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  • 10Jun

    Bei Prostatakrebs sind die zielgenaue Diagnose und die daran ausgerichtete Therapie für den Behandlungserfolg maßgebend. Hier arbeitet das BMBF geförderte Projekt MoBiGuide an einem neuen Qualitätsstandard: Molekularbiologische Techniken werden mit medizinischer Navigation und Bildgebung zu einem so genannten Theragnostik-Konzept verschmolzen. Patient und Urologe erhalten so anhand einer verbesserten präoperativen Kenntnislage mehr Klarheit. Gleichzeitig wird der Urologe während des Eingriffs unterstützt, indem er in Nachbarregionen der Prostata gezielter auf verbliebene Krebszellen molekularbiologisch prüfen und gegebenenfalls dort direkt nachoperieren kann.

    Das Prostatakarzinom ist die häufigste Krebsneuerkrankung des Mannes in Deutschland und nimmt den dritten Rang krebsbedingter Todesursachen bei ihm ein. Eine Ursache dafür ist, dass in etwa 30 Prozent der Fälle die präoperative Einschätzung der Tumorausbreitung nur unzureichend erfolgen kann. Der erfolgversprechendste Therapieansatz zur vollständigen Tumorentfernung ist die endoskopisch durchgeführte radikale Prostatektomie (EERPE), bei der die Prostata vollständig entnommen wird. Gleichzeitig wird auf eine möglichst geringe Schädigung der Prostataumgebung geachtet, um Potenz und Kontinenz des Patienten nicht zu gefährden.

    Bleibt allerdings Tumorgewebe an den Schnitträndern zurück, verschlechtert sich die Prognose der Patienten erheblich. Aktuell kann dieses Risiko nur durch Gewebeentnahmen während der Operation minimiert werden, die dann aufwändig mikroskopisch untersucht werden müssen. Dies kostet während der Operation viel Zeit und kann auch nur stichprobenartig erfolgen, da gerade in den kritischen Bereichen, wie Nervensträngen oder am Schließmuskel, schon kleinste Gewebeentnahmen zu ernsthaften Schädigungen führen können.

    Ein Ziel von MoBiGuide ist daher das exaktere Bestimmen der Tumorausbreitung (Staging) durch eine deutlich verbesserte Diagnostik. Hierzu werden im Vorfeld der Operation eine leistungsstarke Bildgebung verbunden mit einer parallel navigierten Prostatabiopsie im Kernspintomographen dazu genutzt, die tumorverdächtigen Areale in den Grenzbereichen der Prostata genau zu identifizieren. Diese ortsgenauen Informationen aus den Kernspinbildern werden dem Urologen dann während der Prostatektomie zur Verfügung gestellt. Durch diese Maßnahmen im Vorfeld wird die Entscheidungslage zur operativen Behandlung für Patienten und Ärzte gleichermaßen stark verbessert.

    "Die Verbesserung des Staging durch die Kernspinuntersuchung verbunden mit der zielgenauen Navigation im Kernspintomographen ist für den Patienten ein enormer Fortschritt, wenn man bedenkt, wie unklar hier bislang das diagnostische Bild ist. Sich als (junger) Mann auf dieser unsicheren Basis für eine Prostatektomie zu entscheiden, ist in Kenntnis der Nebenwirkungen sehr schwierig.", so Martin Bublat, Geschäftsführer der LOCALITE GmbH, der das Projekt koordiniert. "Wird auch das MoBiGuide-Entwicklungsziel der intraoperativen Überprüfung in Verdachtsregionen erreicht, könnte während der Operation die Vollständigkeit der Krebsentfernung vororientiert und molekularbiologisch informiert nahezu in Echtzeit erfolgen. Dies wäre für Patient und Urologe insgesamt eine enorme Verbesserung der Qualität der Prostatakrebsbehandlung", so Bublat weiter.

    Hierzu entwickelt MoBiGuide einen endoskopischen Probennehmer, mit dem der Urologe in den Verdachtsregionen gezielt minimale Gewebemengen ablösen kann. Herzstück der an den Probennehmer angeschlossenen Systembox ist ein Mikrofluidikchip mit winzigen Kanälen, in denen Zellproben des abgelösten Gewebes zirkulieren. Der Chip wird verschiedene neu zu entwickelnde Biomarker (Antikörper) enthalten, wodurch Krebs- und Gewebearten unterschieden werden können. So erhält der Urologe sehr rasch ortsgenaue Informationen, ob er alle Tumorzellen in den Verdachtsregionen entfernt hat. Der MoBiGuide-Probennehmer wird von der KARL STORZ GmbH & Co. KG in Kooperation mit dem Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT entwickelt.

    "MoBiGuide - Theragnostik-Systemkonzept zur Anwendung bei der laparoskopischen Prostatektomie" wird im Rahmen der "Technologie-Initiative Molekulare Bildgebung (MobiTech)" des BMBFs gefördert. Das Fraunhofer-Institut FIT und der daraus vor zehn Jahren hervorgegangene Spin-off LOCALITE sind daran maßgeblich beteiligt. Fraunhofer FIT bringt seine Expertise in der Biointegration und insbesondere die Mikrofluidik in Zusammenarbeit mit den Industriepartnern KARL STORZ GmbH & Co. KG und R-Biopharm AG näher an den medizinischen Alltag. LOCALITE vereint als Konsortialführer unter dem Dach der Navigation die heterogenen Informationen aus Bildgebung, präoperativer Diagnostik und der neuartigen molekularbiologischen Schnelldiagnostik und blendet dem Urologen während des Eingriffs wichtige Informationen in sein Endoskop ein.

    Das MoBiGuide-Konsortium besteht aus: KARL STORZ GmbH & Co. KG, LOCALITE GmbH, PharmedArtis, R-Biopharm AG, Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT, Fraunhofer-Institut für Molekularbiologie und Angewandte Ökologie IME, Klinik für Diagnostische & Interventionelle Radiologie und Klinik für Urologie des Universitätsklinikums Leipzig.

    Weitere Informationen unter http://www.bmbf-mobiguide.de

    Quelle: Pressemitteilung des Fraunhofer-Instituts für Angewandte Informationstechnik FIT vom 10. Juni 2010

    Zu dem Thema empfehle ich Euch auch die folgenden Artikel:

    28. Mai 2010 – Neuer Ratgeber für Patienten mit Prostatakrebs

    13. März 2010 - Den Tumor sichtbar machen

    25. Februar 2010 - Krebs-Früherkennung: gut informiert entscheiden

    25. Februar 2010 - Urologen forcieren Umsetzung der S3-Prostatakrebs-Leitlinie in die Praxis

    29. Januar 2010 – Schonende Operationen mit weniger Komplikationen

    15. Januar 2010 - Prostatakrebs Patientenratgeber Teil II - Konsultationsfassung online

    18. Dezember 2009 - Optimal informiert - Neuer Ratgeber für Patienten mit Prostatakrebs

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  • 28Mai

    Im Rahmen des Leitlinienprogramms Onkologie ist jetzt der Patientenratgeber zum lokal fortgeschrittenen und metastasierten Prostatakarzinom erschienen.

    Die Behandlungsmöglichkeiten bei Prostatakrebs sind vielfältig und mitunter folgenschwer. Der Patientenratgeber "Prostatakrebs II - lokal fortgeschrittenes und metastasiertes Protstatakarzinom" unterstützt betroffene Männer, eine angemessene Therapieentscheidung zu treffen. Er beruht auf der neuen ärztlichen S3-Leitlinie zu Früherkennung, Diagnose und Therapie des Prostatakarzinoms und damit auf dem besten derzeit verfügbaren medizinischen Wissen. Die Empfehlungen der ärztlichen Leitlinie werden laienverständlich übersetzt und mit Hintergrundinformationen angereichert. Damit verfügen Patienten über genaues Wissen darüber, nach welchen Kriterien und Maßgaben ihre Krankheit idealer Weise behandelt werden sollte.

    Prostatakrebs gehört zu den häufigsten Krebstodesursachen bei Männern. Doch auch im fortgeschrittenen und metastasierten Stadium können Männer unter Umständen längere Zeit beschwerdefrei mit ihrem Tumor leben. Im späten Erkrankungsstadium stehen vor allem die Schmerzfreiheit und der bestmögliche Erhalt der Lebensqualität im Vordergrund der Behandlung.

    Der Ratgeber wurde von Patientenvertretern und Ärzten aus dem Kreis der Leitlinienautoren unter Federführung der Deutschen Gesellschaft für Urologie (DGU) erstellt. Betreuung und Redaktion erfolgten durch das Ärztliche Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ). Gefördert wird der Patientenratgeber durch das Leitlinienprogramm Onkologie, das gemeinsam von der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG), der Deutschen Krebshilfe (DKH) und der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) getragen wird.

    Über die folgenden Links könnt ihr die entsprechenden Ratgeber im PDF-Format beim Ärztlichen Zentrum für Qualität in der Medizin herunterladen:

    Prostatakrebs I: Ratgeber zum lokal begrenzten Prostatakarzinom

    Prostatakrebs II: Ratgeber zum lokal fortgeschrittenen und metastasierten Prostatakarzinom

    Quelle: Pressinformation des Ärztlichen Zentrums für Qualität in der Medizin (äzq) vom 20. Mai 2010 

    Zu dem Thema empfehle ich Euch auch die folgenden Artikel:

    13. März 2010 - Den Tumor sichtbar machen

    25. Februar 2010 - Krebs-Früherkennung: gut informiert entscheiden

    25. Februar 2010 - Urologen forcieren Umsetzung der S3-Prostatakrebs-Leitlinie in die Praxis

    15. Januar 2010 - Prostatakrebs Patientenratgeber Teil II - Konsultationsfassung online

    18. Dezember 2009 - Optimal informiert - Neuer Ratgeber für Patienten mit Prostatakrebs

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  • 25Feb

    Hamburg. Die neue interdisziplinäre S3-Leitlinie ist ein Meilenstein bei der Behandlung von Patienten mit Prostatakrebs. Nun muss sie Versorgungsrealität werden. Der Berufsverband der Deutschen Urologen e.V. engagiert sich mit einer bundesweiten Fortbildungs-Initiative bei der schnellen Umsetzung der Leitlinie in die Praxis.

    Die neue ärztliche S3-Leitlinie beinhaltet das komplette derzeit verfügbare Wissen zur Früherkennung, Diagnose und Therapie der verschiedenen Stadien des Prostatakarzinoms. "Jetzt werden wir dieses Wissen zeitnah an die Kollegen in der Praxis vermitteln, damit unsere Patienten von den Neuerungen der Leitlinie profitieren und allerorts eine leitliniengerechte und damit die bestmögliche Behandlung erhalten",  sagt der Präsident des Berufsverbandes der Deutschen Urologen e.V., Dr. Martin Bloch.

    Zu den wichtigsten Neuerungen gehören die Empfehlung zur ersten PSA-Bestimmung ab 40 Jahren, eine verstärkte Aufklärungspflicht über Diagnoseprogramm und Therapieprozess durch den Urologen, sowie die Würdigung der Active Surveillance als gleichrangige Therapieoption für Patienten mit nicht metastasiertem Prostatakarzinom.

    Dr. Bloch: "Unsere Fortbildungen zur Implementierung der Leitlinie, die wir gemeinsam mit dem Berufsverband Deutscher Strahlentherapeuten anbieten, beginnen im März und  werden von renommierten Kollegen bestritten, die bereits an der Erstellung der Leitlinie beteiligt waren".  Sie wurde im Herbst 2009 veröffentlicht und entstand unter der Federführung der Deutschen Gesellschaft für Urologie e.V. (DGU) und des Berufsverbandes der Urologen.  Prostatakrebspatienten steht inzwischen ein zweiteiliger begleitender Ratgeber zur Verfügung, der den Inhalt der ärztlichen Leitlinie laienverständlich wiedergibt.  Ärztliche Leitlinie und Patientenratgeber sind auf der Website der Deutschen Urologen unter www.urologenportal.de  einzusehen. Die Druckfassung des Ratgebers ist über die Deutsche Krebsgesellschaft zu beziehen.

    Mit einer professionellen Erhebung zur Einführung und Wirkung der Leitlinie soll die Versorgungssituation von Prostatakrebspatienten zukünftig dokumentiert werden. Das gaben der Berufsverband der Urologen, die DGU und der Bundesverband Prostatakrebs Selbsthilfe e.V. jüngst in einer gemeinsamen Erklärung bekannt.

    Zusätzliche Informationen stehen hier für Euch bereit:

    Termin-Flyer: http://www.urologenportal.de/fileadmin/MDB/PDF/Flyer_KA1.pdf

    S3-Prostatakrebs-Leitlinie: http://www.urologenportal.de/fileadmin/MDB/PDF/S3LLPCa_091002.pdf

    S3-Leitlinie: Teil I des Patientenratgebers: http://www.aezq.de/edocs/pdf/info/pl-prostatakarzinom

    Quelle: Pressemitteilung des urologenportal.de vom 25. Februar 2010

    Zu dem Thema empfehle ich Euch auch meine folgenden Artikel:

    15. Januar 2010 – Prostatakrebs Patientenratgeber Teil II - Konsultationsfassung online

    18. Dezember 2009 – Optimal informiert - Neuer Ratgeber für Patienten mit Prostatakrebs

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  • 15Jan

    Ein weiterer Schritt zur umfassenden Aufklärung von Patienten mit Prostatakrebs ist getan. Der zweite und letzte Teil der begleitenden Patientenleitlinie zur neuen ärztlichen S3-Prostatakarzinom-Leitlinie kann ab sofort in der Konsultationsfassung online auf der Website des Ärztlichen Zentrums für Qualität in der Medizin (ÄZQ) unter http://www.aezq.de/aezq/publikationen/kooperation eingesehen und kommentiert werden.

    Der Patientenratgeber zum lokal fortgeschrittenen und metastasierten Prostatakarzinom basiert auf der, im Herbst 2009 veröffentlichten, interdisziplinären S3-Proststakarzinom-Leitlinie und gibt das beste derzeit verfügbare Fachwissen in laienverständlicher Form wieder. Betroffene können sich über den aktuellen Stand der wissenschaftlichen Erkenntnisse zur Behandlung ihrer Erkrankung informieren und finden Hilfe bei der Therapieentscheidung.

    Bis zum 15. Februar 2010 haben Fachkreise, Betroffenenorganisationen und Patienten nun die Möglichkeit, die Konsultationsfassung des zweiten Teils der Patientenleitlinie online zu kommentieren, Vorschläge zur Ergänzung beziehungsweise Änderung abzugeben. Die Eingaben werden gesichtet und gegebenenfalls in der Endfassung berücksichtigt. Diese soll spätestens im März 2010 online veröffentlicht werden, eine Druckausgabe wird folgen.

    Die evidenzbasierten Patientenratgeber “Prostatakrebs I – lokal begrenztes Prostatakarzinom” und “Prostatakrebs II – lokal fortgeschrittenes und metastasiertes Prostatakarzinom” entstanden im Rahmen des Leitlinienprogramms Onkologie der Deutschen Krebsgesellschaft, der Deutschen Krebshilfe und der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF). Sowohl die ärztliche S3-Leitlinine als auch die Patientenleitlinie wurden unter Federführung der Deutschen Gesellschaft für Urologie e.V., von Vertretern mehrerer wissenschaftlicher Fachgesellschaften und Patientenvertretern erarbeitet und vom ÄZQ redaktionell betreut.

    Quelle: Pressemitteilung der Deutschen Gesellschaft für Urologie e. V. vom 15. Januar 2010, veröffentlicht beim Informationsdienst Wissenschaft – www.idw-online.de

    Zu dem Thema empfehle ich euch auch meinen folgenden Artikel:

    18. Dezember 2009 – Optimal informiert – Neuer Ratgeber für Patienten und mit Prostatakrebs

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  • 18Dez

    äzq LogoIm Rahmen des Leitlinienprogramms Onkologie ist jetzt der Patientenratgeber zum lokal begrenzten Prostatakarzinom erschienen.

    Die Behandlungsmöglichkeiten bei Prostatakrebs sind vielfältig und mitunter folgenschwer. Der Patientenratgeber "Prostatakrebs I - lokal begrenztes Prostatakarzinom" unterstützt betroffene Männer, eine angemessene Therapieentscheidung zu treffen. Er beruht auf der neuen ärztlichen S3-Leitlinie zu Früherkennung, Diagnose und Therapie des Prostatakarzinoms und damit auf dem besten derzeit verfügbaren medizinischen Wissen. Die Empfehlungen der ärztlichen Leitlinie werden laienverständlich übersetzt und mit Hintergrundinformationen angereichert. Damit verfügen Patienten über genaues Wissen darüber, nach welchen Kriterien und Maßgaben ihre Krankheit idealer Weise behandelt werden sollte.

    Prostatakrebs gehört zu den häufigsten Krebserkrankungen bei Männern: Bei jedem fünften Mann über 50 wird heute ein Prostatakarzinom diagnostiziert. Durch die demographische Entwicklung wird die Anzahl der Erkrankungen deutlich zunehmen. Die PSA-gestützte Früherkennung wird dazu beitragen, dass Prostatakrebs in immer früherem Stadium festgestellt wird. Damit gewinnt die optimale Versorgung und die Entscheidung für die angemessene Therapie an Bedeutung. Mit dem jetzt veröffentlichten Ratgeber können betroffene Männer ihre Therapie aktiv mitgestalten und wichtige Entscheidungen gut informiert treffen. Dies ist eine wesentliche Voraussetzung für den Behandlungserfolg.

    Der Ratgeber wurde von Patientenvertretern und Ärzten aus dem Kreis der Leitlinienautoren unter Federführung der Deutschen Gesellschaft für Urologie (DGU) erstellt. Betreuung und Redaktion erfolgten durch das Ärztliche Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ). Gefördert wird der Patientenratgeber durch das Leitlinienprogramm Onkologie, das gemeinsam von der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG), der Deutschen Krebshilfe (DKH) und der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) getragen wird. Der zweite Teil des Ratgebers zum fortgeschrittenen und metastasierten Prostatakarzinom wird derzeit erarbeitet und voraussichtlich im Frühjahr zur Verfügung stehen.

    Den Ratgeber könnt ihr über den nachfolgenden Link auf der Homepage des Ärztlichen Zentrums für Qualität in der Medizin äzq als PDF-Dokument herunter laden:

    http://www.aezq.de/nachrichten/news2009-12-17

    Quelle: Pressemitteilung des Ärztlichen Zentrums für Qualität in der Medizin – äzq – vom 17. Dezember 2009

    Zu diesem Thema empfehle ich euch auch meinen folgenden Aritkel:

    15. Januar 2010 – Prostatakrebs Patientenratgeber Teil II – Konsultationsfassung online

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  • 10Dez

    GSI LogoDie Wahrscheinlichkeit für Spätfolgen nach einer Therapie mit Ionenstrahlen ist geringer als bei herkömmlicher Strahlentherapie. Dies konnten Wissenschaftler am GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung durch Blutuntersuchungen von Patienten mit Prostata-Tumoren nachweisen. Damit haben sie die bisherigen Risiko-Abschätzungen experimentell bestätigt. Die Therapie mit Ionenstrahlen zeichnet sich durch hohe Heilungsraten und geringe Nebenwirkungen aus. Vor über zehn Jahren wurde am GSI Helmholtzzentrum der erste von 440 Patienten mit Ionen bestrahlt. Behandelt wurden Tumoren an der Schädelbasis, am Rückenmark und der Prostata. Vor wenigen Wochen ging mit dem Heidelberger Ionenstrahl-Therapiezentrum die erste Klinikanlage für die Routinebehandlung in Betrieb.

    Dass die Wahrscheinlichkeit für Spätfolgen bei Bestrahlungen von Prostata-Tumoren gering ist, lässt uns vermuten, dass dies auch für andere Tumore der Fall ist. Ein weiteres überzeugendes Argument für die Ionenstrahltherapie, für die am GSI Helmholtzzentrum ein völlig neues Bestrahlungsverfahren entwickelt und eingesetzt wurde”, sagt Professor Marco Durante, der Leiter der Abteilung Biophysik bei GSI.

    “Wir haben in den Blutzellen der bestrahlten Patienten mit Prostata-Tumoren die Chromosomenschäden untersucht. Die Anzahl der Schäden nach einer Behandlung mit Ionenstrahlen lag dabei unter der nach einer konventionellen Bestrahlung. Chromosomenschäden geben uns Auskunft über die Wahrscheinlichkeit für Spätfolgen, wie zum Beispiel ein Auftreten von Sekundärtumoren”, sagt Sylvia Ritter, die Projektleiterin aus der Abteilung Biophysik bei GSI.

    Bei jeder Strahlentherapie wirkt ein Teil der Strahlung auch auf das gesunde Gewebe, das auf dem Weg zum Tumor mit dem Strahl durchquert werden muss. Während eine hohe schädigende Wirkung der Strahlung im Tumor gewollt ist, soll das umliegende gesunde Gewebe möglichst verschont bleiben. Eine Bestrahlung mit Ionenstrahlen bewirkt eine hohe Dosis im Tumor bei gleichzeitig wesentlich geringerer Dosis im umliegenden gesunden Gewebe als bei einer Bestrahlung mit Röntgenstrahlen.

    Dass die Spätfolgen der Ionentherapie geringer sind als bei bereits etablierten Bestrahlungsverfahren, war zwar von den GSI-Experten bereits prognostiziert worden, konnte aber nun mit so genannten molekular-zytogenetischen Untersuchungen bestätigt werden. Eine einzige vergleichbare Studie zu Sekundärschäden nach Ionentherapie wurde 2000 in Japan durchgeführt, bei der ebenfalls eine geringe Wahrscheinlichkeit für Spätfolgen festgestellt wurde. In der Studie wurden Tumoren an Gebärmutter und Speiseröhre untersucht.

    Die Wissenschaftler haben Blutproben von 20 Patienten untersucht, die sich einer Kombinationstherapie aus Ionen- und Röntgen-Strahlung oder einer alleinigen Röntgen-Bestrahlung der Prostata unterzogen hatten. Für ihre Untersuchungen verwendeten sie weiße Blutkörperchen, die als Bestandteil des menschlichen Blutes den gesamten Körper durchströmen. Sie eignen sich daher besonders gut, um Schäden an Chromosomen durch eine Strahlentherapie zu untersuchen und daraus die Wahrscheinlichkeit für Spätfolgen abzuschätzen.

    Um den therapiebedingten Anstieg der Schäden nachzuweisen wurden den Patienten vor, während und nach der Therapie Blutproben entnommen und mit Blutproben von gesunden Menschen verglichen. Die Wissenschaftler verwendeten bei ihren Untersuchungen die mFISH-Methode (multicolour Fluorescent in situ Hybridisation), um die Chromosomen sichtbar zu machen. Chromosomen sind Strukturen im Zellkern einer jeden menschlichen Zelle, die das Erbgut enthalten. Das Erbmaterial wird bei mFISH unterschiedlich eingefärbt und in Form eines Karyogramms dargestellt. Durch die farbliche Kodierung lassen sich schnell und sicher Schäden durch die Bestrahlung nachweisen.

     Normales Karyogramm Quelle GSI Darmstadt

    Darstellungen der Chromosomen einer menschlichen Zelle, so genannte Karyogramme. Die Chromosomen sind mit der mFish-Methode unterschiedlich eingefärbt. Auf dem Bild ist ein Karyogramm einer gesunden Zelle zu sehen.

     Krankhaftes Karyogramm Quelle: GSI Darmstadt

    Darstellungen der Chromosomen einer menschlichen Zelle, so genannte Karyogramme. Die Chromosomen sind mit der mFish-Methode unterschiedlich eingefärbt. Auf dem Bild sind Schäden an den Chromosomen Nr.2 und Nr.17 zu erkennen zwischen denen ganze Abschnitte vertauscht sind, eine so genannte “Translokation”.

    An der Arbeit waren Wissenschaftler beteiligt von GSI und der Radiologischen Klinik der Universität Heidelberg. Die Arbeit wurde gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) unter Vertrag Nr. 02S8203 und Nr. 02S8497.

    Wissenschaftliche Veröffentlichung:

    “Radiotherapy and Oncology”:doi:10.1016/j.physletb.2003.10.071

    Über die Tumortherapie mit Ionenstrahlen

    Die am GSI entwickelte bahnbrechende Therapiemethode mit Ionenstrahlen wird bereits seit 1997 am GSI zur Behandlung von Patienten mit Tumoren im Kopf- und Halsbereich, sowie seit 2006 auch an der Prostata eingesetzt. Sie ist ein sehr genaues, hochwirksames und gleichzeitig sehr schonendes Therapieverfahren. Ionenstrahlen dringen in den Körper ein und entfalten ihre größte Wirkung erst tief im Gewebe, hochpräzise in einem nur stecknadelkopfgroßen Bereich. Sie werden so gesteuert, dass Tumoren bis zur Größe eines Tennisballs Punkt für Punkt und millimetergenau bestrahlt werden können. Das Verfahren eignet sich vor allem für Tumore in der Nähe von Risikoorganen, wie z.B. dem Sehnerv, dem Hirnstamm, der Blase oder des Darms.

    Aufgrund der guten Resultate des Therapieverfahrens wurde im November 2009 eine spezielle Anlage für Ionenstrahl-Therapie an der Radiologischen Klinik in Heidelberg in Betrieb genommen. Am Heidelberger Ionenstrahl Therapiezentrum (HIT) können pro Jahr ca. 1.300 Patienten behandelt werden. Zwei weitere Anlagen in Marburg und Kiel befinden sich im Bau.

    Über das GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung

    GSI ist ein mit jährlich 90 Millionen Euro vom Bund und dem Land Hessen finanziertes Forschungszentrum der Helmholtz-Gemeinschaft in Darmstadt. Das Ziel der Forschung bei GSI ist es ein immer umfassenderes Bild der uns umgebenden Natur zu entwerfen. Dazu betreiben die über 1.000 GSI-Mitarbeiter eine weltweit einmalige Beschleunigeranlage für Ionenstrahlen. Über 1.000 Gast-Wissenschaftler aus aller Welt nutzen diese Beschleunigeranlage für Experimente in der Grundlagenforschung. Das Forschungsprogramm umfasst ein breites Spektrum, das von Kern- und Atomphysik über Plasma- und Materialforschung bis hin zur Biophysik reicht. Die wohl bekanntesten Resultate sind die Entdeckung von neuen chemischen Elementen und die Entwicklung einer neuartigen Tumortherapie mit Ionenstrahlen. Mit diesen und einer Vielzahl anderer wissenschaftlicher Resultate nimmt GSI eine international führende Position in der Forschung mit Ionenstrahlen ein. Um in den kommenden Jahren weiterhin Spitzenforschung zu betreiben, wird bei GSI das neue internationale Beschleunigerzentrum FAIR (Facility for Antiproton and Ion Research) errichtet. Dort wird eine große Vielfalt an Experimenten möglich sein, von denen Wissenschaftler neue Erkenntnisse über die Struktur der Materie und die Evolution des Universums erwarten.

    Quelle: Pressemitteilung des GSI Helmholtzzentrums für Schwerionenforschung GmbH vom 10. Dezember 2009

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