Im Epidemiologischen Bulletin 41/2009 vom 12.10.2009 hat das Robert-Koch-Insitut eine kurze Situationseinschätzung zur Verbreitung des Schweinegrippevirus A/H1N1 für die 40. Kalenderwoche gegeben.
Nachfolgend der entsprechende Wortlaut:
Deutschland
Die Aktivitat der ARE ist im Vergleich zur Vorwoche weiter angestiegen, lag aber bundesweit im Bereich der jahreszeitlich zu erwartenden Werte. Die in Deutschland auftretenden Falle an Neuer Influenza A (H1N1) sind weiterhin nicht auf Bevolkerungsebene als zusatzliche Krankheitslast messbar.
Weitere Informationen zur aktuellen Situation Neue Influenza A (H1N1) unter http://www.rki.de/influenza
bzw. täglich aktualisierte Informationen, Hinweise und Empfehlungen unter http://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/I/Influenza/IPV/IPV__Node.html.
International, Ergebnisse der europäischen Influenza-Surveillance durch EISN
Vier Länder (Belgien, Irland, Spanien und das Vereinigte Königreich und Nordirland) berichten für die 39. Woche über eine für diese Jahreszeit ungewöhnliche Influenza-Aktivität über dem Hintergrundbereich.
Weitere Informationen zur europäischen Situation erhalten Sie auf den Internetseiten des ECDC (European Centre for Disease Control and Prevention) unter http://ecdc.europa.eu.
Informationen zur weltweiten Situation können auf den Internetseiten der WHO aufgerufen werden unter http://www.who.int/csr/disease/swineflu/en/index.html.
Quelle: Influenza-Wochenbericht für die 40. Kalenderwoche 2009 aus dem RKI in Zusammenarbeit mit der AGI, dem NRZ für Influenza am RKI und dem Deutschen Grünen Kreuz (DGK).
Im Epidemiologischen Bulletion Nr. 41 des RKI werden noch folgende interessante Themen behandelt:
a) Empfehlung der ständigen Impfkommission zur Impfung gegen die Neue Influenza A (H1N1)
b) Empfehlung des PEI und des RKI zur Dosierung der Impfungen
Aus diesem Grunde habe ich euch den nachfolgenden Link auf die entsprechende PDF-Datei beim Robert-Koch-Institut bereitgestellt:
Epidemiologisches Bulletin Nr. 41 vom 12. Oktober 2009
Gestern berichteten die Medien über den ersten Todesfall in Deutschland, der nachweislich durch die H1N1-Infektion verursacht wurde
Die Patientin war bereits am 25. September im Essener Universitätsklinikum einem Lungen- und Multiorganversagen erlegen.
Die Todesursache der 36-jährigen Frau hätten Wissenschaftler in umfangreichen Tests herausgefunden, berichtete das Essener Universitätsklinikum am Donnerstag. "Wir sind sehr sicher, dass H1N1 ursächlich für den Tod ist. Ohne die Infektion wäre die Patientin nicht gestorben", sagte der Ärztliche Direktor des Klinikums, Professor Gerald Holtmann.
Das H1N1-Virus habe dabei "Tür und Tor" für die Infektionen mit den anderen Keimen geöffnet. Durch die Infektion mit H1N1 sei die Immunabwehr der Patientin verschlechtert worden, erläuterte Holtmann. Letztlich hätten die Komplikationen der Viruserkrankung zum Tod der Patientin geführt. "Das war eine Kaskade von Ereignissen, die von H1N1 ausgelöst wurde", sagte der Mediziner. Das Uniklinikum Essen sieht keine Hinweise auf eine genetische Veränderung des H1N1-Virus bei der Patientin.
Derzeit sei noch völlig unklar, wo sich die aus Gelsenkirchen stammende Frau mit dem H1N1-Virus angesteckt habe, so die Klinik. Weitere Infektionen im Umfeld der Frau oder beim betreuenden Klinikpersonal seien nicht bekannt. Die zuckerkranke Frau war mit 180 Kilogramm übergewichtig und zudem starke Raucherin. Damit sei die 36-Jährige eine Risikopatientin gewesen, sagte Holtmann. Die Frau war nach einer verschleppten Grippe in ein Krankenhaus gekommen und musste dort wegen ihres schlechten Gesundheitszustandes künstlich beatmet werden.
Wegen der besseren Behandlungsmöglichkeiten mit einer künstlichen Lunge wurde die 36-Jährige ins Essener Universitätsklinikum gebracht. Erst dort wurde neben den schweren Erregern auch das Schweinegrippe-Virus entdeckt. "Wir haben den Test auch zu unserer eigenen Sicherheit gemacht", sagte Holtmann. Trotz einer Behandlung mit dem Grippemittel Tamiflu starb die Frau zehn Tage, nachdem sie in die Uniklinik Essen verlegt worden war. "Die Kaskade war zu diesem Zeitpunkt schon losgetreten", sagte Holtmann.
"Das, was wir jetzt gesehen haben, deckt sich mit den Erfahrungen der Kollegen aus anderen Ländern", so der Mediziner zum Verlauf der Krankheit. "Der erste Todesfall zeigt, dass das individuelle Risiko insgesamt nicht sehr hoch ist", sagte er. Typisch sei, dass in diesem Fall ein relativ junger Mensch betroffen sei, der zudem ein hohes gesundheitliches Risiko gehabt habe.
Ein gesunder Mensch habe dagegen nur ein «geringes Risiko» an H1N1 zu sterben. Das Risiko sei wahrscheinlich nicht höher als bei einer normalen Grippeinfektion, sagte Holtmann. In Deutschland hätten bereits rund 20 000 Menschen Schweinegrippe-Infektion durchgemacht. Rechne man die hohe Dunkelziffer hinzu, liege diese Zahl vermutlich bei rund 100 000, so der Mediziner.
Trotzdem plädierte der Mediziner für Menschen aus Risikogruppen und Angehörige spezieller Berufsgruppen für eine Grippeschutzimpfung. Dies gelte sowohl für die normale Grippeschutzimpfung, als auch für die Impfungen gegen das Schweinegrippe-Virus.
Bei einem fünfjährigen Jungen, der in München nach schwerer Krankheit zusätzlich auch an Schweinegrippe erkrankt war, hatten Experten das H1N1-Virus dagegen nicht für den Tod des Kindes verantwortlich gemacht. Der Junge sei an einer Lungenentzündung gestorben, hatte das Städtische Klinikum mitgeteilt.
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