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  • 25Feb

    Deutsche Krebshilfe unterstützt Nutzen-Risiko-Abwägung

    Berlin (ek) - Im Rahmen des Deutschen Krebskongresses informierte die Deutsche Krebshilfe heute, am 25. Februar 2010, über ihre bundesweite Informationsoffensive zum Thema Krebs-Früherkennung. "Unsere umfassenden und allgemeinverständlichen Ratgeber über den Nutzen und mögliche Risiken von Früherkennungsverfahren unterstützen die Menschen dabei, sich für oder gegen diese Untersuchungen zu entscheiden", betonte Gerd Nettekoven, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krebshilfe. "Für viele Tumorerkrankungen gilt nach wie vor der Leitsatz "Früh erkannt – heilbar". Daher ist eine informierte Entscheidung besonders wichtig."

    In Deutschland erkranken jedes Jahr etwa 450.000 Menschen neu an Krebs,  210.000 Menschen sterben daran. Die gesetzlichen Krebs-Früherkennungsunter¬suchungen haben das Ziel, Tumoren in möglichst frühen Entwicklungsstadien aufzuspüren. Denn früh erkannt sind insbesondere Brust-, Darm-, Haut- und Gebärmutterhalskrebs sowie verschiedene Formen des Prostatakrebs zumeist gut heilbar. Frühe Krebsstadien lassen sich außerdem schonender behandeln als Stadien, in denen bereits Tochtergeschwülste entstanden sind.

    Früherkennungsuntersuchungen werden aber auch kritisch eingeschätzt, denn sie können Nachteile oder Risiken haben. So ist es beispielsweise möglich, dass eine Krebserkrankung übersehen wird ("falsch-negatives Ergebnis") oder dass aufgrund der Untersuchungsbefunde ein Krebsverdacht geäußert wird, der sich dann bei weiterer diagnostischer Abklärung als unbegründet herausstellt ("falsch-positives Ergebnis").

    "Deutschland verfügt seit über dreißig Jahren über ein gesetzliches Krebs-Früherkennungsangebot. Allen Interessierten empfehlen wir, sich ausführlich über die Untersuchungen zu informieren und individuell günstige sowie möglicherweise schädliche Auswirkungen gegeneinander abzuwägen", so Dr. Leonhard Hansen, Vorsitzender des Fachausschusses "Krebs-Früherkennung" der Deutschen Krebshilfe. Auf der Grundlage einer umfassenden Bewertung internationaler wissenschaftlicher Studien haben die Experten der Deutschen Krebshilfe für jede der gesetzlichen Krebs-Früherkennungsuntersuchungen Empfehlungen erarbeitet.

    Im Falle der Tastuntersuchung auf Brustkrebs sowie der digital-rektalen Tastuntersuchung auf Prostatakrebs kommen sie beispielsweise zu dem Schluss, dass diese Methoden alleine nicht in der Lage sind, die Sterblichkeit an Brust- beziehungsweise Prostatakrebs zu senken. Für den so genannten PSA-Test, eine Blutuntersuchung zur Erkennung von Prostatakarzinomen, ist das Verhältnis von Nutzen und Schaden bislang nicht ausreichend bekannt. "Lassen Sie sich von Ihrem Arzt beraten und treffen Sie eine individuelle Entscheidung für oder gegen die Teilnahme an einer Früherkennungsuntersuchung", so Professor Dr. Jürgen Windeler vom Medizinischen Dienst der Krankenkassen. Die kostenlosen Flyer der Deutschen Krebshilfe zum Thema Krebs-Früherkennung können dabei helfen, dem Arzt die richtigen Fragen zu stellen und die medizinischen Informationen besser einzuordnen.

    "Viele Menschen schätzen die Wirkung von Früherkennungsuntersuchungen zu hoch ein und nehmen fälschlicherweise an, dass sie durch die Teilnahme an der Früherkennung von einer Krebskrankheit verschont bleiben könnten", fasste Dr. Markus Feufel vom Max-Planck-Institut für Bildungsforschung eine aktuelle Studie des Berliner Institutes zusammen. Auch hier gilt es, eine realistische Einschätzung zu vermitteln: "Die beste Möglichkeit, einer Krebserkrankung aktiv vorzubeugen, ist eine gesunde Lebensweise. Dazu gehören insbesondere das Nichtrauchen, regelmäßige körperliche Bewegung, gesunde Ernährung, maßvoller Alkoholkonsum, ein umsichtiges Verhalten in der Sonne sowie ein Verzicht auf die Nutzung von Solarien", betonte Nettekoven.

    Die neuen Früherkennungsfaltblätter für Brust-, Darm-, Gebärmutterhals-, Haut- und Prostatakrebs sowie weitere Informationsmaterialien können bei der Deutschen Krebshilfe e.V., Postfach 1467, 53004 Bonn, kostenlos bestellt oder im Internet unter www.krebshilfe.de heruntergeladen werden.

    Info-Kasten: Gesetzliche Krebs-Früherkennung

    Das gesetzliche Krebs-Früherkennungsprogramm bietet allen  Versicherten folgende Untersuchungen an:
    Frauen
    Ab 20 Jahren: jährliche Untersuchung der inneren und äußeren Geschlechtsorgane. Ab 30 Jahren: zusätzliche Tastuntersuchung der Brust. Ab 50 Jahren bis zur Vollendung des 70. Lebensjahres: alle zwei Jahre Anspruch auf die Teilnahme am qualitätsgesicherten Mammographie-Screening.
    Männer
    Ab 45 Jahren: Tastuntersuchung der Prostata sowie Inspektion des äußeren Genitales.
    Frauen und Männer
    Ab 35 Jahren:  alle zwei Jahre Teilnahme am Hautkrebs-Screening.
    Von 50 und 55 Jahren: einmal jährlich ein Stuhl-Blut-Test.  Ab 55 Jahren: eine kostenlose Darmspiegelung, die nach zehn Jahren wiederholt wird.

    Quelle: Pressemitteilung der Deutschen Krebshilfe e. V. vom 25. Februar 2010

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  • 24Feb

    29. Deutscher Krebskongress: Verbesserte Überlebensaussichten und steigende Neuerkrankung erfordern Schulterschluss der Gesellschaft

    Berlin. Seit 1990 ist die Zahl der jährlichen Krebsneuerkrankungen um fast 30% angestiegen (Männer: +45%, Frauen +14%), so dass inzwischen jährlich 450.000 Menschen neu an Krebs in Deutschland erkranken. Dies teilt das Robert-Koch-Institut zum Auftakt des 29. Deutschen Krebskongresses in einer aktuellen Schätzung mit. Der Grund für die Zunahme läge vor allem in der demographischen Entwicklung mit immer mehr älteren Menschen. So sei gegenüber dem Jahr 2006 für das Jahr 2010 alleine aufgrund demografischer Einflüsse von einer Zunahme um 17.000 jährliche Neuerkrankungen bei den Männern und 6.400 bei den Frauen auszugehen.

    "Noch deutlicher angestiegen ist im gleichen Zeitraum aufgrund der verbesserten Überlebensaussichten für viele Krebserkrankungen die Zahl der Menschen, die mit einer Krebserkrankung leben (Prävalenz), hier hat sich die Zahl der betroffenen Männer seit 1990 etwa verdoppelt, bei den Frauen betrug der Anstieg etwa 40%", so Dr. Klaus Kraywinkel, kommissarischer Leiter des Zentrums für Krebsregisterdaten, Robert Koch-Institut, Berlin. Diese Zahlen seien von hoher gesundheitspolitsicher Relevanz, da sie die Belastung der Gesellschaft und des Gesundheitssystems durch Krebserkrankungen verdeutlichten.

    "Diese Entwicklung überrascht uns nicht, und wir haben bereits im Rahmen des Nationalen Krebsplans seit 2008 den Schulterschluss in der Gesellschaft eingefordert", erklärt Prof. Werner Hohenberger. Der von der Deutschen Krebsgesellschaft, der Bundesregierung, der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Tumorzentren und der Deutschen Krebshilfe initiierte Nationale Krebsplan soll den Kampf gegen die Volkskrankheit Krebs besser strukturieren. "Unser Ziel ist eine flächendeckend bessere Versorgung von an Krebs erkrankten Menschen, die Innovationen der Medizin auch auf lange Sicht sichern soll", so Hohenberger. Wichtige Säulen bilden dabei die über 500 bereits von der Krebsgesellschaft zertifizierten Organkrebszentren. Hier würden durch fachübergreifende Zusammenarbeit und effizienten Einsatz der zur Verfügung stehenden Mittel schon jetzt deutliche Behandlungsvorteile erzielt.

    "Neben den strukturellen Verbesserungen hat in den letzten Jahren vor allem die personalisierte bzw, individualisierte Therapie beigetragen", weiß Prof. Wolff Schmiegel, Kongresspräsident des 29. Deutschen Krebskongresses. "Zum Beispiel berichten die gastroenterologischen Onkologen, dass durch eine intensive Kombinationstherapie von Chemotherapie und monoklonalen Antikörpern ein signifikanter Anteil an Patienten mit metastasiertem Dickdarmkrebs, die zuvor als nicht resektabel galten, eine so deutliche Verkleinerung ihres Tumors erfahren, dass sie nach Therapieeiner operativen Metastasenentfernung zugeführt werden können. Eine vollständige Entfernung aller Metastasen kann für den Patienten die Heilung von der Erkrankung bedeuten", verweist Schmiegel nur auf einen Fortschritt der letzten Jahre. Der Brustkrebs sei dank intensiver Forschung auf dem besten Weg, eine heilbare Erkrankung zu werden. "Wesentliche Grundlagen für diesen Erfolg sind aktuelle Verbesserung der Früherkennung, Verbesserung der medikamentösen adjuvanten Therapie, Verbesserung der Behandlungsstrukturen sowie die Standardisierung der Behandlung", erklärt Kongresspräsident Schmiegel, der den Kongress in diesem Jahr unter das Motto "Strukturen verändern - Heilung verbessern" gestellt hat.

    Quelle: Pressemitteilung der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) vom 23. Februar 2010

    Zu dem Thema empfehle ich Euch auch meine folgenden Artikel:

    24. Februar 2010 – Gemeinsam Strukturen und Wege der Krebsmedizin verbessern

    23. Februar 2010 - Umfassende Darstellung des Krebsgeschehens in Deutschland

    Das Bundesministerium für Gesundheit hat auf seinen Internetseiten den Nationalen Krebsplan (Stand: Februar 2010) sowie allgemeine Informationen zum Krebsplan, den derzeitigen Stand in den einzelnen Handlungsfeldern und verabschiedete Zielpapiere bereitgestellt. Diese Informationen erhaltet Ihr über den folgenden Link beim Bundesministerium für Gesundheit:

    http://www.bmg.bund.de/SharedDocs/Standardartikel/DE/AZ/N/Glossarbegriff-Nationaler-Krebsplan.html

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  • 10Feb

    Viele Krebspatienten klagen nach einer Chemotherapie über Einschränkungen ihrer geistigen Fähigkeiten, vor allem über Konzentrations- oder Gedächtnisprobleme. Mittlerweile wurden solche Beeinträchtigungen auch objektiv nachgewiesen: Sie sind eher mild und treten nur bei einem Teil der Patienten auf. Allerdings zeigte sich immer wieder, dass der subjektive Eindruck kognitiver Störungen nichts mit objektiv nachweisbaren Defiziten zu tun hat: Die Patienten, die über “Chemobrain” klagen, schneiden in Gedächtnis- und Konzentrationstests weder besser noch schlechter ab als andere Patienten.

    In einer groß angelegten Untersuchung mit über 100 Brustkrebspatientinnen wurde diese Diskrepanz jetzt unter die Lupe genommen. Ein Forscherteam um Dr. Kerstin Hermelink von der Frauenklinik der Universität München berücksichtigte viele Einflussfaktoren, die einen Zusammenhang zwischen subjektiv empfundenen und objektiv nachweisbaren kognitiven Störungen überdecken könnten. Sie untersuchten auch, ob sich nachweisbare Veränderungen der geistigen Leistungsfähigkeit in subjektiven Einschätzungen widerspiegeln. Das Ergebnis blieb das gleiche: kein Zusammenhang. Patientinnen, die von Beeinträchtigungen ihrer geistigen Fähigkeiten berichteten, litten aber vermehrt unter Depressivität und neigten allgemein zu negativen Gefühlen. “Die subtilen kognitiven Einschränkungen, die sich durch Tests nachweisen lassen, werden offenbar von den Betroffenen im Allgemeinen überhaupt nicht bemerkt”, erklärt Studienleiterin Hermelink. Der subjektive Eindruck von “Chemobrain” dagegen beruht meistens auf pessimistischen Selbsteinschätzungen, die vor allem bei depressiven Patientinnen häufig sind.” (Psycho-Oncology online, 5. Februar 2010)

    Immer mehr Menschen überleben eine Krebserkrankung – nach einer Zeit intensiver, oft sehr belastender Therapie werden sie wieder in ihren Alltag entlassen. Die Erwartungen der Betroffenen und ihrer Umgebung sind nun oft groß: Die Leistungsfähigkeit soll schnell wieder hergestellt sein, die Rollen in Beruf und Familie endlich wieder ausgefüllt werden. Das aber gelingt vielen Patienten auch dann nicht, wenn es ihnen körperlich längst wieder gut geht. Sie stellen fest, dass sie vergesslich und zerstreut sind, für alles länger brauchen als früher und schon bei kleinen Problemen aufgeben müssen, dass ihnen merkwürdige Verwechslungen, Irrtümer und Fehler aller Art passieren – ihre geistigen Fähigkeiten scheinen nicht mehr dieselben zu sein wie vor der Erkrankung. Die meisten Betroffenen machen dafür die Chemotherapie verantwortlich und sprechen von “Chemobrain”.
    Wissenschaftler bestätigen den Eindruck der Patienten: Eher milde Einschränkungen geistiger Funktionen wie Gedächtnis, Konzentration und Denken lassen sich bei einem Teil der Krebspatienten tatsächlich nachweisen – allerdings finden sich subjektive empfundene und objektiv nachweisbare Störungen der geistigen Fähigkeiten nicht bei denselben Patienten. Diese merkwürdige Beobachtung wurde in sehr vielen Studien an Patienten mit unterschiedlichen Krebserkrankungen und Behandlungen immer wieder gemacht – und meistens “wegerklärt”: Die verwendeten Tests seien nicht genau genug und zu wenig alltagsnah, um die Beschwerden der Patienten auch erfassen zu können. Allerdings wurden mit den Tests ja tatsächlich Störungen geistiger Funktionen gefunden, nur eben bei den “falschen” Patienten, nämlich überwiegend bei denjenigen, die gar nicht darüber klagten.

    Ein Forscherteam um Dr. Kerstin Hermelink von der Frauenklinik der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München und Professor Karin Münzel vom Lehrstuhl Neuropsychologe hat die Diskrepanz zwischen objektiven und subjektiven Störungen geistiger Funktionen jetzt eingehend untersucht. Die Wissenschaftlerinnen vermuteten, dass der Zusammenhang zwischen wahrgenommenen und nachweisbaren Einschränkungen geistiger Funktionen durch den Einfluss anderer Faktoren, sogenannter Confounder, verdeckt sein könnte. In ihrer Längschnittstudie COGITO – kurz für “Cognitive Impairment in Therapy of Breast Cancer” – an der über 100 Brustkrebspatientinnen aus fünf bayerischen Kliniken und hämato-onkologischen Praxen mitwirkten, berücksichtigten sie den Einfluss von Depressivität und der Neigung zu negativen Gefühlen wie Schuld- und Schamgefühlen oder Ärger, sowie einer Reihe anderer Faktoren wie zum Beispiel der Intensität der Chemotherapie.

    Trotzdem zeigte sich keinerlei Zusammenhang zwischen objektiven und subjektiven Störungen geistiger Funktionen. Patientinnen, die von Beeinträchtigungen ihrer geistigen Leistungsfähigkeit berichteten, neigten schon vor Beginn der Krebstherapie eher zu negativen Gefühlen und waren depressiver als andere Patientinnen, aber ihre Testergebnisse unterschieden sich nicht von denen der Frauen, die keine Beeinträchtigungen bei sich festgestellt hatten. Auch die Intensität der Chemotherapie beeinflusste den subjektiven Eindruck kognitiver Beeinträchtigung, während sie für die Testergebnisse keine Rolle spielte. Veränderungen der Testergebnisse von Untersuchung zu Untersuchung spiegelten sich nicht in Veränderungen der subjektiven Einschätzung wieder.

    Hermelink schließt daraus, dass Depressivität, die Neigung zu negativen Gefühlen und eine sehr toxische Chemotherapie mit vielen Nebenwirkungen zu pessimistischen Einschätzungen der eigenen geistigen Leistungsfähigkeit führen – ganz unabhängig davon, ob nachweisbare Störungen aufgetreten sind oder nicht. Die nachweisbaren Einschränkungen geistiger Funktionen dagegen sind mild und werden von den Betroffenen im Allgemeinen nicht bemerkt. “Diese Ergebnisse zeigen, dass die meisten Studien zum Thema Chemobrain gar nicht das nachgewiesen haben, worüber die Patienten klagen”, sagt Hermelink.

    Auch wenn Beschwerden über einen Verlust geistiger Leistungsfähigkeit nach einer Chemotherapie meistens nicht auf nachweisbaren Schädigungen beruhen, sollten sie dennoch unbedingt ernst genommen werden, betont Hermelink. “Natürlich können subjektive und objektive Einschränkungen geistiger Funktionen bei individuellen Patienten gemeinsam auftreten, auch wenn kein genereller Zusammenhang besteht. Und subjektive Einschränkungen der geistigen Fähigkeiten stellen für ohnehin schon sehr belastete Patienten eine weitere Belastung dar und sollten deshalb behandelt werden. Allerdings hilft es niemandem, das Problem zu simplifizieren und hinter Beschwerden von Krebspatienten über Gedächtnis- und Konzentrationsprobleme grundsätzlich Schädigungen durch die Chemotherapie anzunehmen. Im Gegenteil – das kann Erwartungen und Ängste wecken, die den subjektiven Eindruck von Chemobrain eher noch fördern.” (CA/suwe)

    Publikation:

    “Two different sides of ‘chemobrain’: determinants and nondeterminants of self-perceived cognitive dysfunction in a prospective, randomized, multicenter study”; Kerstin Hermelink, Helmut Küchenhoff, Michael Untch, Ingo Bauerfeind, Michael Patrick Lux, Markus Bühner, Juliane Manitz, Veronika Fensterer, Karin Münzel; Psycho-Oncology online, 5. Februar 2010, DOI: 10.1002/pon.1695

    Quelle: Pressemitteilung der Ludwig-Maximilians-Universität München vom 10. Fe bruar 2010, veröffentlicht beim Informationsdienst Wissenschaft – www.idw-online.de

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  • 20Jan

    Deutsche Hypothekenbank verleiht Johann-Georg-Zimmermann-Preis und -Medaille am 20. Januar / Brust- und Darmkrebsforschung stehen im Vordergrund

    Eine der höchsten Auszeichnungen für Verdienste in der Krebsforschung in Deutschland wird heute im Foyer der Deutschen Hypothekenbank verliehen: Der mit 10.000 Euro dotierte Johann-Georg-Zimmermann-Forschungspreis 2009/2010 geht an PD Dr. Florian Richard Greten, Klinikum rechts der Isar, Technische Universität München. Dr. Greten erforscht die molekularen Ursachen für die Verknüpfung von chronischer Entzündung und Krebs am Beispiel des Dickdarmkrebses. “Dr. Florian Greten gehört zu den besten Nachwuchsforschern in der Krebsforschung. Seine Untersuchungen eröffnen neue Möglichkeiten für die Entwicklung neuer, zielgerichteter Therapien des Kolonkarzinoms”, betont Professor Dr. Michael Manns, Vorsitzender des Kuratoriums des Johann-Georg-Zimmermann-Vereins und Leiter des Zentrums Innere Medizin der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH).

    Johann-Georg-Zimmermann-Preis 2009/2010
    Molekulare Ursachenforschung: Chronische Entzündungen und Krebs

    Chronische Entzündungen sind ein Risikofaktor für die Entstehung von Karzinomen, deshalb haben Patienten mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen ein erhöhtes Risiko für die Entstehung von Kolonkarzinomen. PD Dr. Florian Richard Greten, Leiter einer Emmy-Noether-Nachwuchsgruppe, und sein Team erforschen seit vielen Jahren die molekularen Mechanismen dieser Erkrankung. “Wir fanden Hinweise darauf, dass Makrophagen eine entscheidende Bedeutung während der entzündungs-assoziierten Kolonkarzinogenese zukommt, und konnten zeigen, welche intrazellulären Signalwege sowohl in Makrophagen als auch in Tumorzellen für das Fortschreiten der Tumorentstehung verantwortlich sind”, erklärt Dr. Greten. Diese Arbeiten erweitern einerseits das molekulare Verständnis für die Entstehung von Kolonkarzinomen und stellen andererseits die Grundlage für die Entwicklung neuer Präventionsstrategien sowie zielgerichteter Therapien des Kolonkarzinoms dar.

    Johann-Georg-Zimmermann-Medaille 2009/2010 Therapeutische Maßarbeit in der Brustkrebsbehandlung

    Die Johann-Georg-Zimmermann-Medaille erhält Professor Dr. Rolf Kreienberg, Ärztlicher Direktor der Universitätsfrauenklinik Ulm. “Professor Kreienberg gehört zu den herausragenden Frauenärzten in Deutschland, der sich insbesondere um die Standardisierung von Diagnose und Behandlung des Brustkrebses sowie als Präsident der Deutschen Krebsgesellschaft verdient gemacht hat”, sagt Professor Manns. Die Preise werden überreicht von Jürgen Morr, Mitglied des Vorstandes der Deutschen Hypothekenbank (Actien-Gesellschaft), und Professor Dr. Dieter Bitter-Suermann, Präsident der MHH.

    Die Auszeichnung wurde 1972 von der Deutschen Hypothekenbank gestiftet und zählt zu den ältesten und bestdotierten in Deutschland. Bislang ist eine Vielzahl deutscher und internationaler Forscher geehrt worden. Mit der Johann-Georg-Zimmermann-Medaille 2006/2007 wurde etwa der Nobelpreisträger für Medizin, Professor Dr. Harald zur Hausen, ausgezeichnet.

    Professor Dr. Rolf Kreienberg (63) wird für seine Verdienste um eine optimierte Vorsorge und Therapie bei Brustkrebserkrankungen mit der Johann-Georg-Zimmermann-Medaille 2009/2010 ausgezeichnet. Allein in Deutschland erkranken jedes Jahr 57.000 Frauen an Brustkrebs. Die durchschnittliche Überlebenswahrscheinlichkeit liegt bei über 81 Prozent, damit gehört der Brustkrebs zu den zunehmend heilbaren Krebserkrankungen. In den vergangenen Jahren wurden in der Brustkrebsfrüherkennung wie auch in der Diagnostik, Therapie und Nachsorge hochwertige Leitlinien erstellt, die in mehr als 190 zertifizierten Brustzentren umgesetzt werden. Sie garantieren nicht nur die Einhaltung der Behandlungsstandards, sie haben zudem durch die hohe Anzahl an Behandlungsfällen eine größere Expertise. Professor Dr. Kreienberg hat als Präsident der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG)und Ärztlicher Direktor der Universitätsfrauenklinik Ulm entscheidend zu dieser Entwicklung beigetragen. Unter seiner Leitung wurde auch das Studiennetzwerk BRENDA etabliert (Breast Cancer Care under Evidence based Guidelines), ein Netzwerk aus 16 regionalen zertifizierten Brustzentren, das über Jahre die Brustkrebstherapien von über 7000 Patientinnen ausgewertet hat. Die bislang wichtigste Erkenntnis zeigt, dass bereits jeweils fünf erkannte Abweichungen von den zur Zeit geltenden Leitlinien die Überlebensrate der Frauen um bis zu 40 Prozent verringern. “Die Überlebenswahrscheinlichkeit stieg mit der Zunahme der Einhaltung der Behandlungsstandards” betont Professor Kreienberg, “alle Frauen sollten deshalb nach Leitlinien behandelt werden.” Um der Frage nachzugehen, wie die Abweichungen in den Behandlungsstandards entstehen, wird das Studiennetzwerk weitergeführt – mit BRENDA II. Trotz aller Erfolge sieht Professor Kreienberg noch offene Fragen: die vollständige Erfassung der Erkrankung in den Krebsregistern der einzelnen Bundesländern ist noch nicht erreicht und auch das Mammographie-Screening muss noch mehr von den Frauen angenommen werden.

    Quelle: Pressemitteilung der Medizinischen Hochschule Hannover vom 20. Januar 2010

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  • 11Jan

    Bei einer bösartigen Krebserkrankung des Immunsystems haben Forscher einen möglichen neuen Therapieansatz gefunden. Darüber berichten sie im Wissenschaftsmagazin "Nature".

    Krebserkrankungen des Immunsystems, die so genannten Lymphome, gehen von weißen Blutkörperchen aus. Entartete B-Zellen zum Beispiel verursachen das "diffuse großzellige B-Zell-Lymphom", das ohne Behandlung sehr aggressiv verläuft. In Deutschland tritt es pro Jahr bei rund 3.000 Menschen auf. Die Patienten berichten üblicherweise über Fieber, Nachtschweiß und Gewichtsverlust. Häufig sind sie blass und müde, hinzu kommen Schwellungen der Lymphknoten.

    25 Prozent der Patienten sterben

    "Mit einer kombinierten Immun- und Chemotherapie gelingt es, diese Lymphomerkrankung bei etwa 75 Prozent der Patienten langfristig in Schach zu halten oder sogar zu heilen", sagt Professor Andreas Rosenwald, Pathologe an der Universität Würzburg. Warum allerdings etwa 25 Prozent der Patienten an dieser Krebserkrankung sterben, sei derzeit noch nicht vollständig erforscht.

    Chronisch stimuliertes Protein nachgewiesen

    Ein internationales Forschungskonsortium, dem auch Rosenwalds Team angehört, hat in den vergangenen Jahren beim diffusen großzelligen B-Zell-Lymphom zwei wesentliche Untergruppen definiert, die sich biologisch und klinisch unterscheiden.

    Jetzt haben die Forscher nachgewiesen: In einer dieser Untergruppen ist ein für B-Zellen spezifisches Protein, der so genannte B-Zell-Rezeptor, chronisch stimuliert. Das fördert offenbar das Wachstum des Tumors. "Der biologische Mechanismus, der zur ständigen Stimulation des Rezeptors führt, war bislang unbekannt. Er wird in unserer Publikation in Nature erstmals überhaupt beschrieben", so Rosenwald.

    Möglicher Ansatzpunkt für neue Therapie

    Diese neue Erkenntnis lässt sich in der Zukunft eventuell für die Therapie nutzen. Denkbar ist zum Beispiel eine medikamentöse Behandlung mit so genannten Kinaseblockern, welche die außer Kontrolle geratene Stimulation dämpfen könnten. Doch diese Möglichkeit muss in den kommenden Jahren erst durch klinische Studien überprüft werden.

    Geprüft werden muss auch eine weitere Vermutung: Es gibt Hinweise darauf, dass der chronisch stimulierte B-Zell-Rezeptor zumindest für einen Teil der Fälle verantwortlich sein könnte, bei denen die Lymphom-Patienten trotz Behandlung sterben.

    Acht Partner im Konsortium

    Dem internationalen Konsortium, das die Publikation in Nature vorgelegt hat, gehören acht Institutionen aus den USA, Deutschland, Kanada, Norwegen und Spanien an. Von deutscher Seite sind die Würzburger Professoren Andreas Rosenwald, Hans Konrad Müller-Hermelink und German Ott beteiligt. Professor Rosenwald ist seit September 2009 Vorstand des Pathologischen Instituts der Universität Würzburg.

    In hochrangigen Journalen publiziert

    "Seit dem Jahr 2000 arbeitet das Konsortium eng und sehr produktiv zusammen. Wir haben bislang circa 50 Publikationen gemeinsam veröffentlicht, gleich mehrere davon in hochrangigen Journalen wie Nature, Science und dem New England Journal of Medicine", sagt Professor Rosenwald. Nur die intensive internationale Zusammenarbeit von Molekularbiologen, Genomforschern, Hämatologen und Pathologen habe den Untersuchungen Erfolg beschert - eine einzelne Institution wäre damit überfordert gewesen.

    Mit seinen langjährigen interdisziplinären und international anerkannten Arbeiten hat sich das Konsortium um den mit 50.000 Dollar dotierten Team Science Award beworben, einen renommierten Wissenschaftspreis, den die US-amerikanische Krebsforschungsgesellschaft jährlich vergibt. Die Chancen, den Preis zu bekommen, schätzen die Wissenschaftler als gut ein.

    Lymphome – ein Würzburger Spezialgebiet

    Für die aktuelle Publikation in Nature hat Rosenwalds Team mitgeholfen, die Lymphomzellen der untersuchten Fälle pathologisch und genetisch genauer zu charakterisieren. Lymphome sind ein Spezialgebiet der Würzburger Forscher; das hiesige Pathologische Institut ist eines von bundesweit sechs Referenzzentren für Lymphknotenpathologie.

    "Chronic Active B Cell Receptor Signaling in Diffuse Large B Cell Lymphoma", R. Eric Davis, Vu N. Ngo, Georg Lenz, Pavel Tolar, Ryan Young, Paul B. Romesser, Holger Kohlhammer, Laurence Lamy, Hong Zhao, Yandan Yang, Weihong Xu, Arthur L. Shaffer, George Wright, Wenming Xiao, John Powell, Jian-kang Jiang, Craig J. Thomas, Andreas Rosenwald, German Ott, Hans Konrad Muller-Hermelink, Randy D. Gascoyne, Joseph M. Connors, Lisa M. Rimsza, Elias Campo, Elaine S. Jaffe, Jan Delabie, Erlend B. Smeland, Richard I. Fisher, Rita M. Braziel, Raymond R. Tubbs, J. R. Cook, Denny D. Weisenburger, Wing C. Chan, Susan K. Pierce und Louis M. Staudt. Nature 463, 7. Januar 2010, Seiten 88-92, doi:10.1038/nature08638

    Quelle: Pressemitteilung der Julius-Maximilians-Universität Würzburg vom 07. Januar 2010

    Bild: Pathologisches Institut, Universität Würzburg

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  • 04Jan

    Bei Personen, die sich innerhalb der letzten zehn Jahre einer Darmspiegelung unterzogen haben, finden sich viel seltener fortgeschrittene Vorstufen von Darmkrebs. Insbesondere im linken Bereich des Darms ist das Risiko für Darmkrebs und seine Vorstufen drastisch vermindert, wie Wissenschaftler aus dem Deutschen Krebsforschungszentrum ermittelten. Die Ergebnisse unterstreichen das große Potenzial der Darmspiegelung für die Verhütung von Darmkrebs.

    Was bringt die Teilnahme an einer Darmspiegelung? Lässt sich die Anzahl der gefährlichen fortgeschrittenen Krebsvorstufen reduzieren? Gilt dies gleichermaßen für alle anatomischen Bereiche des Dickdarms? Daten dazu lagen bisher allein aus klinischen Studien vor. Wissenschaftler um Professor Hermann Brenner aus dem Deutschen Krebsforschungszentrum untersuchten diese Fragen nun erstmals an einem breiten Bevölkerungsquerschnitt. In die Studie waren rund 3300 Saarländer eingeschlossen, die an einer Darmspiegelung (Koloskopie) im Rahmen des gesetzlichen Programms zur Krebsfrüherkennung ("Screening") teilgenommen hatten. Alle Teilnehmer wurden befragt, ob sie sich innerhalb der letzten zehn Jahre vor der Screening-Koloskopie bereits einer Darmspiegelung unterzogen hatten.

    Die Forscher fanden bei Personen, die bereits eine vorangegangene Koloskopie hinter sich hatten, deutlich seltener fortgeschrittene Krebsvorstufen als bei Studienteilnehmern, die sich erstmalig einer Darmspiegelung unterzogen (6,1 % gegenüber 11,4 %). Um zu überprüfen, ob das verringerte Auftreten von Krebsvorstufen gleichermaßen für alle Darmabschnitte gilt, werteten die Forscher die Daten für einzelne anatomische Bereiche des Dickdarms getrennt aus. Dabei zeigte sich eine stark ausgeprägte Risikoreduktion im so genannten linken ("absteigenden") Teil des Darms, der direkt in den Enddarm übergeht und in dem Krebs am häufigsten auftritt. Hier entdeckte man bei Teilnehmern mit vorangegangener Koloskopie zwei Drittel weniger fortgeschrittene Krebsvorstufen als bei den Teilnehmern ohne vorangegangene Darmspiegelung.

    Die Ergebnisse unterstreichen somit das große Potenzial der Darmspiegelung für die Verhütung von Darmkrebs. Angesichts der besonders starken Risikoreduktion im linken Teil des Darms könnte neben der Koloskopie, der Spiegelung des gesamten Dickdarms, auch der "kleinen" Darmspiegelung, der so genannten Sigmoidoskopie, für die Krebsprävention eine große Bedeutung zukommen. Diese Untersuchung ist für die Teilnehmer mit wesentlich weniger Unannehmlichkeiten verbunden, da die aufwändige Reinigung des Darms am Vortag entfällt. Entsprechend leichter könnte es den Menschen fallen, sich zu einer Teilnahme zu entschließen. "Wir sollten daher auch in Deutschland in Erwägung ziehen, das gesetzliche Früherkennungsprogramm um die Sigmoidoskopie zu ergänzen", schlägt Hermann Brenner vor. "Ein solches Angebot würde wahrscheinlich auch von vielen Menschen angenommen, die eine Koloskopie nicht durchführen lassen wollen. So ließen sich noch deutlich mehr Krebsfälle vermeiden - das ist doch schließlich unser Ziel!"

    Quelle: Pressemitteilung 1 des Deutschen Krebsforschungszentrums (dkfz.) vom 04. Januar 2010

    Fotograf: Dr. Lutz Langbein, Deutsches Krebsforschungszentrum
    Legende: Gewebeschnitt eines Dickdarmkarzinoms. Die Zellkontaktstellen (Desmosomen) sind rot markiert.

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  • 03Jan

    “2010 ist wieder mit zahlreichen neuen Medikamenten zu rechnen, insbesondere zur Behandlung von Patienten mit Krebs, Herz- und Lungenkrankheiten, aber auch Infektionen, Osteoporose und gynäkologischen Erkrankungen.” Das prognostizierte Cornelia Yzer, Hauptgeschäftsführerin des vfa, des Verbands der forschenden Pharma-Unternehmen, heute mit Blick auf die laufenden und gerade abgeschlossenen Zulassungsverfahren für Medikamente.

    Unter anderem sollen 2010 die chronisch-obstruktive Lungenkrankheit sowie unterschiedliche Formen der Herzkrankheit Vorhofflimmern besser behandelbar werden. Zwei neue Antibiotika bekämpfen Bakterien, die gegen ältere Antibiotika resistent geworden sind.

    Rund 30 der kommenden Medikamente dürften auf neuen Wirkstoffen basieren; bei weiteren Präparaten werden bekannte Wirkstoffe durch eine neue Darreichungsform gegen eine weitere Krankheit einsetzbar – etwa gegen Lungenhochdruck oder die Frauenkrankheit Endometriose.

    Etwa ein Viertel der neuen Medikamente wird voraussichtlich der Behandlung seltener Erkrankungen dienen, etwa dem Blutplättchen-Mangel, durch den Patienten immer wieder an Blutungen leiden. “Damit setzen die Unternehmen den Trend der letzten Jahre fort, sich auch bei seltenen Krankheiten für bessere Behandlungsmöglichkeiten zu engagieren”, so Yzer abschließend.

    Quelle: Pressemitteilung (058/2010) des vfa. Die forschenden Pharma-Unternehmen vom 03.01.2010

    Der vfa ist der Verband der forschenden Pharma-Unternehmen in Deutschland. Er vertritt die Interessen von 44 weltweit führenden Herstellern und ihren über 100 Tochter- und Schwesterfirmen in der Gesundheits-, Forschungs- und Wirtschaftspolitik. Die Mitglieder des vfa repräsentieren rund zwei Drittel des gesamten deutschen Arzneimittelmarktes und beschäftigen in Deutschland rund 90.000 Mitarbeiter. Mehr als 17.000 davon arbeiten in Forschung und Entwicklung.

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  • 22Dez

    Bis zu 25 Prozent aller Krebspatienten entwickeln Metastasen im Gehirn - oft auch lange nach einer erfolgreichen Behandlung des Ursprungstumors. Dann aber ist die Prognose meist schlecht. Bislang war weitgehend unklar, welche Mechanismen Gehirnmetastasen entstehen lassen. Nun haben Forscher um den Mediziner Dr. Frank Winkler der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München in Echtzeit verfolgen können, welche Schritte zur Bildung dieser Tumoren zwingend erforderlich sind - und welche die Krebszellen in eine "Sackgasse" führen, so dass keine Metastasen entstehen. Zudem konnten die Wissenschaftler zeigen, dass das Krebsmedikament Avastin die für Tumoren essenzielle Neubildung von Gefäßen blockiert und so die Bildung von Metastasen verhindert. "Wir hoffen nun, dass unsere Ergebnisse helfen, bereits vorhandene Krebstherapien zu optimieren", sagt Dr. Frank Winkler, Leiter der Forschergruppe Neuroonkologie an der Neurologischen Klinik und Poliklinik der Universität München. "Die verbesserte Therapie von Krebserkrankungen hat zwar dazu geführt, dass die Betroffenen länger überleben. Doch dadurch entwickeln bedauerlicherweise auch mehr Patienten Metastasen im Gehirn."

    Wie diese Metastasen entstehen, war bislang weitgehend ungeklärt. In enger Zusammenarbeit mit Professor Jochen Herms vom Zentrum für Neuropathologie und Prionforschung der LMU und Forschern vom Max-Planck-Institut für Neurobiologie in Martinsried bei München ist es Winkler und seinen Mitarbeiterinnen Yvonne Kienast und Louisa von Baumgarten nun erstmals gelungen, das Schicksal einzelner Krebszellen über Wochen und Monate in Echtzeit zu verfolgen - bis hin zur Entwicklung großer Hirnmetastasen. Möglich war dies dank einer neuartigen Anwendung der sogenannten Zwei-Photonen-Mikroskopie. Diese erlaubt es, auch tiefer liegende Regionen des lebenden Gehirns bis in kleinste Einzelheiten sichtbar zu machen. "Wir konnten die Stadien der Metastasenbildung im Gehirn quasi live mitverfolgen", erläutert Yvonne Kienast.

    Zwei unterschiedliche Farbstoffe ließen die Blutgefäße grün, die - von den Forschern injizierten - Tumorzellen dagegen rot aufleuchten. Über einen Zeitraum von mehreren Wochen konnten die Wissenschaftler dann beobachten, dass für die Bildung einer Gehirnmetastase insgesamt vier Schritte notwendig sind. Als erstes müssen die Tumorzellen im Blut an einer Gabelung im Adergeflecht hängen bleiben. "Anders als bislang vermutet, genügt dieser Schritt aber nicht zur Metastasenbildung", berichtet Winkler. "Wir konnten sehen, dass die Zellen erst noch durch winzige Löcher in der Gefäßwand nach außen dringen müssen, um sich dann in einem dritten Schritt von außen an die Ader anzuheften." Dann können die Tumorzellen bereits Mikrometastasen aus vier bis 50 Zellen bilden.

    Doch erst ein vierter Schritt ist der eigentliche Startschuss für die Entwicklung einer klinisch relevanten Hirnmetastase: Dabei verschmelzen mehrere benachbarte Mikrometastasen und bilden neue Blutgefäße aus. Diese sogenannte Angiogenese liefert der Geschwulst alle nötigen Nährstoffe und erlaubt so ein schnelles und ungebremstes Tumorwachstum. Welche "Sackgassen" in der Entwicklung die Metastasenbildung verhindern, wurde im Versuch aber auch deutlich. "Dies geschieht etwa, wenn die Krebszellen nicht aus den Adern gelangen, wenn sie nicht von außen an die Gefäßwand anheften oder aber keine neuen Blutgefäße bilden können", so Winkler. Ohne Angiogenese starben selbst Krebszellen ab, die sich bereits an die Außenwand einer Ader angeheftet und zunächst stark vermehrt hatten.

    Wie Winkler und sein Team nachweisen konnten, ruhen viele Krebszellen, um sich erst nach relativ langer Zeit zu vermehren. "Das könnte erklären, warum Metastasen oftmals erst Jahre nach einer erfolgreichen Therapie entstehen", sagt der Mediziner. Aber auch in diesem Ruhezustand ist der direkte Kontakt zu einem Blutgefäß essenziell für das Überleben der Tumorzellen. All diese Ergebnisse sollen nun die Versorgung der Patienten verbessern. So konnten die Forscher bereits zeigen, dass das Krebsmedikament Avastin die Angiogenese blockiert, so dass Mikrometastasen dauerhaft in einem Schlummerzustand gehalten werden. "Wir wollen nun auch noch andere Krebsmedikamente in ihrer Wirkung testen", berichtet Winkler. "Zudem könnten dank dieser Einsichten aber auch neue Substanzen entwickelt werden, die eine Prävention oder bessere Behandlung von Metastasen ermöglichen." (ca/suwe)

    Publikation:

    "Real-time imaging reveals the single steps of brain metastasis formation";
    Yvonne Kienast, Louisa von Baumgarten, Martin Fuhrmann, Wolfgang E.F. Klinkert, Roland Goldbrunner, Jochen Herms und Frank Winkler;
    Nature Medicine online; 20. Dezember 2009;
    DOI: 10.1038/nm.2072

    Quelle: Pressemitteilung der Ludwig-Maximilians-Universität München vom 21. Dezember 2009

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  • 22Dez

    Leichter Sport – auch schon während der Chemotherapie – fördert körperliches und psychisches Wohlbefinden

    Körperliche Aktivität und Sport können nicht nur das Risiko, an bestimmten Krebsformen zu erkranken, vermindern, sondern ebenso das Wohlbefinden und Selbstvertrauen während einer Krebstherapie fördern. Gemeinsame Studien der Abteilung Sportmedizin an der Goethe-Universität und der Klinik für Onkologie und Hämatologie am Krankenhaus Nordwest belegen, dass Bewegung sowohl die unmittelbar tumorbedingten Symptome lindert, als auch Nebenwirkungen der Chemotherapie abschwächt. Doch viele Tumorpatienten und auch behandelnde Ärzte wissen über diese Programme nicht Bescheid, wie der Sportmediziner Prof. Winfried Banzer und die Onkologin Prof. Elke Jäger in der neuen Ausgabe von "Forschung Frankfurt" berichten.

    Beginnen sollte man mit Bewegungstherapien schon im Krankenhaus nach der Akutphase der Behandlung, denn dadurch lässt sich bei vielen Patienten die Abnahme der Leistungsfähigkeit mindern und ihr Krankenhausaufenthalt verkürzen. Mehr als 60 Prozent der Patientinnen und Patienten leiden unter multifaktorieller Erschöpftheit oder dem "Fatigue-Syndrom". Aktuelle Untersuchungen der Frankfurter Arbeitsgruppe "Sport und Krebs" belegen eindrucksvoll, dass leichtes körperliches Training den Verarbeitungsprozess von Nebenwirkungen der Chemotherapie schon nach vier Wochen günstig zu beeinflussen vermag. Auch die Ausdauerleistungsfähigkeit verbessert sich. Die Betroffenen berichten über eine Steigerung der Lebensqualität und können ihren Alltag leichter bewältigen. Nach drei Monaten lässt sich darüber hinaus eine verbesserte Anpassungsfähigkeit des Herz-Kreislauf-Systems nachweisen.

    Das moderate Ausdauer- und Krafttraining, das die Teilnehmer der Studie absolvieren, findet unter professioneller Anleitung statt. In enger Abstimmung entscheiden die Onkologin und der Sportmediziner zunächst, ob medizinische Gründe gegen das Training sprechen. Eine sportmedizinische Eingangsuntersuchung steckt dann den Rahmen für das individuelle Programm ab. Empfohlen werden in der Regel Trainingseinheiten von 30 Minuten an drei Tagen pro Woche. In den ersten 24 Stunden nach einer Chemotherapie sollte man sich, wenn überhaupt, nur leicht körperlich betätigen. Demgegenüber kann während einer Chemotherapie, die aus mehreren Zyklen besteht, an den behandlungsfreien Tagen trainiert werden. Das Training in einer Gruppe erhöht erfahrungsgemäß die Motivation, weil es sozialen Rückhalt und Anerkennung mit sich bringt.

    Langfristig aktiv zu bleiben ist wichtig, denn dadurch mindert sich auch das Risiko eines Rückfalls. Dennoch gibt es gerade bei längerfristig orientierten Programmen hohe Abbrecherquoten. Ersten Frankfurter Ergebnissen zufolge benötigen insbesondere Krebspatienten, die bereits bei der Eingangsuntersuchung unterdurchschnittliche Ausdauer zeigten, kontinuierliche Unterstützung. Für sie müssen spezielle Bewegungsprogramme mit niedriger Einstiegshürde und einer als wenig belastend empfundenen Aktivität konzipiert werden. Die an der Goethe-Universität entwickelte Bewegungs- und Sportberatung bietet deshalb zusätzlich zu den strukturierten Dauerangeboten auch zeitliche und räumliche Unabhängigkeit, verbunden mit einer individualisierten Übungs- und Trainingsplanung. Die Patienten empfinden die persönliche Betreuung als zusätzliche Motivationsstütze, körperlich aktiv zu bleiben. Drei Viertel der Teilnehmer berichten, dass sie auch nach Abschluss der persönlichen Betreuung ihr Trainingsprogramm beibehalten.

    Während in der Brustkrebsnachsorge bundesweit circa 800 Sportgruppen bestehen, fehlen adäquate Angebote für Patienten mit anderen Tumorarten oder in anderen Krankheitsstadien. Diese Lücke soll durch ein von der Wiesbadener Stiftung "Leben mit Krebs" gefördertes Projekt geschlossen werden. Die ersten Sportgruppen wurden bereits 2005 in der Onkologischen Klinik im Krankenhaus Nordwest gegründet. Seit Mai 2009 existiert in der Abteilung Sportmedizin der Goethe-Universität eine von Sporttherapeuten betreute Trainingsgruppe für Patientinnen und Patienten aller Krebsarten unabhängig von der jeweiligen Behandlungsphase. "Leider wissen die wenigsten Tumorpatienten über die nachweisbaren Effekte körperlicher Aktivität bei Krebs und entsprechende Bewegungsprogramme Bescheid", bedauert Prof. Winfried Banzer. Eine Befragung der Abteilung Sportmedizin von 317 Krebspatienten ergab, dass zwei Drittel sich mehr Informationen wünschten, insbesondere durch die behandelnden Ärzte. Auch die bestehenden Angebote seien bei einem Großteil der Patienten nicht bekannt gewesen. Zusätzlich zu einer besseren Aufklärung wünscht sich Prof. Banzer, dass die Versorgung mit Bewegungsangeboten flächendeckend ausgebaut wird.

    Quelle: Pressemitteilung der Goethe-Universität Frankfurt am Main vom 21. Dezember 2009, veröffentlicht beim Informationsdienst Wissenschaft www.idw-online.de

     

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  • 17Dez

    Die Novartis-Stiftung verleiht Dr. Katrien Busschots von der Universität Frankfurt am Main ein Graduierten-Stipendium für ihre Suche nach Tumor-Therapien.

    Trotz erster Erfolge in den vergangenen Jahren: Die Krebsmedizin – und vor allem die Patienten – warten auf neue spezifische und möglichst nebenwirkungsarme Medikamente, die das Wachstum von Tumoren hemmen und Krebs heilen können bzw. langfristig zumindest zu einer beherrschbaren Krankheit machen, wo keine Heilung möglich ist. Überall schauen sich Forscher deshalb die Proteine von jenen zellulären Signalwegen an, die Wachstum und Vermehrung von Zellen – und deren bösartige Entgleisung – steuern. Dr. Katrien Busschots von der Universität Frankfurt am Man beispielsweise erforscht bestimmte Enzyme der so genannten AGC-Proteinkinasen-Familie – und hat zusammen mit ihren Kollegen einen Wirkstoff entdeckt, der langfristig vielleicht zu einem neuen Krebsmedikament erwachsen könnte. Nun unterstützt die Nürnberger Novartis-Stiftung für therapeutische Forschung die Arbeit der jungen Forscherin mit einem Graduierten-Stipendium, das anlässlich des Dies academicus der medizinischen Fakultät der Universität Frankfurt am Main von Dr. Andreas Kreiß, Geschäftsführer der Novartis Stiftung, überreicht wurde.

    Der Schlüssel zu Krebs liegt bei einer fehlerhaften Informationsvermittlung in den Zellen des Körpers. Aufgrund von Mutationen in bestimmten Genen verändern sich Proteine wichtiger Signalwege, was eine zuvor gesunde Zelle zwingt, sich unaufhaltsam zu vermehren. Meist spielen ein halbes Dutzend oder mehr krebsfördernde Proteine zusammen und lassen eine Zelle schrittweise immer weiter entarten. Einer der wichtigsten Signalwege in der Krebs-Entstehung ist der “Insulin- Wachstumsfaktor-Weg”. “Im Zentrum unseres Interesses”, sagt Katrien Busschots, “steht dabei vor allem die AGC-Proteinkinase PDK1, die in Krebszellen vermehrt hergestellt wird und die deren hemmungslose Vermehrung mit steuert. Proteine wie PDK1 haben genau definierte dreidimensionale Strukturen, sind gewunden und gefaltet und haben in dieser 3D-Form einzelne Bereiche, die für ihre Signalfunktion besonders wichtig sind. Diese Bereiche sind Angriffsziele von chemischen Substanzen, die die Funktion von Proteinen verändern können.

    Bisherige Wirkstoffe setzen an einem bestimmten Bereich der AGC-Proteinkinasen an, der so genannten ATP-Bindungsstelle. “Diese Medikamente sind aber nicht besonders spezifisch”, sagt die Stipendiation der Novartis-Stiftung, “weil sich die ATP-Bindungsstelle aller etwa 60 AGC-Proteinkinasen gleicht.” Folge: Das Nebenwirkungsrisiko steigt, weil AGC-Proteinkinasen auch viele andere Zellfunktionen regulieren. Die Frankfurter Arbeitsgruppe von Dr. Ricardo Biondi hat hingegen im PDK1-Protein eine andere “Tasche” entdeckt und beschrieben, die ebenfalls die Aktivität des Enzyms entscheidend beeinflusst, sich aber deutlich von den anderen AGC-Proteinkinasen unterscheidet. Jetzt sucht die Stiftungs-Stipendiation nach Substanzen, die an der Tasche binden können, die Funktion von PDK1 blockieren und damit das Krebswachstum bremsen können.

    Zudem spielt das Protein auch eine gewichtige Rolle beim Typ2-Diabetes – nur anders als bei Krebs. Hier geht es darum, die Aktivität von PDK1 anzukurbeln. Tatsächlich haben die Frankfurter Forscher bereits ein kleines Molekül entdeckt, das exakt in die Tasche passt und die Funktion des Enzyms aktiviert. Dieser Wirkstoff hat womöglich das Potential für ein neues Medikament gegen den Typ2-Diabetes. Ob dies wirklich zutrifft, wollen die Wissenschaftler jetzt mit Zell- und Tierversuchen beleuchten.

    Quelle: Pressemitteilung der Novartis Deutschland GmbH vom 14. Dezember 2009 – www.novartis.de

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