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  • 08Feb

    Beim Thema HIV und Migration denkt man in Deutschland meist an Immigration aus Ländern bzw. Regionen mit generalisierten HIV-Epidemien in der Allgemeinbevölkerung, vor allem aus Subsahara-Afrika. Deutschland ist von dieser Immigration viel weniger betroffen als die ehemaligen Kolonialmächte Großbritannien, Frankreich und Belgien, aber auch die skandinavischen Länder. In Deutschland stellen Menschen aus anderen europäischen Ländern einen viel höheren Anteil an Personen mit Migrationshintergrund in der Bevölkerung als die vergleichsweise kleine Gruppe von Menschen aus Subsahara-Afrika. Für viele dieser Migranten aus Südost- und Osteuropa (z. B. Rumänien, Ex-Jugoslawien) ist Deutschland verglichen mit ihrem Heimatland das Land mit der höheren HIV-Prävalenz. Internationale Migration sorgt also dafür, dass HIV-Infektionen sowohl nach Deutschland “importiert” als auch aus Deutschland “exportiert” werden.

    Die Verknüpfungen zwischen HIV und Migration sind dabei vielschichtig.

    Der komplette Bericht zu diesem Thema ist beim Robert-Koch-Institut im Epidemiologischen Bulletin Nr. 5 vom 08. Februar 2010 erschienen. Diesen Bericht könnt Ihr über den folgenden Link einsehen:

     http://www.rki.de/cln_160/nn_196322/DE/Content/Infekt/EpidBull/Archiv/2010/05__10,templateId=raw,property=publicationFile.pdf/05_10.pdf

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  • 22Dez

    Die Entwicklung neuer Krebsmedikamente ist sowohl langwierig als auch extrem teuer. Im Durchschnitt dauert es 15 Jahre und kostet ca. 1 Mrd. US-Dollar um ein neues Medikament gegen Krebs zuzulassen. Angesichts der extrem hohen Anzahl von insgesamt ca. 5000 zugelassenen Medikamenten, von denen die allerwenigsten gegen Krebs entwickelt, getestet oder eingesetzt sind, fragt man sich, ob unter allen zugelassenen Medikamenten nicht auch solche sind, die sich für einen Einsatz gegen Krebs bestens eignen, in dieser Hinsicht jedoch niemals untersucht wurden.

    Herausragende Beispiele für die Wirksamkeit dieser Strategie sind die beiden Medikamente Retinolsäure und Arsen-Trioxid, die für die Behandlung von Akne bzw. Infektionskrankheiten zugelassen wurden, und jetzt sehr erfolgreich in der Leukämietherapie verwendet werden. Thalidomid, ehemals als Schlafmittel zugelassen und nach der Serie katastrophaler Defekte bei Neugeborenen wieder vom Markt genommen, hat für die Behandlung einer relativ häufigen Form von Knochenmark-Krebs (Multiples Myelom) einen neuen Therapiestandard begründet. Da diese Medikamente in der Regel keinen Patentschutz mehr haben, weil sie schon zu lange zur Behandlung anderer Krankheiten auf dem Markt sind und der Patentschutz nach einigen Jahren automatisch ausläuft, ist für die Pharmaindustrie mit diesen Medikamenten auch bei gleicher Wirksamkeit nicht im entferntesten so viel Geld zu verdienen, wie mit der Entwicklung und Zulassung neuer Substanzen. Dadurch besteht in der Pharmaforschung wenig Interesse an einer solchen optimierten Nutzung seit langem bekannter Medikamente.

    Eine seit langem bekannte Klasse von Medikamenten zur Behandlung der HIV-Infektion (sogenannte HIV-Proteaseinhibitoren) scheint ebenfalls gegen Tumorerkrankungen zu wirken. Immer wieder gab es Beobachtungen, dass bei einzelnen AIDS-Patienten, die ausserdem eine Tumorerkrankung entwickelten, durch die Behandlung des Virus mit Proteaseinhibitoren auch der Tumor zurückging, jedoch wurde der Einsatz dieser Medikamente als mögliche Krebsmedikamente bisher nicht systematisch untersucht. Die Arbeitsgruppe von Prof. Driessen, Experimentelle Onkologie St. Gallen/CH, konnte jetzt im Laborexperiment zeigen, dass die zusätzliche Gabe von bestimmten HIV-Proteaseinhibitoren die Wirkung von bestimmten Krebsmedikamenten derart verstärken kann, dass auch Krebszellen die vormals resistent gegenüber Krebsmedikamenten waren, durch die gleichzeitige Behandlung mit dem HIV-Medikament wieder empfindlich gegenüber der Krebstherapie wurden. Dies ist auch deshalb interessant, weil diese HIV-Medikamente einfach als Tabletten eingenommen werden können und eine wesentlich bessere Verträglichkeit haben, als die meisten bekannten Krebsmedikamente. Eine entsprechende klinische Phase I-Studie wird innerhalb der Schweizer Arbeitsgemeinschaft für Klinische Krebsforschung (SAKK) ab 2010 in St.Gallen, Chur, Lausanne und Bern durchgeführt werden. Die molekularen Grundlagen dieser Wirkung und die Interaktion dieser HIV-Proteaseinhibitoren mit dem Proteasen-System von Tumorzellen sind bisher jedoch wenig verstanden. Die Wilhelm Sander Stiftung unterstützt nun die weiteren Arbeiten auf diesem Gebiet im Labor von Prof. Driessen, wo man insbesondere verstehen will, auf welchem molekularen Mechanismus diese erstaunliche Wirkung von bestimmten HIV-Medikamenten beruht, und welches Medikament aus dieser Gruppe in welcher Darreichungsform sich am besten für einen zukünftigen Einsatz bei Krebspatienten eignet. Dies soll dann die Grundlage für die weitere klinische Entwicklung dieses Ansatzes sein.

    Quelle: Pressemitteilung der Wilhelm-Sander-Stiftung vom 21. Dezember 2009, veröffentlicht beim Informationsdienst Wissenschaft – www.idw-online.de

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  • 07Dez

    Im Epidemiologischen Bulletin 49/2009 vom 07.12.2009 hat das Robert-Koch-Institut einen Situationsstand zur Syphilis in Deutschland im Jahre 2008 gegeben. Auszugsweise möchte ich hier den Abschnitt zur Ineraktion Syphilis mit einer HIV-Infektion veröffentlichen. Den kompletten Bericht könnt ihr über den oben aufgeführten Link im Epidemiologischen Bulletin nachlesen.

    HIV-Syphilis-Interaktion

    Bei Betrachtung der epidemiologischen Entwicklung von HIV- und Syphilis-Neudiagnosen in den Jahren seit 2001 zeigt sich ein nahezu zeitgleicher Anstieg der Fallmeldungen bei MSM (Männern die mit Männern Sex haben). Im Unterschied zur Syphilis, bei der bereits ab 2004 landesweit ein Höchststand der Meldungen erreicht wird, setzt sich bei HIV der Anstieg noch bis 2006 fort und steigt erst danach nicht mehr weiter an.

    Um einen möglichen Zusammenhang zwischen diesen Entwicklungen zu überprüfen, wurden in der ersten nach der HIV-Serokonversion verfügbaren Plasmaprobe von HIV-Serokonversion verfügbaren Plasmaprobe von HIV-Serokonvertern aus der Serokonverterstudie des Robert-Koch-Institutes serologische Marker für eine Syphilis-Infektion bestimmt. Bei den knapp 1.050 HIV-Serokonvertern aus der Gruppe der MSM, die zwischen den Jahren 1997 und 2007 in die HIV-Serokonverterstudie aufgenommen wurden, liegt der Anteil derjenigen mit einer positiven Syphilis-Serologie bei über 25 %. Im Zeitverlauf steigt der Anteil von 10 % vor 2001 auf 36 % im Jahre 2005 an. Eine exakte zeitliche Einordnung, ob eine Syphilis gleichzeitig mit der HIV-Infektion bereits vorlag oder zeitgleich übertragen wurde, oder ob die Syphilis früher vorlag und zum Zeitpunkt der HIV-Infektion bereits ausgeheilt war, ist leider auf Grundage der verfügbaren Informationen nicht möglich.

    Da sich die Syphilis bei MSM in Deutschland erst seit Ende der 1990er Jahre erneut ausgebreitet hat und viel leichter als HIV übertragen werden kann, kann ein Zusammenhang zwischen HIV und Syphilis auf unterschiedlichen Faktoren beruhen.

    Zum einen kann der gemeinsame sexuelle Übertragungsweg zu zeitlich unabhängig voneinander erfolgenden Übertragungen der beiden Infektionen führen. Dies wird insbesondere bei solchen Personen der Fall sein, die viele Sexualpartner haben und nicht konsequent Kondome verwenden.

    Zum anderen kann eine HIV-Infektion aber auch gleichzeitig mit dem Vorliegen einer Syphilis oder einer gleichzeitigen Syphilis-Infektion erfolgen. In diesem Fall kann die gleichzeitige Syphilis zu einer erhöhten Wahrscheinlichkeit einer HIV-Übertragung führen. Es handelt sich dann also nicht einfach um eine zufällige zeitliche Koinzidenz, sondern um eine synergistische Wechselwirkung zwischen beiden Infektionen.

    Obwohl, wie oben bereits angemerkt, im Einzelfall eine exakte zeitliche Reihenfolge nicht bestimmt werden kann, kann man doch den Versuch unternehmen, auf der Grundlage des Antikörpermusters (v. a. basierend auf der Nachweisbarkeit von IgM-Antikörpern, die bei einer frischen Infektion gebildet werden) eine ungefähre Einordnung vorzunehmen. Wenn man dies durchspielt und dabei vergleichsweise zurückhaltende Annahmen zugrunde legt, ergibt sich ein Anteil von etwa einem Drittel der Syphilis-Infektionen, die zeitgleich mit der HIV-Neuinfektion vorlagen bzw. erfolgten. Auch hier nimmt der Anteil von ca. 3 % (bis 2000) auf 16 % im Jahre 2003 zu.

    Bei der Interpretation dieser Befunde ist zu berücksichtigen, dass die HIV-Serokonverterstudie ihre Teilnehmer vorwiegend in Großstädten rekrutiert. Außerhalb der Großstädte erfolgte die Syphilis-Ausbreitung mit einem gewissen Zeitverzug, was einen anhaltenden Effekt auf HIV-Neudiagnosen auch nach 2003 erklären könnte. Zudem erfolgten HIV-Diagnosen im Durchschnitt mit einem größeren Zeitverzug als Syphilis-Diagnosen.

    In welchem Ausmaß weitere sexuell übertragbare Infektionen die HIV-Übertragung begünstigen, kann aus verständlichen Gründen experimentell nicht überprüft werden. Epidemiologische Analysen, die eine Quantifizierung des “Kofaktoreneffektes” mit statistischen Methoden versuchen, gelangen zu Größenordnungen zwischen 3- und 10-facher Steigerung der HIV-Übertragungswahrscheinlichkeit durch eine Syphilis. Wenn in einer mathematischen Modellierung mit Zugrundelegung der deutschen Zahlen die Syphilis-Koinfektionsrate bei MSM von 3 % auf 16 % gesteigert wird und mit einem Kofaktoreneffekt in einer Größe von 4 bis 5 gerechnet wird, würde die Zunahme der Syphilis die beobachtete Steigerung der HIV-Neudiagnosen zwischen 2001 und 2004 fast vollständig erklären.

    Weitere Information rund um das Thema Syphilis erhaltet ihr unter dem folgenden Link beim Robert-Koch-Institut:

    http://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/S/Syphilis/Syphilis.html

     

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  • 26Nov

    Menschen mit HIV und Aids nicht alleine lassen – das ist die wichtigste Botschaft des Welt-Aids-Tages am 1. Dezember 2009. Dieser Botschaft fühlen sich auch die Ärzte und Wissenschaftler der Janssen-Cilag GmbH verpflichtet. Der Unternehmensbereich Tibotec, Division of Janssen-Cilag, ist auf Virologie spezialisiert und forscht nach neuen Medikamenten, welche die Lebensqualität von Patienten mit HIV weiter verbessern und ihr Leben verlängern können. Denn im Kampf gegen das Virus ist intensive Forschung weiterhin lebenswichtig.

    Jährlich sterben weltweit über zwei Millionen Menschen an Aids, rund 33 Millionen sind HIV-infiziert. In Deutschland stecken sich jedes Jahr 3.000 Menschen neu mit dem HI-Virus an. Bis heute ist die Krankheit nicht heilbar. Doch innovative Medikamente ermöglichen den Patienten ein weitgehend normales Leben.

    “Die medizinische Forschung hat für die HIV- und Aidstherapie in den letzten Jahren viel erreicht. Trotzdem dürfen die großen Erfolge nicht darüber hinweg täuschen, dass es noch viel zu tun gibt”, weiß Professor Dr. Günter Huhle, Vice President Medical & Scientific Affairs bei Janssen-Cilag. “Insbesondere die Behandlung infizierter Frauen, Mütter und Kinder muss optimiert werden. Für diese Patientengruppen ist die Infizierung mit dem HI-Virus in vielen Fällen noch ein Tabu-Thema – und das auch immer noch in medizinisch hoch entwickelten und aufgeklärten Ländern wie Deutschland. Hier wollen wir genau hinschauen und unsere Expertise als forschendes Pharmaunternehmen einbringen. Mit unserem seit Sommer 2009 zugelassenen Arzneimittel für die Therapie infizierter Kinder leisten wir unseren Beitrag im Bereich HIV und Pädiatrie,” so Professor Dr. Huhle.

    Frauen und Mütter

    Auch wenn inzwischen viele Studien darauf hinweisen, dass die hochaktive antiretrovirale Therapie (HAART) bei Frauen ebenso wirksam ist wie bei Männern – es besteht immer noch dringender Forschungsbedarf. Frauen sind in wissenschaftlichen Studien immer noch unterrepräsentiert, so dass für sie keine differenzierten Dosierungsempfehlungen abgeleitet werden können. Hinweise auf ein unterschiedliches Nebenwirkungsspektrum bei Frauen und Männern mehren sich.

    Ein weiteres wichtiges Thema entsteht für den Zusammenhang HIV und Schwangerschaft. Obwohl Forscher sich eingehend mit der Übertragung des Virus von der Mutter auf das Kind beschäftigt haben, sind die Übertragungswege nicht abschliepend geklärt. Durch den Einsatz von HIV-Medikamenten gelingt es heute aber, das Übertragungsrisiko für das Kind auf unter zwei Prozent zu reduzieren.

    HIV-positive Kinder

    Kinder- und Jugendärzte warten dringend auf neue Therapien für ihre jungen Patienten. “Da sich die HIV-Infektion von Kindern bezüglich Infektionsweg, Virusdynamik, Reife des Immunsystems und des natürlichen Verlaufes von der Infektion des Erwachsenenalters unterscheidet, ist eine auf das Kindesalter abgestimmte Therapie erforderlich. Nach wie vor infizieren sich Kinder mit HIV auch in Deutschland. Sie haben viel weniger Therapieoptionen als Erwachsene”, erklärt Dr. Christoph Königs, Universitätsklinikum Frankfurt.

    Seit 2009 hat das Neusser Pharmaunternehmen ein Medikament mit der Zulassung für Kinder ab sechs Jahren. Darüber hinaus unterstützt Janssen-Cilag seit Jahren das Engagement und die Aufklärungsaktivitäten von PENTA, einer weltweiten Organisation für HIV-infizierte Kinder.

    Altersassoziierte Erkrankungen und HIV

    Eine große Herausforderung ist auch der Zusammenhang zwischen HIV und altersassoziierten Erkrankungen. Dank der wirksamen Therapie werden die HIV-Patienten immer älter. Ein höheres Lebensalter geht mit einem erhöhten Risiko für altersassoziierte Erkrankungen wie kardiovaskuläre- und Stoffwechselerkrankungen einher. Die Infektion beschleunigt den Alterungsprozess und HIV-Infizierte haben ein noch höheres Risiko für die Krankheiten. Das macht die komplexe Behandlung älterer HIV-Patienten noch komplizierter. Auch hier kann und muss die Pharmaforschung in der Zukunft einen wesentlichen Beitrag leisten.

    Quelle: Pressemitteilung von Janssen-Cilag GmbH vom 26. November 2009

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  • 22Nov

    Thailand PenisvermessungWas sich zuerst wie ein lustiger Mediengag liest, ist in Thailand aber eine sinnvolle Aktion, die vom dortigen Gesundheitsministerium ins Leben gerufen wurde. So wird den Männern ein Einwegpapiermessgerät zur Verfügung gestellt, mit dem sie ermitteln können, welche Kondomgröße für sie den größtmöglichen Schutz und Komfort bietet.

    Dr. Somyos Kittimankhong vom Gesundheitsministerium (Abteilung Anti-Aids) teilte mit, dass diese Kampagne aufgrund der hohen HIV-Infektionszahlen in Thailand ins Leben gerufen wurde. Für die kostenlose Verteilung von Kondomen wurde hierzu ein riesiger Geldetat zur Verfügung gestellt. Hierbei ist die Zielgruppe Männer und Frauen im Alter von 15 bis 25 Jahren. Um sicherzustellen, dass die Thailänder auch Kondome nutzen, die aufgrund ihrer Größe den richtigen Schutz vor einer HIV-Infektion bieten, wurde das Penismessgerät entwickelt.

    Bis 2011 will Thailand u. a. mit dieser Aktion die Zahl der HIV-Neuinfektionen auf die Hälfte halbieren.

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  • 19Okt

    Zur laufenden Bischofssynode in Rom berichtet Radio Vatikan am 19.10.2009:

    Im Vatikan tagt weiterhin die Bischofs-Sondersynode für Afrika. Am Wochenende wurde hinter verschlossenen Türen über eine Botschaft debattiert, die die Synodenväter zum Abschluss an die Welt richten wollen. Der Generalrelator der Synode ist Kardinal Peter Turkson aus Ghana; er präsentierte im Beisein von Papst Benedikt einen Bericht über den bisherigen Stand der Debatte.

    "Die Kirche darf nicht die Augen verschließen vor den tiefen Schatten, die über Afrika liegen", so der Kardinal. Bei der Synode hätten die Bischöfe vor allem "den Schrei der Frauen Afrikas gehört", die in der Kultur des Kontinents immer noch an den Rand gedrängt würden. Die Kirche müsse sich für die Frauen engagieren - gegen Polygamie, Gewalt in der Ehe, Diskriminierungen im Erbrecht, Zwangsheiraten. Kardinal Turkson ruft Afrikas Politiker zu mehr "Leadership" auf; Staatsstreiche dürften nicht mehr geduldet werden.

    Zur "Tragödie der Aids-Pandemie" meinte Turkson, die Kirche müsse in Afrika mehr tun, damit HIV-Infizierte nicht sozial ausgegrenzt werden. Sie hätten außerdem das gleiche Recht auf Behandlung wie Aids-Kranke in Europa. Bei der Diskussion wies ein Bischof darauf hin, dass man in Afrika nicht angesichts der Aids-Problematik andere Krankheiten, die vielleicht sogar mehr Menschen töten, vernachlässigen dürfe - etwa Malaria.

    Der "Generalrelator" fasste alle Themen, die auf der Synode behandelt wurden, in 25 Fragen zusammen - die werden jetzt in kleineren Zirkeln besprochen. Und daraus werden dann Beschlüsse formuliert. Übrigens konnten sich die Teilnehmer der Synode vom manchmal drögen Debatten-Alltag am Sonntagabend etwas erholen: auf einem Afrika-Fest, zu dem die römische Basisgemeinschaft nach Trastevere eingeladen hatte.

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  • 18Okt

    In diesen Tagen ist das Jahrbuch 2008/2009 der Deutschen AIDS-Hilfe e.V. erschienen.

    Dieses Jahrbuch enthält die folgenden Themengebiete:

    • Jahresbericht 2008 der Deutschen AIDS-Hilfe e.V.
    • Alte und neue Bilder der HIV-Infektion
    • Antiretrovirale Therapie und Prävention
    • Das Virus und die Moral
    • Mut gehört dazu – Krankheit als Stigma?

    Die Online-Version als PDF-Dokument erreicht ihr über den folgenden Link auf der Seite der Deutschen AIDS-Hilfe e.V. Auf dieser Seite ist auch die Bestellung als Broschüre möglich.

    http://www.aidshilfe.de/index.php?id=17837&sessionLanguage=de&sessionCountry=DE

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  • 28Sep

    Presseinformation von Human Rights Watch vom 24.09.2009

    Eine kontinuierliche Behandlung und Versorgung muss auch über Grenzen hinweg sichergestellt sein

    Regierungen sollen in Zusammenarbeit mit internationalen Organisationen und Geberländer ihre Abschiebepraxis von Menschen mit HIV/AIDS überprüfen, so Human Rights Watch und vier weitere HIV/AIDS- und Menschenrechtsgruppen in einem heute veröffentlichten Bericht.

    Der 27-seitige Bericht “Returned to Risk: Deportation of HIV-Positive Migrants” wurde von Human Rights Watch, der Deutschen AIDS-Hilfe, der European AIDS Treatment Group und dem Afrikanischen HIV Policy Network ausgearbeitet. Er untersucht die Abschiebung von HIV-positiven Migranten in Südkorea, Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Südafrika und den Vereinigten Staaten. Der Bericht betont, dass es notwendig ist, Maßnahmen zu entwickeln, die eine ununterbrochene Behandlung für diese Bevölkerungsgruppe sicherstellen.

    “Migranten mit HIV werden häufig ganz bewusst von Behandlungen ausgeschlossen”, sagte Katherine Todrys, Researcherin für die Abteilung Gesundheit und Menschenrechte von Human Rights Watch. “Wenn sie inhaftiert werden, wird ihnen häufig die Versorgung mit antiretroviralen Medikamenten verweigert. Bei einer Abschiebung, fehlt ihnen dann vollständig der Zugang zu einer angemessenen Behandlung.”

    Die Gruppen fordern Regierungen und Geberländer auf, HIV-positive Migranten auch in Abschiebehaft den Zugang zu lebensrettenden antiretroviralen Behandlungen zu ermöglichen, bzw. sicherzustellen, dass die betroffenen Personen auch nach einer Abschiebung Zugang zu Behandlung und medikamentöser Versorgung haben.

    Internationale Menschenrechts- und Flüchtlingsgesetze verbieten seit langem die Abschiebung in einen Staat, in dem für die abgeschobene Person die Gefahr besteht, Opfer von Folter oder anderen grausamen, unmenschlichen und erniedrigenden Behandlungen oder Bestrafungen zu werden. Nationale Abschieberegelungen sind häufig nur unzureichend entwickelt, um die Rechte von Menschen mit HIV zu schützen, die in ein solches Lebensumfeld zurückkehren müssen, so die Autoren des Berichts. Gleichzeitig fehlt es in den Abschiebegefängnissen vieler Länder an einer angemessenen Behandlung für Migranten mit HIV. Das Fehlen einer kontinuierlichen Behandlung kann zu Krankheit, vorzeitigem Tod oder der Entwicklung von Resistenz gegen die eingesetzten Medikamente führen.

    “Anstatt HIV-positive Migranten vor der Rückkehr in Länder ohne Behandlungsmöglichkeiten zu schützen, schieben manche Länder tatsächlich Migranten gerade auf Grund ihrer HIV-Infektion ab”, so Peter Wiessner von der Deutschen AIDS-Hilfe. “Migranten werden in Situationen zurückgeschickt, in denen Behandlung und Unterstützung vollständig fehlen.”

    Der Bericht dokumentiert:

    · In Saudi-Arabien: Obligatorische HIV-Tests; Inhaftierungen von bis zu einem Jahr ohne Zugang zu Medikamenten; Abschiebung von HIV-positiven Migranten.

    · In den Vereinigten Arabischen Emiraten: Abschiebung von insgesamt 1.518 Ausländer mit HIV, Tuberkulose oder Hepatitis B oder C im Jahr 2008.

    · In Südafrika: Abschiebung von Migranten mit HIV nach Zimbabwe und dadurch – mit einem Todesurteil vergleichbar – Abbruch der Behandlung.

    · In den Vereinigten Staaten: Schlechter Zugang zu Behandlungen in Gefängnissen. Keine oder nur mangelhafte medikamentöse Versorgung für einige HIV-positive Menschen in Abschiebehaft.

    · In Südkorea: Obligatorische HIV-Tests von Migranten und Abschiebung derjenigen, die HIV-positiv befunden werden, trotz der internationalen rechtlichen Verpflichtungen Südkoreas und einem kürzlich erlassenen Gerichtsentscheid des Obersten Gerichtshofs in Seoul, nach dem solche Abschiebungen nicht der effektivste Weg sind, die öffentliche Gesundheit zu schützen.

    “Die Regierungen haben sich verpflichtet, bis 2010 für alle HIV-Infizierten einen uneingeschränkten Zugang zu einer Behandlung sicherzustellen”, sagte Titise Kode vom Afrikanischen HIV Policy Network. “Aber wenn 192 Millionen Menschen – oder 3 Prozent der Weltbevölkerung – außerhalb ihres Geburtslandes leben, ist die Gewährleistung einer HIV-Behandlung für Migranten und Flüchtlinge ein wesentlicher Teil, um dieses Ziel zu erreichen.”

    Die Verfasser des Berichts fordern die Regierungen auf, dafür zu sorgen, dass HIV-positive Personen, die kurz davor sind abgeschoben zu werden, auch in der Untersuchungshaft Zugang zu einer Behandlung haben. Darüber hinaus sollte die Praxis korrigiert werden, HIV-positive Menschen in Länder abzuschieben, in denen es an Behandlungsmöglichkeiten und sozialer Unterstützung fehlt.

    “Migranten gehen enorme Risiken ein, wenn sie Grenzen überschreiten”, sagte David Hans-Ulrich Haerry, von der European AIDS Treatment Group. “Aber sie sollten nicht mit einem Todesurteil für eine HIV-Infektion leben, wenn uns wirksame Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen und sich Regierungen weltweit dazu verpflichtet haben, sowohl einen allgemeinen Zugang zu antiretroviralen Medikamenten sicherzustellen, als auch die Rechte von Migranten zu schützen.”

    Der Bericht ist auch in englischer und in spanischer Sprache verfügbar.

    Bericht in englischer Sprache

    Bericht in spanischer Sprache

    Interessant zu diesem Thema ist auch mein Bericht vom 23.09.2009 – Tödliche Grenzen für HIV-positive Migranten

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  • 23Sep

    Human Rights Watch beschäftigt sich mit Menschenrechtsverletzungen weltweit. In diesem Zusammenhang erschien am 18. Juni 2009 zur Sitzung des UNAIDS-Koordinationsrates am 22. Juni 2009 in Genf, ein 22-seitiger Bericht von Human Rights Watch der beschreibt, wie Diskriminierung und Menschenrechtsverletzungen gegen Flüchtlinge dazu führen, dass Migranten einem erhöhten Risiko einer HIV-Infektion ausgesetzt sind und nur schwer Zugang zu medizinischer Behandlung erhalten.

    Der ausführliche Bericht in englischer Sprache kann über den folgenden Link auf der Homepage von Human Rights Watch als PDF-Dokument abgerufen werden: "Discrimination, Denial and Deportation: Human Rights Abuses Affecting Migrants Living with HIV".

    "Diskriminierende Gesetze und Richtlinien, die Flüchtlingen den Zugang zu HIV-Prävention und -Behandlung verwehren, gefährden die weltweiten Fortschritte im Kampf gegen AIDS", so Joseph Amon, Direktor der Abteilung Gesundheit und Menschenrechte bei Human Rights Watch. "Unterbrechungen einer HIV-Behandlung können Medikamente wirkungslos werden lassen, zur Übertragung des Virus und sogar zum Tod des Infizierten führen."

    Hunderte Millionen Menschen überqueren jedes Jahr Grenzen. Die Gründe sind vielfältig: Sie reisen, suchen bessere Berufs- und Bildungschancen, folgen ihrer Familie oder fliehen vor Verfolgung oder Naturkatastrophen. Millionen Menschen migrieren auch innerhalb von Landesgrenzen. Obwohl die meisten Staaten sich zu dem Ziel bekennen, bis 2010 einen allgemeinen Zugang zu Prävention, Behandlung und Betreuung für HIV-Infizierte zu schaffen, haben sie immer noch nicht dafür gesorgt, dass Flüchtlinge und Binnenvertriebene Zugang zu diesen Leistungen haben. Im Gegenteil: Viele Länder haben diskriminierende Gesetze und Richtlinien, die die Einreise und den Aufenthalt von HIV-Infizierten einschränken, und begrenzen den Zugang zu medizinischer Behandlung für Flüchtlinge und Binnenvertriebene. Zahlreiche Staaten schieben HIV-positive Flüchtlinge ab ohne zu prüfen, ob sie im Herkunftsland angemessen behandelt werden können.

    Human Rights Watch appelliert an alle Staaten, internationale Organisationen, Geber und Nichtregierungsorganisationen, sich gemeinsam für Gesetzesreformen und die Bereitstellung von Hilfsmaßnahmen einzusetzen, um HIV-positive Flüchtlinge weltweit  vor Diskriminierung zu schützen und ihre medizinische Behandlung zu garantieren.

    Diskriminierende Gesetze und Richtlinien können verheerende Folgen haben:

    1. Saudi Arabien schiebt Flüchtlinge ab, wenn ein HIV-Test positiv ausfällt
    2. veraltete staatliche Meldesysteme in China und Russland erschweren Binnenflüchtlingen den Zugang zu kostenloser medizinischer Versorgung
    3. Versprechungen der südafrikanischen Regierung, Asylsuchende und illegale Einwanderer kostenlos medizinisch zu versorgen, stehen in krassem Gegensatz zum bitteren Alltag der Betroffenen
    4. HIV-positive Migranten, die von den USA abgeschoben wurden, leben in ihren Herkunftsländern unter schwierigen Bedingungen und leiden unter mangelnder medizinischer Versorgung.

    Einzelstaaten, internationale Organisationen, Geber und Nichtregierungsorganisationen sollen Länder, in denen Einreise- und Aufenthaltsbeschränkungen für HIV-infizierte Migranten gelten, nachdrücklich auffordern, diese unverzüglich und vollständig abzuschaffen. Einschränkungen der HIV-/AIDS-Behandlung aufgrund der Herkunft oder Staatsangehörigkeit sollen umgehend beseitigt werden. Zudem sollen Abschiebegesetze geprüft werden, unter denen HIV-Infizierte in Länder zurückgeschickt werden, in denen sie nicht angemessen behandelt werden können.

    "Seit dem Ausbruch der Epidemie ist bekannt, dass Flüchtlinge in besonderem Maße durch das HI-Virus gefährdet sind", so Amon. "Doch Regierungen und Geber unternehmen nicht genug, um ihnen den Zugang zu HIV-Präventionsmaßnahmen zu ermöglichen. Sie ignorieren den dringenden Bedarf an medizinischer Versorgung. Statt umfassenden Zugang zu Hilfsmaßnahmen zu erhalten, stoßen Migranten auf Zurückweisung und Abschiebung."

    Quelle: Human Rights Watch

    Weitere Informationen zu Menschenrechtsverletzungen erhalten sie auf der offiziellen Homepage von Human Rights Watch unterwww.hrw.org.

    Siehe zu dem Thema auch meinen Artikel "Freie Einreise in die USA trotz HIV".

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  • 07Sep

    Am heutigen Tage hat das Robert-Koch-Institut in seiner Epidemiologischen Bulletin 36/2009 die aktuelle Monatsstatistik nichtnamentlicher Meldungen des Nachweises ausgewählter Infektionen Juni 2009 (Datenstand: 1. September 2009) veröffentlicht. Aus dieser Statistik habe ich einmal eine Übersicht der interessantesten Neuinfektionszahlen erstellt und nachfolgend als PDF-Dokument zur Verfügung gestellt:

    StatistikAusgewählterInfektionen

    Die komplette Statistik könnt ihr direkt beim Robert-Koch-Institut unter dem folgenden Link einsehen:

    http://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Archiv/2009/36__09.html

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