Arzneimittelrabattverträge nachweislich erfolgreich – Finanzieller Spielraum zur Entlastung der Krankenkassen-Haushalte erweitert
Die AOK hat jetzt eine positive Bilanz ihrer seit 2007 laufenden Arzneimittelrabattverträge für Generika gezogen und erwartet bis Ende 2010 ein Einsparvolumen von einer Milliarde Euro. "Allein im laufenden Jahr werden es am Ende 520 Millionen Euro sein, die das AOK-System aufgrund der Verträge weniger für Medikamente ausgeben muss und damit den finanziellen Spielrau für die Entlastung der Haushalte erweitern kann", so Dr. Christopher Hermann, Verhandlungsführer der Arzneirabattverträge des AOK-Systems und stellvertretender Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg. Die vierte Vertragsstaffel starte am 1. April mit insgesamt 80 neu rabattierten Wirkstoffen.
"Die Rabattverträge schreiben heute nach kurzer Anlaufzeit bereits Erfolgsgeschichte im Generikamarkt auf allen Ebenen: Die AOK-Verträge können mit einer Milliarde Euro Einsparungen ökonomisch punkten, fördern nachweislich Wettbewerb und Mittelstand, sind rechtssicher und von allen Beteiligten akzeptiert. Damit haben wir bewiesen, dass Rabattverhandlungen zwischen einzelnen Krankenkassen und Pharmaunternehmen sehr geeignete Mittel der Kostensenkung sind", so Hermann weiter.
Die AOK setze deshalb ihren seit 2007 eingeschlagenen Rabattweg konsequent fort – mit den ab April hinzukommenden 80 sind dann insgesamt 143 Wirkstoffe rabattiert. Hermann: "Damit unterliegen jetzt 66 von 100 Generika-Verordnungen für AOK-Versicherte einem Rabattvertrag. Die neuen Verträge mit insgesamt 26 Vertragspartnern laufen über zwei Jahre bis Ende März 2012. Für weitere 13 Wirkstoffe, die kürzlich patentfrei geworden sind, laufen bereits die Vorbereitungen der Ausschreibung. Diese Verträge werden dann ab 1. Oktober ebenfalls für zwei Jahre gelten."
Die zweijährige Laufzeit und der Zuschlag für einen Anbieter in der Region brächten Planungssicherheit und Verordnungskonstanz, weil der sonst bei Generika übliche, dauernde Medikamentenwechsel ausbleibe. Die AOK trage somit den Anliegen von Patienten, Ärzten, Apotheken und Großhandel umfassend Rechnung. Hermann: "Die große Mehrheit unserer Versicherten befürwortet die Rabattverträge als geeignetes Mittel, um die Ausgaben der Krankenkassen in den Griff zu bekommen. Aus Versichertenbefragungen der AOK wissen wir, dass die Rabattverträge von den Versicherten deutlich eher akzeptiert werden als andere Maßnahmen zur Ausgabenbegrenzung im Gesundheitssystem. So bewertet mehr als die Hälfte unserer Versicherten das Vertragsinstrument als sehr gut und gut."
Gut für den Mittelstand – gut für den Wettbewerb
Das Ausschreibungsverfahren der AOK über regionale Gebietslose komme insbesondere kleinen und mittleren Unternehmen zu Gute, die es im Wettbewerb mit den Branchenriesen schwer haben. Fast die Hälfte der Vertragspartner der vierten Vertragsstaffel sehe sich als mittelständische Unternehmen. Sie können laut Hermann über die zweijährige Vertragslaufzeit verlässlich kalkulieren. Das sichere Arbeitsplätze in Deutschland, stärke den Wettbewerb und garantiere eine dauerhaft qualitativ hochwertige Arzneimittelversorgung der Versicherten.
Schlüsselrolle Arzt
Der Arzt habe auch bei der Umsetzung der Arzneirabattverträge eine Schlüsselrolle inne. Aus AOK-Versichertenbefragungen ist laut Hermann bekannt: "Wenn der Arzt einen Wechsel zu einer Rabattarznei empfiehlt, ist das Vertrauen des Patienten in das neue Medikament am größten."
Das bestätigt auch der Bundesvorsitzende des Deutschen Hausärzteverbandes, Ulrich Weigeldt: "Es ist originäre Aufgabe des Arztes, das therapeutisch angemessene Medikament zu verordnen. Durch die Rabattverträge erhält diese Arztrolle wieder mehr Gewicht, weil die Preisverantwortung von den Schultern des Arztes weggenommen und an die richtigen Stellen transportiert wird: zu den Krankenkassen und der Industrie, die sich vertraglich auf längerfristig gültige Preise einigen."
Quelle: Pressemitteilung des AOK-Bundesverbandes vom 30. März 2010
Der AOK-Bundesverband hat neue Rabattverträge für insgesamt 80 zusätzliche Wirkstoffe abgeschlossen, die mit dem heutigen Tage in Kraft treten. Damit müssen sich die Versicherten auf neue Arzneimittel einstellen. Die Ärzte dürfen dann nur noch die in den Rabattverträgen vorgesehenen kostengünstige, rabattierte Arzneien – sogenannte Nachahmer-Präparate oder Generika – verschreiben.
Der Deutsche Apothekerverband wies darauf hin, dass sich auch die 7 Millionen Versicherten der Techniker Krankenkasse sowie die 4 Millionen Versicherten von 36 kleinen Krankenkassen wegen neuer Rabattverträge an neue Medikamente werden gewöhnen müssen.
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30. März 2010 – Bundesverband der Arzneimittel-Hersteller e. V. (B.A.H.) – Erstmals bestätigt: Gesundheitsgefahren und Folgekosten bei Rabattverträgen wegen mangelnder Compliance
30. März 2010 - Bundesverband der Arzneimittel-Hersteller e. V. (B.A.H) bedauert, dass Rabattverträge bestehen bleiben
26. März 2010 - AOK-Bundesverband: Neue Arzneimittel künftig zu fairen Preisen
26. März 2010 - vfa. Die forschenden Pharma-Unternehmen: "Gift für den Standort Deutschland"
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