Die Brüder Arash und Kamiar Alaei, beide auf die Verhütung und Behandlung von HIV/AIDS spezialisierte Ärzte, wurden im Juni 2008 festgenommen und ohne Anklage inhaftiert. Grund waren möglicherweise ihre Verbindungen zu nichtstaatlichen Organisationen mit Sitz in den USA sowie ihre Kritik an den HIV/AIDS-Programmen der iranischen Regierung. Ihnen drohte ein unfaires Gerichtsverfahren unter der Anklage der “Kooperation” mit “Feinden der Regierung” sowie wegen des Versuchs, die iranische Regierung zu stürzen. Bei dem Prozess, der am 31. Dezember eröffnet wurde, berichtete der Anklagevertreter dem Gericht, ihm lägen zusätzliche, geheime Beweismittel vor. Der Rechtsanwalt der Brüder hatte jedoch keine Möglichkeit, diese zu widerlegen, weil die Anklage sie nicht offenlegte.
(Ausschnitt aus dem Amnesty International Report 2009 zum Iran – http://www.amnesty.de/jahresbericht/2009/iran)
Die Ärzte Dr. Arash Alaei und Dr. Kamiar Alaei sind am 19. Januar 2009 darüber in Kenntnis gesetzt worden, dass sie nach § 508 des iranischen Strafgesetzbuches wegen der “Zusammenarbeit mit feindlichen Regierungen” zu sechs bzw. drei Jahren Haft verurteilt wurden. Ein Verstoß gegen §508 kann mit bis zu zehn Jahren Haft geahndet werden. Amnesty International betrachtet die Brüder als gewaltlose politische Gefangene, die man offenbar nur deshalb in Haft hält, weil sie im Rahmen ihrer Arbeit zur HIV/AIDS-Prävention und -Behandlung mit internationalen, insbesondere US-amerikanischen, Institutionen zusammengearbeitet hatten.
Das Verfahren gegen die beiden Brüder fand am 31. Dezember 2008 unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Der Prozess entsprach nicht den internationalen Standards für faire Gerichtsverfahren, weil man den Angeklagten nicht alle Beweismaterialien offenlegte und ihre Verteidigung nicht das Recht hatte, Zeugen in den Zeugenstand zu rufen und diese zu befragen. Die beiden Ärzte werden ihre Strafe im Evin-Gefängnis in Teheran verbüßen. Der Anwalt der Brüder, Massoud Shafie, gab an, dass er Rechtsmittel gegen das Urteil einlegen und ihre Freilassung fordern werde, da es keine Beweise für die Anschuldigungen gebe.
(Ausschnitt aus der Information von Amnesty International vom 23.01.2009: Iran: Unfaires Gerichtsverfahren)
Nachrichten, wie gerade die Berichte über den blutigen Anschlag in Tel Aviv erschrecken uns und machen uns wütend. Haben wir aber nicht eigentlich Grund dauerhaft wütend und erschrocken zu sein? Wenn wir unseren Blick auf die islamische Welt richten, kann ich manchmal nicht mehr in Ruhe schlafen. Hier scheint die Scheinheiligkeit alles zu sein. Beispiel für die menschenverachtende Politik verschiedener Staaten gibt es viele. Hinrichtungen wegen gleichgeschlechtlicher Liebe, Verurteilung von HIV-Ärzten unter Vorgabe nicht haltbarer Anklagepunkte (Berichte von Amnesty International siehe oben) und und und. Immer häufiger muss man sich hier die Frage stellen, in was für einer Welt leben wir eigentlich.
Aber ganz so weit müssen wir uns ja gar nicht aus dem Fenster lehnen. Auch die christlichen Kirchen scheinen Begriffe wie Verantwortung, Nächstenliebe, Vergebung usw. immer mehr zu vergessen. Da scheint es auch nur logisch, das Papst Benedikt XVI. im März 2009 auf seiner Afrikareise erklärte: “Man kann das Aids-Problem nicht durch die Verteilung von Kondomen regeln. Ihre Benutzung verschlimmert vielmehr das Problem.” Die Lösung liege vielmehr in einem “spirituellen und menschlichen Erwachen” und der “Freundschaft für die Leidenden”.
Ich habe das Gefühl, da wo die islamische Welt die Menschen durch Hinrichtungen aktiv tötet, tötet die katholische Kirche mit ihren weltfremden Äüßerungen passiv.
Aber man glaubt es kaum, da gibt es plötzlich offenbar doch einen Lichtblick in der muslimischen Welt. Der albanische Ministerpräsident Sali Berisha gab bekannt, dass er die Initiative zur Einführung der Homo-Ehe in Albanien unterstützt. Da wäre Albanien dann das erste muslimische Land mit einer Homo-Ehe. Schön, was finanzielle Begehrlichkeiten innerhalb eines Staates so alles in Bewegung setzen kann. Man sollte nämlich wissen, dass die Einführung der Homo-Ehe in Albanien notwendig ist, um der EU bzw. den finanziellen Mitteln der EU näher zu kommen. Tatsache ist, dass die albanische Gesellschaft längst nicht bereit ist, sich mit solch einem Thema offen auseinander zu setzen. Obwohl in Albanien vor 14 Jahren homosexuelle Handlungen als Straftat abeschafft wurde, existieren selbst in der Hauptstadt Tirana keinerlei schwule und lesbische Einrichtungen wie Cafes und Bars.
Homosexualität ist in Albanien nach wie vor ein Tabuthema und in der Öffentlichkeit nicht präsent.
Aber machen wir uns um Albanien mal keine Sorgen. Schon haben muslimische und christliche Vertreter Widerstand angekündigt und allen voran natürlich auch die katholische Kirche.

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