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  • 14Jun

    - Sekundärer Endpunkt einer Verbesserung der Überlebenszeit ohne Fortschreiten der Erkrankung positiv
    - Umfangreiches Entwicklungsprogramm bei Lungenkrebs wird fortgesetzt
      

    Berlin, 14. Juni 2010 - Eine Phase-III-Studie mit Nexavar® (Wirkstoff: Sorafenib) bei Patienten mit fortgeschrittenem nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom (non small cell lung cancer, NSCLC) hat nach der finalen Auswertung der Daten ihren primären Endpunkt - die Verlängerung der Gesamtüberlebenszeit - nicht erreicht. In der sogenannten NExUS-Studie (NSCLC research Experience Utilizing Sorafenib - Forschungsergebnisse zur Anwendung von Sorafenib bei NSCLC) wurden Sicherheit und Wirksamkeit der Einnahme von Nexavar in Kombination mit den beiden in Europa gebräuchlichen Chemotherapeutika Gemcitabin und Cisplatin im Vergleich zu der Chemotherapie allein geprüft. An der Studie nahmen Patienten teil, die bestimmte Formen des nicht-kleinzelligen Lungenkarzinoms aufwiesen. Ausgenommen waren dabei Patienten mit Plattenepithelkarzinom - einer Unterform der Erkrankung. 

    Ein sekundärer Endpunkt, die Verbesserung der Überlebenszeit ohne Fortschreiten der Erkrankung, war positiv. Die erhobenen Daten zur Sicherheit und Verträglichkeit im Nexavar-Arm entsprachen den Erwartungen; neue oder unerwartete Toxizitäten traten nicht auf. Bayer und Onyx werden die Ergebnisse der Analyse hinsichtlich möglicher Konsequenzen für andere Studien mit Nexavar prüfen. Die detaillierten Daten der Studie sollen bei einem der nächsten wissenschaftlichen Kongresse vorgestellt werden.

    Nexavar ist ein in zahlreichen Ländern zugelassenes und eingesetztes Medikament gegen Nieren- und Leberkrebs. Das geschätzte weltweite Umsatzpotenzial des Produkts  beträgt weiterhin ca. 750 Millionen Euro allein in den zugelassenen Indikationen. Das Produkt wird von Bayer und Onyx Pharmaceuticals, Inc. gemeinsam entwickelt.

    Die NExUS-Studie hatte im Februar 2007 begonnen. Nach einer Änderung des NExUS-Studienprotokolls im Jahr 2008 waren nur noch Patienten ohne Platteneptihelkarzinom aufgenommen worden. Diese Entscheidung basierte auf den Ergebnissen einer früheren Nexavar-Studie in der Erstlinienbehandlung von NSCLC. Unter den Patienten mit Plattenepithelkarzinom, die bis zu der Protokolländerung in die Studie aufgenommen worden waren, wurde eine höhere Mortalität beobachtet. Dieses Ergebnis ist konsistent mit dem Resultat der früheren Nexavar-Studie. 

    "Wir sind von diesem Ergebnis enttäuscht, insbesondere für die Patienten, die an dieser tödlichen Erkrankung leiden", sagte Dimitris Voliotis, zuständig für die globale klinische Entwicklung von Nexavar bei Bayer HealthCare. "Basierend auf den viel versprechenden Ergebnissen der Phase II sowie kürzlich präsentierten prospektiven Biomarker-Daten bleiben wir dennoch zuversichtlich und werden das breite klinische Entwicklungs-programm für Nexavar bei Lungenkrebs in Kombination mit anderen Substanzen sowie als Monotherapie in fortgeschritteneren Stadien fortsetzen."

    Nexavar wird von Bayer und Onyx sowie unabhängigen Wissenschaftlern in einer Vielzahl von Behandlungsschemata bei Lungenkrebs untersucht, darunter in einer Phase-III-Studie als Monotherapie in der Dritt- und Viertlinienbehandlung sowie in Phase-II-Studien in Kombination mit anderen Medikamenten in der Zweitlinienbehandlung. 

    Über die NExUS-Studie

    Die randomisierte, doppelblinde, plazebo-kontrollierte Phase-III-Studie NExUS untersuchte Nexavar in Kombination mit den Chemotherapeutika Gemcitabin und Cisplatin. Teilnehmen konnten nicht für Lungenkrebs systemisch vorbehandelte Patienten mit NSCLC aller Histologien (Tumorgewebetypen) außer Patienten mit Platten-epithelkarzinom. Primärer Endpunkt war die Gesamtüberlebensdauer, die sekundären Endpunkte beinhalteten die Zeit bis zum Fortschreiten der Krankheit, Ansprechen des Tumors auf die Behandlung, Lebensqualität der Patienten und Sicherheit.

    Zusätzlich zu den Chemotherapeutika Gemcitabin und Cisplatin erhielten die Patienten nach randomisierter Behandlungszuordnung bis zu sechs Zyklen einer oralen Behandlung mit Nexavar 400 mg zweimal täglich oder Plazebo. Danach wurden die Patienten so lange mit Nexavar bzw. Plazebo allein behandelt, bis die Prüfmedikation wegen Fortschreiten des Tumors oder Auftreten von Nebenwirkungen abgesetzt wurde. In die Studie aufgenommen wurden ca. 900 Patienten von Studienzentren aus ganz Europa, Südamerika, der Region Asien-Pazifik sowie dem Mittleren Osten. 

    Über das nicht-kleinzellige Lungenkarzinom (NSCLC)

    NSCLC macht 85-90 Prozent aller Lungenkrebsarten aus. Bei dieser Erkrankung bilden sich im Lungengewebe bösartige Zellen. Je nach Histologie unterscheidet man verschiedene Tumorgewebetypen, die jeweils auf unterschiedliche Weise wachsen und sich ausbreiten, darunter Plattenepithelkarzinome, Adenokarzinome sowie großzellige Karzinome.

    Jährlich wird bei 1,4 Millionen Menschen weltweit Lungenkrebs diagnostiziert. In den USA treten jährlich ca. 205.000 neue Fälle auf, in Europa sind es ca. 375.000. Pro Jahr sterben in den USA ca. 160.000 Menschen und in Europa ca. 342.000 Menschen an Lungenkrebs. 

    Über Nexavar®

    Nexavar® setzt sowohl bei der Tumorzelle als auch bei der Gefäßversorgung des Tumors an. Wie präklinische Studien gezeigt haben, greift die Wirkung von Nexavar bei Kinasen zweier Klassen an, von denen bekannt ist, dass sie sowohl an der Zellproliferation (Wachstum) als auch an der Angiogenese (Blutgefäßbildung) beteiligt sind – zwei wichtigen Prozessen, die das Krebswachstum ermöglichen. Zu diesen Kinasen gehören die Raf-Kinase, VEGFR-1, VEGFR-2, VEGFR-3, PDGFR-B, KIT, FLT-3 und RET.

    Nexavar® ist bereits in mehr als 90 Ländern für die Behandlung von Leberkrebs und für die Nierenkrebs-Therapie zugelassen. Die europäische Zulassung von Nexavar umfasst die Therapie des Leberzellkarzinoms sowie die Behandlung von Patienten mit fort-geschrittenem Nierenzellkarzinom, bei denen eine Behandlung mit Interferon-alpha oder Interleukin-2 versagt hat oder die für eine solche Therapie nicht in Frage kommen.

    Nexavar wird von Bayer und Onyx, behördlichen Institutionen, onkologischen Arbeitsgruppen und einzelnen Wissenschaftlern als Mono- und Kombinationstherapie bei vielen Krebsarten untersucht. Dazu zählt unter anderem die Therapie von Lungenkrebs, Schilddrüsenkrebs, Brustkrebs, Ovarialkrebs, Darmkrebs, sowie, als adjuvante Therapie, bei Nieren- und Leberkrebs. 

    Über Onyx Pharmaceuticals, Inc.

    Onyx Pharmaceuticals, Inc. ist eine Firma für Biopharmazeutika, die sich das Ziel gesetzt hat, das Leben von Krebspatienten zu verbessern. In Zusammenarbeit mit Bayer HealthCare Pharmaceuticals, Inc. entwickelt und vertreibt Onyx das Krebsmedikament Nexavar®, das ein kleines Molekül als Wirkstoff enthält. Mehr Informationen über Onyx finden Sie auf der Website unter: www.onyx-pharm.com. 

    Über Bayer HealthCare

    Die Bayer AG ist ein weltweit tätiges, forschungsbasiertes und wachstumsorientiertes Unternehmen mit Kernkompetenzen auf den Gebieten Gesundheit, Ernährung und hochwertige Materialien. Bayer HealthCare ist eine Tochtergesellschaft der Bayer AG und gehört zu den weltweit führenden innovativen Unternehmen in der Gesundheitsversorgung mit Arzneimitteln und medizinischen Produkten. Das Unternehmen bündelt die Aktivitäten der Divisionen Animal Health, Bayer Schering Pharma, Consumer Care sowie Medical Care. Ziel von Bayer HealthCare ist es, Produkte zu erforschen, zu entwickeln, zu produzieren und zu vertreiben, um die Gesundheit von Mensch und Tier weltweit zu verbessern. Mehr Informationen finden Sie unter www.bayerhealthcare.com. 

    Über Bayer Schering Pharma

    Bayer Schering Pharma ist ein weltweit führendes Spezialpharma-Unternehmen, dessen Forschung und Geschäftsaktivitäten sich auf vier Bereiche konzentrieren: Diagnostische Bildgebung, General Medicine, Specialty Medicine und Women's Healthcare. Bayer Schering Pharma setzt auf Innovationen und will mit neuartigen Produkten in speziellen Märkten weltweit führend sein. So leistet Bayer Schering Pharma einen Beitrag zum medizinischen Fortschritt und will die Lebensqualität der Menschen verbessern. Mehr Informationen finden Sie unter www.bayerscheringpharma.de. 

    Quelle: Pressemitteilung der Bayer AG vom 14. Juni 2010

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  • 08Mai

    Berlin, 7. Mai 2010 - Die Bayer Schering Pharma AG hat eine internationale Phase-III-Studie zur Untersuchung des Wirkstoffs Regorafenib (BAY 73-4506) bei Darmkrebs begonnen. In die Studie aufgenommen werden Patienten mit metastasiertem Kolorektalkarzinom (colorectal cancer, CRC), deren Erkrankung trotz vorheriger Standardbehandlungen weiter fortschreitet. Regorafenib ist ein neuartiger, oral wirksamer Multi-Kinase-Inhibitor, der verschiedene Enzyme (Kinasen) des Tumorwachstums hemmt.

    "Patienten mit Darmkrebs haben nicht viele Therapie-Optionen, wenn der Krebs unter der Standardbehandlung weiter fortschreitet", erklärte Dr. Kemal Malik, Vorstandsmitglied bei Bayer Schering Pharma und dort zuständig für die klinische Entwicklung. "Der Beginn der Phase III markiert den Startpunkt in der Entwicklung einer möglichen neuen Therapie für Patienten mit dieser Erkrankung. Gleichzeitig ist diese Studie auch für uns bei Bayer ein wichtiger Meilenstein in dem Bemühen, noch bessere Medikamente für Krebspatienten bereitzustellen."

    Über die Phase-III-Studie

    Die CORRECT-Studie (Patients with metastatic colorectal cancer treated with regorafenib or placebo after failure of standard therapy) ist eine internationale, multizentrische, randomisierte, plazebokontrollierte und doppelblind durchgeführte Studie. Aufgenommen werden etwa 690 Patienten mit metastasiertem CRC, deren Erkrankung unter den vorhandenen Standardbehandlungen weiter fortgeschritten ist. Die Patienten erhalten randomisiert entweder Regorafenib 160 mg plus die bestmögliche unterstützende Behandlung (best supportive care, BSC) oder ein entsprechendes Plazebo plus BSC. Ein Behandlungszyklus umfasst eine dreiwöchige einmal tägliche Gabe von Regorafenib bzw. Plazebo gefolgt von einer einwöchigen Therapiepause. Der primäre Endpunkt der Studie ist die Gesamtüberlebenszeit. Zu den sekundären Endpunkten gehören die progressionsfreie Überlebenszeit, die objektive Ansprechrate des Tumors und die Tumorkontrollrate. Weiterhin werden Sicherheit und Verträglichkeit in beiden Therapiegruppen verglichen.

    Die Studie wird in Nordamerika, Südamerika, Europa, Israel, Asien und Australien durchgeführt. Weitere Informationen zu dieser Studie finden sich unter www.clinicaltrials.gov.

    Über Darmkrebs

    Beim Darmkrebs (CRC) entstehen Krebszellen in den Geweben des Dickdarms (Kolon) oder des Enddarms (Rektum). Die überwiegende Anzahl der Darmkrebserkrankungen in Kolon oder Rektum (mehr als 90%) sind sogenannte Adenokarzinome.

    CRC ist die weltweit zweithäufigste Krebsart mit mehr als einer Million Neuerkrankungen pro Jahr. Die Sterblichkeit an Darmkrebs ist etwa halb so hoch wie die Inzidenz. Die 5-Jahres-Überlebensraten liegen bei Männern mit Darmkrebs nach Schätzungen in Nordamerika bei ca. 65% und in Westeuropa bei ca. 54%.

    Über Regorafenib

    Regorafenib ist ein neuartiger oral wirksamer Multi-Kinase-Inhibitor, der bestimmte Signalwege des Tumorwachstums hemmt - darunter angiogene Kinasen wie die Rezeptoren für VEGF sowie den TIE-2 Rezeptor, die beide eine wichtige Rolle bei der Angiogenese (Blutversorgung) des Tumors spielen. Regorafenib blockiert außerdem die onkogenen Kinasen RAF, RET und c-KIT und verhindert dadurch die Proliferation (Wachstum) von Tumorzellen. Der Wirkstoff hat in präklinischen Untersuchungen gezeigt, dass er aufgrund antiangiogener und antiproliferativer Mechanismen das Wachstum einer Vielzahl von unterschiedlichen Tumormodellen effizient unterdrücken kann. Auf Basis dieser Ergebnisse wird jetzt die Wirksamkeit von Regorafenib bei Patienten mit unterschiedlichen Tumorerkrankungen in klinischen Studien geprüft. Erste vielversprechende Wirkungen von Regorafenib konnten bereits in klinischen Studien der Phase I und II gezeigt werden.

    Quelle: Pressemitteilung der Bayer Schering Pharma AG vom 07. Mai 2010

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  • 09Okt

    Bericht aus dem HIV REPORT.DE der Deutschen AIDS-Hilfe e.V. Ausgabe Nr. 09/2009 vom 09.10.2009

    In der vorletzten Septemberwoche sorgten diverse Presseerklärungen zu Ergebnissen der HIV-Impfstoffstudie in Thailand für Aufsehen. Was ist dran an dem Hype?

    Erstmals zeigte ein experimenteller Ansatz einer HIV-Schutzimpfung in klinischen Studien eine gewisse - wenn auch bescheidene - Schutzwirkung. Das Prime-Boost-Regime beinhaltete eine Kombination zweier bereits getesteter Impfstoffkandidaten - ALVAC-HIV and AIDSVAX B/E - die gegen die Stämme B und E entwickelt wurden. ALVAC-HIV besteht aus drei gentechnisch hergestellten HIV-Genen (env, gag und pol) und einem viralen Vektor (Kanarienvogel-Pocken), wohingegen AIDS-VAX B/E aus gentechnologisch hergestelltem gp120 besteht.

    Die Vakzinen wurden in einer Phase-III-Studie (Wirksamkeitsstudie) an mehr als 16.000 erwachsenen (heterosexuellen) Thais zwischen 18 und 30 Jahren getestet, die ein durchschnittliches Risiko für eine HIV-Infektion hatten. Die eine Hälfte der Studienteilnehmer/innen erhielten ein Placebo und die andere Hälfte wurden im Laufe von sechs Monaten zweimal mit ALVAC-HIV alleine und zweimal mit ALVAC-HIV in Kombination mit AIDSVAX B/E geimpft. Über den darauf folgenden Zeitraum von drei Jahren wurden in sechsmonatigen Abständen alle Studienteilnehmer/innen auf HIV getestet und jedes Mal erhielten sie eine Safer-Sex-Beratung.

    Am Ende der Studienlaufzeit hatten sich in der Impfstoff-Gruppe 51 von 8.197 Studienteilnehmer/innen mit HIV angesteckt - im Vergleich zu 74 der 8.198 Teilnehmer/innen der Placebo-Gruppe. Dieser Unterschied - er repräsentiert eine Reduktion des absoluten Risikos von 0,3% und des relativen Risikos von 31% - war statistisch signifikant.

    Die Impfung scheint die Viruslasten der Personen, die sich trotz Impfung angesteckt hatten, nicht zu beeinflussen. Die Impfung scheint sicher und gut verträglich zu sein und es gibt keinen Hinweis darauf, dass die Impfung das Risikoverhalten negativ beeinflusst hat.

    Kommentar

    Nach Jahren des millimeterweisen Fortschritts und bitterer Rückschläge hat zum ersten Mal ein Impfstoffkandidat eine zumindest teilweise Schutzwirkung gezeigt. Die anfängliche Reaktion auf diese Nachricht in den Medien, von Wissenschaftlern, Politikverantwortlichen, Ökonomen, Aktivisten, Finanziers Patienten und Millionen Menschen, die ein Risiko für eine HIV-Infektion haben, hatte was von kollektivem Jubel. Allerdings sind die Herausforderungen und Probleme nicht wirklich kleiner geworden.

    Wie kann eine Kombination dieser beiden Impfstoffkandidaten gegen HIV schützen? AIDSVAX B/E war alleine verabreicht in vorangegangenen Phase-III-Studien bei IV-Drogenkonsumenten in Bangkok nicht wirksam und ALVAC-HIV ist noch nicht einmal in Wirksamkeitsstudien gekommen, weil es in den Sicherheitsstudien (Phase II) keine suffiziente Immunantwort hervorgerufen hatte.

    Da die Daten der Studie bislang nicht veröffentlicht sind und eine erste Präsentation der Ergebnisse auf der HIV-Impfstoff-Konferenz Ende Oktober in Paris präsentiert werden, ist es müßig, zu spekulieren.

    Toni Fauci, einer der Sponsoren der Studie, hat in einer Pressekonferenz erklärt, man wisse überhaupt (noch) nicht, warum das funktioniert hat. Das herauszubekommen wird allerdings notwendig sein, ansonsten ist die weitere Entwicklung auf Kaffeesatzlesen, Versuch und Irrtum und massenweise Glück angewiesen. Solange die Wissenschaftler nicht wissen, warum was funktioniert hat, wird eine Optimierung des Impfstoffkandidaten ein stochastischer Prozess sein. Drücken wir ihnen die Daumen!

    Wie auf der IAS-Konferenz Mitte des Jahres in Kapstadt bezüglich der Ergebnisse der Mikrobizide schon, zwingt die bescheidene Schutzwirkung des Kombinationsimpfstoffkandidaten zu unangenehmen und höchst schwierigen ethischen Debatten.

    Was ist die Mindestschutzwirkung, die von Mikrobiziden und einer Vakzine befordert wird, damit sie zugelassen werden können? Sind 30% ausreichend? Sind 30% nicht genug, sondern erst 50%? In Kapstadt wurde in einem Workshop zu Mikobiziden per Handheben ein Meinungsbild hergestellt. Die allermeisten denken, mindestens 50%ige Schutzwirkung muss sein. Auf der Public-Health-Ebene sind Interventionen in Hochendemiegebieten, die eine 30%ige Risikoreduktion bringen, von unzweifelhaftem Nutzen. In den Industrienationen (und wohl auch in den Schwellenländern) wären solch bescheidene Schutzwirkungen völlig indiskutabel.

    Wird sie die Welt einmal mehr - wie bei der HIV-Therapie auch - in Arm und Reich spalten?

    An dieser Stelle möchte ich euch auch auf meine folgenden Artikel zu diesem Thema verweisen:

    25.09.2009 – Wissenschaftler melden Durchbruch bei der Entwicklung einer HIV-Schutzimpfung (Teil 2)

    24.09.2009 – Wissenschaftler melden Durchbruch bei der Entwicklung einer HIV-Schutzimpfung (Teil 1)

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  • 25Sep

     

    HI-VirusZu der Pressemitteilung aus Bangkog (siehe meinen Bericht "Wissenschaftler melden Durchbruch bei der Entwicklung einer HIV-Schutzimpfung (Teil 1)" hier einmal ein paar offizielle Stellungnahmen:

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    Weltgesundheitsorganisation WHO und UN-Aidsprogramm UNAIDS

     

    Trotz der "mäßigen" Wirksamkeit von rund 30 Prozent wecke das Präparat Hoffnungen für die Impfstoffforschung, schreiben WHO und UNAIDS. Ein sicherer und hocheffektiver HIV-Impfstoff könne Wirklichkeit werden. Allerdings sei noch viel Arbeit zu tun, um die Daten zu analysieren und den Schutz-Mechanismus des Impfstoffes besser zu begreifen. Derzeit sei eine Zulassung des Impfstoffes noch nicht möglich. Die Untersuchung ist eine Phase-III-Studie, die die Wirksamkeit des Impfstoffes an vielen Menschen prüft.

    Die ausführliche Pressemitteilung in englischer Sprache erreicht ihr über den folgenden Link:

    Largest ever HIV vaccine trial results very encouraging

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    Deutsche Aids-Stiftung

     

    Die deutsche Aids-Stiftung begrüßte die erstmals nachgewiesene Wirkung eines HIV-Impfstoffs als "bemerkenswert". Dies werde die weitere AIDS-Impfstoffforschung beflügeln, sagte der Geschäftsführende Vorstand Ulrich Heide. "Die Stimmen, die an der Entwicklung eines wirksamen Impfstoffes zweifeln, werden künftig nicht mehr dominieren."

    Den ausführlichen Kommentar der Deutschen Aids-Stiftung erreicht ihr über den folgenden Link:

    Schutzwirkung von HIV-Impfstoff-Kombination erstmals bei Menschen belegt

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    Prof. Jürgen Rockstroh von der Universitätsklinik Bonn (Präsident der deutschen Aids-Gesellschaft)

     

    Im 3sat-Wissenschaftsmagazin vom 24.09.2009 18:30 Uhr warnte Prof. Rockstroh davor, das Ergebnis der Studie zu überschätzen. Er sagte: "Die Studie ist ein positives Signal, aber bis wir einen Schutz für alle haben - was man ja von einer Impfung erwartet - werden noch viele Jahre vergehen, falls es überhaupt je gelingt."

    Das komplette Interview mit Prof. Rockstroh so wie weitere Informationen aus der Sendung findet ihr über folgenden Link auf der Homepage von 3sat.online:

    HIV-Impfstoff wirkt bei einigen Testpersonen

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    Regensburger Mikrobiologe und Aids-Forscher Ralf Wagner

     

    In einem Interview beim Deutschlandradio Kultur nahm der Regensburger Mirkobiologe und Aids-Forscher Ralf Wagner wie folgt Stellung zu dem Thema:

    Wagner weiter: Zwar veränderten sich die HI-Viren fortwährend. Doch könne man diesem Problem begegnen, indem man – ähnlich wie bei der Grippe – "saisonale Impfstoffe" entwickle. Er rechne jedoch damit, dass bis zu einem großflächigen Einsatz eines HIV-Impfstoffes "noch mindesten fünf bis zehn Jahre ins Land gehen werden." "Ein Schutz von nahezu 30 Prozent – das kann man als Durchbruch bezeichnen. Auch wenn wir damit sicherlich noch nicht den Impfstoff in der Hand haben, der in der Breite und in der Vielfalt schützt." Historisch betrachtet, sei es dennoch ein großer Erfolg. Einen Impfstoff zu entwickeln, der 80 bis 90 Prozent der Geimpften schütze, halte er allerdings für ein "sehr ehrgeiziges Ziel". Er gehe davon aus, so Wagner, dass der in Thailand auf die dortigen HIV-Typen B und E abgestimmte Impfstoff auch die Menschen in Deutschland vor einer Infektion schützen könne . Für den in Afrika vorkommenden Typus C dagegen könne sich der entwickelte Stoff möglicherweise als wenig erfolgreich erweisen.

    Den gesamten Bericht zur Sendung erreicht über den folgenden Link zum Deutschlandradio Kultur:

    Aidsforscher: Durchbruch bei HIV-Impfstoff

    Zusätzlich habe ich das komplette Interview mit Ralf Wagner nachfolgend einmal als MP3-Datei zur Verfügung gestellt:

    Interview mit Ralf Wagner beim Deutschlandradio Kultur am 24.09.2009

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    Und hier einmal eine kleine Linksammlung zu online veröffentlichten Pressemitteilungen zum Thema:

     

    The New York Times – 24.09.09 – For First Time, AIDS Vaccine Shows Some Success

    FOCUS online Gesundheit – 24.09.09 – 09:37 Uhr – Neue Hoffnung auf Impfstoff

    Tagesschau.de – 24.09.09 – 17:56 Uhr – Neuer AIDS-Impfstoff weckt Hoffnung

    MSN-Nachrichten – dpa-Nachricht – 24.09.09 – 18:27 Uhr – Erster Erfolg bei Aids-Impfstoffen
     
    Frankfurter Allgemeine FAZ.NET – 25.09.09 – Meilenstein auf dem Weg zum Aids-Impfstoff
     
    Welt Online – 25.09.09 – 04:00 Uhr – Großer Erfolg bei Suche nach dem Aids-Impfstoff 
     
    Hamburger Abendblatt – 25.09.09 – 06:00 Uhr – Der erste Erfolg: Forscher finden Wirkstoff gegen Aids
     

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