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  • 01Dez

    Professor Dr. Norbert BrockmeyerTäglich sterben rund 800 Kinder an den Folgen von AIDS. In Deutschland sind ca. 400 bis 500 Kinder HIV-positiv. Bei Kindern und Jugendlichen verläuft die Krankheit anders als bei Erwachsenen, daher brauchen sie eine spezielle Therapie und Betreuung. Auch die HIV-Forschung müsse sich speziellen Fragestellungen widmen, fordern Experten: "Wir brauchen dringend mehr Unterstützung für die HIV/AIDS-Forschung, -Dokumentation und -Behandlung von Kindern!", sagt Prof. Dr. Norbert H. Brockmeyer (Klinik für Dermatologie und Allergologie der Ruhr-Universität Bochum), Sprecher des Kompetenznetzes HIV/AIDS. Diese Forderung wird von der Pädiatrischen Arbeitsgemeinschaft Aids (PAAD) unterstützt.

    Auch nationales Engagement ist wichtig

    Mit der richtigen Therapie und Vorsorge bei der Geburt kann das Risiko der HIV-Übertragung von der Mutter auf das Kind minimiert werden. Doch gerade in Schwellen- und Entwicklungsländern fehlt es häufig an den notwendigen Medikamenten und dem Wissen um Infektionswege. Ohne medizinische Versorgung stirbt jedes zweite infizierte Kind vor seinem zweiten Geburtstag. Nicht nur im pädiatrischen Bereich fehlt es an Mitteln für die Forschung, Dokumentation und Behandlung von HIV - insgesamt wird in Deutschland, verglichen mit anderen westeuropäischen Ländern oder den USA, deutlich weniger Geld für den Kampf gegen HIV/AIDS ausgegeben. Internationale Hilfsprojekte, auch für Kinder, werden von der Bundesregierung unterstützt. So sind z.B. in der Ukraine das Bundesgesundheitsministerium (BMG) und das Ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) engagiert, auch im Rahmen eines über das Internationale Büro des Bundesforschungsministeriums (BMBF) geförderten Projektes des Kompetenznetzes HIV/AIDS ist Deutschland aktiv. "Dieses Engagement ist wichtig, allerdings wäre eine günstigere Beeinflussung der Situation zu HIV/AIDS in der Ukraine über die Etablierung von längerfristig angesetzten und geförderten Projekten wünschenswert", so Prof. Brockmeyer. "Allerdings wäre dies nicht nur auf internationaler Ebene notwendig, sondern auch durch Stärkung der HIV-Forschung in Deutschland, mit dem Ziel einer optimierten therapeutischen Versorgung von Kindern, die weltweit Kindern zugutekommen würde."

    Deutsche Forschung birgt Potential für weltweite Hilfe

    Im Kompetenznetz HIV/AIDS werden in Zusammenarbeit mit der Pädiatrischen Arbeitsgemeinschaft Aids (PAAD) Daten zum Verlauf der HIV-Infektion bei Kindern gesammelt und ausgewertet - die Basis für die Weiterentwicklung von kindgerechten Medikamenten und Therapien. Diese Kinderkohorte wird von der Firma Abbott unterstützt. Auch die Dokumentation im Rahmen der Schwangeren-Kohorte zur optimalen Versorgung ungeborener Kinder wurde im Kompetenznetz gestartet, obgleich die Mittel knapp sind. "Diese Dokumentations- und Forschungsarbeit kann nicht in den von der AIDS-Epidemie heimgesuchten Entwicklungsländern geleistet werden, denn dort fehlt es an ausreichend ausgestatteten medizinischen Zentren. Deutschland muss seiner Pflicht gegenüber den von HIV besonders betroffenen Ländern nachkommen und sich gegen die Ausbreitung von HIV bei Kindern stark machen", sagt Prof. Brockmeyer. "Beim weltweiten Kampf gegen AIDS wurden Kinder zu lange vergessen." Zwei Millionen Kinder weltweit leben mit HIV, und jedes habe ein Recht auf eine kindgerechte Behandlung. Die PAAD und das Kompetenznetz HIV/AIDS fordern die Bundesregierung daher auf, die Unterstützung für die HIV-Forschung in Deutschland in Bezug auf Kinder auszuweiten - als essenzieller Bestandteil der Entwicklungszusammenarbeit Deutschlands für die Welt.

    Weitere Informationen zu dem Thema im Internet:

    Zahlen laut Unicef Deutschland: http://www.unicef.de/6059.html (13.11.09).
    Zahlen laut HIV&More:
    http://www.hivandmore.de/archiv/2008-sonder/HIVSoA2008_Baumann.shtml (13.11.09).

    Quelle: Presseinformation der Ruhr-Universität Bochum vom 01. Dezember 2009 – Presseinfo 396

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  • 01Okt

    Pressemitteilung von UNICEF vom 30.09.2009 - www.unicef.de

    Trotz Fortschritten beim Zugang zu Medikamenten werden Kinder seltener behandelt als Erwachsene

    Die medizinische Hilfe für AIDS-Patienten in den Entwicklungs- und Schwellenländern hat sich im vergangenen Jahr verbessert. Trotzdem sind HIV-positive Kinder beim Zugang zu Medikamenten und Tests weiter benachteiligt. Dies zeigt ein gemeinsamer Bericht von UNICEF, der Weltgesundheitsorganisation WHO und UNAIDS, der heute in Genf vorgestellt wird.

    So erhielten in den Entwicklungs- und Schwellenländern im Jahr 2008 rund vier Millionen HIV-Infizierte antiretrovirale Medikamente – dies sind eine Million mehr als im Vorjahr. Die Zahl der Kinder in Behandlung stieg von 198.000 (2007) auf 275.000 in 2008. Zudem erhalten heute mehr HIV-positive schwangere Frauen antiretrovirale Medikamente, um die Übertragung des Virus auf ihr Kind zu verhindern. Der Anteil der behandelten Schwangeren wuchs von 35 Prozent in 2007 auf 45 Prozent in 2008.

    Die medizinische Hilfe für AIDS-Patienten in den Entwicklungs- und Schwellenländern hat sich im vergangenen Jahr verbessert. Trotzdem sind HIV-positive Kinder beim Zugang zu Medikamenten und Tests weiter benachteiligt. Dies zeigt ein gemeinsamer Bericht von UNICEF, der Weltgesundheitsorganisation WHO und UNAIDS, der heute in Genf vorgestellt wird.

    Doch immer noch erhalten HIV-infizierte Kinder seltener medizinische Hilfe als Erwachsene. So waren im Jahr 2008 trotz der Fortschritte lediglich rund 38 Prozent der Kinder, die auf antiretrovirale Medikamente angewiesen sind, in Behandlungsprogrammen. Bei den Erwachsenen lag der Anteil bei 43 Prozent.

    "Obwohl Kinder und Frauen beim Kampf gegen AIDS stärker beachtet werden, hat die Krankheit weiter dramatische Auswirkungen auf ihre Gesundheit, ihre wirtschaftliche Existenz und ihr Überleben", sagte UNICEF-Exekutivdirektorin Ann Veneman.

    Nach Einschätzung von UNICEF belegt der Report Towards Universal Access, dass es möglich ist, in den Entwicklungsländern Neuinfektionen bei Kindern zu verhindern und die Überlebenschancen von betroffenen Müttern und Kindern deutlich zu verbessern. Gleichzeitig weist UNICEF aber auf die anhaltende skandalöse Unterversorgung von AIDS-Patienten in den ärmsten Ländern hin: Über fünf Millionen Infizierte, die dringend medizinische Hilfe brauchen, haben noch immer keinen Zugang zu lebensrettenden Medikamenten.

    Die Gesundheitssysteme sind vielfach mit der Versorgung der Patienten überfordert. So wurde im vergangenen Jahr in 31 von 91 Ländern die Versorgung mit lebensnotwendigen antiretroviralen Medikamenten wegen Lieferengpässen unterbrochen. Ein großes Problem ist bis heute die Kontrolle von Blutbanken im Hinblick auf HI-Viren, Hepatitis B und C-Viren sowie Syphiliserreger. 41 Länder geben an, dass sie nicht alle Blutkonserven hierauf testen können.

    UNICEF ist besorgt, dass die am stärksten betroffenen Länder bis heute nicht in der Lage sind, die AIDS-Epidemie aus eigener Kraft zu stoppen. Sollten internationale Geldgeber im Zuge der globalen Finanzkrise ihre Finanzierung von Hilfsprogrammen einschränken, käme dies für viele Kranke einem Todesurteil gleich. Weltweit leben 33 Millionen Menschen mit HIV/AIDS – darunter sind 15,5 Millionen Frauen und zwei Millionen Kinder. Schätzungsweise 730.000 von ihnen sind auf antiretrovirale Medikamente angewiesen. Zwei Drittel der Infizierten leben in den afrikanischen Ländern südlich der Sahara.

    Für den Report Towards Universal Access haben UNICEF, die Weltgesundheitsorganisation WHO und das UN-Programm gegen AIDS Daten aus 158 Ländern ausgewertet – darunter 139 Entwicklungs- und Schwellenländer.

    Versorgung von Kindern und Erwachsenen mit antiretroviralen Medikamenten gegen AIDS in 2008

    Quelle: UNICEF, WHO, UNAIDS

                                                   Quelle: UNICEF, WHO, UNAIDS, "Towards Universal Access", September 2009, S.59

    Hierzu empfehle ich euch auch meine Artikel vom 30.09.2009:

    Aktionsbündnis gegen AIDS wertet neueste Zahlen der Aids-Statistik als Erfolg

    Mehr als 4 Millionen HIV-positive Menschen in den Schwellen- und Entwicklungsländern erhalten jetzt lebensrettende Behandlung

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  • 30Sep

    Pressemitteilung der WHO (World Health Organization) vom 30.09.2009

    Ende des Jahres 2008 haben in den Schwellen- und Entwcklungsländern mehr als 4 Millionen Menschen eine antiretrovirale Therapie (ART) erhalten. Nach einem heute veröffentlichten neuen Bericht der World Health Organization (WHO), des United Nations Children’s Fund (UNICEF) und der Joint United Nations Programme on HIV/AIDS (UNAIDS) entspricht das einem Ansteig von 36 Prozent in einem Jahr und einer Verzehnfachung innerhalb der letzten fünf Jahre.

    “Dieser Bericht zeigt große Fortschritte in der globalen HIV- und Aids-Bekämpfung,” sagte WHO-Generaldirektorin Margaret Chan. “Aber wir müssen mehr tun. Mindestens 5 Millionen HIV-positive Menschen haben noch immer keinen Zugang zu lebensverlängernden Behandlung und Versorgung. Präventionmassnahmen reichen hier nicht aus. Regierungen und internationale Partner müssen ihre Bemühungen um einen universellen Zugang zur Therapie beschleunigen.”

    Behandlung und Versorgung

    Von den schätzungsweise 9,5 Millionen Menschen die 2008 in den Schwellen- und Entwicklungsländern eine Behandlung benötigten, hatten 42 % Zugang zu der Behandlung. 2007 waren es noch 33 %. Der größte Fortschritt war hier in der Subsahara-Afrika zu sehen, wo zwei Drittel aller HIV-Infektionen weltweit existieren.

    In den letzten Jahren sind die Preise für die am häufigsten eingesetzten antiretroviralen Medikamente signifikant zurückgegangen, was zu einer breiteren Verfügbarkeit der Medikamente geführt hat. Die Kosten für die Medikamente der ersten Therapielinie sind zwischen 2006 und 2008 um 10 bis 40 % gesunken. Allerdings sind die Medikamente der zweiten Therapielinie unverändert teuer.

    Trotz der jüngsten Fortschritte muss weiter dafür gesorgt werden, dass noch mehr Menschen Zugang zu den Behandlungsmöglichkeiten erhalten. Bei vielen Patienten wird HIV erst in einem späten Stadium der Krankheit diagnostiziert und aufgrund des verzögerten Beginns der ART besteht eine hohe Sterblichkeit im ersten Jahr der Behandlung.

    Tests und Beratung

    Aktuelle Daten deuten auf eine zunehmende Verfügbarkeit von HIV-Tests und Beratungsdiensten hin. In 66 Ländern hat sich die Anzahl der medizinischen Einrichtungen, die diese Dienstleistungen bereitstellen, zwischen 2007 und 2008 um rund 35 % erhöht.

    Die Test- und Beratungsangebote wurden durch eine wachsende Zahl von Personen genutzt. In 39 Ländern hat sich die Gesamtzahl der gemeldeten HIV-Tests zwischen 2007 und 2008 mehr als verdoppelt. In 93 % aller Länder wurden 2008 über die öffentlichen Gesundheitseinrichtungen kostenlose HIV-Tests angeboten. Trotzdem bleibt eine Mehrheit, die über ihren positiven HIV-Status nicht Bescheid weiß. Die geringe Kenntnis des individuellen Risikos und die Angst vor Stigmatisierung und Diskriminierung führen zu einer geringen Inanspruchnahme der Testangebote.

    Frauen und Kinder

    Im Jahre 2008 verbesserte sich der Zugang zu HIV-Beratungsangeboten für Frauen und Kinder. Etwa 45 % der HIV-positiven Schwangeren erhielten 2008 antiretrovirale Medikamente um die Übertragung der HIV-Infektion auf ihre Kinder zu verhindern. Im Jahre 2007 waren es noch 35 %. Bei rund 21 % der schwangeren Frauen in Schwellen- und Entwicklungsländern wird ein HIV-Test durchgeführt. 2007 waren es 15 %.

    Mehr Kinder als zuvor profitieren von pädiatrischen, antiretroviralen Therapie-Programmen. Die Zahl der Kinder unter 15 Jahren, die antiretrovirale Medikamente erhalten, stieg von rund 198.000 im Jahre 2007 auf 275.700 im Jahre 2008 und erreichte damit 38 % aller Kinder, die eine antiretrovirale Behandlung nötig hätten.

    Weltweit bleibt Aids die häufigste Todesursache bei Frauen im gebährfähigen Alter.

    “Obwohl der Schwerpunkt in der globalen HIV- und Aids-Bekämpfung bei Frauen und Kinder liegt, bleibt es weiter bei den verheerenden Auswirkungen der Erkrankung für Gesundheit, Existenz und Überleben von Frauen und Kinder”, sagte Ann M. Veneman (Unicef-Direktorin).

    Bevölkerung mit hohem Risiko

    Im Jahre 2008 wurden mehr Daten über die Zugangsmöglichkeiten der Bevölkerungsgruppen mit einem hohen HIV-Infektionsrisiko (darunter Prostituierte, Männer die Sex mit Männern haben und Drogenkonsumenten) zu HIV-Beratungsmöglichkeiten gesammelt.

    Während das Verständnis für HIV-Positive in einigen Bereichen gestiegen ist, sind Bevölkerungsgruppen mit einem hohen HIV-Risiko weiter mit technischen, rechtlichen und soziokulturellen Barrieren im Zusammenhang mit dem Zugang zu Gesundheitsdiensten konfrontiert.

    “Alle Hinweise deuten darauf hin, dass die Anzahl der behandlungsbedürftigen Menschen in den nächsten Jahren dramatisch steigen wird”, sagte Michel Sidibé (UNAIDS-Direktorin). “Die Gewährleistung eines gerechten Zugangs zu den Behandlungsmöglichkeiten wird eine unserer wichtigsten Anliegen und UNAIDS wird weiterhin die Stimme derer sein, die keine Stimme haben und dafür sorgen, dass die Hilfsbedürftigen und die Menschen mit einem hohen HIV-Infektionsrisiko Zugang zu den notwendigen Diensten erhalten.”

    Die Originalpressemitteilung in englischer Sprache erreicht ihr über den folgenden Link auf der Homepage der WHO:

    http://www.who.int/mediacentre/news/releases/2009/universal_coverage_hiv_20090930/en/index.html

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