlich hat dieses Zusammenspiel verschiedener Immunzellen den Vorteil, dass es Autoimmunerkrankungen vermeiden kann: Die dendritische Zelle kann Killer-T-Zellen nur dann anlocken, wenn entweder T-Helferzellen oder NKT-Zellen ebenfalls ein Gefahrsignal erkannt haben. Die dendritische Zelle holt also eine zweite Meinung ein, bevor sie die Immunabwehr in Marsch setzt. Das funktioniert ganz besonders gut, wenn sowohl die T-Helferzellen als auch die NKT-Zellen zustimmen. Wenn also die dendritische Zelle noch eine dritte Bestätigung erhält, dann kann sie Killer-T-Zellen besonders gut aktivieren.

    „Die Klärung dieser Mechanismen ist nicht nur von grundlagenwissenschaftlichem Interesse“, betont Professor Dr. Irmgard Förster vom Institut für Umweltmedizinische Forschung an der Uni Düsseldorf. „Wenn wir verstehen, wie Immunzellen miteinander kommunizieren, können wir dieses Wissen nutzen, um Impfstoffe zu verbessern. So zeigen die vorliegenden Befunde, dass Impfstoffe besser funktionieren sollten, wenn sie auch T-Helferzellen und NKT-Zellen aktivieren.“

    Die jetzt publizierten Arbeiten wurden im Rahmen des an der Uni Bonn angesiedelten Sonderforschungsbereiches 704 durchgeführt. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert darin die Erforschung der Immunabwehr.

     Quelle: Pressemitteilung der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn vom 28. Februar 2010

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  • 26Feb

    Hamburg, 26. Februar 2010. Patienten mit einem Tumor an der Niere, bei denen nur ein Teil des Organs entfernt wird, haben ebenso gute Prognosen wie jene, bei denen die Niere komplett entfernt wird. Das zeigen jüngste klinische Erfahrungen, über die Experten der Asklepios Klinik Barmbek in der Fachzeitschrift medtropole für niedergelassene Ärzte berichten. Zudem sind minimal invasive Operationen auf dem Vormarsch. Für die Patienten bedeutet dies zum einen eine schonendere Operation, zum anderen behalten sie ihre volle Nierenfunktion.

    Erhaltung statt totale Entfernung ist das Motto, wenn es heute um die Behandlung eines Tumors an der Niere geht. Meist erfolgt der Eingriff mit so genannten Laparoskopen, also von außen steuerbaren Instrumenten, die in den Bauchraum eingeführt werden. Der Arzt sieht über eine Kamera genau, wo sich der Tumor befindet. Dieses Vorgehen hat sich in der jüngsten Vergangenheit immer stärker etabliert und wird heute von den Ärzten bevorzugt, wenn die Voraussetzungen stimmen. Dazu zählt unter anderem, dass der Tumor nicht in die Blutgefäße eingewachsen ist. Nierentumoren werden auf diese Weise effektiv entfernt und die Langzeitprognose für die Patienten ist hoch. Gleichzeitig ist der Eingriff im Gegensatz zum offen chirurgischen Eingriff für die Patienten risikoärmer und sie können das Krankenhaus nach kurzer Zeit wieder verlassen.

    Früherkennung ermöglicht schonendere OP-Verfahren

    Ein Großteil der Nierentumore wird heute in einem sehr frühen Stadium durch Ultraschalluntersuchungen bei der Vorsorge oder Untersuchung anderer Symptome festgestellt. Diese Tumore sind dann noch sehr klein und lokal klar begrenzt, ohne dass sie gesundes Gewebe geschädigt haben. Diese Tatsache spricht zusätzlich für den laparoskopischen Eingriff von außen. Studien an entnommenen Tumoren belegen weiterhin, dass rund 15 Prozent gutartig sind. Auch dieses Ergebnis spricht für den lokal begrenzten Eingriff, denn ansonsten würden gesunde Nieren ohne Not entfernt. Dabei spielt auch eine Rolle, dass sich vorab nicht abklären lässt, ob der Tumor gutartig oder bösartig ist. Für den Eingriff mit Laparoskopen muss ein Patient vollkommen gesund sein. In manchen Fällen kann die Teilentfernung des Tumors daher auch mit einem normalen chirurgischen Eingriff erfolgen. Dies gilt, wenn die Patienten schon einmal im Bauchraum operiert wurden oder Lungenerkrankungen haben.

    Hintergrund

    Unterschiedliche Studien zeigten, dass Patienten, denen die Niere nur teilweise entfernt wird, eine genau so hohe Überlebensrate haben wie jene, bei denen das ganze Organ entfernt wurde. Neuere Studien zeigen sogar, dass dies bis zu einer Tumorgröße von sieben Zentimetern der Fall ist. Bei einer teilweisen Entnahme profitiert der Patient also bei gleichem Therapieerfolg hinsichtlich der Krebserkrankung vom Erhalt der Niere. Daher, so berichten die Autoren Dr. Holger Böhme, leitender Oberarzt der Abteilung für Urologie in der Asklepios Klinik Barmbek in Hamburg, und Prof. Dr. Andreas Gross, Chefarzt der Abteilung, weiter, wird bei den meisten heute diagnostizierten Nierentumoren die Teiloperation zumindest grundsätzlich versucht. Zwar werden die meisten dieser Operationen noch auf dem klassischen Weg durchgeführt, doch ist die Laparoskopie auf dem Vormarsch, wie Erfahrungen an der Asklepios Klinik Barmbek belegen. Während beim konventionellen Vorgehen eine Schnittlänge von 15 bis 20 Zentimeter erforderlich ist, genügen bei der laparoskopischen Operation drei Einschnitte von je einem Zentimeter und ein etwas größerer Schnitt, durch den der Tumor nach außen entfernt wird. Weniger Schmerzen nach der Operation und weniger Blutverlust sind weitere Vorteile. Bei beiden Operationsarten wird zunächst die Niere freigelegt, dann werden die Blutgefäße abgebunden und der Tumor entfernt. Das Nierengewebe wird vernäht und die Blutzufuhr wieder hergestellt. Anschließend werden das Tumorgewebe und das Randgewebe untersucht. Erst wenn klar sein sollte, dass das Randgewebe von Krebszellen befallen ist, muss eine zweite Operation erfolgen, oder die Entnahme der ganzen Niere.

    Weitere Informationen:

    http://www.medtropole.de Homepage der Ärztezeitschrift medtropole
    http://www.asklepios.com/barmbek Homepage der Asklepios Klinik Barmbek

    Quelle: Pressemitteilung der Asklepios Kliniken Hamburg GmbH vom 26. Februar 2010, veröffentlicht beim Informationsdienst Wissenschaft – www.idw-online.de

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  • 25Feb

    Deutsche Krebshilfe unterstützt Nutzen-Risiko-Abwägung

    Berlin (ek) – Im Rahmen des Deutschen Krebskongresses informierte die Deutsche Krebshilfe heute, am 25. Februar 2010, über ihre bundesweite Informationsoffensive zum Thema Krebs-Früherkennung. „Unsere umfassenden und allgemeinverständlichen Ratgeber über den Nutzen und mögliche Risiken von Früherkennungsverfahren unterstützen die Menschen dabei, sich für oder gegen diese Untersuchungen zu entscheiden“, betonte Gerd Nettekoven, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krebshilfe. „Für viele Tumorerkrankungen gilt nach wie vor der Leitsatz ‚Früh erkannt – heilbar’. Daher ist eine informierte Entscheidung besonders wichtig.“

    In Deutschland erkranken jedes Jahr etwa 450.000 Menschen neu an Krebs,  210.000 Menschen sterben daran. Die gesetzlichen Krebs-Früherkennungsunter¬suchungen haben das Ziel, Tumoren in möglichst frühen Entwicklungsstadien aufzuspüren. Denn früh erkannt sind insbesondere Brust-, Darm-, Haut- und Gebärmutterhalskrebs sowie verschiedene Formen des Prostatakrebs zumeist gut heilbar. Frühe Krebsstadien lassen sich außerdem schonender behandeln als Stadien, in denen bereits Tochtergeschwülste entstanden sind.

    Früherkennungsuntersuchungen werden aber auch kritisch eingeschätzt, denn sie können Nachteile oder Risiken haben. So ist es beispielsweise möglich, dass eine Krebserkrankung übersehen wird („falsch-negatives Ergebnis“) oder dass aufgrund der Untersuchungsbefunde ein Krebsverdacht geäußert wird, der sich dann bei weiterer diagnostischer Abklärung als unbegründet herausstellt („falsch-positives Ergebnis“).

    „Deutschland verfügt seit über dreißig Jahren über ein gesetzliches Krebs-Früherkennungsangebot. Allen Interessierten empfehlen wir, sich ausführlich über die Untersuchungen zu informieren und individuell günstige sowie möglicherweise schädliche Auswirkungen gegeneinander abzuwägen“, so Dr. Leonhard Hansen, Vorsitzender des Fachausschusses ‘Krebs-Früherkennung’ der Deutschen Krebshilfe. Auf der Grundlage einer umfassenden Bewertung internationaler wissenschaftlicher Studien haben die Experten der Deutschen Krebshilfe für jede der gesetzlichen Krebs-Früherkennungsuntersuchungen Empfehlungen erarbeitet.

    Im Falle der Tastuntersuchung auf Brustkrebs sowie der digital-rektalen Tastuntersuchung auf Prostatakrebs kommen sie beispielsweise zu dem Schluss, dass diese Methoden alleine nicht in der Lage sind, die Sterblichkeit an Brust- beziehungsweise Prostatakrebs zu senken. Für den so genannten PSA-Test, eine Blutuntersuchung zur Erkennung von Prostatakarzinomen, ist das Verhältnis von Nutzen und Schaden bislang nicht ausreichend bekannt. „Lassen Sie sich von Ihrem Arzt beraten und treffen Sie eine individuelle Entscheidung für oder gegen die Teilnahme an einer Früherkennungsuntersuchung“, so Professor Dr. Jürgen Windeler vom Medizinischen Dienst der Krankenkassen. Die kostenlosen Flyer der Deutschen Krebshilfe zum Thema Krebs-Früherkennung können dabei helfen, dem Arzt die richtigen Fragen zu stellen und die medizinischen Informationen besser einzuordnen.

    „Viele Menschen schätzen die Wirkung von Früherkennungsuntersuchungen zu hoch ein und nehmen fälschlicherweise an, dass sie durch die Teilnahme an der Früherkennung von einer Krebskrankheit verschont bleiben könnten“, fasste Dr. Markus Feufel vom Max-Planck-Institut für Bildungsforschung eine aktuelle Studie des Berliner Institutes zusammen. Auch hier gilt es, eine realistische Einschätzung zu vermitteln: „Die beste Möglichkeit, einer Krebserkrankung aktiv vorzubeugen, ist eine gesunde Lebensweise. Dazu gehören insbesondere das Nichtrauchen, regelmäßige körperliche Bewegung, gesunde Ernährung, maßvoller Alkoholkonsum, ein umsichtiges Verhalten in der Sonne sowie ein Verzicht auf die Nutzung von Solarien“, betonte Nettekoven.

    Die neuen Früherkennungsfaltblätter für Brust-, Darm-, Gebärmutterhals-, Haut- und Prostatakrebs sowie weitere Informationsmaterialien können bei der Deutschen Krebshilfe e.V., Postfach 1467, 53004 Bonn, kostenlos bestellt oder im Internet unter www.krebshilfe.de heruntergeladen werden.

    Info-Kasten: Gesetzliche Krebs-Früherkennung

    Das gesetzliche Krebs-Früherkennungsprogramm bietet allen  Versicherten folgende Untersuchungen an:
    Frauen
    Ab 20 Jahren: jährliche Untersuchung der inneren und äußeren Geschlechtsorgane. Ab 30 Jahren: zusätzliche Tastuntersuchung der Brust. Ab 50 Jahren bis zur Vollendung des 70. Lebensjahres: alle zwei Jahre Anspruch auf die Teilnahme am qualitätsgesicherten Mammographie-Screening.
    Männer
    Ab 45 Jahren: Tastuntersuchung der Prostata sowie Inspektion des äußeren Genitales.
    Frauen und Männer
    Ab 35 Jahren:  alle zwei Jahre Teilnahme am Hautkrebs-Screening.
    Von 50 und 55 Jahren: einmal jährlich ein Stuhl-Blut-Test.  Ab 55 Jahren: eine kostenlose Darmspiegelung, die nach zehn Jahren wiederholt wird.

    Quelle: Pressemitteilung der Deutschen Krebshilfe e. V. vom 25. Februar 2010

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