In der gesamten EU sind unter der Notrufnummer 112 Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienste erreichbar. Doch drei Viertel der EU-Bürger wissen nicht, dass sie im Notfall an jedem Ort in der EU die 112 wählen können. In Deutschland wissen dies nur 18 Prozent der Befragten einer aktuellen Eurobarometer-Umfrage. Zum Europäischen Tag des Notrufs 112 hat Neelie Kroes, EU-Kommissarin für die Digitale Agenda, die Mitgliedstaaten aufgefordert, die Nummer in ihren Ländern besser bekannt zu machen: “Eine europaweit einheitliche Notrufnummer kann nur helfen, wenn die Menschen sie auch kennen. Am Europäischen Tag des Notrufs 112 fordere ich die Mitgliedstaaten auf, noch mehr zu tun, um ihre Bürger über die 112 – die Nummer, die Leben retten kann – zu informieren.“
Anlässlich des Europäischen Tags des Notrufs 112 am 11. Februar hat die für die Digitale Agenda zuständige EU-Kommissarin, Neelie Kroes, die Mitgliedstaaten in einem Schreiben aufgefordert, die europaweit einheitliche Notrufnummer 112 in ihren Ländern bekannter zu machen. Auch wenn sich der Bekanntheitsgrad der Nummer leicht verbessert hat, wissen drei Viertel der EU-Bürger immer noch nicht, dass sie in ihrem Heimatland oder auf Reisen in der EU im Notfall die 112 wählen können, um die Polizei, Feuerwehr oder einen medizinischen Dienst zu erreichen. Der Reflex, automatisch die mittlerweile in allen EU-Ländern funktionierende Notrufnummer 112 zu wählen, kann Leben retten und die Folgen von Verletzungen mildern.
Die für die digitale Agenda zuständige EU-Kommissarin, Neelie Kroes, hierzu: „ Eine europaweit einheitliche Notrufnummer kann nur helfen, wenn die Menschen sie auch kennen. Am Europäischen Tag des Notrufs 112 fordere ich die Mitgliedstaaten auf, noch mehr zu tun, um ihre Bürger über die 112 – die Nummer, die Leben retten kann – zu informieren .“
Bei einer jüngst durchgeführten Eurobarometer-Umfrage zeigte sich, dass gerade ein Viertel (25 %) der befragten EU-Bürger spontan wusste, dass die 112 die Notrufnummer ist, die man an jedem Ort in der EU im Notfall anrufen kann. Damit hat sich der Bekanntheitsgrad der Nummer in der EU seit 2009 (24 %) nur um einen Prozentpunkt verbessert. In einigen Ländern ist der Bekanntheitsgrad der 112 als unionsweite Notrufnummer bei den Bürgern im Vergleich zum Vorjahr allerdings deutlich gestiegen. So in Belgien und in der Slowakei (Anstieg um 9 Prozentpunkte), in Slowenien (+7 Prozentpunkte), Polen (+6 Prozentpunkte), Litauen und Ungarn (+5 Prozentpunkte). In der Tschechischen Republik, in Luxemburg, Polen, der Slowakei und in Finnland kannte über die Hälfte der Bevölkerung die 112. Wie auch im letzten Jahr ist jedoch in Italien, Griechenland und in Großbritannien die 112 am wenigsten bekannt – nicht einmal 10 % der Bürger dieser Länder kennen die Nummer.
In 21 EU-Ländern steht die 112 auf Telefonbüchern und in 20 EU-Ländern auf Notfallfahrzeugen. Allerdings haben dem Bericht zufolge nur 22 % der EU-Bürger Informationen über die 112 erhalten. Eine Mehrheit (62 %) gab darüber hinaus an, dass sie nur unzureichend über die EU-Notrufnummer Bescheid wissen. Viele Bürger sehen sich auch mit einem Sprachproblem konfrontiert. Für ein Zehntel der Menschen ist es schwierig, im Ausland in einer fremden Sprache einen Notruf über die 112 zu tätigen, obwohl die Mitgliedstaaten angegeben haben, dass ihre 112-Zentralen in der Lage seien, Notrufe zumindest in Englisch bearbeiten zu können.
Die Weitergabe von Daten zum 112-Anruferstandort kann den Einsatz von Notfalldiensten beschleunigen, die Schwere von Verletzungen verringern und sogar Leben retten. Anrufzentralen in 20 EU-Ländern (im Vergleich zu 9 Ländern 2008) leiten nahezu zeitgleich den Standort des 112-Anrufers über die so genannte ‚Push’- und ‚Pull’-Lokalisierung an die Notfalldienste weiter. Allerdings hat die Kommission gegen Italien rechtliche Schritte eingeleitet, weil den italienischen Notrufdiensten noch immer keine Angaben zum Standort des Anrufers übermittelt werden, wenn jemand von einem Mobiltelefon aus einen 112-Notruf tätigt.
Hintergrund
Die 112 ist die europaweite Notrufnummer, die aus dem Fest- und Mobilfunknetz von jedem Ort der EU gebührenfrei erreichbar ist. Seit Juli 2009 erhalten Bürger, die im EU-Ausland unterwegs sind, auf ihrem Handy eine SMS mit Informationen zur 112.
Die EU-Bestimmungen zum Notruf 112 sind zudem im Zuge der Reform des EU-Rechtsrahmens für die Telekommunikation weiter gestärkt worden, und zwar insbesondere im Hinblick auf eine schnellere Übermittlung der Angaben zum Anruferstandort an die Notrufdienste, die Sensibilisierung der Nutzer (vor allem der Reisenden), die Ausdehnung von Zugangsverpflichtungen auf bestimmte Arten von Internet-Telefonanbietern (VoIP) und die Zugänglichkeit für behinderte Nutzer.
Um sicherzustellen, dass die 112 auch gut funktioniert, hat die Kommission gegen 14 Mitgliedstaaten rechtliche Schritte wegen fehlender Anruferlokalisierung eingeleitet. 13 Verfahren konnten bereits eingestellt werden, nachdem Abhilfemaßnahmen getroffen wurden (gegen Italien läuft das Verfahren noch. Auch die gegen Polen und Bulgarien hinsichtlich der Verfügbarkeit der 112 eingeleiteten Verfahren wurden mittlerweile eingestellt, und vor kurzem konnte das gegen Italien anhängige Verfahren bezüglich der ordnungsgemäßen Bearbeitung von 112-Anrufen durch die Notfalldienste eingestellt werden.
Der Notruf 112 funktioniert nun in allen EU-Ländern. Während die 112 häufig parallel zu den nationalen Notrufnummern geschaltet ist, haben Dänemark, Finnland, die Niederlande, Portugal, Schweden, Rumänien und Malta beschlossen, die Nummer zu ihrer nationalen Haupt-Notrufnummer zu machen.
Die Internetseite der Kommission zur 112 steht jetzt in sechs Sprachen zur Verfügung (Deutsch, Französisch, Englisch, Spanisch, Italienisch und Polnisch):
So funktioniert der Notruf 112 in meinem Land:
http://ec.europa.eu/information_society/activities/112/ms/index_de.htm
Die „Kinderecke“ ist in allen 23 Amtssprachen der Europäischen Union abrufbar:
http://ec.europa.eu/information_society/activities/112/kids/index_en.htm
Flash Eurobarometer 285 “The European Emergency Number 112″:
http://ec.europa.eu/information_society/activities/112/docs/survey_2010.pdf
COCOM-Bericht über die Fortschritte bei der Umsetzung der 112:
http://circa.europa.eu/Public/irc/infso/cocom1/library?l=/public_documents_2010&vm=detailed&sb=Title
Neues Video zur Steigerung der Bekanntheit der 112-Notrufnummer:
http://ec.europa.eu/avservices/video/video_prod_en.cfm?type=details&prodid=12592&src=1
Quelle: Pressemitteilung der Europäischen Kommission vom 11. Februar 2010


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