Das Robert-Koch-Institut hat in der aktuellen Epidemiologischen Bulletin Nr. 34 vom 24.08.2009 einen Bericht über die Pilotphase des anonymen Beratungs- und HIV-Schnell-Test-Angebotes von Checkpoint (SchwIPS e.V.) und Check Up (Aidshilfe Köln e.V.) im Rahmen des Beratungs- und Testprojektes (BuT) der Aidshilfe NRW e.V. veröffentlicht.
In den vergangegenen etwas anderthalb Jahren wurde verstärkt darüber diskutiert, wie eine frühzeitige Diagnose von HIV-Infektionen erreicht werden und damit die Zahl der erst sehr spät entdeckten Infektionen vermindert werden kann. Ein Ansatzpunkt dafür sind HIV-Schnelltests, die im Rahmen einer professionellen Beratung (siehe hierzu auch meinen Bericht unter “Verbot des Verkaufs von HIV-Schnelltests an Privatpersonen”) angeboten werden. Einige Einrichtungen, die solche Testangebote bereitstellen, erheben im Rahmen der Beratung und Testung auch Daten zu Wissen, Einstellungen und Risikoverhalten der Nutzer unter Verwendung strukturierter, selbst auszufüllender Fragebögen.
In der Epidemiologischen Bulletin des Robert-Koch-Institutes berichtet die Einrichtung Checkpoint/Check Up aus Köln über eine erste Auswertung der Erfahrungen mit einem neu etablierten HIV-Schnelltestangebot und Ergebnisse der Nutzerbefragung. Die Pilotphase wurde an vier Terminen durchgeführt. Als HIV-Schnelltest wurde der HIV-Antikörpertest DetermineTM HIV-1/2 (Inverness Medical) genutzt. In meinem Bericht will ich nachfolgend kurz die statistischen Daten der Auswertung umreißen. Den ausführlichen (wirklich sehr interessanten Text) mit Aussagen der Testpersonen zur Häufigkeit von gemachten HIV-Antikörper-Tests, zum Umgang mit Risiken, zu Beziehungsformen und Partnerzahlen usw. erreicht ihr über den folgenden Link beim Robert-Koch-Institut:
Epidemiologisches Bulletin Nr. 34 vom 24.08.2009 des Robert-Koch-Institutes
Insgesamt nutzten 162 Personen das Testangebot, von denen bei 157 Personen der HIV-Schnelltest durchgeführt wurde. Bei 8 Personen war der HIV-Antikörper-Schnelltest positiv. Hier war dann ein Bestätigungstest notwendig, für den eine zusätzliche Blutabnahme durch die Ärzte erfolgte. Die darauf folgende Western-Blot-Laboruntersuchung bestätigte 7 von 8 der positiven Tests. Das bedeutet, dass einer von acht positiven HIV-Ergebnissen fehlerhaft positiv war.
Das bei einem von acht positiven Schnelltestergebnissen dass Ergebnis fehlerhaft positiv war bestärkt meine Meinung, dass ein solcher Test nicht in die Hände von Laien gehört. Dieser Test sollte tatsächlich nur von Fachleuten durchgeführt werden. Ich stelle mir mal vor, da testet sich jemand zu Hause selbst und erhält das positive Testergebnis. Niemand ist dann vermutlich da, der einen in dieser schwierigen Situation geschult auffangen kann. Und dann stellt sich evtl. in einem nachfolgenden Test durch das Gesundheitsamt oder die AIDS-Hilfe heraus, dass der Test fehlerhaft positiv war. An so etwas möchte ich gar nicht denken.
Weitere wirklich interessante Informationen könnt ihr dem o. a. Link zum Robert-Koch-Institut entnehmen. Sehr empfehlenswert!
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