Who's Online

  • 0 Members.
  • 7 Guests.

Monatsarchiv

Kategorien

  • 09Jul

    Mehr als 33 Millionen Menschen leben weltweit mit HIV/Aids. Und nur wenige haben Zugang zu einer antiretroviralen Behandlung. Deshalb fordern die Abgeordneten in ihrer am Donnerstag angenommenen Entschließung, dass die Regierungen neue Gesetze verabschieden, die erschwingliche Arzneimittel gewährleisten und Freihandelsabkommen verhindern, die den wirtschaftlichen Interessen der Pharmaindustrie statt der Gesundheit zugute kommen.

    Im Vorfeld zur nächsten Internationalen AIDS-Konferenz in Wien (18.-23. Juli) haben die Abgeordneten eine klare Botschaft an die nationalen Regierungen gerichtet: Neue Rechtsvorschriften werden benötigt, die für erschwingliche und wirksame Medikamente zur Behandlung von HIV, einschließlich antiretroviraler und anderer sicherer und wirksamer Arzneimittel sorgen. Das Parlament kritisierte bilaterale regionale Handelsvereinbarungen, in denen kommerzielle Interessen der Gesundheit vorgezogen werden. Diese verstoße gegen ein Abkommen mit der WHO.  Nach Ansicht der Abgeordneten haben Zwangslizenzen und differenzierte Preise der Medikamente das Problem bisher nicht gelöst.

    Lediglich 23% der HIV-Patienten in Europa und Zentralasien werden ausreichend versorgt, wobei die baltischen Staaten, Russland und die Ukraine die Länder darstellen, die am dringendsten politische Maßnahmen ergreifen müssen, um HIV/Aids zu bekämpfen.

    Neben einer Vielzahl von Politikvorschlägen zum Kampf gegen AIDS in Europa fordern die Abgeordneten eine bessere Finanzierung der Forschung im Bereich neuer Impfstoffe und Mikrobiziden und spezieller Programme, um gefährdete Gruppen anzusprechen. Außerdem benötigt es eine bessere Finanzierung der Agentur der Europäischen Union für Grundrechte, um Nachweise über Diskriminierung zu sammeln und für Maßnahmen, die sicherstellen, dass HIV-infizierte Menschen weiterhin das Recht auf ein ausgefülltes Sexualleben und eine Wahl in der Fortpflanzung haben. 

    Da die Krankheit überwiegend in armen Ländern vorkommt, sind alle Mitgliedstaaten und die Kommission aufgefordert, "mindestens 20% aller Entwicklungsausgaben für die Basisversorgung in den Bereichen Gesundheit und Bildung einzusetzen". Außerdem haben die Abgeordneten auf den "Besorgnis erregenden Niedergang" der Finanzierung der Förderung der sexuellen und reproduktiven Gesundheit und Rechte in den Entwicklungsländern hingewiesen. 

    Homosexuelle und Frauen als wesentliche gefährdete Gruppen

    Die Entschließung weist auf ein erhöhtes Niveau bei Infektionen und beim Risiko unter Schlüsselgruppen in der Bevölkerung, einschließlich Sexarbeitern/innen, Homosexuellen, Transgender-Personen, Häftlingen, Drogenkonsumenten, Migranten, Flüchtlingen und Wanderarbeitern hin und fordert spezielle gezielte Aktionen, um den Zugang zu öffentlichen Gesundheitsdiensten zu gewährleisten und deren gesellschaftliche Stigmatisierung und Diskriminierung zu verhindern.

    Frauen und Mädchen sind unverhältnismäßig stark von HIV/Aids betroffen. Mehr als 60% der HIV/Aids-Infektionen betreffen Frauen in den afrikanischen Ländern südlich der Sahara. Präventionsmethoden, wie Kondome oder Enthaltsamkeit, "sind keine realistischen Optionen" für viele dieser Frauen, äußern sich die Abgeordneten und fordern ein sicheres und effektives Impfpräparat oder Mikrobizid, dass Frauen befähigt, sich vor HIV zu schützen, "ohne ihre reproduktiven Wahlmöglichkeiten einzuschränken".

    Die Entschließung ist mit 400 Ja-Stimmen, 166 Nein-Stimmen bei 55 Enthaltungen angenommen worden und wurde von den Parteien S&D, ALDE, Die Grünen und VEL/NGL vorgelegt.

    Quelle: Pressemitteilung des Europäischen Parlaments vom 08. Juli 2010

    Zu dem Thema empfehle ich Euch auch die folgenden Artikel:

    08. Juli 2010 – AIDS: ensuring affordable medicines and fighting discrimination - Pressemitteilung in englischer Sprache

    08. Juli 2010 - Die Wiener Erklärung

    08. Juli 2010 - The Vienna Declaration

    29. Juni 2010 - The Vienna Declaration: A Global Call to Action

    Tags: , , ,

  • 02Jun

    Das Robert-Koch-Institut hat mit dem 01. Juni 2010 die Deutsch-Österreichischen Leitlinien zur antiretroviralen Therapie der HIV-1-Infektion auf seiner Internetseite bereitgestellt. Aus diesem Grunde möchte ich Euch an dieser Stelle darüber informieren:

    Diese Empfehlungen beruhen auf randomisierten kontrollierten Studien mit klinischen Endpunkten, randomisierten kontrollierten Studien mit Labormarkern als Endpunkten, Kohortenstudien und weiteren klinischen, pathophysiologischen und pharmakologischen Daten sowie der Meinung von Experten. Aufgrund der guten Korrelation zwischen den Surrogatmarkern HIV-RNA und CD4+-T-Lymphozytenzahl mit klinischen Endpunkten werden Zulassungsstudien in der Regel unter Verwendung dieser Surrogatmarker durchgeführt. Die Empfehlungen und der Begriff "HIV-Infektion" beziehen sich im Folgenden ausschließlich auf die Infektion mit HIV-1. Zur HIV-2-Infektion werden gesonderte Leitlinien erarbeitet.

    Ziel der antiretroviralen Therapie (ART) ist es, durch die Hemmung der HIV-Replikation infektionsbedingte Symptome zu unterdrücken, die Krankheitsprogression zu vermindern, eine Rekonstitution der zellulären Immunität zu erreichen und die chronische Immunaktivierung mit ihren resultierenden Entzündungsprozessen zu reduzieren. Die Prognose HIV-infizierter Patienten hat sich durch die ART erheblich verbessert. Bereits eine Senkung der Plasmavirämie um 0,6 bis 2 log10 vermindert Morbidität und Mortalität. Nur eine hohe antivirale Aktivität der Kombinationstherapie und eine Reduktion der Viruslast auf 20-50 RNA-Kopien/ml können jedoch Resistenzentwicklung und konsekutives Therapieversagen nachhaltig verhindern. Dabei ist die zuverlässige Einnahme der Medikation wesentlich für den Therapieerfolg.

    Die entsprechenden Leitlinien könnt Ihr beim Robert-Koch-Institut unter dem folgenden Link einsehen:

    Deutsch-Österreichische Leitlinien zur antiretroviralen Therapie der HIV-1-Infektion (Stand 04.03.2010)

    Diese Leitlinien umfassen folgende Inhalte:

    1. Deutsch-österreichische Leitlinien zur antiretroviralen Therapie der HIV-1-Infektion
    2. HIV-Therapie
    3. Verlaufskontrollen und Management der Therapie
    4. Medikamenteninteraktionen
    5. Offenlegung von Interessenkonflikten
    6. Literaturangaben

    Quelle: Veröffentlichung des Robert Koch Instituts vom 01. Juni 2010

    Tags: , , ,

  • 12Feb

    Abbott gab gestern bekannt, dass die amerikanische Food and Drug Administration (FDA) die Genehmigung für eine neue Tablettenzusammensetzung des antiretroviralen Medikamentes Norvir® (Ritonavir) von Abbott erteilt hat. Die neuen Norvir-Tabletten können bei Raumtemperatur gelagert werden und benötigen keine gesonderte Kühlung, was den Gebrauch für Patienten einfacher macht. Die Norvir-Tabletten und die Norvir-Soft-Gel-Kapseln enthalten 100 mg Ritonavir. Die Dosierung für die Tabletten kann unverändert bleiben. Norvir wird zur Behandlung von HIV in Kombination mit anderen antiretroviralen Medikamenten verwendet. Alle Formen von Norvir, einschließlich der Soft-Gel-Kapseln und die flüssige Form, bleiben in den USA verfügbar.

    “Für viele Patienten ist Norvir eine wichtige Komponente bei der HIV-Behandlung. Die Entwicklung der Norvir-Tabletten ist das Ergebnis jahrelanger Zusammenarbeit der Abbott-Wissenschaftler, im Sinne der Bedürfnisse der Patienten”, sagte Scott Brun, Abbott-Vize-Präsident der Bereiche pharmazeutische Forschung und Entwicklung bei Infektionskrankheiten.

    Der komplette Pressebericht von Abbott in englischer Sprache kann über den folgenden Link aufgerufen werden:

    http://www.abbott.com/global/url/pressRelease/en_US/60.5:5/Press_Release_0820.htm?referrer=RSS

    Quelle: Pressemitteilung von Abbott vom 11. Februar 2010

    Tags: , , , ,

  • 19Jan

    Grippeviren sind extrem wandlungsfähig und dadurch schwer zu bekämpfen. Forschungsergebnisse von Berliner Wissenschaftlern zeigen jetzt neue Ansatzpunkte für die Grippetherapie auf

    Infektionen mit Influenzaviren können lebensbedrohlich sein und führen alleine in Deutschland zu mehreren Tausend tödlichen Krankheitsverläufen pro Jahr. Davon sind vor allem Patienten mit geschwächtem Immunsystem betroffen. Neuartige Influenzaviren wie beispielsweise der Neuen Grippe ("Schweinegrippe"), die sich 2009 innerhalb weniger Wochen weltweit ausbreitete, bergen zusätzliche Risiken. Bislang stehen zur Verhütung und Behandlung einer Grippeinfektion ausschließlich Impfstoffe und antivirale Medikamente zur Verfügung, die gegen das Virus selbst gerichtet sind. Aufgrund der hohen Wandlungsfähigkeit der Viren müssen Impfstoffe jedoch immer wieder an das aktuell zirkulierende Virus angepasst werden. Gängige Grippemedikamente versagen immer häufiger, weil Influenzaviren dagegen resistent geworden sind. Wissenschaftlern am Max-Planck-Institut für Infektionsbiologie in Berlin ist es nun gelungen, neue Angriffspunkte aufzuspüren, die weniger anfällig für Resistenzentwicklung sein könnten. (Nature, Online-Publikation am 17. Januar 2010)

    Grippeviren benötigen für ihre Vermehrung mehrere Hundert menschliche Proteine

    Grippeviren hängen bei ihrer Vermehrung stark von den Proteinen der infizierten Zelle ab; die meisten davon waren allerdings bisher nicht im Zusammenhang mit Influenza bekannt. Die Wissenschaftler haben sich einer neuen Technologie, der sogenannten "RNA Interferenz", bedient, um damit im automatisierten Verfahren jedes einzelne Gen des Menschen gezielt zu hemmen und die Bildung einzelner Proteine zu verhindern. Anschließend wurden die Zellen mit Influenzaviren infiziert und auf die verbliebene Vermehrungsfähigkeit der Viren getestet. Dieses systematische Vorgehen ermöglichte es den Max-Planck-Forschern Alexander Karlas, Nikolaus Machuy sowie Thomas F. Meyer gemeinsam mit weiteren Kollegen unter den zirka 24.000 Genen des Menschen insgesamt 287 Wirtszellfaktoren aufzuspüren, die bei der Virusvermehrung beteiligt sind.

    Viele der identifizierten Proteine sind für unterschiedliche Influenzaviren gleichermaßen bedeutsam, darunter auch das neue pandemische H1N1 Virus. In Zusammenarbeit mit Thorsten Wolff vom Robert Koch-Institut wurden auch hoch-gefährliche H5N1 Influenzaviren ("Vogelgrippeviren") untersucht, die ebenfalls von den identifizierten humanen Genen abhängig waren.

    Mögliche Anwendungen für die Therapie gegen Influenza

    Die jetzt neu gefundenen Wirtszellfaktoren, die für das Zustandekommen und den Verlauf von Influenzainfektionen unerlässlich sind, werden nun am Max-Planck-Institut weiter untersucht. Langfristiges Ziel ist die Entwicklung von Medikamenten, die diese Wirtszellfaktoren blockieren, ohne nennenswerte Nebenwirkungen hervorzurufen. Die Forscher gehen davon aus, dass solche neuartigen Virustatika kaum zu einer Resistenzentwicklung der Viren führen und sich auch gegen bisher unbekannte Influenzasubtypen als wirksam erweisen.

    Vorstellbar wäre auch, die identifizierten humanen Gene mittels der Methode der RNA Interferenz selbst zu hemmen. Mit der Untersuchung derartiger therapeutischer Anwendungen der RNA-Interferenz wurde bereits im Jahre 2004 mit dem von Professor Meyer koordinierten europäischen Forschungsverbund (RIGHT) begonnen. Die "Nobelpreis-Technologie des Jahres 2006" bietet sich also nicht nur zur Charakterisierung infektionsrelevanter Genfunktionen des Menschen an, sondern darüber hinaus auch als therapeutische Anwendung. Dies haben inzwischen auch Pharmafirmen erkannt, mit denen das Institut Kontakt hält.

    Die RNA Interferenz bietet großes Potential für die Bekämpfung von Infektionskrankheiten

    Mit der sich immer stärker verdichtenden Erkenntnis, dass für den Verlauf von Infektionen beide Seiten, nämlich die des Erregers und die seines Wirts, benötigt werden, eröffnen sich neue Chancen für die Behandlung akuter und chronischer Infektionen. "In der Zukunft wird die Strategie, menschliche Genfunktionen zu bestimmten Zeiten gezielt abzuschalten, eine wichtige Rolle auch bei der Bekämpfung von Infektionskrankheiten einnehmen – neben dem Einsatz von Antibiotika und Impfstoffen," sagt Professor Thomas Meyer, Geschäftsführender Direktor des Berliner MPI und Leiter der Forschergruppe. "Zwar erscheint uns das Ausschalten menschlicher Genfunktionen auf den ersten Blick als problematisch, aber es handelt sich um genau dasselbe therapeutische Prinzip, das wir seit Jahrzehnten zur medikamentösen Behandlung sonstiger Erkrankungen von Krebs bis hin zu lästigen Kopfschmerzen erfolgreich heranziehen. Also warum nicht auch für die Therapie von Infektionskrankheiten?"

    Originalveröffentlichung

    Alexander Karlas, Nikolaus Machuy, Yujin Shin, Klaus-Peter Pleissner, Anita Artarini, Dagmar Heuer, Daniel Becker, Hany Khalil, Lesley A. Ogilvie, Simone Hess, André P. Mäurer, Elke Müller, Thorsten Wolff, Thomas Rudel und Thomas F. Meyer
    Human host cell factors crucial for influenza virus replication identified by genome-wide RNAi screen
    Nature, online publiziert am 17. Januar 2010

    Quelle: Presseinformation der Max-Planck-Gesellschaft vom 18. Januar 2010 – http://www.mpg.de/

    Bild: Max-Planck-Institut für Infektionsbiologie / Volker Brinkmann – Wissenschaftler haben durch genomweite RNA-Interferenz-Tests neue Wirtszellfaktoren identifiziert, die für Influenza-A-Infektionen unerlässlich sind. Zu ihnen zählt auch die Schweinegrippe (H1N1). Die rasterelektronenmikroskopische Aufnahme zeigt einen pandemischen Virusstamm (A/Hamburg/04/09), der 18 Stunden nach der Infektion eine menschliche Lungenzelle zerstört

    Tags: , , , , , , ,

  • 01Dez

    2007_Uganda_HIVAIDS Quelle: HRW

    New York - Bemühungen zur HIV-Prävention und viel versprechende antiretrovirale Präventionsmaßnahmen werden durch Strafgesetze erschwert, die sich gegen HIV-Positive und Personen mit erhöhtem Infektionsrisiko richten, so Human Rights Watch heute zum Welt-AIDS-Tages.

    Der diesjährige Welt-AIDS-Tag steht unter dem Motto "Universeller Zugang und Menschenrechte" und verknüpft das Ziel des allgemeinen Zugangs zu HIV-Prävention, -Behandlung und -Pflege mit der Erkenntnis, dass der Achtung der Menschenrechte beim weltweiten Kampf gegen AIDS eine entscheidende Rolle zukommt. Wie sich ein allgemeiner Zugang zu medizinischer Behandlung erreichen ließe, stand im vergangenen Jahr im Mittelpunkt zahlreicher Debatten über antiretrovirale Behandlungsmethoden als Teil einer umfassenden Strategie zur HIV-Prävention. Mathematische Modellrechnungen ergaben, dass die frühe und allgemeine Anwendung antiretroviraler Behandlungsmethoden in Verbindung mit Präventionsprogrammen Neuinfektionen mit HIV endgültig ein Ende bereiten könnte.

    "Es wird immer deutlicher, dass die Antiretroviraltherapie einen bedeutenden Beitrag zu umfassenden Präventionsstrategien leisten könnte", so Joe Amon, Direktor der Abteilung Gesundheit und Menschenrechte von Human Rights Watch. "Doch wenn wir Menschenrechtsverletzungen und Strafgesetze, die sich gegen HIV-Positive und Menschen mit einem hohen Infektionsrisiko richten, nicht entgegentreten, lässt sich das Potential solcher präventiver Behandlungsmethoden nicht ausschöpfen."

    In vielen Teilen der Welt kriminalisieren Gesetze HIV-Positive und Personen mit erhöhtem Infektionsrisiko, etwa Prostituierte, Drogenkonsumenten und Homosexuelle. Solche Gesetze leisten der Stigmatisierung und Diskriminierung Vorschub, erschweren den Zugang zu HIV-Aufklärung und Behandlung und tragen so zur Ausbreitung des Virus bei. Andernorts halten Gesetze, die die Übertragung des HI-Virus unter Strafe stellen, Menschen davon ab, sich auf HIV testen zu lassen. Denn Personen, die ihren HIV-Status kennen, drohen dann Strafen, während jene, die sich ihrer Infektion nicht bewusst sind, nichts zu befürchten haben.

    Anfang November veröffentlichte Human Rights Watch eine zehnseitige Stellungnahme zum Entwurf eines neuen HIV/AIDS-Gesetzes in Uganda, der verpflichtende HIV-Tests, den Zwang zur Offenlegung der Ergebnisse sowie Strafen für die "versuchte Übertragung" von HIV vorsieht. Das ugandische Parlament berät auch über ein Gesetz, laut dem der Einsatz für die Rechte von Schwulen, Lesben, Bisexuellen und Transgender mit sieben Jahren Haft bestraft werden könnte. Bis zu drei Jahre Freiheitsentzug würden jedem drohen, der es unterlässt, eine mutmaßlich schwule oder lesbische Person anzuzeigen. Für HIV-Positive, die einvernehmlichen homosexuellen Geschlechtsverkehr haben, sieht der Gesetzentwurf die Todesstrafe vor, unabhängig vom Risiko einer HIV-Übertragung und selbst wenn der Sexualpartner ebenfalls das HI-Virus trägt.

    Seit 2005 haben 14 afrikanische Staaten HIV-spezifische Gesetze erlassen, die es ermöglichen, HIV-Positive für jegliche sexuelle Aktivität zu bestrafen, selbst wenn sie Kondome benutzen und ungeachtet der Meldepflicht und des tatsächlichen Infektionsrisikos. In einer Reihe von Ländern gilt die Übertragung von HIV von der Mutter zum Kind als Straftat, auch wenn antiretrovirale Behandlungsmethoden nicht verfügbar sind. Nach dem Gesetzentwurf in Uganda bleibt zwar die Übertragung von HIV vor oder bei der Geburt straffrei; Mütter können jedoch strafrechtlich verfolgt werden, wenn ihre Kinder sich über die Muttermilch mit dem HI-Virus infizieren.

    "In vielen Ländern scheitert die HIV-Prävention nicht an unserer Unfähigkeit, wirksame Präventionsprogramme zu entwickeln, sondern am Unwillen der Regierungen, sie umzusetzen und dafür zu sorgen, dass diese Programme alle Betroffenen erreichen", so Amon. "Behandlungsmethoden gegen HIV, die im Rahmen umfassender Präventionsprogramme großes Potential besitzen, könnten in ähnlicher Weise sabotiert werden, wenn Regierungen weiter kriminalisierende Gesetze erlassen und die Menschenrechte missachten."

    Quelle: Pressemitteilung von Human Rights Watch vom 25. November 2009

    Tags: , , , , ,

  • 30Nov

    Dr. Hiroki NakataniAm Vorabend zum Welt-Aids-Tag 2009 veröffentlicht die WHO neue HIV-Empfehlungen zur Behandlung, Prävention und Säuglingsbehandlung basierend auf den aktuellsten wissenschaftlichen Ergebnissen.

    Die WHO empfiehlt nun den früheren Beginn der antiretroviralen Therapie bei Erwachsenen und Jugendlichen, die Lieferung von verträglicheren antiretroviralen Medikamenten und die längere Einnahme der Medikamente zur, um die HIV-Übertragung von HIV-positiven Müttern während der Stillzeit auf ihre Säuglinge zu reduzieren. Zum ersten Mal empfiehlt die WHO, dass HIV-positive Mütter oder die Säuglinge während der Stillzeit antiretrovirale Medikamente einnehmen sollen, um die HIV-Übertragung zu verhindern.

    "Diese neuen Empfehlungen beruhen auf den aktuellsten, verfügbaren Daten," sagte Dr. Hiroki Nakatani, stellvertretender Generaldirektor der WHO für HIV/AIDS, TB, Malaria und tropische Erkrankungen. "Die Umsetzung der Empfehlung wird es mehr Menschen in Gebieten mit einer hohen HIV-Rate ermöglichen, ein längeres und beschwerdefreieres Leben zu führen."

    Weltweit leben ungefähr 33,4 Millionen Menschen mit HIV oder Aids und jährlich infizieren sich 2,7 Millionen Menschen neu. HIV und Aids sind mittlerweile der Hauptgrund für die Sterblichkeit bei Frauen im gebährfähigen Alter.

    Die neuen HIV-Empfehlungen

    2006 empfahl die WHO mit einer antiretroviralen Therapie zu beginnen, wenn die Anzahl der CD4-Zellen unter 200 oder tiefer  fallen, also zu dem Zeitpunkt an dem sich normalerweise HIV-Krankheitssymptome zeigen. Seitdem haben Studien und Untersuchungen klar ergebenm dass der frühere Beginn der Therapie die Sterblichkeits- und Erkrankungsrate reduziert. Aktuell empfiehlt die WHO daher mit der Therapie bei allen HIV-positiven Patienten einschließlich schwangerer Frauen unabhängig von Krankheitssymptomen bei einer CD4-Zellzahl von 350 zu beginnen.

    Die WHO empfiehlt ebenfalls, dass der Einsatz von Stavudin (Zerit) oder d4T stufenweise eingestellt werden soll, da diese Medikamente langfristig irreversible Nebenwirkungen haben. Da es sich bei Stavudin um ein günstiges und gut verfügbares HIV-Medikament handelt, wird dieses Präparat in den Entwicklungsländern zur First-Line-Therapie verwendet. Als Alternative werden Retrovir (Zidovudin) von GlaxoSmithKline und Viread (Tenofovir) des Herstellers Gilead empfohlen, die weniger toxisch und ebenso wirkungsvoll sind.

    Verhinderung der Mutter-zu-Kind-Übertragung und Senkung der Kindersterblichkeit

    2006 empfahl die WHO, dass HIV-positive Schwangere ab Beginn der 28 Schwangerschaftswoche mit einer antiretroviralen Therapie beginnen sollten, um die Mutter-zu-Kind-Übertragung zu verhindern. Damals gab es nur ungenügende Beweise für die Schutzwirkung einer Therapie während des Stillens. Seitdem haben mehrere klinische Untersuchungen die Wirkung der Therapie bestätigt. Die aktuelle Empfehlung der WHO ist daher, die Therapie mit antiretroviralen Medikamenten in der 14. Schwangerschaftswoche zu beginnen und bis zum Ende der Stillperiode weiterzuführen.

    Die WHO empfiehlt jetzt, Säuglinge bis zum 12. Lebensmonat zu stillen, vorausgesetzt, dass die HIV-positive Mutter oder der Säugling antiretrovirale Medikamente während dieser Zeit einnehmen. Das reduziert die Gefahr der HIV-Übertragung und verbessert die Überlebenschance des Säuglings.

    "In den neuen Empfehlung signalisieren wir ganz klar, dass Stillen eine gut Entscheidung auch für HIV-positive Mütter ist, die Zugang zu einer antiretroviralen Therapie haben," sagte Daisy Mafubelu, stellvertretende Generaldirektorin der WHO für Familie und Gesundheitswesen.

    Die ausführliche Empfehlung der WHO in englischer Sprache könnt ihr über den folgenden Link einsehen:

    http://www.who.int/mediacentre/news/releases/2009/world_aids_20091130/en/index.html

    Quelle: Presseinformation der WHO vom 30. November 2009

    Tags: , , , , , , , , , , , ,

  • 15Nov

    viiv_logoDas Unternehmen ViiV Healthcare widmet sich ausschließlich der verbesserten Versorgung von HIV-Patienten

    Unter dem Namen ViiV Healthcare ist heute offiziell eine neue, auf HIV spezialisierte Pharmafirma gegründet worden. Das Unternehmen wurde von den beiden Pharmaunternehmen GlaxoSmithKline (GSK) und Pfizer ins Leben gerufen. Besonderes Augenmerk legte Dr. Dominique Limet, Chief Executive Officer von ViiV Healthcare, auf die Unternehmensphilosophie und -prioritäten. Denn die Firma hat es sich zur Aufgabe gemacht, den zunehmend verschiedenen und komplexen Bedürfnissen der Menschen mit HIV/AIDS weltweit gerecht zu werden.

    Starker Fokus auf Forschung und Entwicklung

    Insgesamt vertreibt ViiV Healthcare derzeit zehn Medikamente. Sie generierten im Jahr 2008 einen Gesamtumsatz von ca. 1,6 Milliarden Pfund. Diese Einnahmen sichern ViiV Healthcare eine finanzielle Stabilität und ermöglichen somit langfristig Investitionen in die Pipeline und Entwicklungsprogramme.

    Im Hinblick auf die aktuellen Herausforderungen im Bereich HIV erklärte Dr. Limet: "Steigende Infektionsraten und zunehmend komplexe Probleme bei der Behandlung von HIV haben ein schwieriges Umfeld geschaffen, das innovative Forschung und bessere Ressourcen für die Patienten erforderlich macht."

    Die Entdeckung antiretroviraler Medikamente gegen HIV war laut Limet "eine bahnbrechende Leistung, welche eine lebensbedrohliche Krankheit zu einer chronischen Krankheit werden ließ." Er fügte allerdings hinzu, dass die Situation noch lange nicht akzeptabel ist. So leben selbst Menschen mit guter medizinischer Versorgung und den richtigen Medikamenten im Durchschnitt zehn Jahre kürzer als nicht infizierte. "Dies ist der Grund, warum wir unermüdlich weiter an der Erforschung neuer Medikamente arbeiten müssen," so Dr. Limet.

    Die HIV-Forschung und Entwicklung neuer Therapieoptionen wird immer schwieriger, so dass neue Ansätze notwendig sind, um künftig wirksame Medikamente zur Verfügung stellen zu können. "In Wirklichkeit müssen wir den Menschen, die mit dem Virus leben, näher kommen. Unsere Bemühungen in der Vergangenheit waren stets vom Virus gelenkt - die Wissenschaft rannte hinterher. Dies wird auch weiterhin so sein, aber zusätzlich müssen wir auch den Menschen mit HIV besser zuhören und ihre Bedürfnisse besser verstehen. Wenn wir hier eine Balance schaffen, kann ViiV Healthcare nach meiner Überzeugung wirklich etwas bewegen."

    In der Entwicklung des Unternehmens befinden sich außerdem sieben innovative und zielgerichtete Medikamente, fünf von ihnen sind bereits in Phase II. Insgesamt beinhaltet das Portfolio von ViiV Healthcare 17 Moleküle, die das Potenzial für neue HIV-Medikamente besitzen.

    "Unser Streben ist es, Forschung und Entwicklung sowohl innerhalb als auch außerhalb der Firma ViiV Healthcare zu betreiben. Unsere Forschungsaktivitäten, strategischen Partnerschaften und Lizenzmöglichkeiten sind darauf konzentriert, Medikamente bereit zu stellen, die eine Verbesserung bezüglich der Limitation durch Resistenzen als auch der Dosierung erzielen. Innerhalb unserer eigenen Pipeline gibt es einige sehr aufregende Moleküle wie beispielsweise unser fortgeschrittenes Integrase-Inhibitor-Entwicklungsprogramm."

    "Die Forschung und Entwicklung von ViiV Healthcare wird sich nicht nur darauf beschränken, neue Medikamente zu entwickeln. Wir wollen auch das Potenzial aller unserer Moleküle auf einen breiteren Nutzen hin prüfen, zum Beispiel im Hinblick auf neue Formulierungen und Kombinationen, die die Adhärenz verbessern und Resistenzen überwinden." Die Firma sucht nach Aussage von Limet aktiv nach neuen Kollaborations-Möglichkeiten, um den unterschiedlichen Bedürfnissen von Patienten in Entwicklungsländern genauso gerecht zu werden wie denen von Patienten in Industrienationen.

    So hat ViiV Healthcare eine Forschungsallianz zwischen GSK und Pfizer geschlossen, mit der sie in die Erforschung und Entwicklung der HIV-Medikamente der beiden Unternehmen investiert. GSK und Pfizer garantieren ViiV Healthcare außerdem ein Erstverhandlungsrecht bei neuen Therapien.

    Besonders wichtig sei dabei, Fortschritte bei der Behandlung von Kindern zu erzielen. "Eine der wichtigsten Zielsetzungen von ViiV Healthcare ist es, derzeitige Behandlungslücken in der Pädiatrie zu schließen. Die Suche nach Partnern, mit denen wir gemeinsam Kombinationspräparate entwickeln können, wird eine unserer vorrangigsten Aufgaben sein. Wir stellen 10 Millionen Pfund Einstiegskapital zur Unterstützung einer öffentlich-privaten Partnerschaft bereit, die an der dringend notwendigen klinischen Entwicklung neuer HIV/AIDS Medikamente für Kinder arbeiten soll."

    Zugang zu Medikamenten

    Dr. Limet versicherte, dass es absolute Priorität für ViiV Healthcare sei, den Zugang zu HIV-Medikamenten für alle Menschen zu vereinfachen, die eine lebensrettende Behandlung benötigen - und zwar unabhängig von deren Einkommen oder Lebensraum.

    "Es ist entscheidend, dass ViiV Healthcare das Engagement von GSK und Pfizer, den Zugang zu HIV-Medikamenten weltweit zu erleichtern, fortsetzt", sagte Dr. Limet. "Wir werden Wege finden, die dies ermöglichen, sei es durch eine Abgabe von Medikamenten zum Selbstkostenpreis in Entwicklungsländern oder freiwillige Lizenzverträge oder durch gezielte Hilfe für Not leidende Menschen in den Industrienationen."

    Das Positive-Action-Programm, welches von GSK 1992 gegründet wurde, bildet dabei das Herzstück der ViiV Healthcare Partnerschafts-Programme. ViiV Healthcare wird sich im Rahmen dessen für eine Reihe von unlängst angekündigten Initiativen einsetzen, die dem Fond "Positive Action for Children" unterstehen - einem 50 Millionen Pfund teuren Programm, das sich seit über 10 Jahren auf die Verhinderung von Mutter-Kind-Übertragungen des HI-Virus konzentriert sowie auf die Gesundheit von Frauen, Waisen und schutzlosen Kindern weltweit.

    Zusammenfassend sagte Dr. Limet, dass ViiV Healthcare das Potenzial für eine Wiederbelebung des HIV-Bereichs in der pharmazeutischen Industrie hat. "ViiV Healthcare engagiert sich langfristig für Fortschritte in der HIV-Behandlung. Indem wir uns ausschließlich auf diese eine Erkrankung konzentrieren, können wir in großem Umfang die verschiedenen Mög-lichkeiten auf diesem medizinischen Spezialgebiet sondieren. Unser Ziel ist die Versorgung aller HIV-Patienten."

    Über ViiV Healthcare

    ViiV Healthcare hat ihre weltweite Hauptgeschäftsstelle in London. Der Hauptsitz in den USA befindet sich im Research Triangle Park, in North Carolina. Dr. Limet ist Mitglied des ViiV Healthcare Boards und führt das Executive Management Team der Firma zusammen mit Dr. John Pottage, Chief Medical Officer, Subesh Williams, Chief Financial Officer, und Dr. Manuel Goncalves, Head of Government Affairs, Patient Advocacy, Community Partnership and Access.

    GSK besitzt 85 % der Unternehmensanteile von ViiV Healthcare, Pfizer 15 %. Dies entspricht dem Wert ihrer derzeit auf dem Markt befindlichen Produkte. Bis zur endgültigen Übertragung der Zulassung und dem Erwerb der erforderlichen Erlaubnisse etc. werden die HIV-Produkte weiterhin im eigenen Namen durch GSK bzw. Pfizer vertrieben. ViiV Healthcare übernimmt die Bewerbung der HIV-Produkte für GSK bzw. Pfizer.

    Für weitere Informationen zu Firma, Management, Portfolio, Pipeline und Engagement besuchen Sie die Homepage www.viivhealthcare.com.

    Pressemitteilung von ViiV Healthcare vom 03. November 2009

    Hierzu empfehle ich euch auch meinen Bericht vom 04. November 2009 – Glaxo und Pfizer gründen Joint Venture

    Tags: , , , ,

  • 02Nov

    Die Prävalenz von Knochenbrüchen ist bei HIV-infizierten Personen signifikant höher als in einer HIV-negativen Kontrollgruppe, und das sowohl bei Frauen und Männern als auch bei den kritischen Knochen wie Wirbel, Handgelenke und Hüfte. Verantwortlich dafür könnte vor allem auch die mitochondriale Toxizität sein.

    Zur Erinnerung: Letztes Jahr erschienen die Ergebnisse einer großen Beobachtungsstudie, in der das erste Mal eine höhere Frakturrate bei HIV-Patienten nachgewiesen wurde. Zwischen Oktober 1996 und März 2008 wurden die Daten zu Knochenbrüchen in einer großen Datenbank, der Research Patient Data Registry, zweier großer Krankenhäuser in Massachusetts/USA, ausgewertet. Analysiert wurden die Daten von 8.525 HIVPatienten und 2.208.792 HIV-negativen Patienten.

    Das Ergebnis: Pro 100 Personen hatten 2,87 HIV-positive versus 1,77 HIV-negative Patienten Frakturen (p<0,0001). Bei den Frauen betrug die Rate 2,49 versus 1,71 Frakturen pro 100 Personen (p=0,002), vor allem die Rate der Wirbel und Handgelenksfrakturen war bei ihnen höher (0,81 versus 0,45 bzw. 1,31 versus 0,83; jeweils p=0,01); die Rate der Hüftfrakturen unterschied sich dagegen nicht (0,47 versus 0,56; p=0,53). Bei den Männern betrug die Prävalenz pro 100 Personen 3,08 versus 1,83 Frakturen (p<0,0001). Ein signifikanter Unterschied bestand bei den Wirbelfrakturen (1,03 versus 0,49; p<0,0001), Hüftfrakturen (0,79 versus 0,45; p=0,001) und Handgelenksfrakturen (1,46 versus 0,99; p=0,001). Ob die höhere Frakturrate auf die antiretrovirale Therapie, höhere Rate an Untergewicht bei HIV-Infizierten oder der HIV-Infektion selber zurückzuführen ist, muss noch untersucht werden. Für Virginia Triant und ihre Kollegen könnte vor allem die mitochondriale Toxizität der NRTIs zu einem vorzeitigen Altern und damit mehr Osteopenie, Osteoporose und Frakturen beitragen.

    Diese Daten unterstreichen den Autoren zufolge die Wichtigkeit, bei HIV-Patienten die Knochendichte zu messen und zu kontrollieren und ungünstige Faktoren zu vermeiden. Und die Autoren weisen daraufhin, dass diese Unterschiede mit steigendem Alter der HIV-Patienten noch weiter zunehmen werden.

    Quelle: www.hiv-und-aids.de von Abbott

    Den kompletten Forschungsbericht in englischer Sprache erreicht ihr über den folgenden Link:

    http://www.natap.org/2008/HIV/070208_01.htm

    Tags: , , , , , , ,

  • 18Okt

    In diesen Tagen ist das Jahrbuch 2008/2009 der Deutschen AIDS-Hilfe e.V. erschienen.

    Dieses Jahrbuch enthält die folgenden Themengebiete:

    • Jahresbericht 2008 der Deutschen AIDS-Hilfe e.V.
    • Alte und neue Bilder der HIV-Infektion
    • Antiretrovirale Therapie und Prävention
    • Das Virus und die Moral
    • Mut gehört dazu – Krankheit als Stigma?

    Die Online-Version als PDF-Dokument erreicht ihr über den folgenden Link auf der Seite der Deutschen AIDS-Hilfe e.V. Auf dieser Seite ist auch die Bestellung als Broschüre möglich.

    http://www.aidshilfe.de/index.php?id=17837&sessionLanguage=de&sessionCountry=DE

    Tags: , , ,

  • 01Okt

    Pressemitteilung von UNICEF vom 30.09.2009 - www.unicef.de

    Trotz Fortschritten beim Zugang zu Medikamenten werden Kinder seltener behandelt als Erwachsene

    Die medizinische Hilfe für AIDS-Patienten in den Entwicklungs- und Schwellenländern hat sich im vergangenen Jahr verbessert. Trotzdem sind HIV-positive Kinder beim Zugang zu Medikamenten und Tests weiter benachteiligt. Dies zeigt ein gemeinsamer Bericht von UNICEF, der Weltgesundheitsorganisation WHO und UNAIDS, der heute in Genf vorgestellt wird.

    So erhielten in den Entwicklungs- und Schwellenländern im Jahr 2008 rund vier Millionen HIV-Infizierte antiretrovirale Medikamente – dies sind eine Million mehr als im Vorjahr. Die Zahl der Kinder in Behandlung stieg von 198.000 (2007) auf 275.000 in 2008. Zudem erhalten heute mehr HIV-positive schwangere Frauen antiretrovirale Medikamente, um die Übertragung des Virus auf ihr Kind zu verhindern. Der Anteil der behandelten Schwangeren wuchs von 35 Prozent in 2007 auf 45 Prozent in 2008.

    Die medizinische Hilfe für AIDS-Patienten in den Entwicklungs- und Schwellenländern hat sich im vergangenen Jahr verbessert. Trotzdem sind HIV-positive Kinder beim Zugang zu Medikamenten und Tests weiter benachteiligt. Dies zeigt ein gemeinsamer Bericht von UNICEF, der Weltgesundheitsorganisation WHO und UNAIDS, der heute in Genf vorgestellt wird.

    Doch immer noch erhalten HIV-infizierte Kinder seltener medizinische Hilfe als Erwachsene. So waren im Jahr 2008 trotz der Fortschritte lediglich rund 38 Prozent der Kinder, die auf antiretrovirale Medikamente angewiesen sind, in Behandlungsprogrammen. Bei den Erwachsenen lag der Anteil bei 43 Prozent.

    "Obwohl Kinder und Frauen beim Kampf gegen AIDS stärker beachtet werden, hat die Krankheit weiter dramatische Auswirkungen auf ihre Gesundheit, ihre wirtschaftliche Existenz und ihr Überleben", sagte UNICEF-Exekutivdirektorin Ann Veneman.

    Nach Einschätzung von UNICEF belegt der Report Towards Universal Access, dass es möglich ist, in den Entwicklungsländern Neuinfektionen bei Kindern zu verhindern und die Überlebenschancen von betroffenen Müttern und Kindern deutlich zu verbessern. Gleichzeitig weist UNICEF aber auf die anhaltende skandalöse Unterversorgung von AIDS-Patienten in den ärmsten Ländern hin: Über fünf Millionen Infizierte, die dringend medizinische Hilfe brauchen, haben noch immer keinen Zugang zu lebensrettenden Medikamenten.

    Die Gesundheitssysteme sind vielfach mit der Versorgung der Patienten überfordert. So wurde im vergangenen Jahr in 31 von 91 Ländern die Versorgung mit lebensnotwendigen antiretroviralen Medikamenten wegen Lieferengpässen unterbrochen. Ein großes Problem ist bis heute die Kontrolle von Blutbanken im Hinblick auf HI-Viren, Hepatitis B und C-Viren sowie Syphiliserreger. 41 Länder geben an, dass sie nicht alle Blutkonserven hierauf testen können.

    UNICEF ist besorgt, dass die am stärksten betroffenen Länder bis heute nicht in der Lage sind, die AIDS-Epidemie aus eigener Kraft zu stoppen. Sollten internationale Geldgeber im Zuge der globalen Finanzkrise ihre Finanzierung von Hilfsprogrammen einschränken, käme dies für viele Kranke einem Todesurteil gleich. Weltweit leben 33 Millionen Menschen mit HIV/AIDS – darunter sind 15,5 Millionen Frauen und zwei Millionen Kinder. Schätzungsweise 730.000 von ihnen sind auf antiretrovirale Medikamente angewiesen. Zwei Drittel der Infizierten leben in den afrikanischen Ländern südlich der Sahara.

    Für den Report Towards Universal Access haben UNICEF, die Weltgesundheitsorganisation WHO und das UN-Programm gegen AIDS Daten aus 158 Ländern ausgewertet – darunter 139 Entwicklungs- und Schwellenländer.

    Versorgung von Kindern und Erwachsenen mit antiretroviralen Medikamenten gegen AIDS in 2008

    Quelle: UNICEF, WHO, UNAIDS

                                                   Quelle: UNICEF, WHO, UNAIDS, "Towards Universal Access", September 2009, S.59

    Hierzu empfehle ich euch auch meine Artikel vom 30.09.2009:

    Aktionsbündnis gegen AIDS wertet neueste Zahlen der Aids-Statistik als Erfolg

    Mehr als 4 Millionen HIV-positive Menschen in den Schwellen- und Entwicklungsländern erhalten jetzt lebensrettende Behandlung

    Tags: , , , , , , , , ,

« Previous Entries   

Aktuellster Kommentar

  • What do you mean by that?...
  • Thinking. It's always the same thing. To think is to go craz...
  • Und jetzt der Vorschlag, bei jedem Arztbesuch zu zahlen: htt...
  •   Sehr schöne und nützliche Seite. Dank der ...
  • thanks for keeping me up to date on this issue. Sent from m...