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  • 13Jul

    Der Vorsitzende des Unterausschusses Gesundheit in Entwicklungsländern im Ausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Uwe Kekeritz erklärt:

    Der Zugang zu günstigen Medikamenten darf nicht durch bilaterale Freihandelsabkommen der EU beeinträchtigt werden – so der Tenor eines Beschlusses aller Fraktionen im Deutschen Bundestag, der heute Bundeskanzlerin Angela Merkel übersandt wurde.

    Auf Initiative des Unterausschuss Gesundheit in Entwicklungsländern hat der Ausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung einstimmig eine entsprechende Entschließung zu den derzeitigen Verhandlungen zum EU-Indien-Freihandelsabkommen angenommen. Der Ausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung fordert darin die Bundesregierung und die Europäische Kommission auf, darauf zu achten, dass Patentlaufzeiten durch das Abkommen nicht über den TRIPS-Standard von 20 Jahren angehoben werden.

    Die Entschließung wurde per Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel, Entwicklungsminister Dirk Niebel, Wirtschaftsminister Rainer Brüderle, Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger sowie an den Präsidenten der Europäischen Kommission José Manuel Barroso, den EU-Entwicklungskommissar Andris Piebalgs und den EU-Handelskommissar Karel De Gucht verschickt.

    Quelle: Pressemitteilung des Deutschen Bundestages vom 12. Juli 2010

    Zu dem Thema empfehle ich Euch auch die folgenden Artikel:

    09. Juli 2010 - AIDS: erschwingliche Arzneimitteln und Patientendiskriminierung bekämpfen - Pressemitteilung in deutscher Sprache

    08. Juli 2010 - AIDS: ensuring affordable medicines and fighting discrimination - Pressemitteilung in englischer Sprache

    08. Juli 2010 - Die Wiener Erklärung

    08. Juli 2010 - The Vienna Declaration

    29. Juni 2010 - The Vienna Declaration: A Global Call to Action

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  • 27Mai

    Berlin/Genf, 27. Mai 2010. Mit dem Bericht "No time to quit: HIV/Aids treatment gap widening in Africa" warnt Ärzte ohne Grenzen vor dem Rückzug der internationalen Gebergemeinschaft aus dem Kampf gegen HIV/Aids.

    Der Bericht analysiert, wie sich der Rückzug der Geber in acht Ländern südlich der Sahara auswirkt. Ärzte ohne Grenzen hat in diesen Ländern aus erster Hand erfahren, wie unzureichende Finanzmittel den Kampf gegen Aids gefährden.

    "Neun Millionen Menschen weltweit benötigen dringend eine Behandlung und haben immer noch keinen Zugang zu lebensrettenden Medikamenten. Es besteht die Gefahr, dass viele von ihnen in den nächsten Jahren sterben, wenn die erforderlichen Maßnahmen nicht getroffen werden. Der Rückzug der Geber droht, all die Erfolge zu untergraben, die in den letzten Jahren erzielt wurden", sagt Mit Philips, Expertin für Gesundheitspolitik bei Ärzte ohne Grenzen und eine der Autorinnen des Berichts. "Wie können wir den Kampf auf halber Strecke aufgeben und so tun, als sei die Krise überwunden?"

    Das US-amerikanische PEPFAR-Programm zur Bekämpfung von HIV/Aids hat die Ausgaben für HIV-Medikamente 2009 und 2010 gesenkt und sein Gesamtbudget eingefroren. Der Globale Fonds, die größte Finanzierungsorganisation im Kampf gegen HIV/Aids, sieht sich mit einem massiven Finanzierungsdefizit konfrontiert. In den Jahren 2009 und 2010 wurden bereits genehmigte Länderzuschüsse um 8 bis 12 Prozent reduziert. Ein entscheidendes Datum wird die Geberkonferenz des Globalen Fonds im Oktober in New York sein, wo die Geberländer ihre Finanzzusagen für die nächsten drei Jahre bekannt geben.

    Die Kürzungen der Finanzmittel haben in Ländern wie Südafrika, Uganda und in der Demokratischen Republik Kongo unmittelbare Auswirkungen. In der Demokratischen Republik Kongo musste die Zahl neuer Patienten für eine antiretrovirale Therapie auf ein Sechstel reduziert werden.

    Unterbrechungen und Verzögerungen der Medikamentenversorgung sind bereits Realität und könnten zur Regel werden, wenn nicht genügend finanzielle Mittel zur Verfügung stehen. Ärzte ohne Grenzen hat erst kürzlich Malawi, Simbabwe, die Demokratischen Republik Kongo, Kenia und Uganda mit Notfall-Medikamenten unterstützt.

    "HIV/Aids bleibt eine massive Krise und erfordert eine außergewöhnliche Antwort. Ärzte ohne Grenzen fordert daher ein nachhaltiges und erneuertes Engagement der Geber und der nationalen Regierungen im Kampf gegen HIV/Aids, so dass dieser verheerenden Krise angemessen begegnet werden kann", sagt Mit Philips.

    Quelle: Pressemitteilung von Ärzte ohne Grenzen e. V. vom 27. Mai 2010

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  • 08Apr

    Bevor ein neues Medikament auf den Markt kommt, müssen die Wirkstoffe am Tiermodell und am Menschen getestet werden. Um diese Tests durchführen zu können, werden nicht unerhebliche Mengen der therapeutisch wirksamen Substanzen benötigt - beispielsweise Proteine oder Nukleinsäuren. Fraunhofer-Forscher präsentieren auf der BIO International Convention 2010 in Chicago vom 3. bis 6. Mai mehrere Verfahren, mit denen sich Biomoleküle schnell, vielseitig, robust und zuverlässig gewinnen lassen - alle Verfahren genügen dem GMP-Standard.

    Biomoleküle sind Allroundtalente: Sie eignen sich für die Diagnostik und Therapie von Krebserkrankungen, sie werden eingesetzt bei der Behandlung von Multipler Sklerose oder Asthma, sie sorgen bei Grippe- oder Polioimpfung für den Aufbau körpereigener Immunabwehr. In den Labors der pharmazeutischen Industrie werden ständig neue Biomoleküle entwickelt: Spezifische Antikörper, maßgeschneiderte Proteine aber auch Nukleinsäuren - die Grundbestandteile der Erbsubstanz - gelten als vielversprechende Kandidaten für therapeutische Ansätze.

    "Die medizinisch-pharmakologische Forschung wird künftig noch weit mehr Biomoleküle nutzen als bisher. Damit werden zunehmend Verfahren benötigt, mit denen sich diese Biomoleküle schnell, in ausreichend großen Mengen und klinisch verwendbarer Qualität herstellen lassen", sagt Dr. Holger Ziehr, der den Bereich Pharmazeutische Biotechnologie des Fraunhofer-Instituts für Toxikologie und Experimentelle Medizin ITEM am Standort Braunschweig leitet. "Genau dieses Leistungsprofil erfüllen unsere neuen Plattformtechnologien: Wir können in Zellkulturen nahezu beliebige Antikörper, Proteine und Nukleinsäuren synthetisieren - unabhängig von deren Bindungseigenschaften und Basensequenzen." Die Anlagen zur Herstellung von maßgeschneiderten Biomolekülen genügen den Qualitätsstandards der "Guten Herstellungspraxis" (Good Manufacturing Practice, GMP), der European Medicines Agency EMA sowie der amerikanischen Food and Drug Administration FDA.

    Bei der Herstellung der unterschiedlichen Klassen von Biomolekülen arbeiten die Forscher am ITEM eng mit dem Fraunhofer Center for Molecular Biotechnology CMB in Newark im US-Bundesstaat Delaware zusammen. An den beiden Standorten werden insgesamt drei Produktionssysteme betrieben: In Braunschweig gibt es Bioreaktoren, die Antikörper in transgenen Zellen produzieren - verwendet werden hier die in der Zellforschung häufig eingesetzten Zellen aus Ovarien von Hamstern - CHO-Zellen. Daneben wird das Darmbakterium E. Coli für die Gewinnung beliebiger Nukleinsäuren genutzt. Die Spezialisten in Delaware können mit "Molecular Farming" Proteine oder Peptide in Pflanzen produzieren. Die Pflanzen werden hierfür mit einem für Menschen ungefährlichen Virus infiziert, das die genetische Vorlage zur Synthese des gewünschten Biomoleküls enthält.

    "Die Fraunhofer GMP-Plattformtechnologien sind dabei nicht nur ungewöhnlich vielseitig, sondern sparen bei der Herstellung und Entwicklung biopharmazeutischer Wirkstoffkandidaten auch viel Zeit", erklärt Ziehr. "Wir können Industriekunden die gesamte Expertise von der Produktion maßgeschneiderter Biomoleküle über präklinische Tests nach "Guter Laborpraxis" GLP bis zu klinischen Untersuchungen nach dem Standard "Guter Klinischer Praxis" GCP anbieten. So etwas gibt es außerhalb von großen Pharmaunternehmen in Deutschland nur im Fraunhofer-Verbund Life Sciences".

    Quelle: Pressemitteilung der Fraunhofer-Gesellschaft vom 08. April 2010

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  • 01Apr

    Arzneimittelrabattverträge nachweislich erfolgreich – Finanzieller Spielraum zur Entlastung der Krankenkassen-Haushalte erweitert

    Die AOK hat jetzt eine positive Bilanz ihrer seit 2007 laufenden Arzneimittelrabattverträge für Generika gezogen und erwartet bis Ende 2010 ein Einsparvolumen von einer Milliarde Euro. "Allein im laufenden Jahr werden es am Ende 520 Millionen Euro sein, die das AOK-System aufgrund der Verträge weniger für Medikamente ausgeben muss und damit den finanziellen Spielrau für die Entlastung der Haushalte erweitern kann", so Dr. Christopher Hermann, Verhandlungsführer der Arzneirabattverträge des AOK-Systems und stellvertretender Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg. Die vierte Vertragsstaffel starte am 1. April mit insgesamt 80 neu rabattierten Wirkstoffen.

    "Die Rabattverträge schreiben heute nach kurzer Anlaufzeit bereits Erfolgsgeschichte im Generikamarkt auf allen Ebenen: Die AOK-Verträge können mit einer Milliarde Euro Einsparungen ökonomisch punkten, fördern nachweislich Wettbewerb und Mittelstand, sind rechtssicher und von allen Beteiligten akzeptiert. Damit haben wir bewiesen, dass Rabattverhandlungen zwischen einzelnen Krankenkassen und Pharmaunternehmen sehr geeignete Mittel der Kostensenkung sind", so Hermann weiter.

    Die AOK setze deshalb ihren seit 2007 eingeschlagenen Rabattweg konsequent fort – mit den ab April hinzukommenden 80 sind dann insgesamt 143 Wirkstoffe rabattiert. Hermann: "Damit unterliegen jetzt 66 von 100 Generika-Verordnungen für AOK-Versicherte einem Rabattvertrag. Die neuen Verträge mit insgesamt 26 Vertragspartnern laufen über zwei Jahre bis Ende März 2012. Für weitere 13 Wirkstoffe, die kürzlich patentfrei geworden sind, laufen bereits die Vorbereitungen der Ausschreibung. Diese Verträge werden dann ab 1. Oktober ebenfalls für zwei Jahre gelten."

    Die zweijährige Laufzeit und der Zuschlag für einen Anbieter in der Region brächten Planungssicherheit und Verordnungskonstanz, weil der sonst bei Generika übliche, dauernde Medikamentenwechsel ausbleibe. Die AOK trage somit den Anliegen von Patienten, Ärzten, Apotheken und Großhandel umfassend Rechnung. Hermann: "Die große Mehrheit unserer Versicherten befürwortet die Rabattverträge als geeignetes Mittel, um die Ausgaben der Krankenkassen in den Griff zu bekommen. Aus Versichertenbefragungen der AOK wissen wir, dass die Rabattverträge von den Versicherten deutlich eher akzeptiert werden als andere Maßnahmen zur Ausgabenbegrenzung im Gesundheitssystem. So bewertet mehr als die Hälfte unserer Versicherten das Vertragsinstrument als sehr gut und gut."

    Gut für den Mittelstand – gut für den Wettbewerb

    Das Ausschreibungsverfahren der AOK über regionale Gebietslose komme insbesondere kleinen und mittleren Unternehmen zu Gute, die es im Wettbewerb mit den Branchenriesen schwer haben. Fast die Hälfte der Vertragspartner der vierten Vertragsstaffel sehe sich als mittelständische Unternehmen. Sie können laut Hermann über die zweijährige Vertragslaufzeit verlässlich kalkulieren. Das sichere Arbeitsplätze in Deutschland, stärke den Wettbewerb und garantiere eine dauerhaft qualitativ hochwertige Arzneimittelversorgung der Versicherten.

    Schlüsselrolle Arzt

    Der Arzt habe auch bei der Umsetzung der Arzneirabattverträge eine Schlüsselrolle inne. Aus AOK-Versichertenbefragungen ist laut Hermann bekannt: "Wenn der Arzt einen Wechsel zu einer Rabattarznei empfiehlt, ist das Vertrauen des Patienten in das neue Medikament am größten."

    Das bestätigt auch der Bundesvorsitzende des Deutschen Hausärzteverbandes, Ulrich Weigeldt: "Es ist originäre Aufgabe des Arztes, das therapeutisch angemessene Medikament zu verordnen. Durch die Rabattverträge erhält diese Arztrolle wieder mehr Gewicht, weil die Preisverantwortung von den Schultern des Arztes weggenommen und an die richtigen Stellen transportiert wird: zu den Krankenkassen und der Industrie, die sich vertraglich auf längerfristig gültige Preise einigen."

    Quelle: Pressemitteilung des AOK-Bundesverbandes vom 30. März 2010

    Der AOK-Bundesverband hat neue Rabattverträge für insgesamt 80 zusätzliche Wirkstoffe abgeschlossen, die mit dem heutigen Tage in Kraft treten. Damit müssen sich die Versicherten auf neue Arzneimittel einstellen. Die Ärzte dürfen dann nur noch die in den Rabattverträgen vorgesehenen kostengünstige, rabattierte Arzneien – sogenannte Nachahmer-Präparate oder Generika – verschreiben.

    Der Deutsche Apothekerverband wies darauf hin, dass sich auch die 7 Millionen Versicherten der Techniker Krankenkasse sowie die 4 Millionen Versicherten von 36 kleinen Krankenkassen wegen neuer Rabattverträge an neue Medikamente werden gewöhnen müssen.

    Zu dem Thema empfehle ich Euch auch die folgenden Artikel:

    30. März 2010 – Bundesverband der Arzneimittel-Hersteller e. V. (B.A.H.) – Erstmals bestätigt: Gesundheitsgefahren und Folgekosten bei Rabattverträgen wegen mangelnder Compliance

    30. März 2010 - Bundesverband der Arzneimittel-Hersteller e. V. (B.A.H) bedauert, dass Rabattverträge bestehen bleiben

    26. März 2010 - AOK-Bundesverband: Neue Arzneimittel künftig zu fairen Preisen

    26. März 2010 - vfa. Die forschenden Pharma-Unternehmen: "Gift für den Standort Deutschland"

    26. März 2010 - Gesundheitsminister Rösler legt Eckpunkte für neue Strukturen im Arzneimittelmarkt vor

    19. Februar 2010 - Dr. Wolfgang Plischke: "Wir setzen auf Direktverträge"

    19. Februar 2010 - AOK-Rabattverträge fördern Wettbewerb und stützen mittelständische Unternehmen

    18. Februar 2010 - Bundesgesundheitsminister Rösler: Gute Arzneimittelversorgung und effizienter Einsatz der Versichertengelder

    29. Januar 2010 - Gesundheitspolitik 2010 - Was denken die Menschen?

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  • 13Mrz

    Berlin (vfa). Das Nachrichtenmagazin "Focus" berichtet heute über Pläne des Bundesgesundheitsministeriums, ein neues Preissystem für patentgeschützte Medikamente einzuführen.

    Dazu erklärt für die forschenden Pharma-Unternehmen Cornelia Yzer, Hauptgeschäftsführerin des vfa: "Entschieden widerspreche ich Aussagen, unsere Preise seien zu hoch. Die stärksten Ausgabenschübe bei den Kassen kommen gegenwärtig aus anderen Bereichen des Gesundheitssystems, nämlich von der ärztlichen Behandlung und aus den Krankenhäusern, jedenfalls nicht von den Arzneimitteln."

    "Trotzdem ist es richtig, sich mit der Zukunft des Gesundheitssystems zu befassen. Es wird auch künftig noch für jedermann eine qualitative Versorgung mit Arzneimitteln geben, wenn die Politik jetzt richtig handelt und nicht neue Fehlanreize setzt. 20 Jahre Regulierung zeigen uns, nirgendwo kann man so viel Geld versenken wie in einem planwirtschaftlichen Gesundheitssystem. Wenn die Politik die Finger von solchem Unsinn lässt, können wir uns auch künftig Innovationen leisten. Die Gesundheitspolitik steht jetzt an einer Wegscheide! Sie muss sich entscheiden, ob sie dem Wettbewerb eine Chance gibt, für mehr Effizienz zu sorgen oder ob sie auf die alten Modelle der Regulierung und Intervention setzen will. Für uns ist jedenfalls klar: Marktwirtschaft durch Planwirtschaft geht nicht, " so Yzer weiter.

    Ihre Vorstellungen erläutert die Hauptgeschäftsführerin des vfa folgendermaßen: "Wir glauben an Effizienz durch Wettbewerb. Wir wollen, dass Kassen und Firmen viel stärker durch Verträge Versorgung und Erstattung regeln können und die staatliche Kosten-Nutzen-Bewertung nur dann zum Tragen kommt, wenn solche Einigungen nicht innerhalb von 2 Jahren gelingen."

    Der vfa ist der Verband der forschenden Pharma-Unternehmen in Deutschland. Er vertritt die Interessen von 45 weltweit führenden Herstellern und ihren über 100 Tochter- und Schwesterfirmen in der Gesundheits-, Forschungs- und Wirtschaftspolitik. Die Mitglieder des vfa repräsentieren rund zwei Drittel des gesamten deutschen Arzneimittelmarktes und beschäftigen in Deutschland rund 90.000 Mitarbeiter. Mehr als 17.000 davon arbeiten in Forschung und Entwicklung. Die Pressekonferenzen des vfa – auch im Internet.

    Mehr dazu unter: http://www.vfa.de/de/presse/online-pks/

    Quelle: Pressemitteilung der vfa. Die forschenden Pharma-Unternehmen vom 08. März 2010

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  • 24Feb

    Die Suche nach neuen Medikamenten ist zeitaufwändig und teuer. Oft müssen hunderte von Substanzen auf ihre Bindungs-Affinität zu krankheitsrelevanten Molekülen getestet werden, um einen Wirkstoff zu identifizieren. Biophysiker aus der Gruppe von Professor Dieter Braun, Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München und Excellenzcluster "Nanosystems Initiative Munich" (NIM), sowie von der LMU Spin-Off-Firma  NanoTemper haben nun mit der "Microscale Thermophoresis" ein weltweit einmaliges Verfahren entwickelt, das potentielle Wirkstoffe deutlich schneller und zuverlässiger findet.  Die Methode beruht auf dem Phänomen, dass Moleküle in Flüssigkeit entlang eines Temperaturgefälles wandern, meist von warm zu kalt. Bindet das Molekül an eine andere Substanz, ändert sich seine Bewegung. So können nun erstmals unter natürlichen Bedingungen etwa krankheitsrelevante Moleküle im Blut getestet werden -. Bindet der Wirkstoff, so lässt sich dies über die molekulare Bewegung nachweisen. "Dies ist der erste Schritt hin zu einem neuen Medikament", so Braun. "Das neue Verfahren kann aber auch in der medizinischen Diagnostik, der Lebensmittelüberwachung und im Umweltschutz eingesetzt werden." (Angewandte Chemie online, 23. Februar 2010)

    Die herkömmlichen Testverfahren zur Identifizierung potentieller Wirkstoffe funktionieren nur in künstlichen Pufferlösungen und erlauben so fast keine Aussage über die Bindungs-Affinität der Substanzen im Blut. Anders das neue Verfahren: Hiermit können derartige Analysen nun erstmals unter aussagekräftigen natürlichen Bedingungen erfolgen. Dazu wird Blut mit dem potentiellen Wirkstoff gemischt und ein winziger Tropfen der Flüssigkeit mit einer Glaskapillare aufgezogen. Der feine Strahl eines Infrarot-Lasers erwärmt die Blutprobe anschließend punktuell in der Mitte des Röhrchens, so dass nach außen abfallend ein Temperaturgradient entsteht. Weil die krankheitsrelevanten Moleküle mit einer fluoreszierenden Markierung versehen sind, lässt sich ihre Bewegung verfolgen.

    Unmittelbar nach dem Erwärmen der Probe lässt sich anhand der Fluoreszenzänderung erkennen, ob sich die Moleküle in der Blutprobe mit Wirkstoff anders bewegen als in einem Kontrollversuch ohne Wirkstoff. Ist dies der Fall, dann hat die Testsubstanz  an das Zielmolekül  gebunden. Der Nachweis dieser Bindung ist der erste Schritt zu einem neuen Medikament. "Unsere Methode bringt aber nicht nur die Wirkstoffforschung voran", sagt Braun. "Sie kann genauso in der medizinischen Diagnostik,  der Lebensmittelüberwachung und im Umweltschutz eingesetzt werden. Denkbar ist zum einen der direkte Nachweis von Immunerkrankungen und Infektionen aber auch der schnelle Nachweis von Antibiotika in Milch oder aber von Giftstoffen im Wasser." (NIM/suwe)

    Publikation:

    "Quantifizierung der Puffer-Abhängigkeit von Aptamer-Bindungsreaktionen mit optischer Thermophorese"
    Philipp Baaske, Christoph J. Wienken, Philipp Reineck, Stefan Duhr und Dieter Braun
    Angewandte Chemie online, 23. Februar 2010

    Quelle: Presseinformation der Ludwig-Maximilians-Universität München vom 23. Februar 2010

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  • 04Feb

    Europäisches Konsortium JUSTBRAIN erhält 6 Millionen Euro zur Verbesserung der Therapie neurologischer Erkrankungen

    Die Blut-Hirn-Schranke stellt für viele Arzneimittel ein unüberwindliches Hindernis dar. An ihr scheitert oft die medikamentöse Behandlung von Erkrankungen des zentralen Nervensystems. Hier setzt das europäische Konsortium JUSTBRAIN an, das kürzlich von der Europäischen Union mit einer Fördersumme von sechs Millionen Euro für drei Jahre bewilligt wurde.

    Gemeinsam wollen Forschungseinrichtungen und Industriepartner die Funktion der Blut-Hirn-Schranke besser verstehen und Wege finden, sie zu durchdringen. Die Goethe-Universität, vertreten durch das Neurologische Institut (Edinger Institut), beschäftigt sich dabei schwerpunktmäßig mit Glioblastomen. Sie gehören zu den häufigsten und bösartigsten Tumoren des Erwachsenen. Paul Ehrlich, Nobelpreisträger der Goethe Universität, entdeckte die Blut-Hirn-Schranke (BHS) bereits 1885. Als physiologische Barriere zwischen dem Blutkreislauf und dem Zentralnervensystem dient sie dazu, die Bedingungen im Gehirn (Homöostase) aufrecht zu erhalten und das Gehirn vor im Blut zirkulierenden Krankheitserregern, Giften und Botenstoffen zu schützen. Diese Schutzschicht wird durch eine besonders enge Verbindung der Endothelzellen erreicht, welche die Gehirnkapillaren auskleiden. Lange waren die molekularen Mechanismen, die zur Ausbildung der BHS in Hirnkapillaren führen, weitgehend unbekannt.

    Erst kürzlich konnte unter anderem die Gruppe von Dr. Stefan Liebner am Frankfurter Edinger Institut von Prof. Karl H. Plate zeigen, dass ein bestimmter Signalweg (Wnt) maßgeblich dazu beiträgt, dass die Endothelzellen an der BHS sich wie bei einem Reißverschluss eng miteinander verknüpfen (tight junctions). Der Wnt-Signalweg reguliert Gene, die für die Ausbildung von tight junctions und Transportsystemen essentiell sind. Diese Entdeckung ist Grundlage des Forschungsvorhabens im Rahmen des JUSTBRAIN Konsortiums, das sich zum Ziel gesetzt hat, die Regulation der Zell-Zell-Verbindung in Hirnkapillaren besser zu charakterisieren. Ziel ist deren Öffnung, so dass Wirkstoffe, welche die BHS unter normalen Bedingungen nicht passieren können, ins Gehirn gelangen. Der Fokus liegt dabei auf Glioblastomen. Deren Behandlung wird dadurch erschwert, dass die BHS-Funktion im stark wachsenden Tumorrand intakt bleibt, während sie im Zentrum des Tumors gestört ist.

    "Wir sind zuversichtlich, dass wir nach Ablauf des JUSTBRAIN Forschungsvorhabens neue Strategien für die Verbesserung der Medikamentengabe im ZNS definieren können", meint Dr. Stefan Liebner. Das Konsortium besteht aus Arbeitsgruppen der Goethe-Universität, der Universität Bern, des FIRC Instituts für Molekulare Onkologie in Mailand, dem Leibnitz-Institut für Molekulare Pharmakologie in Berlin, dem INSERM in Paris und der Firma Roche in Basel.

    Quelle: Pressemitteilung der Goethe Universität Frankfurt am Main vom 04. Februar 2010

    Zu dem Thema empfehle ich Euch auch die folgenden Artikel:

    06. Januar 2010 – Medikamente und die Blut-Hirn-Schranke 18. September 2009 – HIV-Demenz – Artikel von Prof. Dr. Arendt in der Österreichischen Ärztezeitung

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  • 03Feb

    “Deutsche Krebspatienten sind gegenüber Patienten vieler Nachbarländer im Vorteil: Sie können neue Medikamente sofort nach deren Zulassung erhalten. Andernorts vergehen zwischen Zulassung und Anwendung noch Monate oder Jahre, bis über die Kostenerstattung für die Medikamente entschieden ist. Viele Krebspatienten können aber nicht so lange warten!” Das erklärte heute Dr. Siegfried Throm vom vfa, dem Verbands der forschenden Pharma-Unternehmen, mit Blick auf den Welt-Krebs-Tag am 4. Februar. Er ist Geschäftsführer Forschung, Entwicklung, Innovation.

    Krebs ist das Innovationsgebiet Nr. 1 für die forschende Pharma-Unternehmen: Schon in den letzten Jahren haben sie mehrere Präparate herausgebracht, die Patienten mit Darm-, Brust- und anderen Krebsarten zu mehr Lebenszeit verholfen haben. Bei den Forschungsprojekten der Firmen dient mittlerweile ein Drittel der Entwicklung neuer Krebstherapien. “Ziel ist,” so Throm, “immer mehr Patienten eine Heilungschance zu eröffnen oder zumindest ihre Tumorzellen so in Schach zu halten, dass sie damit wie mit einer chronischen Krankheit noch viele Jahre leben können.”

    Bis 2013 dürften zahlreiche neue Medikamente gegen 31 Krebsarten verfügbar werden – darunter Lungen-, Brust- und Prostatakrebs sowie seltene Krebsarten wie Schilddrüsenkrebs oder chronisch lymphatische Leukämie. Viele dieser Medikamente wirken auf neuartige Weise. So sind derzeit unter anderem therapeutische Impfstoffe in Erprobung, mit denen das Immunsystem schon erkrankter Personen in den Kampf gegen Lungenkrebs oder schwarzen Hautkrebs einbezogen werden soll.

    Der vfa ist der Verband der forschenden Pharma-Unternehmen in Deutschland. Er vertritt die Interessen von 46 weltweit führenden Herstellern und ihren über 100 Tochter- und Schwesterfirmen in der Gesundheits-, Forschungs- und Wirtschaftspolitik. Die Mitglieder des vfa repräsentieren rund zwei Drittel des gesamten deutschen Arzneimittelmarktes und beschäftigen in Deutschland rund 90.000 Mitarbeiter. Mehr als 17.000 davon arbeiten in Forschung und Entwicklung. Die Pressekonferenzen des vfa – ab sofort auch im Internet. Mehr dazu unter: http://www.vfa.de/de/presse/online-pks/

    Quelle: Pressemitteilung der vfa. Die forschenden Pharma-Unternehmen vom 02. Februar 2010

    Zu dem Thema empfehle ich Euch auch meine folgenden Artikel:

    03. Februar 2010 -  Zum Weltkrebstag: Forschung gegen Krebs

    02. Februar 2010 – Krebs früh erkennen

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  • 13Jan

    Patienten, die vor kurzem an Schizophrenie erkrankt sind, weisen neuen Forschungsarbeiten zufolge im Gehirn einen höheren Grad an Entzündungen auf. Diese Erkenntnis birgt die Hoffnung, dass Schizophrenie mit Medikamenten behandelt werden könnte, die auf das Immunsystem wirken

    Schon seit längerem gibt es die Theorie, dass Infektionen in der Kindheit das Risiko für Schizophrenie erhöhen könnten, direkte Beweise für diese Vermutung existieren bislang jedoch nicht.

    Wissenschaftler am Stockholmer Karolinska-Institut haben nun Entzündungssubstanzen in der Rückenmarksflüssigkeit von Schizophrenie-Patienten analysiert. Dabei stellte sich heraus, dass bei Patienten, bei denen die Schizophrenie erst vor kurzem ausgebrochen war, die Werte des Signalmoleküls Interleukin-1beta erhöht waren. Dieses Molekül wird vom Körper freigesetzt, wenn eine Entzündung vorliegt. Bei gesunden Vergleichspersonen war diese Substanz kaum messbar.

    “Dies deutet darauf hin, dass das Abwehrsystem des Gehirns bei Schizophrenie aktiviert ist”, erklärt Prof. Göran Engberg. “Jetzt müssen wir herausfinden, ob dem eine Infektion zugrunde liegt oder ob das Immunsystem durch etwas anderes aktiviert wird.”

    “Es wäre ein großartiger Fortschritt, wenn wir eines Tages in der Lage wären, Schizophrenie-Patienten mit einer Immuntherapie zu behandeln, denn dann könnten wir den Verlauf der Krankheit bereits in einem frühen Stadium unterbrechen”, so Engberg.

    Quelle: Meldung von Janssen-Cilag vom 13. Januar 2010

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  • 06Jan

    Mit Flüssigkeit gefüllte Hirnkammern fangen wie Stoßdämpfer Erschütterungen oder Stöße ab und schützen das Gehirn vor Schaden. Forscher des Max-Delbrück-Centrums (MDC) und des Leibniz-Instituts für Molekulare Pharmakologie (FMP) in Berlin-Buch konnten jetzt bei Zebrafischen zeigen, auf welche Weise sich diese Hirnventrikel bereits vor der Anlage der Blut-Hirn-Schranke bilden. Ein Protein (Claudin5a) ist dabei entscheidend. Es bildet eine Barriere zwischen dem Nervenzellgewebe und den Kammern. Fehlt es, können sich die Kammern nicht ausdehnen und die Formgestaltung des Gehirns der Tiere ist gestört. Diese Erkenntnisse könnten nach Ansicht der Forscher für Tests zur Durchlässigkeit von Medikamenten ins Gehirn genutzt werden.

    Wie die Blut-Hirn-Schranke, die verhindert dass Krankheitserreger über das Blut ins Gehirn eindringen, sind auch die Hirnkammern oder Hirnventrikel von ihrer Umgebung abgeschottet. So können sich die Kammern mit Flüssigkeit füllen, ausdehnen und somit zur Stabilität des Gehirns beitragen. Die hierfür verantwortliche Barriere enthält im Gegensatz zur Blut-Hirn-Schranke keine Blutgefäße, sondern besteht ausschließlich aus Nervenzellen, die aber ebenfalls fest über Proteinfäden miteinander verbunden sind. Ein Bestandteil dieser eng geknüpften Fäden, den tight junctions, ist das Protein Claudin5a.

    Jingjiing Zhang aus der Forschungsgruppe von Dr. Salim Seyfried (MDC) und Wissenschaftler aus der Forschungsgruppe von Dr. Ingolf E. Blasig (FMP) haben jetzt die Funktion dieses Proteins erstmals in einem sehr frühen Entwicklungstadium der Zebrafische entschlüsselt. In ihren Versuchen konnten sie zeigen, dass die Kammern sich nicht ausdehnen, wenn Claudin5a fehlt. Die Folge - die Form des Gehirns wird verändert. Stellten die Forscher aber die Funktion von Claudin5a wieder her, indem sie Claudin5a im gesamten Embryo wieder anschalteten, konnten sich die Hirnkammern wieder ausdehnen.

    Dr. Seyfried ist davon überzeugt, dass diese Erkenntnisse über die Dichtheit von Barrieren durch Claudin5 auch für die pharmakologische Forschung genutzt werden können. Medikamente finden kaum oder gar nicht durch die Blut-Hirn-Schranke, was die Behandlung von Hirnerkrankungen erschwert. "Im Zebrafisch könnte man untersuchen, welche Substanzen kurzzeitig die Funktion von Claudin5a ausschalten und damit zur Öffnung von Gehirnbarrieren wie der Blut-Hirn-Schranke beitragen. Das könnte für die Entwicklung von Medikamenten von Bedeutung sein, die ihre Wirkung im Gehirn entfalten sollen."

    Quelle: Presseinformation des Max-Delbrück-Centrums für molekulare Medizin Berlin-Buch vom 06. Januar 2010 – http://www.mdc-berlin.de/de/index.html

    Zu dem Thema empfehle ich Euch auch den folgenden Aritkel:

    04. Februar 2010 – Wie passieren Wirkstoffe die Blut-Hirn-Schranke?

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