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  • 28Okt

    PRESSE-INFORMATION der AIDS-Hilfe NRW e.V. vom 22. Oktober 2009

    Erfolgreich in der HIV-Prävention bei Drogen gebrauchenden Menschen

    spritzensetDüsseldorf – 1989 startete die AIDS-Hilfe NRW in Zusammenarbeit mit dem Land Nordrhein-Westfalen das landesweite Spritzenautomatenprojekt. Der Landesverband leistet damit nun seit 20 Jahren einen wichtigen Beitrag zur Verhinderung von HIV- und Hepatitis-C-Neuinfektionen bei Drogen gebrauchenden Menschen.

    Im Rahmen des heutigen Jubiläumsempfangs in den Räumen der AIDS-Hilfe Düsseldorf betonten Vertreterinnen und Vertreter der Landesregierung und der Aidshilfe gemeinsam den Erfolg dieses in der Flächenwirkung bundesweit einmaligen Projekts, bei dem sich Drogengebraucherinnen und Drogengebraucher rund um die Uhr mit Einmalspritzen, aber auch mit Pflegesets und Kondomen versorgen und zugleich ihr gebrauchtes Spritzenbesteck sicher entsorgen können.

    “Das Aufstellen der ersten Automaten vor zwanzig Jahren geschah vor dem Hintergrund einer Zunahme von HIV-Infektionen, der ansteigenden sozialen und gesundheitlichen Verelendung und steigender Todesfälle bei intravenös Drogenabhängigen”, sagte Elke Slawski-Haun vom Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen auf der Veranstaltung. Das Spritzenautomatenprojekt als Maßnahme zur Verbesserung der Gesundheits- und Überlebenshilfe Drogen gebrauchender Menschen hat sich bewährt. Es ist bis heute eine wichtige Ergänzung des Beratungsangebots und Spritzenaustauschprogramms von Drogenberatungsstellen, Suchthilfen und Aidshilfen.

    “Seit Beginn des Projekts 1989 ist der Anteil an den HIV-Neudiagnosen von Drogen gebrauchenden Menschen in Nordrhein-Westfalen von fast 20 Prozent auf 13 Prozent gesunken, mit aktuell weiter sinkender Tendenz; bundesweit liegt der Anteil bei 8 Prozent”, erläuterte Klaus-Peter Schäfer, stellvertretender Landesvorsitzender der AIDS-Hilfe NRW. Mit den über 100 Automaten in ganz NRW werden pro Jahr über 270.000 Einmalspritzen abgesetzt. “Angesichts dieses Erfolgs arbeiten wir an der konsequenten Weiterentwicklung des Projekts, was nicht immer einfach ist. Wir werben daher bei den zuständigen Behörden, der Anwohnerschaft und der Bevölkerung um Unterstützung, damit zukünftig weitere Standorte für Automaten realisiert werden können”, sagte Schäfer.

    Zur Jubiläumsveranstaltung konnte die AIDS-Hilfe NRW zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter von Einrichtungen, die einen Spritzenautomaten betreiben, aus Politik, Verwaltung und Gesundheitsselbsthilfe sowie den regionalen Aidshilfen im Land begrüßen.

    Weitere Informationen findet ihr auf der Projektseite der AIDS-Hilfe NRW e.V. unter www.saferuse-nrw.de

    Auf der folgenden Projektseite der AIDS-Hilfe NRW e.V. könnt ihr unter Eingabe der entsprechenden Stadt sämtliche dort vorhandenen Standorte der Spritzenautomaten aufrufen: Standorte der Spritzenautomaten in NRW

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  • 28Okt

    PRESSE-INFORMATION der AIDS-Hilfe NRW e.V. vom 27. Oktober 2009

    Für Minister Laumann ist szenenahes Angebot beispielhaft

    Beratungsmobil AIDS-Hilfe NRWDüsseldorf – Karl-Josef Laumann, Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen, weihte heute in Düsseldorf das neue Info- und Beratungsmobil der AIDS-Hilfe NRW ein. “Dieses Fahrzeug ist ein gutes Beispiel für eine Geh-Hin-Struktur, die wir den Komm-Her-Strukturen anderer Angebote hinzufügen müssen”, erklärte Laumann. “Als Gesundheitsminister begrüße ich, dass die AIDS-Hilfe NRW dieses niedrigschwellige Informationsangebot zu HIV, Aids und anderen sexuell übertragbaren Krankheiten mit integriertem HIV-Schnelltest-Angebot anbietet.” Dies sei vorbildlich für andere Beratungsangebote im Land.

    Mit dem Mobil realisiert der Landesverband ein bislang in Deutschland einmaliges Projekt. Dies geschieht im Rahmen des “Beratungs- und Test-Angebots” (BuT) von Herzenslust NRW, der landesweiten Präventionskampagne für Männer, die Sex mit Männern haben (MSM).

    An dem Fototermin nahmen auch die Direktorin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), Prof. Dr. Elisabeth Pott, der Leiter der Landesvertretung NRW der Techniker Krankenkasse (TK), Günter van Aalst, und Vertreter der Firma Biomerieux teil. Der Landesvorsitzende der AIDS-Hilfe NRW, Klaus-Peter Hackbarth, und Vorstandsmitglied Rainer Martin Hinkers dankten allen Beteiligten für ihre Unterstützung.

    Der Einsatz des Fahrzeuges wird durch die Unterstützung der TKK Landesvertretung NRW, der BZgA, der Firma Biomerieux Deutschland und des Landes Nordrhein-Westfalen ermöglicht.

    Die Kampagne “BuT” bildet einen neuen Schwerpunkt der landesweiten Präventionsarbeit bei MSM. Das Projekt verbindet die Beratung zur Entwicklung persönlicher Schutzstrategien vor HIV mit dem Angebot eines HIV-Schnelltests. Der HIV-Schnelltest kann das Blut schneller als üblich schon in ca. 15 Minuten auf Antikörper gegen das HIV untersuchen. Somit entfallen die üblichen Wartezeiten die bei den von Gesundheitsämtern angebotenen HIV-Testverfahren von sieben bis zehn Tagen.

    In Nordrhein-Westfalen leben zur Zeit etwa 14.000 HIV-positive Menschen; bundesweit sind es etwa 63.500. 2008 wurden 735 neue HIV-Diagnosen gemeldet, der Anteil der MSM liegt hier bei 69%.

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  • 25Aug

    Das Robert-Koch-Institut hat in der aktuellen Epidemiologischen Bulletin Nr. 34 vom 24.08.2009 einen Bericht über die Pilotphase des anonymen Beratungs- und HIV-Schnell-Test-Angebotes von Checkpoint (SchwIPS e.V.) und Check Up (Aidshilfe Köln e.V.) im Rahmen des Beratungs- und Testprojektes (BuT) der Aidshilfe NRW e.V. veröffentlicht.

    In den vergangegenen etwas anderthalb Jahren wurde verstärkt darüber diskutiert, wie eine frühzeitige Diagnose von HIV-Infektionen erreicht werden und damit die Zahl der erst sehr spät entdeckten Infektionen vermindert werden kann. Ein Ansatzpunkt dafür sind HIV-Schnelltests, die im Rahmen einer professionellen Beratung (siehe hierzu auch meinen Bericht unter “Verbot des Verkaufs von HIV-Schnelltests an Privatpersonen”) angeboten werden. Einige Einrichtungen, die solche Testangebote bereitstellen, erheben im Rahmen der Beratung und Testung auch Daten zu Wissen, Einstellungen und Risikoverhalten der Nutzer unter Verwendung strukturierter, selbst auszufüllender Fragebögen.

    In der Epidemiologischen Bulletin des Robert-Koch-Institutes berichtet die Einrichtung Checkpoint/Check Up aus Köln über eine erste Auswertung der Erfahrungen mit einem neu etablierten HIV-Schnelltestangebot und Ergebnisse der Nutzerbefragung. Die Pilotphase wurde an vier Terminen durchgeführt. Als HIV-Schnelltest wurde der HIV-Antikörpertest DetermineTM HIV-1/2 (Inverness Medical) genutzt. In meinem Bericht will ich nachfolgend kurz die statistischen Daten der Auswertung umreißen. Den ausführlichen (wirklich sehr interessanten Text) mit Aussagen der Testpersonen zur Häufigkeit von gemachten HIV-Antikörper-Tests, zum Umgang mit Risiken, zu Beziehungsformen und Partnerzahlen usw. erreicht ihr über den folgenden Link beim Robert-Koch-Institut:

    Epidemiologisches Bulletin Nr. 34 vom 24.08.2009 des Robert-Koch-Institutes

    Insgesamt nutzten 162 Personen das Testangebot, von denen bei 157 Personen der HIV-Schnelltest durchgeführt wurde. Bei 8 Personen war der HIV-Antikörper-Schnelltest positiv. Hier war dann ein Bestätigungstest notwendig, für den eine zusätzliche Blutabnahme durch die Ärzte erfolgte. Die darauf folgende Western-Blot-Laboruntersuchung bestätigte 7 von 8 der positiven Tests. Das bedeutet, dass einer von acht positiven HIV-Ergebnissen fehlerhaft positiv war.

    Das bei einem von acht positiven Schnelltestergebnissen dass Ergebnis fehlerhaft positiv war bestärkt meine Meinung, dass ein solcher Test nicht in die Hände von Laien gehört. Dieser Test sollte tatsächlich nur von Fachleuten durchgeführt werden. Ich stelle mir mal vor, da testet sich jemand zu Hause selbst und erhält das positive Testergebnis. Niemand ist dann vermutlich da, der einen in dieser schwierigen Situation geschult auffangen kann. Und dann stellt sich evtl. in einem nachfolgenden Test durch das Gesundheitsamt oder die AIDS-Hilfe heraus, dass der Test fehlerhaft positiv war. An so etwas möchte ich gar nicht denken.

    Weitere wirklich interessante Informationen könnt ihr dem o. a. Link zum Robert-Koch-Institut entnehmen. Sehr empfehlenswert!

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