- Sekundärer Endpunkt einer Verbesserung der Überlebenszeit ohne Fortschreiten der Erkrankung positiv
- Umfangreiches Entwicklungsprogramm bei Lungenkrebs wird fortgesetzt
Berlin, 14. Juni 2010 - Eine Phase-III-Studie mit Nexavar® (Wirkstoff: Sorafenib) bei Patienten mit fortgeschrittenem nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom (non small cell lung cancer, NSCLC) hat nach der finalen Auswertung der Daten ihren primären Endpunkt - die Verlängerung der Gesamtüberlebenszeit - nicht erreicht. In der sogenannten NExUS-Studie (NSCLC research Experience Utilizing Sorafenib - Forschungsergebnisse zur Anwendung von Sorafenib bei NSCLC) wurden Sicherheit und Wirksamkeit der Einnahme von Nexavar in Kombination mit den beiden in Europa gebräuchlichen Chemotherapeutika Gemcitabin und Cisplatin im Vergleich zu der Chemotherapie allein geprüft. An der Studie nahmen Patienten teil, die bestimmte Formen des nicht-kleinzelligen Lungenkarzinoms aufwiesen. Ausgenommen waren dabei Patienten mit Plattenepithelkarzinom - einer Unterform der Erkrankung.
Ein sekundärer Endpunkt, die Verbesserung der Überlebenszeit ohne Fortschreiten der Erkrankung, war positiv. Die erhobenen Daten zur Sicherheit und Verträglichkeit im Nexavar-Arm entsprachen den Erwartungen; neue oder unerwartete Toxizitäten traten nicht auf. Bayer und Onyx werden die Ergebnisse der Analyse hinsichtlich möglicher Konsequenzen für andere Studien mit Nexavar prüfen. Die detaillierten Daten der Studie sollen bei einem der nächsten wissenschaftlichen Kongresse vorgestellt werden.
Nexavar ist ein in zahlreichen Ländern zugelassenes und eingesetztes Medikament gegen Nieren- und Leberkrebs. Das geschätzte weltweite Umsatzpotenzial des Produkts beträgt weiterhin ca. 750 Millionen Euro allein in den zugelassenen Indikationen. Das Produkt wird von Bayer und Onyx Pharmaceuticals, Inc. gemeinsam entwickelt.
Die NExUS-Studie hatte im Februar 2007 begonnen. Nach einer Änderung des NExUS-Studienprotokolls im Jahr 2008 waren nur noch Patienten ohne Platteneptihelkarzinom aufgenommen worden. Diese Entscheidung basierte auf den Ergebnissen einer früheren Nexavar-Studie in der Erstlinienbehandlung von NSCLC. Unter den Patienten mit Plattenepithelkarzinom, die bis zu der Protokolländerung in die Studie aufgenommen worden waren, wurde eine höhere Mortalität beobachtet. Dieses Ergebnis ist konsistent mit dem Resultat der früheren Nexavar-Studie.
"Wir sind von diesem Ergebnis enttäuscht, insbesondere für die Patienten, die an dieser tödlichen Erkrankung leiden", sagte Dimitris Voliotis, zuständig für die globale klinische Entwicklung von Nexavar bei Bayer HealthCare. "Basierend auf den viel versprechenden Ergebnissen der Phase II sowie kürzlich präsentierten prospektiven Biomarker-Daten bleiben wir dennoch zuversichtlich und werden das breite klinische Entwicklungs-programm für Nexavar bei Lungenkrebs in Kombination mit anderen Substanzen sowie als Monotherapie in fortgeschritteneren Stadien fortsetzen."
Nexavar wird von Bayer und Onyx sowie unabhängigen Wissenschaftlern in einer Vielzahl von Behandlungsschemata bei Lungenkrebs untersucht, darunter in einer Phase-III-Studie als Monotherapie in der Dritt- und Viertlinienbehandlung sowie in Phase-II-Studien in Kombination mit anderen Medikamenten in der Zweitlinienbehandlung.
Über die NExUS-Studie
Die randomisierte, doppelblinde, plazebo-kontrollierte Phase-III-Studie NExUS untersuchte Nexavar in Kombination mit den Chemotherapeutika Gemcitabin und Cisplatin. Teilnehmen konnten nicht für Lungenkrebs systemisch vorbehandelte Patienten mit NSCLC aller Histologien (Tumorgewebetypen) außer Patienten mit Platten-epithelkarzinom. Primärer Endpunkt war die Gesamtüberlebensdauer, die sekundären Endpunkte beinhalteten die Zeit bis zum Fortschreiten der Krankheit, Ansprechen des Tumors auf die Behandlung, Lebensqualität der Patienten und Sicherheit.
Zusätzlich zu den Chemotherapeutika Gemcitabin und Cisplatin erhielten die Patienten nach randomisierter Behandlungszuordnung bis zu sechs Zyklen einer oralen Behandlung mit Nexavar 400 mg zweimal täglich oder Plazebo. Danach wurden die Patienten so lange mit Nexavar bzw. Plazebo allein behandelt, bis die Prüfmedikation wegen Fortschreiten des Tumors oder Auftreten von Nebenwirkungen abgesetzt wurde. In die Studie aufgenommen wurden ca. 900 Patienten von Studienzentren aus ganz Europa, Südamerika, der Region Asien-Pazifik sowie dem Mittleren Osten.
Über das nicht-kleinzellige Lungenkarzinom (NSCLC)
NSCLC macht 85-90 Prozent aller Lungenkrebsarten aus. Bei dieser Erkrankung bilden sich im Lungengewebe bösartige Zellen. Je nach Histologie unterscheidet man verschiedene Tumorgewebetypen, die jeweils auf unterschiedliche Weise wachsen und sich ausbreiten, darunter Plattenepithelkarzinome, Adenokarzinome sowie großzellige Karzinome.
Jährlich wird bei 1,4 Millionen Menschen weltweit Lungenkrebs diagnostiziert. In den USA treten jährlich ca. 205.000 neue Fälle auf, in Europa sind es ca. 375.000. Pro Jahr sterben in den USA ca. 160.000 Menschen und in Europa ca. 342.000 Menschen an Lungenkrebs.
Über Nexavar®
Nexavar® setzt sowohl bei der Tumorzelle als auch bei der Gefäßversorgung des Tumors an. Wie präklinische Studien gezeigt haben, greift die Wirkung von Nexavar bei Kinasen zweier Klassen an, von denen bekannt ist, dass sie sowohl an der Zellproliferation (Wachstum) als auch an der Angiogenese (Blutgefäßbildung) beteiligt sind – zwei wichtigen Prozessen, die das Krebswachstum ermöglichen. Zu diesen Kinasen gehören die Raf-Kinase, VEGFR-1, VEGFR-2, VEGFR-3, PDGFR-B, KIT, FLT-3 und RET.
Nexavar® ist bereits in mehr als 90 Ländern für die Behandlung von Leberkrebs und für die Nierenkrebs-Therapie zugelassen. Die europäische Zulassung von Nexavar umfasst die Therapie des Leberzellkarzinoms sowie die Behandlung von Patienten mit fort-geschrittenem Nierenzellkarzinom, bei denen eine Behandlung mit Interferon-alpha oder Interleukin-2 versagt hat oder die für eine solche Therapie nicht in Frage kommen.
Nexavar wird von Bayer und Onyx, behördlichen Institutionen, onkologischen Arbeitsgruppen und einzelnen Wissenschaftlern als Mono- und Kombinationstherapie bei vielen Krebsarten untersucht. Dazu zählt unter anderem die Therapie von Lungenkrebs, Schilddrüsenkrebs, Brustkrebs, Ovarialkrebs, Darmkrebs, sowie, als adjuvante Therapie, bei Nieren- und Leberkrebs.
Über Onyx Pharmaceuticals, Inc.
Onyx Pharmaceuticals, Inc. ist eine Firma für Biopharmazeutika, die sich das Ziel gesetzt hat, das Leben von Krebspatienten zu verbessern. In Zusammenarbeit mit Bayer HealthCare Pharmaceuticals, Inc. entwickelt und vertreibt Onyx das Krebsmedikament Nexavar®, das ein kleines Molekül als Wirkstoff enthält. Mehr Informationen über Onyx finden Sie auf der Website unter: www.onyx-pharm.com.
Über Bayer HealthCare
Die Bayer AG ist ein weltweit tätiges, forschungsbasiertes und wachstumsorientiertes Unternehmen mit Kernkompetenzen auf den Gebieten Gesundheit, Ernährung und hochwertige Materialien. Bayer HealthCare ist eine Tochtergesellschaft der Bayer AG und gehört zu den weltweit führenden innovativen Unternehmen in der Gesundheitsversorgung mit Arzneimitteln und medizinischen Produkten. Das Unternehmen bündelt die Aktivitäten der Divisionen Animal Health, Bayer Schering Pharma, Consumer Care sowie Medical Care. Ziel von Bayer HealthCare ist es, Produkte zu erforschen, zu entwickeln, zu produzieren und zu vertreiben, um die Gesundheit von Mensch und Tier weltweit zu verbessern. Mehr Informationen finden Sie unter www.bayerhealthcare.com.
Über Bayer Schering Pharma
Bayer Schering Pharma ist ein weltweit führendes Spezialpharma-Unternehmen, dessen Forschung und Geschäftsaktivitäten sich auf vier Bereiche konzentrieren: Diagnostische Bildgebung, General Medicine, Specialty Medicine und Women's Healthcare. Bayer Schering Pharma setzt auf Innovationen und will mit neuartigen Produkten in speziellen Märkten weltweit führend sein. So leistet Bayer Schering Pharma einen Beitrag zum medizinischen Fortschritt und will die Lebensqualität der Menschen verbessern. Mehr Informationen finden Sie unter www.bayerscheringpharma.de.
Quelle: Pressemitteilung der Bayer AG vom 14. Juni 2010
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