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  • 02Mrz

    Global Health Partnerships Foundation unterstützt das Freiburger Präventionsteam weiterhin mit 500.000 US-Dollar

    Das neuartige Krebspräventionsprogramm mit dem Fokus der Rauchentwöhnung wird durch die renommierte internationale Pfizer Foundation seit März 2009 gefördert. Die auf drei Jahre angelegte Förderung muss jedes Jahr neu bewilligt werden. Für das Jahr 2010 wurden nach erfolgreicher Evaluation des Freiburger Programms die Mittel erneut bereitgestellt.

    Die Global Health Partnerships Foundation (Pfizer Foundation) ist eine gemeinnützige Organisation des Unternehmens Pfizer Inc. „Es gehört zum Selbstverständnis von Pfizer, dass wir uns gesellschaftlich für ausgewählte Gesundheits- und Präventionsprojekte engagieren. Wir möchten damit über die Entwicklung und Herstellung innovativer Medikamente hinaus zu einer besseren Gesundheitsversorgung der Menschen beitragen“, sagte Dr. med. Andreas Penk, Deutschlandchef und Präsident der Oncology Europe von Pfizer, anlässlich der Entscheidung zur Förderung des Projektes für das Jahr 2010. Die erneute positive Bewertung des Freiburger Programms zeige, dass dessen Arbeit besonders unterstützungswürdig sei, so Penk.

    Im Mittelpunkt des Krebspräventionsprogramms steht der Aufbau von Präventionsstrukturen, die eine proaktive Beratung von Patientinnen und Patienten des Universitätsklinikums ermöglichen. Da der Tabakkonsum und das Rauchen auch Krebserkrankungen hervorrufen, ist der Rauchausstieg eine besonders effektive Präventionsmaßnahme. Seit Mai 2009 sucht das Präventionsteam des Tumorzentrums Ludwig Heilmeyer – Comprehensive Cancer Center Freiburg (CCCF) aktiv rauchende Patientinnen und Patienten im Universitätsklinikum Freiburg auf, informiert sie über Tabak und Nikotin, über deren Auswirkungen auf den menschlichen Körper und über mögliche Raucherausstiegsmethoden.

    In einem zweiten Schritt motiviert das Team die Rauchenden dazu, den Ausstieg zu wagen. Aus einem großen Repertoire an effektiven Entwöhnungsmethoden wird die individuell passende Therapie gewählt. Hierzu wurde ein regionales Netzwerk von qualifizierten Rauchentwöhnungsmaßnahmen aufgebaut; hier wird die eigentliche Entwöhnung durchgeführt. Den Teilnehmenden steht während des gesamten Entwöhnungsprozesses eine Ansprechperson des Präventionsteams unterstützend zur Seite.

    Grundlage des Freiburger Präventionskonzepts ist die wissenschaftliche Erkenntnis, dass die Rauchentwöhnung ein aktiver, mehrstufiger Prozess ist. Der Erfolg der Raucherentwöhnung ist dabei abhängig von der Patientenmotivation, der aktiven Patientenentscheidung für eine qualifizierte Entwöhnungsmethode sowie der permanenten professionellen Unterstützung.

    Der Aufbau der beschriebenen Präventionsstruktur wird durch das Team wissenschaftlich evaluiert, nicht zuletzt um diese auch auf andere Tumorzentren zu übertragen. Der vom Präventionsteam erstellte Report über die Arbeit im Jahr 2009 wurde von der Global Health Partnerships Foundation (Pfizer Foundation) in den USA eingehend geprüft. Aufgrund der positiven Arbeitsergebnisse, die das Präventionsteam nachweisen konnte, wurden die Mittel für das Jahr 2010 bewilligt.

    Das Comprehensive Cancer Center Freiburg

    Das Tumorzentrum Ludwig Heilmeyer – Comprehensive Cancer Center Freiburg ist eine Einrichtung, die integrierte Versorgung von Krebspatienten mit der Krebsforschung kombiniert. Darüber hinaus engagiert sich das CCCF in der Krebsprävention. Es ist verantwortlich für die klinische, wissenschaftliche und strukturelle Koordination der Krebsmedizin am Universitätsklinikum Freiburg. Das CCCF ist eines der fünf deutschen onkologischen Spitzenzentren, die 2007 von der Deutschen Krebshilfe ausgezeichnet wurden.

    Nähere Informationen finden Sie unter: www.tumorzentrum-freiburg.de

    Die Pfizer Foundation

    Seit 2007 fördert die Pfizer Foundation Aktivitäten in den Bereichen Krebsprävention und Tabakentwöhnung und unterstützt innovative, regionale und globale Partnerschaften in der Onkologie und Tabakentwöhnung.

    Weitere Informationen zum weltweiten gesellschaftlichen Engagement von Pfizer unter: http://www.pfizer.com/responsibility

    Quelle: Pressemitteilung des Tumorzentrums Ludwig Heilmeyer, Comprehensive Cancer Center Freiburg, vom 02. März 2010

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  • 25Feb

    Deutsche Krebshilfe unterstützt Nutzen-Risiko-Abwägung

    Berlin (ek) – Im Rahmen des Deutschen Krebskongresses informierte die Deutsche Krebshilfe heute, am 25. Februar 2010, über ihre bundesweite Informationsoffensive zum Thema Krebs-Früherkennung. „Unsere umfassenden und allgemeinverständlichen Ratgeber über den Nutzen und mögliche Risiken von Früherkennungsverfahren unterstützen die Menschen dabei, sich für oder gegen diese Untersuchungen zu entscheiden“, betonte Gerd Nettekoven, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krebshilfe. „Für viele Tumorerkrankungen gilt nach wie vor der Leitsatz ‚Früh erkannt – heilbar’. Daher ist eine informierte Entscheidung besonders wichtig.“

    In Deutschland erkranken jedes Jahr etwa 450.000 Menschen neu an Krebs,  210.000 Menschen sterben daran. Die gesetzlichen Krebs-Früherkennungsunter¬suchungen haben das Ziel, Tumoren in möglichst frühen Entwicklungsstadien aufzuspüren. Denn früh erkannt sind insbesondere Brust-, Darm-, Haut- und Gebärmutterhalskrebs sowie verschiedene Formen des Prostatakrebs zumeist gut heilbar. Frühe Krebsstadien lassen sich außerdem schonender behandeln als Stadien, in denen bereits Tochtergeschwülste entstanden sind.

    Früherkennungsuntersuchungen werden aber auch kritisch eingeschätzt, denn sie können Nachteile oder Risiken haben. So ist es beispielsweise möglich, dass eine Krebserkrankung übersehen wird („falsch-negatives Ergebnis“) oder dass aufgrund der Untersuchungsbefunde ein Krebsverdacht geäußert wird, der sich dann bei weiterer diagnostischer Abklärung als unbegründet herausstellt („falsch-positives Ergebnis“).

    „Deutschland verfügt seit über dreißig Jahren über ein gesetzliches Krebs-Früherkennungsangebot. Allen Interessierten empfehlen wir, sich ausführlich über die Untersuchungen zu informieren und individuell günstige sowie möglicherweise schädliche Auswirkungen gegeneinander abzuwägen“, so Dr. Leonhard Hansen, Vorsitzender des Fachausschusses ‘Krebs-Früherkennung’ der Deutschen Krebshilfe. Auf der Grundlage einer umfassenden Bewertung internationaler wissenschaftlicher Studien haben die Experten der Deutschen Krebshilfe für jede der gesetzlichen Krebs-Früherkennungsuntersuchungen Empfehlungen erarbeitet.

    Im Falle der Tastuntersuchung auf Brustkrebs sowie der digital-rektalen Tastuntersuchung auf Prostatakrebs kommen sie beispielsweise zu dem Schluss, dass diese Methoden alleine nicht in der Lage sind, die Sterblichkeit an Brust- beziehungsweise Prostatakrebs zu senken. Für den so genannten PSA-Test, eine Blutuntersuchung zur Erkennung von Prostatakarzinomen, ist das Verhältnis von Nutzen und Schaden bislang nicht ausreichend bekannt. „Lassen Sie sich von Ihrem Arzt beraten und treffen Sie eine individuelle Entscheidung für oder gegen die Teilnahme an einer Früherkennungsuntersuchung“, so Professor Dr. Jürgen Windeler vom Medizinischen Dienst der Krankenkassen. Die kostenlosen Flyer der Deutschen Krebshilfe zum Thema Krebs-Früherkennung können dabei helfen, dem Arzt die richtigen Fragen zu stellen und die medizinischen Informationen besser einzuordnen.

    „Viele Menschen schätzen die Wirkung von Früherkennungsuntersuchungen zu hoch ein und nehmen fälschlicherweise an, dass sie durch die Teilnahme an der Früherkennung von einer Krebskrankheit verschont bleiben könnten“, fasste Dr. Markus Feufel vom Max-Planck-Institut für Bildungsforschung eine aktuelle Studie des Berliner Institutes zusammen. Auch hier gilt es, eine realistische Einschätzung zu vermitteln: „Die beste Möglichkeit, einer Krebserkrankung aktiv vorzubeugen, ist eine gesunde Lebensweise. Dazu gehören insbesondere das Nichtrauchen, regelmäßige körperliche Bewegung, gesunde Ernährung, maßvoller Alkoholkonsum, ein umsichtiges Verhalten in der Sonne sowie ein Verzicht auf die Nutzung von Solarien“, betonte Nettekoven.

    Die neuen Früherkennungsfaltblätter für Brust-, Darm-, Gebärmutterhals-, Haut- und Prostatakrebs sowie weitere Informationsmaterialien können bei der Deutschen Krebshilfe e.V., Postfach 1467, 53004 Bonn, kostenlos bestellt oder im Internet unter www.krebshilfe.de heruntergeladen werden.

    Info-Kasten: Gesetzliche Krebs-Früherkennung

    Das gesetzliche Krebs-Früherkennungsprogramm bietet allen  Versicherten folgende Untersuchungen an:
    Frauen
    Ab 20 Jahren: jährliche Untersuchung der inneren und äußeren Geschlechtsorgane. Ab 30 Jahren: zusätzliche Tastuntersuchung der Brust. Ab 50 Jahren bis zur Vollendung des 70. Lebensjahres: alle zwei Jahre Anspruch auf die Teilnahme am qualitätsgesicherten Mammographie-Screening.
    Männer
    Ab 45 Jahren: Tastuntersuchung der Prostata sowie Inspektion des äußeren Genitales.
    Frauen und Männer
    Ab 35 Jahren:  alle zwei Jahre Teilnahme am Hautkrebs-Screening.
    Von 50 und 55 Jahren: einmal jährlich ein Stuhl-Blut-Test.  Ab 55 Jahren: eine kostenlose Darmspiegelung, die nach zehn Jahren wiederholt wird.

    Quelle: Pressemitteilung der Deutschen Krebshilfe e. V. vom 25. Februar 2010

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  • 17Feb

    Die Knochenmarks- oder auch Blutstammzelltransplantation ist eine inzwischen häufig angewandte Therapieform bei bösartigen Erkrankungen des blutbildenden Systems und ist für viele Patienten die letzte Chance auf Heilung ihrer Krebserkrankung.

    Trotz vielfältiger Verbesserungen in den Behandlungsmodalitäten und einer Vielzahl neuer Medikamente, die insbesondere die Behandlung von Infektionen nach einer Stammzelltransplantation erleichtern, erleiden viele Patienten nach einer solchen Transplantation schwere Infektionskomplikationen oder auch einen Rückfall ihrer Grunderkrankung. Auf der ganzen Welt werden deswegen Möglichkeiten erforscht, um das Immunsystem des Knochenmarksspenders für den Kampf gegen Infektionen und die Krebserkrankung im Patienten fit zu machen. Erschwerend kommt hierbei hinzu, dass sowohl Krankheitserreger als auch Krebszellen ihrerseits Strategien entwickeln, um einer Abwehrreaktion des Immunsystems zu entkommen.

    Für die Einleitung und die Aufrechterhaltung einer zielgerichteten Abwehrreaktion des Immunsystems ist das Zusammenspiel einer Vielzahl verschiedener Komponenten notwendig. Hierbei spielen nicht nur Immunzellen mit unterschiedlichen Funktionen eine Rolle, sondern auch als Zytokine bezeichnete Regulatormoleküle, die von den verschiedenen Typen von Immunzellen hergestellt werden können. Es sind erst diese Regulatormoleküle/Zytokine, die den unterschiedlichen Immunzellen das Signal zur Aktivierung geben und auf diese Weise das Zusammenspiel der verschiedenen Komponenten des Immunsystems orchestrieren. Die Wirkung einzelner solcher Zytokine und deren Zusammenspiel sind bisher nur unvollständig verstanden.

    Im Rahmen des hier geförderten Forschungsprojektes soll die Wirkung einer bestimmten Gruppe von Zytokinen, den so genannten TNF-Liganden auf die Aktivierung und Funktion von T-Zellen, einem bei der Knochenmarkstransplantation besonders wichtigen Typ von Immunzellen, untersucht werden. Um die Wirkung einzelner dieser TNF-Liganden systematisch analysieren zu können, sollen künstliche Immunzellen mit einer definierten Menge der zu untersuchenden Moleküle bestückt werden. Die so hergestellten künstlichen Immunzellen werden dann dazu eingesetzt, in der Zellkultur T-Zellen zu aktivieren, daher eine Immunreaktion auszulösen. Auf die beschriebene Weise kann die Wirkung unterschiedlich bestückter künstlicher Immunzellen auf die Entstehung einer T-Zell-abhängigen Abwehrreaktion systematisch untersucht werden. Es ist auf diese Weise möglich, nicht nur die Wirkung einzelner Zytokine miteinander zu vergleichen sondern es wird auch ein Vergleich von unterschiedlichen Kombinationen dieser Regulatormoleküle/Zytokine in unterschiedlichen Konzentrationen möglich sein.

    Ziel ist es mit Hilfe der künstlichen Immunzellen, das Zusammenspiel des Immunsystems im Patienten besser zu verstehen und wo nötig die Instrumente zu Verfügung zu haben, eine wünschenswerte Immunantwort auszulösen und aufrecht zu erhalten.

    Die Wilhelm Sander-Stiftung fördert dieses Forschungsprojekt mit über 190.000 €.
    Stiftungszweck der Stiftung ist die medizinische Forschung, insbesondere Projekte im Rahmen der Krebsbekämpfung. Seit Gründung der Stiftung wurden dabei insgesamt über 190 Mio. Euro für die Forschungsförderung in Deutschland und der Schweiz bewilligt. Die Stiftung geht aus dem Nachlass des gleichnamigen Unternehmers hervor, der 1973 verstorben ist.
    http://www.wilhelm-sander-stiftung.de

    Weitere Informationen zur Stiftung:  http://www.wilhelm-sander-stiftung.de/

    Quelle: Pressemitteilung der Wilhelm Sander-Stiftung vom 17. Februar 2010, veröffentlicht beim Informationsdienst Wissenschaft – www.idw-online.de

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  • 08Feb

    Berlin – In Deutschland erkranken jährlich etwa 14 000 Menschen am “schwarzen Hautkrebs”, dem Melanom. Haben sich schon Metastasen in den Lymphknoten gebildet, sollte nach der Operation eine Strahlentherapie zum Einsatz kommen. Denn diese reduziert das Risiko, dass erneut Lymphknoten vom Tumor befallen werden. Darauf weist die Deutsche Gesellschaft für Radioonkologie (DEGRO) anlässlich neuer Studienergebnisse hin.

    “Die Strahlentherapie des fortgeschrittenen Melanoms wird an verschiedenen Zentren bereits angeboten. Sie gehört derzeit aber nicht zum Therapiestandard”, erläutert DEGRO-Präsidentin Professor Dr. med. Rita Engenhart-Cabillic, Direktorin der Abteilung für Strahlentherapie am Universitätsklinikum Gießen und Marburg. “Mit den vielversprechen¬den Studienergebnissen, die kürzlich auf einem amerikanischen Kongress vorgestellt wurden, sollte sich dies nun ändern”, fordert Engenhart-Cabillic. Die Untersuchung hatte erstmals gezeigt, dass eine postoperative Strahlentherapie erneute Lymphknotenmetastasen verhindern kann.

    Die Studie umfasste insgesamt 217 Patienten und wurde von Wissenschaftlern aus Australien und den Niederlanden durchgeführt. Bei allen teilnehmenden Patienten hatte der Tumor einen oder mehrere Lymphknoten befallen. Ärzte entfernten diese – ebenso wie den Primärtumor – zunächst operativ. Die Hälfte der Betroffenen erhielt in den Wochen nach der Operation eine Strahlentherapie. Der Anteil jener, bei denen der Krebs innerhalb der folgenden drei Jahre wieder Lymphknoten befiel, sank dadurch von 31 auf 19 Prozent.

    “Dies ist einer der wichtigsten Fortschritte in der Behandlung des Melanoms, eines der bösartigsten Krebsleiden überhaupt”, erläutert Engenhart-Cabillic. Sie betont, dass die Strahlentherapie ambulant durchgeführt werden kann und keine Schmerzen verursache. Dies erklärt nach Ansicht der Radioonkologin auch die hohe Motivation der Studienteilnehmer: 79 Prozent hielten alle 20 Behandlungstermine ein. “Die Wiederkehr oft schmerzhafter Lymphknotenmetastasen zu verhindern, gibt den Betroffenen ein großes Stück Lebensqualität zurück. Auch wenn die Strahlentherapie das Leben der Patienten nicht verlängern kann, ist sie doch ein wichtiger Baustein der palliativen Therapie”, so Engenhart-Cabillic.

    Zur Strahlentherapie

    Die Strahlentherapie ist eine hochpräzise Behandlungsmethode mit hohen Sicherheits¬standards und regelmäßigen Qualitätskontrollen. Bildgebende Verfahren wie die Computer- oder Magnetresonanztomographie ermöglichen eine exakte Ortung der Krebsherde. Mit modernen Bestrahlungsgeräten können Radioonkologen die Strahlen dann punktgenau auf den Tumor lenken. Umliegendes Gewebe bleibt weitestgehend verschont.

    Quelle: Pressemitteilung der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften vom 08. Februar 2010, veröffentlicht beim Informationsdienst Wissenschaft – www.idw-online.de

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  • 08Feb

    Wissenschaftler entwickeln Impfstoff gegen Bakterium Heliobacter pylori

    München (ng) – Jedes Jahr erkranken fast 19.000 Menschen in Deutschland neu an Magenkrebs. 90 Prozent dieser Karzinome sind auf eine Infektion mit dem Bakterium Heliobacter pylori zurückzuführen. Diese Infektion wird zurzeit vor allem mit Antibiotika behandelt. Der Erreger ist in den letzten zehn Jahren jedoch vermehrt unempfindlich gegenüber dieser Therapie geworden. Die Deutsche Krebshilfe fördert jetzt ein Forschungsprojekt mit dem Ziel, eine Impfung gegen dieses Bakterium zu entwickeln. Die gemeinnützige Organisation unterstützt das Projekt am Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München (TU) mit 266.000 Euro.

    Die chronische Infektion mit Heliobacter pylori ist die häufigste bakterielle Erkrankung weltweit. Etwa die Hälfte der Weltbevölkerung ist mit diesem Erreger infiziert – dem Hauptverursacher von Magenkrebs. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat den Keim als “Klasse I Karzinogen”, also als sicher krebserregend, eingestuft. Durch eine Infektion mit diesem Bakterium entzündet sich die Magenschleimhaut. Aus dieser chronischen Entzündung kann sich bei einigen Patienten Magenkrebs entwickeln.

    Um zu verhindern, dass Magenkrebs entsteht, muss die bakterielle Infektion frühzeitig behandelt werden. “Die aktuellen Therapien sind jedoch teuer, haben Nebenwirkungen und der Erreger wird häufig gegen das Antibiotikum resistent”, erklärt Privatdozent Dr. Markus Gerhard. Er ist Projektleiter an der II. Medizinischen Klinik und Poliklinik der TU München. “Ein viel versprechender Ansatz ist hingegen eine Impfung gegen Heliobacter pylori.” Obwohl bereits zahlreiche Impfstoffe getestet wurden, gibt es bisher jedoch noch keinen, der sich für die klinische Anwendung eignet. Im Rahmen des von der Deutschen Krebshilfe geförderten Projektes erforscht das Team um Gerhard nun einen innovativen Impfansatz gegen das Bakterium.

    In früheren Studien haben die Wissenschaftler bereits ein zentrales Molekül identifiziert, das ein idealer Kandidat ist für eine wirkungsvolle Impfstrategie gegen Heliobacter pylori und somit gegen die Entstehung von Magenkrebs: Es handelt sich dabei um einen Eiweißstoff, den das Bakterium selbst produziert und ausscheidet. Dieses bakterielle Protein blockiert die menschliche Abwehrreaktion und verhindert so, dass das Immunsystem das Bakterium beseitigen kann. Mit Hilfe der neuen Impfung soll nun erreicht werden, dass die körpereigenen Antikörper das bakterielle Eiweiß ausschalten. Das Immunsystem ist so in der Lage, das Bakterium eigenständig zu zerstören. Die Impfung soll zukünftig sowohl vorbeugend als auch therapeutisch gegen Heliobacter pylori eingesetzt werden. “Unsere Arbeit wird dazu beitragen, neue Strategien zu entwickeln, um die Entstehung von Magenkrebs sowie von chronischen Entzündungen und Geschwüren zu verhindern”, erklärt Gerhard.

    Interviewpartner auf Anfrage!

    Infokasten: Magenkrebs

    Jedes Jahr erkranken knapp 19.000 Menschen in Deutschland neu an einem bösartigen Tumor des Magens, davon etwa 11.000 Männer (Robert Koch-Institut, 2008). Trotz rückläufiger Neuerkrankungszahlen ist Magenkrebs immer noch eine der häufigsten tumorbedingten Todesursachen. Zu den Risikofaktoren zählen neben einer bakteriellen Infektion des Magens mit Heliobacter pylori auch eine ungesunde Ernährung, Rauchen und übermäßiger Alkoholkonsum. Die Deutsche Krebshilfe gibt einen allgemein-verständlichen Ratgeber zum Thema Magenkrebs heraus, der kostenlos bestellt werden kann bei: Deutsche Krebshilfe e. V., Buschstr. 32, 53113 Bonn und im Internet unter www.krebshilfe.de als PDF-Datei bereit steht.

    Projektnr.: 108901

    Quelle Pressemitteilung der Deutschen Krebshilfe e.  V. vom 08. Februar 2010

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  • 03Feb

    Am 4. Februar erinnert der Weltkrebstag daran, dass Krebs noch immer zu den großen Volkskrankheiten zählt. Mehr als zwölf Millionen Menschen erkranken jedes Jahr weltweit an Krebs. Die Helmholtz-Gemeinschaft untersucht, wie Krebs entsteht, welche Risikofaktoren dabei eine Rolle spielen und entwickelt wirkungsvolle Strategien der Vorbeugung und neue Ansätze für eine bessere Diagnostik und zielgerichtete Therapien.

    „In der Gesundheitsforschung der Helmholtz-Gemeinschaft spielt die Krebsforschung eine große Rolle. Allein in Deutschland erkranken jährlich rund 440.000 Menschen neu an Krebs und etwa die Hälfte stirbt an dieser schweren Erkrankung. Deshalb investieren wir jährlich 140 Millionen Euro in die Krebsforschung“, sagt Professor Dr. Jürgen Mlynek, Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft. „Gerade aus der Helmholtz-Grundlagenforschung sind entscheidende Erkenntnisse gekommen, die jetzt Leben retten können. Zum Beispiel wurde am GSI-Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung eine Tumortherapie mit Ionenstrahlen entwickelt, mit der nun im Heidelberger Ionenstrahl-Therapiezentrum Patienten mit großem Erfolg behandelt werden.“ Aus der Grundlagenforschung heraus kommt auch die Erkenntnis, dass Gebärmutterhalskrebs durch Infektion mit Humanpapillomviren ausgelöst werden kann. 2008 erhielt Prof. Dr. Harald zur Hausen (Deutsches Krebsforschungszentrum) für seine Arbeiten auf diesem Gebiet den Nobelpreis für Medizin. Inzwischen gibt es einen Impfstoff gegen Gebärmutterhalskrebs.

    Die Helmholtz-Krebsforschung findet in mehreren Zentren statt: Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg widmet sich fast auschließlich der Krebsforschung, aber auch das Max-Delbrück-Centrum in Berlin Buch hat hier einen großen Schwerpunkt. Weiter beschäftigen sich am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung und am Helmholtz Zentrum München große Arbeitsgruppen mit dem Thema Krebs. Um die Erkenntnisse aus dem Labor schneller in die medizinische Anwendung einfließen zu lassen, hat das DKFZ gemeinsam mit dem Universitätsklinikum in Heidelberg, der Thoraxklinik Heidelberg  und der Deutschen Krebshilfe das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen in Heidelberg gegründet.

    Außerdem bietet das Deutsche Krebsforschungszentrum seit über 20 Jahren mit seinem Krebsinformationsdienst KID wissenschaftlich geprüfte Informationen zum Thema Krebs für Betroffene, Angehörige und interessierte Bürger an. Von 8 bis 20 Uhr an sieben Tagen der Woche informieren die Mitarbeiter des KID kostenlos per Telefon oder Email und mit einem umfassenden Internetangebot.

    Diese Informationsangebote, einige der großen Erfolge bei der Entwicklung neuer Medikamente und Therapien sowie wichtige Ergebnisse aus der jüngsten Grundlagenforschung haben wir zum Weltkrebstag zusammen gestellt:

    www.helmholtz.de/weltkrebstag

    Quelle: Pressemitteilung der Helmholtz Gemeinschaft vom 02. Februar 2010

    Zu dem Thema empfehle ich Euch auch meine folgenden Artikel:

    03. Februar 2010 – Neue Medikamente gegen 31 Krebsarten bis 2013

    02. Februar 2010 – Krebs früh erkennen

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  • 02Feb

    Krebs zu erkennen, bereits kurz nachdem der Tumor sich gebildet hat, das soll eine neuartige Testmethode künftig ermöglichen. Sie erkennt charakteristische Stoffe im Blut, die mit einer bestimmten Tumorart einhergehen. Die ersten Entwicklungsschritte sind bereits getan.

    Je früher der Arzt einen Tumor erkennt, desto besser sind die Heilungschancen für den Patienten. Ein neues Testsystem soll künftig helfen, die Krankheit bereits im Anfangsstadium zu erkennen. Basis der Technologie ist ein Mikrofluidikchip: Auf ihm befinden sich winzige Kanäle, in denen eine Blutprobe des Patienten zirkuliert. Der Chip spürt Markerproteine auf, die für eine Krebserkrankung charakteristisch sind. Die gemessene Konzentration, in der sich solche Tumormarker im Blut des Patienten befinden, soll Ärzten helfen, Erkrankungen frühzeitig zu diagnostizieren. Ähnliche Testsysteme gibt es, diese messen jedoch nicht allzu genau und benötigen eine größere Anzahl an Molekülen im Blut, um Tumormarker nachzuweisen. Zudem müssen die Tests im Labor durchgeführt werden, was zeit- und kostenintensiv ist. Ein vom Bundesministerium für Bildung und Forschung BMBF gefördertes Verbundprojekt, koordiniert vom Fraunhofer Institut für Angewandte Informationstechnik FIT, soll hier Abhilfe schaffen. Das Herzstück des neuen Sensors – biofunktionalisierte Nanopartikel – entwickeln Forscher am Fraunhofer-Institut für Silicatforschung ISC. »Wir haben die Nachweisgrenze gegenüber dem Stand der Technik um einen Faktor hundert verbessert«, sagt Dr. Jörn Probst, Geschäftsfeldleiter am ISC. »Brauchte man zum Nachweisen von Tumormarkern in einer bestimmten Blutmenge bisher hundert Moleküle, so reicht uns eines. Auf diese Weise lassen sich Krankheiten viel früher erkennen, als das mit bisherigen Methoden möglich ist.«

    Doch wie registriert der im Chip integrierte Biosensor die wenigen im Blut umherschwimmenden Biomoleküle, die für eine bestimmte Krankheit charakteristisch sind? »Auf der Sensorelektrode haben wir antikörperbesetzte Nanopartikel fixiert, die die gesuchten Proteine gezielt herausfischen. Dazu pumpen wir das Blut immer wieder an der Elektrodenoberfläche vorbei. Ähnlich wie bei einem Fluss ist die Strömung in der Kanalmitte am größten, am Ufer ist das Wasser langsamer. Daher haben wir eine Art Angel aus Nanopartikeln gebaut, die die Antikörper in der Mitte des Blutstroms registriert, wo die meisten Proteine pro Zeiteinheit vorbeischwimmen.« Hat ein Antikörper das passende Protein, einen Tumormarker, gefangen, verschiebt sich die elektrische Ladungsverteilung. Dies erkennt die Elektrode.

    Die Forschergruppen entwickeln jetzt einen Demonstrator, der vier Biosensoren vereint, die auf einzelne Moleküle reagieren. Zudem arbeiten die Experten daran, mehrere Tumormarker gleichzeitig nachzuweisen. In einigen Jahren wird das System auf den Markt kommen.

    Quelle: Presseinformation der Fraunhofer-Gesellschaft vom 01. Februar 2010

    Foto: © Fraunhofer ISC/Ingo Peters

    Zu dem Thema empfehle ich Euch auch die folgenden Artikel:

    03. Februar 2010 – Neue Medikamente gegen 31 Krebsarten bis 2013

    03. Februar 2010 -  Zum Weltkrebstag: Forschung gegen Krebs

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