Vorgestern war es endlich so weit. Wir konnten unseren Rückflug antreten. Angenehm war, dass der Flieger nur mit 40 Passagieren besetzt war. Da konnte man sich während des Fluges richtig erholen
An dieser Stelle möchte ich aber noch einmal auf die Tage auf Mallorca eingehen. Da ich nun anstelle von einer Woche eine zweite Woche auf der Insel verbringen musste, reichten natürlich meine HIV-Medis nicht aus. Habe zwar für dreii Tage mehr Medis mitgenommen, aber eben nicht für eine zusätzliche Woche. Wer kommt auch auf den Gedanken, dass ein Vulkanausbruch Auswirkungen auf den Rückflug hat
Naja, also habe ich mich mal im Internet informiert, wo es auf der Insel eine Art AIDS-Hilfe gibt. Hier fand ich dann die Adresse von benamics (Associació Lesbiana, Gai, Transsexual i Bisexual de les Illes Baleares, Conquistador 2, Principal 07001 Palma). Also bin ich dort hin und wurde dort von einem Berater super über die entsprechenden Möglichkeiten, an die Medis zu kommen, informiert. An dieser Stelle nochmals super vielen Dank an Miguel. Miguel erklärte mir, dass er zuerst versuchen wolle, bei anderen HIV-Infizierten der Insel meine Medikamente zu bekommen. Sollte dies nicht klappen, müsse ich zur Universitätsklinik der Insel.
Am nächsten Morgen gab mir Miguel dann bescheid, dass er Viramune bekommen hätte, Kivexa auf der Insel aber nicht zu finden sei. Also bin ich erneut zu ihm hin. Viramune hatte er dann für fünf Tage für mich da und zusätzlich gab er man dann die Adresse der Uniklinik und an wen genau ich mich dort wenden müsse. Vorab musste ich mir aber noch von meinem Hausarzt aus Deutschland ein entpsrechendes Schreiben zufaxen lassen aus dem hervorging, dass ich die entsprechenden Medikamente benötige.
Bei der Universitätsklinik auf der Insel handelt es sich um das Hospital Universitarí Son Dureta, Andrea Doria 55, 07014 Palma, Illes Balears. Es ist die größte Klinik der Belearen und entsprechend war sie auch überfüllt mit Patienten. Dort musste ich mich dann bei der Urgencia (Notaufnahme) melden. Die wiederum riefen für mich dann eine Ärztin, die perfekt deutsch sprach. Der konnte ich dann alles genau erklären und sie ging mit mir zusammen dann zur Krankenhausapotheke. Dort lagen dann schon die Kivexa für vier Tage für mich bereit. Dir Ärztin erklärte mir, dass diese Medikamente nur in der Klinik zentral zu erhalten seien. Ich war wirklich positiv überrascht, wie problemlos und einfach mir weitergeholfen wurde.
DIe nächste Überraschung war dann, was ich für die vier Kivexa-Tabletten zahlen musste. Mir wurden dafür 49,28 Euro in Rechnung gestellt. Das entspricht einem Tablettenpreis von 12,32 Euro. In Deutschland kostet eine Packung mit 30 Tabletten 757,90 Euro. Das entspricht einem Tablettenpreis von 25,26 Euro. Die einzelne Tablette ist also mehr als doppelt so teuer wie in Spanien. Wie kann es solche Preisunterschiede geben Herr Dr. Rösler? Kein Wunder, dass unser Gesundheitssystem nicht mehr finanzierbar ist.
An dieser Stelle nochmals vielen Dank an alle, die mir auf Mallorca so herzlich geholfen haben.
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