Eine Studie zur Ermittlung der Einflussgrössen auf den Verlauf der HIV-Erkrankung, der Verbreitung von HIV-Subtypen sowie der Übertragung resistenter Viren
Seit Juli 1997 wird im Fachgebiet 34, HIV/AIDS und andere sexuell und durch Blut übertragbare Erkrankungen, des Robert Koch-Institutes in Zusammenarbeit mit Projekt 11, HIV-Variabilität und Molekulare Epidemiologie, die HIV-1-Serokonverterstudie durchgeführt. Im Rahmen dieser, durch das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) geförderten Untersuchung, werden Daten zum Krankheitsverlauf HIV-infizierter Menschen mit bekanntem Serokonversionszeitpunkt (HIV-Serokonverter) erhoben und analysiert. Seit September 2006 beteiligt sich die Serokonverterstudie gemeinsam mit den Universitäten Düsseldorf und Köln sowie dem Paul Ehrlich-Institut (PEI) an einem nationalen Surveillancesystem zur Erfassung resistenter HIV-Stämme. Ziel ist es, die Entwicklung primärer HIV-Resistenzen in Deutschland in großen Kollektiven umfassend epidemiologisch und virologisch zu untersuchen und bioinformatisch zu analysieren. Ein synergistischer Effekt für therapie-relevante Erkenntnisse wird aus den vergleichenden und projekt-übergreifenden Analysen der vier Teilprojekte des Resistenzverbundes erwartet.
Die Ziele der HIV-Serokonverterstudie bestehen in:
- der validen Schätzungen des Zeitintervalls zwischen HIV-1-Serokonversion und dem Auftreten AIDS-definierender Erkrankungen bzw. der Überlebenszeit nach HIV-1-Serokonversion;
- der Analyse von Faktoren, die die genannten Zielvariablen beeinflussen.
- der Untersuchung des Vorkommen und der Verbreitung von verschiedenen Subtypen in Deutschland.
- der Bestimmung der Übertragungshäufigkeit von primärresistenten Viren im Studienkollektiv und der Frage, in wieweit eine Zunahme dieser Übertragungsfrequenz zu beobachten ist.
Aufgrund der gewachsenen Studienpopulation sowie des längeren Beobachtungszeitraums lassen sich in der 5. Förderperiode Untersuchungen hinsichtlich des klinischen Erfolgs einer resistenztest-gestützten Therapie durchführen. Des Weiteren können nun vergleichende Analysen bezüglich auftretender Resistenzen sowie des Behandlungserfolges zwischen den Studienkollektiven der therapie-naiven und der therapierten Patienten erfolgen. Zusätzlich soll die Erfassung und Analyse von genetischen Eigenschaften (HLA-, TLR-, CCR5-Polymorphismen) und Koinfektionen (HBV, HCV, Syphilis) erweitert werden, um diese Marker in der Verlaufsanalyse stärker berücksichtigen zu können.
Die HIV-Serokonverterstudie bildet gemeinsam mit der in Nordrhein-Westfalen etablierten RESINA Kohorte (Universität Düsseldorf und Universität zu Köln) die Voraussetzung für die Langzeitbeobachtung einer definierten bundesdeutschen Kohorte und bildet so eine wichtige Datengrundlage für weiterführende Untersuchungen. Im Forschungsverbund soll die Etablierung einer nationalen Surveillance resistenter HIV vorangetrieben werden.
Den vollständigen Bericht zur Serokonverterstudie könnt Ihr über den folgenden Link beim Robert Koch-Institut einsehen:
Quelle: Robert Koch-Institut – http://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/H/HIVAIDS/Epidemiologie/Surveillance/SeroKon/Serokonverterstudie.html
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