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  • 22Mrz

    Berlin (22. März 2010). Die Deutsche AIDS-Hilfe e.V. (DAH) teilt die Einschätzung der Drogenbeauftragten der Bundesregierung Mechthild Dyckmans, dass sich erst auf der Basis von Praxiserfahrungen zeigen wird, ob die "Richtlinien zur diamorphingestützten Behandlung Opiatabhängiger" des Gemeinsamen Bundesausschusses (GBA) gegebenenfalls nachjustiert werden müssen. Dennoch sieht die DAH die bedarfsgerechte Versorgung Opiatabhängiger in Gefahr

    Dazu erklärt Sylvia Urban, Mitglied im Vorstand der Deutschen AIDS-Hilfe: "Mit dem Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses vom 18.03.2010 wird die Erstattungsfähigkeit der diamorphingestützten Substitutionsbehandlung durch die gesetzliche Krankenversicherung an hohe Hürden geknüpft, die so vom Gesetzgeber nicht intendiert waren. Das für die Deutsche Aids Hilfe geltende Prinzip, dass eine sichere und qualitativ hochwertige Behandlung mit einem hohen Maß an Praxiskompatibilität zu vereinen ist, wurde mit diesen Richtlinien nur zum Teil erreicht. So knüpft der GBA die diamorphingestützte Behandlung an die Bedingung, dass Arztstellen im Umfang von grundsätzlich drei Vollzeitstellen vorzuhalten sind – und dies unabhängig von der Patientenzahl. Diese Regelung ist fachlich nicht zu begründen und kann die Realisierung neuer Standorte für die Diamorphinbehandlung erheblich erschweren oder sogar verhindern."

    "Selbstverständlich freuen wir uns, dass wir einer Substitution mit Diamorphin ein Stück näher gekommen sind und von HIV und Hepatitis betroffene oder bedrohte Heroinkonsumenten eine Alternative zur Substitution mit bisher zugelassenen Medikamenten erhalten. Getrübt wird diese Freude allerdings durch das teilweise hochschwellige Regelwerk des GBA, das in einigen Punkten über die hohen Hürden der Modellphase hinausgeht", so Dirk Schaeffer, DAH-Referent für Drogen und Strafvollzug.

    Quelle: Pressemitteilung der Deutschen AIDS-Hilfe e. V. vom 22. März 2010

    Zu dem Thema empfehle ich Euch auch den folgenden Artikel:

    19. März 2010 - Gemeinsamer Bundesausschuss verbessert Behandlung von schwerstkranken Opiatabhängigen

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  • 19Mrz

    Berlin, 18. März 2010 - Schwerstkranke opiatabhängige Patientinnen und Patienten können künftig unter bestimmten Voraussetzungen auch mit Diamorphin (synthetisches Heroin) behandelt werden, wenn sie mit herkömmlichen Methoden – wie etwa der Methadon-Substitution – nicht therapierbar sind. Dies hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) heute in Berlin entschieden und damit einen entsprechenden Beschluss des Gesetzgebers vom Juli 2009 umgesetzt, der vorsieht, dass schwerstabhängigen Suchtkranken nach erfolglosen Therapien die Diamorphingabe als weitere Behandlungsmöglichkeit im Rahmen der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) zur Verfügung stehen soll.

    Für diese Behandlung kommen laut G-BA-Beschluss ausschließlich schwerstabhängige Patientinnen und Patienten in Frage. Diese müssen seit mindestens fünf Jahren abhängig sein, zwei erfolglos beendete beziehungsweise abgebrochene Suchtbehandlungen hinter sich und das 23. Lebensjahr vollendet haben. Die Regelung sieht zudem vor, dass eine begleitende psychosoziale Betreuung mit einer Dauer von mehr als sechs Monaten stattfindet.

    Zudem soll die Behandlung mit Diamorphin nur in geeigneten Einrichtungen vorgenommen werden dürfen, die bestimmte Kriterien erfüllen. Dazu gehören ein multidisziplinäres Team, das sich regelmäßig fortbildet, bestimmte räumliche Gegebenheiten und die Gewährleistung der Behandlungsmöglichkeit über einen zwölfstündigen Zeitraum.

    Die nun beschlossene Regelung wird Bestandteil der Richtlinie, die insbesondere die zu Lasten der GKV erbringungsfähigen Methoden in der vertragsärztlichen Versorgung beinhaltet. Darin ist bereits seit Oktober 1991 der Anspruch auf eine substitutionsgestützte Behandlung Opiatabhängiger als GKV-Leistung geregelt, die bisher durch die Abgabe von Methadon erfolgte.

    Der Beschluss des G-BA wird dem Bundesministerium für Gesundheit (BMG) zur Prüfung vorgelegt und tritt nach erfolgter Nichtbeanstandung und Bekanntmachung im Bundesanzeiger in Kraft. Der Beschlusstext und eine Beschlusserläuterung werden in Kürze auf folgender Seite im Internet veröffentlicht:

    http://www.g-ba.de/informationen/beschluesse/zum-aufgabenbereich/22/

    Quelle: Pressemitteilung des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) vom 18. März 2010

    Zu dem Thema empfehle ich Euch auch den folgenden Artikel:

    22. März 2010 - Diamorphingestützte Substitution: Deutsche AIDS-Hilfe sieht bedarfsgerechte Versorgung durch Richtlinien des Gemeinsamen Bundesausschuss in Gefahr

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  • 22Feb

    In Nordrhein-Westfalen (Städteregion Aachen) starb ein 42-jähriger Mann am 13.12.2009 an den Folgen von Milzbrand. Er hatte sich vermutlich Heroin intravenös injiziert. In einem Wundabstrich wurden aerobe Sporenbildner diagnostiziert. Die Verdachtsdiagnose Milzbrand wurde am 18.12.2009 mittels PCR bestätigt. Den schottischen Gesundheitsbehörden sind aktuell 23 Milzbrandfälle unter Heroinkonsumenten gemeldet, davon endeten 9 tödlich (Stand: 19.2.2010, http://www.hps.scot.nhs.uk/anthrax/). Auch in England gibt es zwei bestätigte Fälle von Milzbrand bei Heroinkonsumenten, von denen einer verstorben ist (Stand 19.2.2010, (http://www.hpa.org.uk/HPA/Topics/InfectiousDiseases/InfectionsAZ/1191942145749/).

    Aufgrund vergleichender Untersuchungen von Proben des Aachener Verstorbenen und von Proben von Fällen aus Schottland ist nicht auszuschließen, dass es sich um identische Stämme des Milzbranderregers bei allen untersuchten Fällen handelt. Dies ist ein Hinweis darauf, dass das Heroin eine gemeinsame Quelle der Verunreinigung haben könnte. Kontaminiertes Heroin könnte somit auch in anderen Bundesländern und europäischen Staaten vertrieben worden sein. Bei entsprechender Anamnese sollten Ärzte Milzbrand differentialdiagnostisch frühzeitig in Erwägung ziehen und schon bei Verdacht nach erfolgter Probenentnahme eine Therapie einleiten. Man kann sich mit Milzbrand infizieren, wenn z. B. mit Milzbrandsporen verunreinigtes Heroin inhaliert wird, mit verletzter Haut oder Schleimhaut in Kontakt kommt oder in die Haut/den Muskel injiziert wird. Es gibt praktisch keine Mensch-zu-Mensch-Übertragung. Für die Allgemeinbevölkerung besteht kein Infektionsrisiko. Die Prognose der Infektion kann durch eine frühzeitige gezielte Antibiotikatherapie deutlich verbessert werden.

    Ein Merkblatt mit Kurzinformationen zu Anthrax ist unter folgendem Link bereitgestellt: www.rki.de > Infektionskrankheiten A – Z > Anthrax > Milzbrand (Anthrax) Kurzinformation

    Weitere Informationen finden Sie im RKI-Ratgeber für Ärzte unter folgendem Link: www.rki.de > Infektionsschutz > Biologische Sicherheit > Erreger > Anthrax > Ratgeber Infektionskrankheiten Merkblätter für Ärzte

    Aufgrund der möglicherweise überregionalen und internationalen Tragweite dieses Geschehens bitten wir um Benachrichtigung, wenn Sie von aktuellen Fällen oder Fällen aus der Vergangenheit erfahren, die mit diesem Geschehen in Zusammenhang stehen könnten. Wenden Sie sich hierfür bitten an das zuständige Gesundheitsamt vor Ort.

    Quelle: Information des Robert Koch Instituts vom 22. Februar 2010

    Zu dem Thema empfehle ich Euch auch meine folgenden Artikel:

    08. Februar 2010 – Anthrax-Warnung für Heroinkonsumenten in London

    19. Januar 2010 – Information für Drogenkonsumenten - Milzbrand (Anthrax) bei Drogenkonsumenten in Deutschland

    15. Januar 2010 – Milzbrand-Todesfall bei einem i.v. Drogenkonsumenten in Nordrhein-Westfalen

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  • 08Feb

    Die englische Health Protection Agency (HPA) und NHS London bestätigen, dass ein Drogen injizierender Heroinabhängige positiv auf Milzbrand (Anthrax) getestet wurde und in einem Londoner Krankenhaus behandelt wird.

    Dies ist der erste Fall von Milzbrand bei einem Drogenkonsumenten in England, wobei ähnlich Fälle zunächst im Dezember 2009 in Schottland auftraten. In Schottland sind bislang 19 entsprechender Fälle bestätigt worden. Wie in Schottland ist die Quelle der Infektion wahrscheinlich mit Anthrax gemischtes Heroin.

    Die vollständige Pressemitteilung vom Health Protection Agency in englischer Sprache könnt Ihr über den folgenden Link erreichen:

    http://www.hpa.org.uk/webw/HPAweb&HPAwebStandard/HPAweb_C/1265296975679?p=1259152466069

    Zu dem Thema empfehle ich Euch auch meine folgenden Artikel:

    19. Januar 2010 – Information für Drogenkonsumenten – Milzbrand (Anthrax) bei Drogenkonsumenten in Deutschland

    15. Januar 2010 – Milzbrand-Todesfall bei einem i.v. Drogenkonsumenten in Nordrhein-Westfalen

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  • 19Jan

    Im Dezember starb ein 42-jähriger Mann, der Drogen injiziert hatte, in Aachen an Milzbrand (Anthrax). Seit Dezember sind in Schottland 14 Heroinkonsumenten an Milzbrand erkrankt, von denen sieben starben. Weitere Verdachtsfälle kamen vor wenigen Tagen hinzu. Ein Konsument hat die Infektion durch Rauchen/Schnupfen bekommen. Es wird nun vermutet, dass mit infektiösen Milzbrandsporen verunreinigtes Heroin (eventuell auch andere psychoaktive Substanzen, die man spritzen kann) in Europa im Umlauf ist!

    Milzbrand ist eine in Deutschland sehr seltene, bakterielle, Infektionskrankheit (vor Dezember 2009 datierte der letzte Fall von 1994!), die unbehandelt oft zum Tode führt. Darüber hinaus ist das Krankheitsbild bei Ärzten kaum bekannt, so dass eventuell nicht immer frühzeitig daran gedacht wird. Milzbrand kann antibiotisch behandelt werden. Die Behandlung sollte frühzeitig begonnen werden. Einen Impfstoff gibt es nicht.

    Möglicherweise wurde das Heroin in einem der Herkunftsländer, in denen Milzbrand als Erkrankung von Vieh vorkommt (eventuell Afghanistan oder Nachbarländer), bei der Herstellung oder beim Transport mit Milzbrandsporen verunreinigt (z.B. durch "Strecken" des Stoffs mit Knochenmehl, Trocknen von Substanzen auf verunreinigtem Erdreich oder Transport in Taschen aus Tiermaterial).

    Aktuell ist nicht bekannt, wie viel verunreinigtes Heroin im Umlauf ist. Allerdings ist davon auszugehen, dass ein Heroin-/Drogenkonsum mit dem Risiko einer Milzbrandinfektion verbunden ist - vor allem dann, wenn die Substanzen injiziert werden.

    Seien Sie auf der Hut und informieren Sie andere Konsumenten über das Milzbrand-Risiko!

    • Wichtig: Man sieht es dem Stoff nicht an, ob er mit Anthraxsporen verseucht ist
    • Deshalb: Sollten Sie Heroin konsumiert haben und spezifische Krankheitssymptome (siehe unten) entwickeln, wenden Sie sich bitte SOFORT an einen Arzt! Bitten Sie unbedingt den Arzt darum, dass er bei der Diagnostik an eine Milzbrand-Infektion (Haut, Lunge, Darm) denken soll
    • Die neu aufgetretene Milzbrand-Gefahr erhöht die gesundheitlichen Risiken des Drogenkonsums zusätzlich: Bitte beenden Sie Ihren Drogenkonsum!
      Mitarbeiter/innen von Kontaktläden, Drogenkonsumräumen, Drogenberatungsstellen, Suchtmediziner und Entzugs-/Rehabilitationskliniken helfen Ihnen dabei
    • Falls Sie ärztlich substituiert werden und zusätzlich Heroin konsumieren, versuchen Sie, zumindest in der nächsten Zeit damit aufzuhören bzw. zu reduzieren!

    Übertragungswege:

    Man kann sich mit Milzbrand infizieren, wenn man verunreinigten Stoff (z.B. Heroin)

    • in die Vene oder die Haut/den Muskel spritzt
    • inhaliert (z.B. raucht oder schnupft)
    • angefasst hat, und von den Sporen etwas in den Mund gelangt

    Es gibt praktisch keine Mensch-zu-Mensch-Übertragung. Für die Allgemeinbevölkerung besteht kein Infektionsrisiko.

    Symptome von Milzbrand:

    Nach Spritzen verunreinigten Stoffes droht Hautmilzbrand (häufigste Form) oder aber auch eine Hirnhautentzündung, die sich durch starke Kopfschmerzen äußert.

    Hautmilzbrand: An der Injektionsstelle bildet sich eine Schwellung, Rötung und Hautverhär-tung. Diese ist typischerweise kaum schmerzhaft. Ein Abszess (eine Eiteransammlung) oder Blasen können sich bilden, dann "trocknet" der Bereich ein, und bildet eine dunkle, fast schwarze Stelle (daher der Name "Anthrax"). Es folgt eine Schwellung der gesamten Region (z. B. des Arms), daraufhin ein schwerstes Krankheitsbild, das rasch zum Tod führen kann.

    Nach Rauchen/Schnupfen verunreinigten Stoffes droht Lungen- oder Darmmilzbrand.
    Lungenmilzbrand: Es kommt zu einer grippeartigen Erkrankung (Fieber, Schüttelfrost, Muskelschmerzen, Husten mit blutigem Auswurf, Atemnot) und innerhalb der nächsten Tage zu einem schweren, fast immer tödlichen Krankheitsbild.

    Darmmilzbrand: Bauchschmerzen, Blähungen, blutiger Durchfall, schwerstes Krankheitsbild mit möglicher Todesfolge.

    Weitere Informationsmöglichkeiten:

    Internetseite des Robert Koch-Institutes: www.rki.de → Aktuelle Themen: Milzbrand-Todesfall oder: http://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/A/Anthrax/Milzbrand-Todesfall__in__NRW.html

    Quelle: Informationsblatt des Robert-Koch-Institutes zu Milzbrand (Anthrax) für Drogenkonsumenten vom 19. Januar 2010

    Zu diesem Thema empfehle ich euch auch meinen folgenden Artikel:

    15. Januar 2010 – Milzbrand-Todesfall bei einem i.V. Drogenkonsumenten in Nordrhein-Westfalen

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  • 15Jan

    Aus Nordrhein-Westfalen (Städte Region Aachen) wurde der Fall eines 42-jährigen Mannes übermittelt, der am 13.12.2009 an den Folgen von kutanem Milzbrand verstorben ist. Der Mann hatte sich vermutlich Heroin intravenös in die Kniekehle injiziert. Im Wundabstrich von der Injektionsstelle wurden aerobe Sporenbildner diagnostiziert. Die Verdachtsdiagnose Milzbrand wurde am 18.12.2009 mittels PCR bestätigt. Neben einem chronischen intravenösen Drogenabusus lagen bei dem Verstorbenen eine chronische Hepatitis B und C, eine HIV-Infektion sowie ein chronischer Alkohol- und Benzodiazepinabusus vor.

    Im Detail: Am 6.12.2009 wurde der Mann wegen ödematöser Veränderungen im Injektionsbereich und Verdacht auf tiefe Beinvenenthrombose stationär aufgenommen. Eine Computertomographie des Unterschenkels zeigte eine Muskelnekrose mit drohendem Kompartmentsyndrom. In der Folge war eine chirurgische Faszieneröffnung im Bereich des Unter- und Oberschenkels erforderlich, später auch im abdominellen Bereich. Er starb am 13.12.2009 an Multiorganversagen.

    In den letzten Wochen wurden aus Schottland wiederholt Fälle von Milzbrand nach intravenösem Heroinabusus bekannt. Bislang haben die schottischen Behörden Kenntnis von 14 Fällen, von denen 7 verstarben (Stand 11.1.2010). Soweit bekannt ist, hatte der Aachener Fall keine direkte Verbindung zu Schottland.

    Derzeit lässt sich eine gemeinsame Infektionsquelle für den Fall in Aachen und die Fälle in Schottland nicht ausschließen. Kontaminiertes Heroin könnte somit auch in anderen Bundesländern und europäischen Staaten vertrieben worden sein. Ärzte sollten bei entsprechender Anamnese und klinischem Bild Milzbrand differentialdiagnostisch frühzeitig in Erwägung ziehen, und schon bei Verdacht nach erfolgter Probenentnahme eine Therapie einleiten. Die Prognose der Infektion kann durch eine frühzeitige gezielte Antibiotikatherapie deutlich verbessert werden. Ein Merkblatt mit Kurzinformationen zu Anthrax ist unter folgendem Link bereitgestellt:
    www.rki.de > Infektionskrankheiten A – Z > Anthrax > Milzbrand (Anthrax) - Kurzinformation

    Weitere Informationen finden Sie im RKI-Ratgeber für Ärzte unter folgendem Link:
    www.rki.de > Infektionsschutz > Biologische Sicherheit > Erreger > Anthrax > Ratgeber Infektionskrankheiten - Merkblätter für Ärzte

    Aufgrund der möglicherweise überregionalen und internationalen Tragweite dieses Geschehens bitten wir um umgehende Benachrichtigung, wenn Sie von aktuellen Fällen oder Fällen aus der Vergangenheit erfahren, die mit diesem Geschehen in Zusammenhang stehen könnten. Wenden Sie sich hierfür bitten an das zuständige Gesundheitsamt vor Ort.

    Ansprechpartnerinnen im Robert Koch-Institut sind Frau Dr. Radun (RadunD@rki.de, Tel. 030 18754-3406 oder Mobil 0175/5726606) und Frau Dr. Bernard (BernardH@rki.de, Tel. 030 18754-3173).

    Außerhalb der regulären Arbeitszeiten ist das Robert Koch-Institut über die infektionsepidemiologische Rufbereitschaft (Tel. 030 18754-0) zu erreichen. Bei Fragen zur Diagnostik steht Herr PD Dr. Grunow vom Zentrum für Biologische Sicherheit (ZBS) 2 am Robert Koch-Institut zur Verfügung (GrunowR@rki.de, Tel. 030 18754-2100).

    Quelle: Aktuelle Mitteilung des Robert-Koch-Institutes vom 14. Januar 2010
    Foto: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Bacillus_anthracis

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  • 05Nov

    Konsum stabil (auf zu hohem Niveau)

    Vorstellung des Jahresberichts der Deutschen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht

    Parallel zur Vorstellung des Jahresberichts der Europäischen Drogenbeobachtungsstelle (EBDD) wird heute auch der aktuelle Jahresbericht zur Drogensituation in Deutschland von der Deutschen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (DBDD) veröffentlicht.

    Cannabis – sinkender Trend bei Jugendlichen

    Cannabis bleibt die in Deutschland am häufigsten konsumierte illegale Droge. Aktuelle Informationen der Drogenaffinitätsstudie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) sowie der Schülerbefragung des "Frankfurter Monitoring Systems Drogen (MoSyD)" bestätigen, dass wie bereits in den vergangenen Jahren, der Trend zum Cannabiskonsum vor allem von Jugendlichen rückläufig ist.

    Der zurückgehende Cannabiskonsum gibt jedoch noch keinen Anlass zur Entwarnung. Denn trotz dieser positiven Entwicklung ist die Zahl der problematischen und intensiven Konsumenten von Cannabis nach wie vor hoch und die Nachfrage nach Behandlung groß: Ein Drittel aller Klienten der ambulanten Suchthilfe weisen primär eine Cannabisproblematik auf. Unter den Personen, die sich im Jahr 2008 das erste Mal in eine Suchtbehandlung begeben haben, liegt der Anteil der Klienten mit primärer Cannabisproblematik sogar bei  ca. 60%.

    Kokain – Zunahme in der EU, niedrige Prävalenz in Deutschland

    Während laut Bericht der EBDD vor allem in westlichen EU-Ländern ein Anstieg des Kokainkonsums zu verzeichnen ist, bleibt der Kokainkonsum in Deutschland auf einem niedrigem Niveau (12-Monats-Prävalenz: 0,6%, 30-Tage-Prävalenz: 0,2%). Dies bestätigt sich auch in der Betrachtung der Daten von Suchtpatienten in ambulanter oder stationärer Behandlung sowie in den Daten der Polizeilichen Kriminalstatistik zu erfassten Delikten, die seit Jahren stabil niedrig sind.

    Amphetamine und andere Stimulanzien weisen in Deutschland ähnlich niedrige Konsumprävalenzen auf wie Kokain.

    Heroin – Stagnation

    Im Bezug auf den Konsum von Heroin gilt für Deutschland was auch die EBDD konstatiert: Die bis vor einigen Jahren beobachtbare stetige Abnahme heroinbezogener Probleme ist zu einem Stillstand gekommen. Zwar gibt es keine Anhaltpunkte dafür, dass eine Rückkehr zur weiten Verbreitung des Heroinkonsums wie in den 1980ern und 90ern bevorsteht, die mit dem Heroinmissbrauch verbundenen gesundheitlichen und sozialen Probleme sind jedoch weiterhin gravierend.

    Sonderkapitel

    Neben den regelmäßig berichteten Indikatoren widmet sich der Jahresbericht zur Drogensituation in diesem Jahr in zwei Sonderkapiteln dem deutschen Cannabismarkt und der Situation älterer Drogenabhängiger.

    Cannabismärkte und -produktion

    In Deutschland wird vor allem Haschisch aus Marokko und anderen Ländern des arabischen Raumes konsumiert. Marihuana kommt vor allem aus den Niederlanden und in zunehmendem Maße auch aus inländischen Indoor-Plantagen. Dementsprechend hat sich die Anzahl der polizeilichen Sicherstellungen von Cannabispflanzen und Marihuana seit 7-10 Jahren nahezu verdoppelt.

    Behandlung und Pflege älterer Drogenabhängiger

    Drogenabhängige erreichen in Deutschland ein immer höheres Lebensalter. Seit 2002 stieg das Durchschnittsalter von Opioidkonsumenten von 29 auf 33 Jahre an, jeder fünfte ist älter als 40 Jahre. Diese Entwicklung wurde vor allem durch die Einführung und das wachsende Angebot schadensminimierender Angebote und die Ausweitung der Substitutionsbehandlung möglich gemacht.

    Die soziale und gesundheitliche Situation der älteren Drogenabhängigen ist jedoch weiterhin von chronifizierten Mehrfachschädigungen und von Ausgrenzung gekennzeichnet. Ein vorzeitiger und beschleunigter Alterungsprozess, häufig 15 Jahre früher als bei nicht Drogen konsumierenden Senioren, erfordern einen frühzeitigen Pflegebedarf. Der beobachtete Alterstrend wird vermutlich anhalten und einen vermehrten Pflegebedarf bei dieser Klientel mit sich bringen.

    Pressemitteilung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) vom 05. November 2009

    Neue Website

    Der Gesamtbericht steht auf der vollständig neu überarbeiteten und neu gestalteten Webseite der DBDD (Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht) zum Download zur Verfügung. Dort finden Sie auch weitere Informationen, beispielsweise zu den Aufgaben, Projekten und Publikationen der DBDD: http://www.dbdd.de/.

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  • Wer bei solchen dubiosen Apotheken im Ausland einkauft, ist ...
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