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  • 22Feb

    In Nordrhein-Westfalen (Städteregion Aachen) starb ein 42-jähriger Mann am 13.12.2009 an den Folgen von Milzbrand. Er hatte sich vermutlich Heroin intravenös injiziert. In einem Wundabstrich wurden aerobe Sporenbildner diagnostiziert. Die Verdachtsdiagnose Milzbrand wurde am 18.12.2009 mittels PCR bestätigt.

    Den schottischen Gesundheitsbehörden sind aktuell 23 Milzbrandfälle unter Heroinkonsumenten gemeldet, davon endeten 9 tödlich (Stand: 19.2.2010, http://www.hps.scot.nhs.uk/anthrax/). Auch in England gibt es zwei bestätigte Fälle von Milzbrand bei Heroinkonsumenten, von denen einer verstorben ist (Stand 19.2.2010, http://www.hpa.org.uk/HPA/Topics/InfectiousDiseases/InfectionsAZ/1191942145749/).

    Aufgrund vergleichender Untersuchungen von Proben des Aachener Verstorbenen und von Proben von Fällen aus Schottland ist nicht auszuschließen, dass es sich um identische Stämme des Milzbranderregers bei allen untersuchten Fällen handelt. Dies ist ein Hinweis darauf, dass das Heroin eine gemeinsame Quelle der Verunreinigung haben könnte.

    Kontaminiertes Heroin könnte somit auch in anderen Bundesländern und europäischen Staaten vertrieben worden sein. Bei entsprechender Anamnese sollten Ärzte Milzbrand differentialdiagnostisch frühzeitig in Erwägung ziehen und schon bei Verdacht nach erfolgter Probenentnahme eine Therapie einleiten.

    Man kann sich mit Milzbrand infizieren, wenn z. B. mit Milzbrandsporen verunreinigtes Heroin inhaliert wird, mit verletzter Haut oder Schleimhaut in Kontakt kommt oder in die Haut/den Muskel injiziert wird. Es gibt praktisch keine Mensch-zu-Mensch-Übertragung. Für die Allgemeinbevölkerung besteht kein Infektionsrisiko.

    Die Prognose der Infektion kann durch eine frühzeitige gezielte Antibiotikatherapie deutlich verbessert werden. Ein Merkblatt mit Kurzinformationen zu Anthrax ist unter folgendem Link bereitgestellt:
    www.rki.de > Infektionskrankheiten A – Z > Anthrax > Milzbrand (Anthrax) – Kurzinformation

    Weitere Informationen finden Sie im RKI-Ratgeber für Ärzte unter folgendem Link:
    www.rki.de > Infektionsschutz > Biologische Sicherheit > Erreger > Anthrax > Ratgeber Infektionskrankheiten – Merkblätter für Ärzte

    Aufgrund der möglicherweise überregionalen und internationalen Tragweite dieses Geschehens bitten wir um Benachrichtigung, wenn Sie von aktuellen Fällen oder Fällen aus der Vergangenheit erfahren, die mit diesem Geschehen in Zusammenhang stehen könnten. Wenden Sie sich hierfür bitten an das zuständige Gesundheitsamt vor Ort.

    Quelle: Information des Robert Koch Instituts vom 22. Februar 2010

    Zu dem Thema empfehle ich Euch auch meine folgenden Artikel:

    08. Februar 2010 – Anthrax-Warnung für Heroinkonsumenten in London

    19. Januar 2010 – Information für Drogenkonsumenten – Milzbrand (Anthrax) bei Drogenkonsumenten in Deutschland

    15. Januar 2010 – Milzbrand-Todesfall bei einem i.v. Drogenkonsumenten in Nordrhein-Westfalen

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  • 08Feb

    Die englische Health Protection Agency (HPA) und NHS London bestätigen, dass ein Drogen injizierender Heroinabhängige positiv auf Milzbrand (Anthrax) getestet wurde und in einem Londoner Krankenhaus behandelt wird.

    Dies ist der erste Fall von Milzbrand bei einem Drogenkonsumenten in England, wobei ähnlich Fälle zunächst im Dezember 2009 in Schottland auftraten. In Schottland sind bislang 19 entsprechender Fälle bestätigt worden. Wie in Schottland ist die Quelle der Infektion wahrscheinlich mit Anthrax gemischtes Heroin.

    Die vollständige Pressemitteilung vom Health Protection Agency in englischer Sprache könnt Ihr über den folgenden Link erreichen:

    http://www.hpa.org.uk/webw/HPAweb&HPAwebStandard/HPAweb_C/1265296975679?p=1259152466069

    Zu dem Thema empfehle ich Euch auch meine folgenden Artikel:

    19. Januar 2010 – Information für Drogenkonsumenten – Milzbrand (Anthrax) bei Drogenkonsumenten in Deutschland

    15. Januar 2010 – Milzbrand-Todesfall bei einem i.v. Drogenkonsumenten in Nordrhein-Westfalen

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  • 19Jan

    Im Dezember starb ein 42-jähriger Mann, der Drogen injiziert hatte, in Aachen an Milzbrand (Anthrax). Seit Dezember sind in Schottland 14 Heroinkonsumenten an Milzbrand erkrankt, von denen sieben starben. Weitere Verdachtsfälle kamen vor wenigen Tagen hinzu. Ein Konsument hat die Infektion durch Rauchen/Schnupfen bekommen. Es wird nun vermutet, dass mit infektiösen Milzbrandsporen verunreinigtes Heroin (eventuell auch andere psychoaktive Substanzen, die man spritzen kann) in Europa im Umlauf ist!

    Milzbrand ist eine in Deutschland sehr seltene, bakterielle, Infektionskrankheit (vor Dezember 2009 datierte der letzte Fall von 1994!), die unbehandelt oft zum Tode führt. Darüber hinaus ist das Krankheitsbild bei Ärzten kaum bekannt, so dass eventuell nicht immer frühzeitig daran gedacht wird. Milzbrand kann antibiotisch behandelt werden. Die Behandlung sollte frühzeitig begonnen werden. Einen Impfstoff gibt es nicht.

    Möglicherweise wurde das Heroin in einem der Herkunftsländer, in denen Milzbrand als Erkrankung von Vieh vorkommt (eventuell Afghanistan oder Nachbarländer), bei der Herstellung oder beim Transport mit Milzbrandsporen verunreinigt (z.B. durch „Strecken” des Stoffs mit Knochenmehl, Trocknen von Substanzen auf verunreinigtem Erdreich oder Transport in Taschen aus Tiermaterial).

    Aktuell ist nicht bekannt, wie viel verunreinigtes Heroin im Umlauf ist. Allerdings ist davon auszugehen, dass ein Heroin-/Drogenkonsum mit dem Risiko einer Milzbrandinfektion verbunden ist – vor allem dann, wenn die Substanzen injiziert werden.

    Seien Sie auf der Hut und informieren Sie andere Konsumenten über das Milzbrand-Risiko!

    • Wichtig: Man sieht es dem Stoff nicht an, ob er mit Anthraxsporen verseucht ist
    • Deshalb: Sollten Sie Heroin konsumiert haben und spezifische Krankheitssymptome (siehe unten) entwickeln, wenden Sie sich bitte SOFORT an einen Arzt! Bitten Sie unbedingt den Arzt darum, dass er bei der Diagnostik an eine Milzbrand-Infektion (Haut, Lunge, Darm) denken soll
    • Die neu aufgetretene Milzbrand-Gefahr erhöht die gesundheitlichen Risiken des Drogenkonsums zusätzlich: Bitte beenden Sie Ihren Drogenkonsum!
      Mitarbeiter/innen von Kontaktläden, Drogenkonsumräumen, Drogenberatungsstellen, Suchtmediziner und Entzugs-/Rehabilitationskliniken helfen Ihnen dabei
    • Falls Sie ärztlich substituiert werden und zusätzlich Heroin konsumieren, versuchen Sie, zumindest in der nächsten Zeit damit aufzuhören bzw. zu reduzieren!

    Übertragungswege:

    Man kann sich mit Milzbrand infizieren, wenn man verunreinigten Stoff (z.B. Heroin)

    • in die Vene oder die Haut/den Muskel spritzt
    • inhaliert (z.B. raucht oder schnupft)
    • angefasst hat, und von den Sporen etwas in den Mund gelangt

    Es gibt praktisch keine Mensch-zu-Mensch-Übertragung. Für die Allgemeinbevölkerung besteht kein Infektionsrisiko.

    Symptome von Milzbrand:

    Nach Spritzen verunreinigten Stoffes droht Hautmilzbrand (häufigste Form) oder aber auch eine Hirnhautentzündung, die sich durch starke Kopfschmerzen äußert.

    Hautmilzbrand: An der Injektionsstelle bildet sich eine Schwellung, Rötung und Hautverhär-tung. Diese ist typischerweise kaum schmerzhaft. Ein Abszess (eine Eiteransammlung) oder Blasen können sich bilden, dann „trocknet“ der Bereich ein, und bildet eine dunkle, fast schwarze Stelle (daher der Name „Anthrax“). Es folgt eine Schwellung der gesamten Region (z. B. des Arms), daraufhin ein schwerstes Krankheitsbild, das rasch zum Tod führen kann.

    Nach Rauchen/Schnupfen verunreinigten Stoffes droht Lungen- oder Darmmilzbrand.
    Lungenmilzbrand: Es kommt zu einer grippeartigen Erkrankung (Fieber, Schüttelfrost, Muskelschmerzen, Husten mit blutigem Auswurf, Atemnot) und innerhalb der nächsten Tage zu einem schweren, fast immer tödlichen Krankheitsbild.

    Darmmilzbrand: Bauchschmerzen, Blähungen, blutiger Durchfall, schwerstes Krankheitsbild mit möglicher Todesfolge.

    Weitere Informationsmöglichkeiten:

    Internetseite des Robert Koch-Institutes: www.rki.de → Aktuelle Themen: Milzbrand-Todesfall oder: http://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/A/Anthrax/Milzbrand-Todesfall__in__NRW.html

    Quelle: Informationsblatt des Robert-Koch-Institutes zu Milzbrand (Anthrax) für Drogenkonsumenten vom 19. Januar 2010

    Zu diesem Thema empfehle ich euch auch meinen folgenden Artikel:

    15. Januar 2010 – Milzbrand-Todesfall bei einem i.V. Drogenkonsumenten in Nordrhein-Westfalen

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  • 15Jan

    Aus Nordrhein-Westfalen (Städte Region Aachen) wurde der Fall eines 42-jährigen Mannes übermittelt, der am 13.12.2009 an den Folgen von kutanem Milzbrand verstorben ist. Der Mann hatte sich vermutlich Heroin intravenös in die Kniekehle injiziert. Im Wundabstrich von der Injektionsstelle wurden aerobe Sporenbildner diagnostiziert. Die Verdachtsdiagnose Milzbrand wurde am 18.12.2009 mittels PCR bestätigt. Neben einem chronischen intravenösen Drogenabusus lagen bei dem Verstorbenen eine chronische Hepatitis B und C, eine HIV-Infektion sowie ein chronischer Alkohol- und Benzodiazepinabusus vor.

    Im Detail: Am 6.12.2009 wurde der Mann wegen ödematöser Veränderungen im Injektionsbereich und Verdacht auf tiefe Beinvenenthrombose stationär aufgenommen. Eine Computertomographie des Unterschenkels zeigte eine Muskelnekrose mit drohendem Kompartmentsyndrom. In der Folge war eine chirurgische Faszieneröffnung im Bereich des Unter- und Oberschenkels erforderlich, später auch im abdominellen Bereich. Er starb am 13.12.2009 an Multiorganversagen.

    In den letzten Wochen wurden aus Schottland wiederholt Fälle von Milzbrand nach intravenösem Heroinabusus bekannt. Bislang haben die schottischen Behörden Kenntnis von 14 Fällen, von denen 7 verstarben (Stand 11.1.2010). Soweit bekannt ist, hatte der Aachener Fall keine direkte Verbindung zu Schottland.

    Derzeit lässt sich eine gemeinsame Infektionsquelle für den Fall in Aachen und die Fälle in Schottland nicht ausschließen. Kontaminiertes Heroin könnte somit auch in anderen Bundesländern und europäischen Staaten vertrieben worden sein. Ärzte sollten bei entsprechender Anamnese und klinischem Bild Milzbrand differentialdiagnostisch frühzeitig in Erwägung ziehen, und schon bei Verdacht nach erfolgter Probenentnahme eine Therapie einleiten. Die Prognose der Infektion kann durch eine frühzeitige gezielte Antibiotikatherapie deutlich verbessert werden. Ein Merkblatt mit Kurzinformationen zu Anthrax ist unter folgendem Link bereitgestellt:
    www.rki.de > Infektionskrankheiten A – Z > Anthrax > Milzbrand (Anthrax) – Kurzinformation

    Weitere Informationen finden Sie im RKI-Ratgeber für Ärzte unter folgendem Link:
    www.rki.de > Infektionsschutz > Biologische Sicherheit > Erreger > Anthrax > Ratgeber Infektionskrankheiten – Merkblätter für Ärzte

    Aufgrund der möglicherweise überregionalen und internationalen Tragweite dieses Geschehens bitten wir um umgehende Benachrichtigung, wenn Sie von aktuellen Fällen oder Fällen aus der Vergangenheit erfahren, die mit diesem Geschehen in Zusammenhang stehen könnten. Wenden Sie sich hierfür bitten an das zuständige Gesundheitsamt vor Ort.

    Ansprechpartnerinnen im Robert Koch-Institut sind Frau Dr. Radun (RadunD@rki.de, Tel. 030 18754-3406 oder Mobil 0175/5726606) und Frau Dr. Bernard (BernardH@rki.de, Tel. 030 18754-3173).

    Außerhalb der regulären Arbeitszeiten ist das Robert Koch-Institut über die infektionsepidemiologische Rufbereitschaft (Tel. 030 18754-0) zu erreichen. Bei Fragen zur Diagnostik steht Herr PD Dr. Grunow vom Zentrum für Biologische Sicherheit (ZBS) 2 am Robert Koch-Institut zur Verfügung (GrunowR@rki.de, Tel. 030 18754-2100).

    Quelle: Aktuelle Mitteilung des Robert-Koch-Institutes vom 14. Januar 2010
    Foto: Wikipedia – http://de.wikipedia.org/wiki/Bacillus_anthracis

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